Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1928)
- Date
- 1928-11-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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DIB ffflUME M* i*i «VtoMft sottte Itter der Weg Innerer and äußerer Befreiung gewiesen werden. Zola sah diesen Weg in einem neu eich erbebenden Palästina, des er in «Juettoe» erstehen leeeen wollte. Hon verband rieh aber jüdfeohf Erneuerung mH rtlmenscfittchef; Recht, da* HeMmlttel jüdischer Not, war auch die Rettung der Menschheit. Das Stärket*, wae Zola 2*1 gehen hatte, sottte hier Ausdruck finden; rain Glaube ah die unbedingte Macht des Rechtes, «eine Ueberaeugung von der aufbauenden Kraft, die ln rem veratandesmflßlger Erirafmtnfe menschlicher Schickeatsgemelnschaft Hegt (ein Begriff, der in seiner heute soviel verwendeten Bedeutung hei ihn» vteteidvt zuerst lebendig war), — mit anderen Worten die Abtehmmg des Egoismus, der In Uebermacht oder Ohnmacht seine Wurzel hat. Aus Rationellem heraus entsteht bei ihm ein Ethos des Rechtes, das seinen Platz ln der Mitte hält zwischen | triebhaftem Ethos der Macht und triebhaftem Ethos der liebe, trnfvä 1002 hatte Zola die tatateftnnd aneWritf» gelegt. Seiner Arbeitsweise entsprechend sollte sofort dis Beschäftigung mit ejustioe* «ich ansch&teßen. Schon erwog er den Plm für eine Reise nach Palästina, die ihm Kenntnis des Milieus verschaffen sollte. Da erlag er pftteMoh, mitten in Arbeit und Plänen, einer KaWengasvergiftung, die durch die schlechte Ventila tion des Kamins fei seinem Schiateimtner verursacht worden war. Was von dem Werte aurücktoHeb, mit dem Zola sein Schaffen krönen und dem Zionismus ein literarisches Denkmal setzen wollte, sind ein paar Aufzekhmmgen, «in paar Bemerkungen zu Le Blond. Erschütternd wirkt an den Notizen die ungeheure visionäre Voraussicht, mit der Zola hier jüdische Zukunft <M Probleme allgemein menschlichen Fortschrittes geknüpft hat: «Menschheit über dem VoUcsgedanken . . . Vereinigte Staaten von Europa . . . Bund ailer Völker . . . Rassenfrage . . . Dann der ewige Friede. Problem kann vorläufig auf allgemeine Abrüstung beschränkt werden- D&s Wort Justice soll den Sinn annehmem menschliche Schicksalsgemeintchaft als Mittel für das allgemeine Heil als Ziel.» — Schon die Wiedergabe dieser wenigen Zeilen aus den schtagwortoftigen Aufzeichnungen zeigt, wie hier mit seltener visionärer Kraft vorausgesefoen Ist, was die nächste Generation fei so hohem Maße beschäftigen eoltte. Bewußt sagt Zola auch an anderer Stelle dieser Notizen: «Ich will damit das kommende Jahrhundert etokltai.» Kunstchronik Tsdiendebowskl kt Amerika. Dor berühmte hebräfeebs Dichter Dr. Saal Tschernlchowaki, der seit tmteeren Jahren to Berlin lebt, bta eine Reise nach den Vereinigten Stuten von Amerika abgetreten, wo er Vorlesungen über (tie Entwicklung der neu-hebräischen Uterator t»t»d Sprache halten wird. Die Rehe steht auch «n Zusammenhang mH dem zehnjährigen Jubiläum des Stybel-Verlages. Aus Anlaß der Tatsache, daß vor 10 Jahren Abraham Josef Stybd in New York mit der Herausgabe der Zeitschrift «Miklat» seinen Verlag begründete, wird ia