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Die Stimme · 1928-11-22 · Heft 47 (22.11.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 47 (22.11.1928)
Date
1928-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Grosthea | v. o. b Httmg von Votepf wtcodc Journal expedM par rMfttor Abonnemantpreise: Für Oesterreichs Monatl S 1.50, viertelj. S 4.20, ganzj. 16.— / Deutschland: Monatl. Ooldmark I.—, viertelj- Qoldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawiens Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdistfie Zeituni! KrscBicsftvtf federn Donnerslof ^cdofftoii und jfdmiiiisftaüon: IfteR, fM DmiAendeindttin 1 — 7el. ll 26-S-S4 Polen: Monatl Zloty 2.30, viertelj. Zloty 6.50 / Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, viertelj. PengS 420 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monat!. Belga 2.—, viertelj. Beiga 5.- 7 Uebriges Ausland: Monatl Schweizer Franken 1.50 I. Jahrgang Wien, 22. November 1928 (9. Kislev 5639) Numifter 47 Aus den Niederungen der Kultus gemeinde-Wahlbewegung Dummheiten, Lügen und Verleumdungen Kulfusgemeinde-Wahlen in Wien wären an sich nicht nur eine nötige, sondern auch eine nützliche Sache. Sie bieten die beste, die am leichtesten zugängliche Gelegenheit, jüdische Massen auf die Beine zu bringen und weite jüdische Kreise, an die man sonst kaum herankommen kann, irgendwie mit jüdischen Fragen in direkten Kontakt zu bringen; ein Unternehmen, das angesichts der Gleichgültigkeit und Trägheil eben dieser Kreise, mit der sie jüdischen; Fragen sonst gegenüberstehen, zu begrüßen wäre», weil es ein wenig jüdische Bewegung schafft.- Außerdem wäre von einer Wahlbeweguhg,, die sich in der jüdischen Sphäre abspielt und bei der es keinen Kampf um die Futterkrippe gibt, zu erwarten, daß gie'.ein.geistiges und sittliches Niveau behaupte, welches erzieherisch auf die von ihr erfaßten Kreise zu wirken vermöchte. Cs ist bedauerlich, feststelien zu müssen, daß diese Kriterien bei dieser Wahlbewegung zum großen Teile fehlen. Während die zionistische Liste mit einem würdigen und sachlichen Programm auftritt, ihre Presse einen ernsten Kampf um Grundsätze führt und ihre Redner sich in zahlreichen Versammlungen bemühen, jüdische W Qrde.ru wahren, der W a h r h e i t zu dienen und in bestem Sinne aufklärend und aufrüttelnd zu wirken, erscheint den Gegnern unserer Liste kein Mittel zu schlecht, um den Wähler zu verwirren, Schlagworte auszustreuen, wo Argumente fehlen und bedenkenlos Lügen in Wort und Druck zu verbreiten. Die demagogische Politisierung der Wiener Oeffentlichkeit hat auch auf diese jüdische Wahlbewegung abgefärbt, und angewidert sieht man sich einem Wust von Dummheiten, Lügen und. Verleumdungen gegenüber, an denen die abgeklärte Milde der Union-lsraellten in gleicher Weise teil hat wie der radikaltuende Wortreichtum der jüdischen Werktätigkeit und die apudistisch-orthodoxen Frömmigkeitsmonopolisten. Was zunächst die würdigen Kämpen der «U n i o n> anlangt, so haben wir zu manchen ihrer Behauptungen geschwiegen, weil wir zur Ehre jener annahmen, daß es sich dabei um geistige Simplicität — wir wollen ein stärkeres Wort vermeiden — handle. Es lassen sich in solchen Fällen nicht leicht sichere Grenzen ziehen, wo die «Simplicität» aufhört 'tnd die bewußte Unwahr- Beachten Sie In dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Die schädliche Politik der «unpolitischen» Union. Von Dr. Jakob Ehrlich. Der Regierungswechsel ln Rumänien und die Juden. Rachehochzelt. Von A. Gellmann. Der Völkerbund bedauert ... Polische •.. Zuag’raste. Von R. S. Die Wiener Aguda auf dem Kriegspfade. Van Michael Eine Puellaffäre in der Lembergtr Kultuagettietade. Werktätiges oder jüdisches Wirken? Von L. 0. Ein schwarzer Tag des Jüdischen Sportes. heit beginnt Wir wollen auch heute auf das Vergnügen verzichten, mit einem ihrer bedeutendsten Theoretiker, Herrn Medizinalrat Dr. Haase, zu diskutieren, der in einem Leitartikel des Ünionblättchens seinen vertrockneten Haasen-Kohl. in der Frage nach dem nationalen Charakter des Judentums.mittels einiger alter Gödern a n n-Zitate aufzüfrischen sucht. Der selige Güdemann hat eben im Jahre 1907 geschrieben, wenn er vor 50 9d$r 60 Jahren; sich in bezug auf seine Nationalität alsi Juden bekannt.:lij.tte^^Oiv!nrj^r^YanQp>jllim gesagt haben, er sei ein D e u t ls c h e r.