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Die Stimme · 1928-12-20 · Heft 51 (20.12.1928) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 51 (20.12.1928)
Date
1928-12-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 51 DTE STIMME Seife 11 In Neu-Italien. 49. Persönl. Fürwort 51. Strom in Sibirien. 53. Theaterrang. 56. Engl. Anrede. 57. Rotnän. Münze. 58. Chern. Element. 59. Gefrorenes Wasser. 61. Abiezg. für «Royal Navy». 62. Musiknote. Silbenrätsel a a a, ben bi bis, cha ce d, de e ech en er est, fisch form, ge gel, hai he hong, kong, land len li li lust, ma marck me me, na ne ni nik nir no non, o, res ret rie, sehe se spiel, te ten ter tig tu, u„ va ve, wa, zie. Aus obigen Silben sind 22 Wc.ier der unten angegebenen Bedeutung zu bilden, deren erste und dritte Buchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Ausspruch Napoleons I. ergeben. 1. Stadt ln Spanien. 2. Frucht des Oeibaumes. 3. Teil der Physik. 4. Reptil. 5. Schließvorrichtung. 6. Stadt in China. 7. Abwesenheitsbeweis. 8. Deutscher Staatsmann (gest. 1888). 9. Staatenbund. 10. Klosterschwester. 11. Uebungsstück. 12. Höchste Glticksel gkeit der Buddhisten. 13. Haustier. 14. Militär, Beamtenkleidung. 15. Druckmesser. 16. Komödie. 17. Verbrennun.gsprodukt. 18. Aufsteiien. 19. Röm. Göttin des Ackerbaues. 20. Raubfisch. 21. Osteurop. Staat. 22. Pflanze. Auflösung der Rätsel ln Nummer 49 Krcuzworträtfcl. Wagrecht: i. Motiv, y. Ralfe. $. Rad. io. Lia. n. Ananas. 14. Stelle. 17. Lenz. 18. Ti. 20. Re. 21. Baer. 22. Erg. 23. Meeting. 2j. Mia. 26. Verein. 28. Etamin. 30. Anna. 31. Salz. 32. Roer. 35. Elen. 38. Ironie. 40. Torcro. 43. Bei. 44. Eftrade. 45. Ora. 47. Oafe. 49. Ei. jo. Te. yi. Her. 52. Anilin. 54. Nobile, j6. Kur 57 Ein. j8. Polen. 59 Arfen. — Senkrecht: 2. Orange. 3. Tanz. 4. Ida. 6. Alt. 7. Sieb. 8. Salami, n. Ale. 12. Nerv. 13. Stein. 14. Senta, is. Lein. 16. Era. 19. Jena. 20. Ries. 23, Mentone. 24. Galeere- 27. Ra. 29. Mz. 32. Ro. 33. Eifen. 34. Reti. 3J. Etat. 36. Loden. 37. Ne. 38. Jean. 39. Rifiko. 41. Rofine. 42. Orel. 43. Boa. 46. Are. 48. Elul. ji. Ibis. 33. Ire. yy. Oer. Vintkartenrätfel. Tanzmeifter. Schach Etnanuel Lasker 60 Jahre alt Am 24. Dezember 1928 vollendet eigner der größten Meister des königlichen Spieles, Df. Emmanuel Lasker, sein sechzigstes Lebensjahr. Er vereinigt in sich die in jeder Scfoachmeistergeneration singuläre, nahezu unüberwindliche Kombinatiorosgabe der Anderssen und Morphy mit der schöpferischen, für lange Zeiten neue Wege weisenden gedanklichen Kraft eines Steimitz, des Begründers der modernen Schachtheorie. Solche überragende Stellung ln der großen Melsterrelhe des Schachspiels, die in den letzten Jahrzehnten Größen wie Schlechter, Ruhinstem, Capabianca, Ntermzowitsch, Aljechin hervorgebrächt hat, errang und bewahrte (trotz des allerdings mehr als anfechtbaren Verlustes des W^ltmeisfertitels an den Kubaner Capablanca) Lasker dweh seine außerordentliche sohachliche Begabung wie durch seine überragende denkerlsche Kraft und seine ins Künstlerische hineinragende geistige Potenz. So ist er heute mit 60 Jahren, in einem Alter, da der Weg der Schachgrößen gewöhnlich schon in starkem Gefälle talwärts führt, eine einzigartige Erscheinung in der Schachwelt, und man kann ihn geradezu als ungekrönten König der heutigen Schachgeneration bezeichnen. Neider und