Amerika ein Festkomitee gegründet werden, das in Gemeinschaft mit Dr. Tscbernichowsld die amerikanische Judenbtit für den Ausbau der neu-hebr ätachen Literatur intenwrieren soll. Theodore Reinach gestorben. In Parls ist 68 Jahre alt dar Historiker Theodore R ein ach gestorben, der als der repräsentative GescbJobtsschrelber des Judentums in Frankreich angesehen wird. Einer Frankfurter Familie entstammend, ist Theodore Refeiach gleich »einen Brüdern (der älteste Joseph Reinach, bereits verstorben, war MHgtied des Kabinetts Gambetia, der jüngste, nunmehr einzig überlebende Salomen Reinach ist der bekannte Philologe und Archäologe, der seinerzeit die Falsche Tiara des Salta- Dberues — kl WfekMcMoett das Werk* eines jüdischen Gokladsntodee aus Rußland — und letzt die prähistorischen Fälschungen von CHozd iür eoht Mett) ein markanter Vertreter des» wissenschaftlichen Lebens m Frankreich gewesen. An dem Begräbnis Rrinachs, das unter starke« BeteOfguuf stattfand, nahm auch Oberst Alfred Dreyfus teil, iür dessen Unschuld in der berühmten Affäre die drei Brüder Refeiach seinerzeit mit größter Energie eingetreten waran. Die nächste Novität der «Habimah», seit mehreren Jahren die ernte Erweiterung des Repertoires dieses Theaters, Ist Schofem AJecbems Komödie: «Die Schatzgräber», inszeniert von dem Moskauer Regisseur D i k y- (Dos Stück wird auch, wie wir berichtet haben, als nächste Novität der «WBnaer Truppe» In Warschau unter der Regte von A. Teltelbaum vorbereitet. Das Jüdische Staatstheater in Charkow bat seine Saison mH Upton Sinclair! Drama «Amerikanische Götter» (Regie M. Norwld) eröffnet. Richard Beer-Hoimanns «Der Junge David», das erste Drama der DavJd-TrÜogk, deren Vorspiel «Jaakobs Traum» sein wiü, scheint nunmehr, nach einer Arbeit von fast 20 Jahren (so lange sind schon Bruchstücke aus dem Drama bekannt) beendet zu sein. Der Dichter hat kürzlich ha de« Berliner Sezession den ersten Akt gelesen, der ln der Nähe von Rahcto Grab spielt . Rsnalssaaceböhne* Frau Werbezirk ist letzt der Magnet der Jarno-Bühne in der Neubaugasse. Sie durchläuft io dem Schwank <3da Poppers KarrWr e» von Ataris ttriedmastt und Fritz Lunzer die Theatoriao|* tote efe*s «otemwuitea Tatortes m Mattete Ms tur Soulfisuee and GtRltrobeffaa, m scWteOKcfe ihr Kind, dfe Fracht Ihres Bühnenstudiums, tmd dessen Ztohvater zu «erobern». Die Handlung tut scMteßÜch richte rar Sach«; Fra« WerbeziTk schneXt «ohn Dutzend Pointen ab, die ausarranen das btorelfiand «ule Konterfei der Frau aut Ma- (aoka geben; tmd man fectit Trinen, kn «raten Akt aber tot Frau Werbezirk Ida Poppers Großmutter; und bringt einige Momente lang eine verhalten« Tragik, die erschüttert. Um Frau Warberirk gruppiert steh, von Viktor Franz, Franz Schrecket, Pani Mahr und die MerMoto Etoe Panto sauber dargesteWt, du Afften Zirtesgaes«—Pratoratroto in seinen vielfältigen Schattierungen. Du PubHkntn lacht dfe Akte und applaudiert dk Zwtoebeoakto durch. —4s Jüdische Ktfflttlersplela (Theater Reklame, ff*. Proterstraße 34) für Freitag, den 9. d. und die kommenden Tage sind Aufführungen der Operette; «Die rumänische Chaseoo» angesetet Die