^ Däs^ Wäre nach Güdemann und Haas« in Hildesheim oder« in Breslau der Fall gewesen. 1847 oder 1857. In Wien sagt man-in solchem Falle: Da kann man nichts machen! — Auch danach wöljen wir Herrn Haase, den deutschen Israeliten und Gegner jedes nationalen Bekenntnisses in einem, nicht fragen, ob er auch die paar aus 0 s t g a 1 i z i e n stamm«« ^Mitläufer der «Union» für sein nichtnatio- 1. Dr. Desider Friedmann, Rechtsanwalt. 2. Dr. Josef Löwenherz, Rechtsanwalt. 3. Dr. Leo Goldhammer, Rechtsanwalt. 4. Dr. Jakob Ehrlich, Rechtsanwalt. 5. Moses Rath, Kaufmann. 6. Komm.-Rat Max Markus, Kaufmann. 7. Dr. Isidor Klaber, Arzt. 8. Dr. J. H. Körne r, Reisebureauinhaber. 9. Dr. Sanel Beer, Arzt, AbteHungsvorstand. 10. J. H. W a 11 u c h, Börsenbesucher. 11. Dr. Bernhard Geiger, Univ.-Professor. 12. Moses Weiner, Prokurist. 13. Arthur Albers, Kaufmann. 14. Dr. Robert W i 11 h.e i m, Unlv.-Dozent, Arzt. 15. F. G o 1 d f a r b. Regierungsrat u P. 16. Sigmund Haber, Journalist. 17. Moritz Kohn, Kaufmann. 18. Dr. Franz Kobler, Rechtanwalt. 19. Dr. Geong Weiner, Rechtsanwalt. nales Deutschtum reklamiert. Wir sind nicht so neugierig. Aber wenn er sich diesen Passus leistet: «Unsere Jüdischnationalen sprechen geradeso von Rasseneigentümlichkeiten und Eigenarten der Juden, die sie noch um national-kulturelle, soziale und wirtschaftliche willkürlich vermehren, wie die ärgsten Antisemiten. Sie wüten geradezu gegen die Bezeichnung «deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens» oder. «Union österreichischer Juden». Sie ignorieren die Lehre u nd Mah n u ng des Pr ophe ten: «Sorge füc das Wohl des Staates, in den dich der Herr versetzt hat, denn in seinem Wohls ist auch das deinige begründet»— (die Sperrungen im Drucke rühren von uns her); so liegt hier der < Haase im Pfeffer. Hier liegt nicht nur ein logischer Lapsus vor, der bei diesem «Theoretiker» nicht; Eeitej; .auffiele, hier ist vielmehr deutljcjj Grenze sichtbar, wo die" geistigfe Unzülänglichlteu aufhört und die dumme Ver 1 eumdung beginnt Weil wir uns in n a t i o n a I e r Hinsicht zum Judentum bekennen, darum sind wir weniger loyale; Staatsbürger als die altdeutschen Ässimilanten um Herrn Haase herum? Wir halten es unter unserer Würde, solchen Behauptungen mit dem Pathos de# Protestes zu begegnen; aber 20. Adolf Hecht, Bankier. 21. Dr. Emil K r a s n y, Rechtsanwalt 22. Arthur Holzer, Vertreter. 23. Ludwig B a t o, Präsidialsekretär der I. Donath Dampfschiffahris-GeseUschaft. 24. Norbert Rappaport, Bezirksrat, Kaufmann. 25. Jehuda Schmied, Kaufmann. 26. Dr. Ernst Schubert, Rechtsanwalt 27. Julius Goldfinger, Kaufmann. 28. Dr. Sigmund Finkeistein, Rechtsanwalt 29. Medizinalrat Dr. Samuel Ruß, Arzt. 30. Dr. Oskar Karbach, Fabrikant 31. Salo S c h m e r t e r, Kaufmann. 32. Dr. Salomon B o h i n, Zahnarzt. 33. Ing. Josef P i s c h m a n n, Kaufmann 34. Wilhelm K r u m h o 1 z, Prokurist 35. Lazar Kreatin, akad. Maler. 36. Dr. Dagobert Rybaczewskv. RecbUaoinät luden Wiens? daß fuere JYuftusgemdndle erftafVen 6 fei Ae H/llllI tfllFi und a»9 einem leftfosen üttvoftratisclk^n Jfppovaf *ii einem wieftfieften Zenfrum des flldiscfken JteAens werde. daß fitere Jffufftisftemeinde siefk nidki ßiaß Jilf) um fuer 93egrüAnis Jfcümvnere, sondern oucjfc um fuer Jfeften und £uere Cicisienx; Tffee dojlfueie JiuAusiemcindc oirüsamicienJlA* U/CflKE sßtEWf faff und Taufe ouffrefe, YA« daß in Euerer JfcuKfusgemeinde offe Juden il/fllll cFlI|Tf Wiens dos freie Jffi#Aesiim «nun gsreclhf üoften. dann wtthlei am *. Dezember elfte Zlonlsilsdae Elsfe? Die Kandidaten der „Zionistischen Liste“:

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