Verkleinerer dieses überragenden Meisters pflegen seine ungewöhnlichen Erfolge mit suggestiver Beeinflussung zu erklären, die Lasker aut seine Gegner übt; in Wirklichkeit ist es die Macht des überragenden Geistes, die, wie stets, so auch hier ihre Wirkung übt. Und dieser Mann, der durch seine geistige Stärke das Schachspiel dem Gebiet des Schöpferkchen genähert, der mathematische und philosophische Werke geschrieben, welche Eigenart bekunden, der Dichtungen von Wert geschaffen hat, er ist von jener bescheidenen Zurückhaltung, welche Menschen von großem geistigen Format auszeichnet. Er wird wohl am meisten überrascht sein über die Ehrungen, die ihm die Schaohwelt an seinem Jubeltage erweist. Umsomehr freuen wir uns, Ihn zum Sechziger beglückwünschen zu können, da Etnanuel Lasker, der Jude aus Deutschland, der so viel von Kraft und dem Ethos des jüdischen Geistes in sich hat, diesen Tag in ragender, kraftvoller Höhe als unerreichtes Phänomen ungebrochener, unermüdlich weiter arbeitender Entwicklung begeht. Möge er noch oft die Glückwünsche aller Freunde des Schachspiels zu vielen Lebensabschnitten emtgegennehmen, die seinen Weltruhm festigen und mehren! # Laskers Schachlaufbahn Dr. EmanucI Lasker wurde ara 24. Dezember 1868 zu Berlinchen ia der Ncumark geboren; er widmete fidi mathematifchcn Studien und erwarb in diefem Fach den Doktortitel. Von etwa 1900 bis 1904 war er auch Lehrer für mathematifchc Difziplincn an cnglifchcn und amerikanifdien Hodifchulen. Kaum 21 Jahre alt, errang er 1889 auf dem Kongreß des dcutfdien Schadibundes in Breslau den Meiftcrtitcl. Kurz darauf forderte er die englifchen Schadimeifter Blackburne und Bird, die damals zu den ftärkftcn Spielern ihrer Zeit zählten, zu Matche* heraus und gewann diefe, ohne eine einzige Partie zu verbeten. Damit und mit einem ebenfalls in großem Stil gewonnenen Wettkampf gegen den deutfehen Großmeiftcr Miefes errang der junge Lasker die Beachtung der internationalen Schachwelt. Aber Tein Schachehrgeiz ging höher; da er wußte, daß Amerika damals der Wohnfitz des Wcltmeifters Steinitz war, ging er über den Ozean und forderte Steinitz zu einem Wettkampf heraus; der Weltmeifter nahm die Herausforderung an, nachdem (ein jugendlicher Gegner in einem Turnier in New York gegen die zehn ftärkftcn amcrikanifchen Meiftier ohne einen Vfcrluftpunkt ficgreich geblieben war. Im Kampf um die Wcltmeifterfchaf: (legte Lasker gegen Steinitz im Jahre 1894 mit to Gewinftpartien gegen y feines Gegners und blieb Inhaber des Weltmciftertitels, nachdem der y8jährige Steinitz den Revanchewettkampf (in Moskau) mit 2 :10 verloren hatte. Dann kam die große Turnicrlaufbahn Laskers; fic begann mit dem berühmten Viermcifterturnier in Petersburg (1896), an dem Lasker, Steinitz, Tfchigorin und Pillsburg teilnahmen. Lasker fiegte mit großem Vorfprung und im felben Jahre wurde er in dem Turnier von Nürnberg, das die Schndvgrößen Pillsburg, Janowfki, Schlechter, Tarrafch, Maroczy vereinigte, Sieger, ohne eine Partie zu verlieren. Es folgten die Turnierftege in London (1899), Paris (1900), Petersburg (1909), wo Rubinftcin den gleichen Stand mit Lasker erreichte, Petersburg (1914), wo Lasker im erften Zufammcntreffen mit Capabianca vor diefem Sieger blieb, Berlin (1916), wo Lasker vor Schlechter, Rubinftein und Tarrafdi wieder ohne Vcrluftpartie Erftcr wurde, Mährifch-Oftrau (1923) und im denkwürdigen Turnier von New York (1924), das Lasker vor Capabianca, der inzwifdien den (ftets angezweifeltcn) Meiftertitel erlangt hatte, als Sieger fah. Nur in zwei Turnieren, an denen er teilnahm, wurde Lasker Zweiter: ein Turnier von Cambridge Springs (1904), wo der Amerikaner Marfhall fiegte, und im Turnir von Moskau (1926), wo Bogoljubow Erftcr wurde, und Lasker, den Kubaner Capabianca abermals überflügelnd, den zweiten Preis errang. Die überragenden Turniererfolge Laskers beftätigten feine Bereditigung zur Führung des Weltmeiftertitels. Ihn verteidigte er auch gegen Herausforderungen von Tarrafdi, Marfhall und Janowfki; ein Match um die Weltmeifterfchaft, das Lasker im Jahre 1910 gegen den früh verftorbenen S ch 1 e ch t e r fpiclte, blieb unentfdiieden. Laskers Weltmeifterfchaftstitcl blieb durch 26 Jahre unangetaftet; im Jahre 1920 nahm er die Herausforderung Capabiancas an. Das Match wurde in Havanna (Kuba) gefpielt. Lasker, der unter dem mörderifdien Klima fehwer zu leiden hatte, gab nach vier Verluftpartien aut. Einem Rcvandiekampf wich Capabianca ftets aus und erhielt Geh fo knappe lieben Jahre den Titel des Weltmeifters, bis er von Aljechin einwandfrei gefchlagen wurde. Laskers Schachlaufbahn aber ift eine der glänzendften und reinften, die cs je im internationalen Schach gab. * Lasker über schachHches Denken Es ist wohl überflüssig eine Partie Lackers zu bringen; der große, eigenartige Stil seiner Partien Ist jedem Schachfreunde bekannt. Den Sch-achdenker Lasker charakterisieren am deutlichsten seine theoretischen, schachpbilosophischen Anschauungen, die er in seinen hochstehenden Publikationen entwickelt. Eine aufschlußreiche Darlegung dieser Art geben wir hier wieder; sie ist der vor kurzem erschienenen 6. Auflage von Laskers «Lehrbuch des Schachspiels» entnommen, das von Siedentop & Co. Verlag G. m. b. H. In Berlin ediert ist. Dort schreibt Lasker (S. 292 f-): «Die Erziehung zäum Schach muß eine Erziehung zum Seibstdenkcn sein. Schach darf keine Sache des Gedächtnisses sein, einfach, weil es dazu nicht wichtig genug ist. Muß sich der Mensch mit Auswendiglernen plagen, so muß er wissen, warum; das Gedächtnis ist zu wertvoll für Gleichgültiges. Ich Iiabe von meinen 56 Jahren zumindest 30 darauf verwendet, zu vergessen, was ich gelernt oder gelesen habe, und daß es mir gelungen ist, hat mir eine gewisse Heiterkeit, das Gefühl einer gewissen Leichtigkeit verliehen, ohne das ich nicht mehr sein möchte. Wenn cs not tut, kann ich mein schachiichcs Wissen mehren, wenn es not tut, kann ich mancherlei, was ich sonst gar nicht verstehe. Das in meinem Gedächtnis aufbewahrtc Gepäck ist wenig, und dies Wenige habe ich zur Hand und es ist für viele Lagen im Leben gut zu brauchen. Ich halte cs in Ordnung, aber ich wehre mich dagegen, es zu vermehren. Nicht also Ergebnisse soll man im Gedächtnis bewahren, sondern Methoden. Die Methode ist elastisch; sic steht mir in jeder Lebenslage zu Gebote; das Ergebnis, weil an individuelle Bedingungen gebunden, ist starr. Die Methode erzeugt Ergebnisse in großer Zahl; einige von diesen prägen sich ein, sollten aber nur dienen, um Regeln, die tausend Ergebnisse ordnen und zusatnrnetdassen, zu beleuchten und so gleichsam lebendig zu halten. Und solche nützliche, lebenswichtige Ergebnisse muß man von Zeit zu Zeit ergänzen, geradeso, wie man durch Aufnahme von Speise und Trank ergänzt, was beim Stoffwechsel verloren geht. Aber das sind Ergebnisse, die in lebendiger Verknüpfung mit Regeln stehen, Regeln wiederum, die nach lebendigen Methoden gefunden worden sind: der ganze Betrieb muß Leben haben. Noch mehr: ein harmonisches Leben. Dieses Leben, dieses harmonische Leben, stammt aus dem Leben; Lebendiges wird nur von Lebendigem erzeugt. Wer sieh zum Seibstdenkcn im Schach erziehen will, muß meiden, was ara Schachspiel tot ist: künstliche Theorien, die sich attf sehr wenig Beispiele und auf ein Uebermaß von menschlichem Witz stützen, die Gewohnheit, mit minderwertigen Gegnern zu spielen, die Gewohnheit, der Gefahr aus dem Wege zu gehen, die Gewohnheit, Varianten oder Regeln, die von anderen herrühren, kritiklos zu übernehmen und gedankenlos nachzuspielen, die Eitelkeit, die sich selbst genug ist, die Unfähigkeit, Fehler einzusehen, kurz alles, was mm Stillstand oder zur Anarchie führt. Die Erziehung zu einem harmonisch gefügten schach- Iichen Können läßt sich sonach am ehesten mit der Erzeugung und Ertüchtigung eines harmonisch erbauten Organismus vergleichen: daß das eine durch den Geist, das andere durch das Blut genährt wird, tut nichts zur Sache, das Leben fließt gleich geheimnisvoll, gleich schöpferisch, gleich mächtig in beiden. Dieser Vergleich ist kein bloßes rhetorisches Bild, er ist ein Programm.» JÜDISCHER SPORT 30 Jahre Erster Wiener Jüdischer Turnverein Der umgebaute Turnsaal eröffnet Der 1. W. J. T. V. Makkabi feierte jüngst seinen 30jährigen Bestand. Um dieses Ereignis würdig zu begehen, haben alle aktiven und nicht mehr aktiven Mitglieder mit größter Energie daran gearbeitet, die Hallen von Grund auf zu erneuern. Bei der eindrucksvollen Eröffnungsfeier im renovierten Saale, die zugleich die diesjährige Generalversammlung war, hielt der Ehrenpräsident des Vereines, Hofrat Dr. Werner, ein interessantes Referat über «30 Jahre Makkabi 9». Zu Beginn turnten einige Hochschüter in einer ganz kleinen Halle in der Malzgasse, die den Kern zu dem bald darauf entstandenen allgemeinen jüdischen Turnverein in der Mölkerbastei bildeten. (Das erste Gesuch um Bewilligung eines jüdischen Turnvereines in Wien datiert vom 9. November 1898.) Diesei jüdische Turnverein fand bald reichen Zustrom von seiten!er jüdischen Mitglieder der deutschen Turnvereine, die es mit ihrer Ehre als nicht vereinbar erachteten, sich die Mitgliedschaft daselbst zu «richten». (Es war, wie in Lebensversicherungs- QU 1 \f Gesellschaft rnUIlIA GEGRÜNDET IM JAHRE 1882 V«r8loh»runa8be8tand Garantiemittel Et d 1927 1 Milliarde und 000 Mil Ionen Sohillfng 192 Millionen Schilling Prämien- und Zlnsonelnnahmen Im Jahre 1027 71 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Geeelleohaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Po'en Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien Türke!, Aegypten f Die Geeelleohaft sohlleßt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab NeuoinpefOhrt; KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeltrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) invaHditäteversioherung , (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung« dee versicherten Kapitale nach dreijähriger Dauer der Invalidität) O

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