Operette, dto dem Wiener Publikum bestens bekannt tot, hat eine vctistSndig neue, glänzende Ausstattung erhalten und wurde euch textHch und musikalisch neu bearbeitet, wobei dto weibliche Hauptrolle für dl« auogeocichnete Soubrette Vert Kenia weke eingerichtet wurde. HeHenfenor Paal Breitmann, der dto fnsranferong leitete, singt dto männliche Hauptrolle der Operette, dto auch in den übrigen Roten ersticket* besetzt tot. Jüdisches Künstlerkobarett (Wien, n., Praterstraße 60). Herr Grfmmtflger spielt einen Juden, dem eingeredet wird, et treibe Bigamie. Jede Faser seines Wesens wwter- Grimmlftter hoi elwia ton im CtowutrWb, dar to Charite Chaplin teckt und dieses Elementare reißt mH. Ueberdfe» hat er Ja CiHy Uri eh eine Partnerin, deren feiner tüdfc scher Humor beete Laune schafft. Das olles spielt eich fcn Rahmen einer sonst sehr «rsthadten Angelegenheit ab, die «Ang* um Auge» (Sträfling 1306) beißt, für das Jüdische FaraUtofttobeu adaptierten Sfewidberg verzapft und den Herren Jungwirth und Ball sowie Frau Rosenberg Getogenftrit gibt Ar ernste« Bemühen um echte Theater* Wirkung so origen und durch rriehen Beifall belohnt an sehen. —te Wocteftfptotetei. Freitag, den 9. November: «Der greif Mensch». Uberatoftd in 4 Akten von J. Zrittorawsky, Musik von M* Schloßberg. (Eratauffühnwif). «Di« Novität» wird am 10. tmd 11. November wieder« holt. Montag, den 13. November: «K önlf der Geig er»» Lebensbild ln 4 Akten von AL Richter. Dienstag und Donnerstag, den 13. und 15.: «Oie BrJllantendame, Lebensbild In 3 Akten von J. Zaiatorawsky. Mittwoch, den li November: «Refsete von China», Lebens«« In 3 Akten von J. Sfgel. Jüdisches Theater, (Rriandbflhne, H, Pratorstraüe MA Wochenprogramm. Freitag, den 9> November; «Anna Karenina». Samstag, 10.: «Chuien Kaie». Sonntag. 1!.: «Sprach Bendt und Burych Kendl». Montag, 13., «Geld, Liebe und Schande». Dienst**, 13.: «Die Opferung Isaake»- Mttwoch, M.J «Die Weiber* Donnerstag, 15.: «Eine lustige Nacht»* Beginn tägtich 8 Uhr. Voflcstümkche Preise von 1 bis 4 ScWttJng. ■— Der Tenor AdoH Mel »er wurde der Bühne verpflichtet. spricht diesem Ansinnen and es tot wvm Kranklachen. FÜR MUSSESTUNDEN Das zweite Berliner Meisterturnier 1928 in Berlin haben heiter drei bedeutende internationale Meisterte«mlere stattgefunden. Eines rm Februar, welches Nierazowitsch gewann, eines äm September, welches B o g o 13« b o w gewann, «nd dnes — das größte von allen — im Oktober, welches Capabianca gewann. Da« zweite dieser Turntore war so eng in andere Ereignisse (Turniere in Brünn und Budapest) eingezwängt, daß wir bisher nicht Zeit fanden, uns mit ihm zu beschäftigen. Es nahmen 12 Meister teil. Die 6 Preise wurden wie folgt verteilt:!. BogoWubow 8 M Punkte, H. Sämlsoh 8, BI.—IV* Grünfefd und Kosfäcb 6J4. V.—V3. Ahues, Johnar, List, Richter 5J4. Pretefcos «leben: Heläng 4>4, Rotonstrin 4, Ludwig Steiner 3H tmd v. Hotehausen 2H Punkte. Das überraschendste an diesem Resultat ist das völttge Versagen von Ludwig S4einer, der schon oft glänzende Proben seiner Begabung geliefert und be-teptetsweise ün erateai Berünar Turnier g^en alle Zarbowitt (Ntomzoudtsch, Bogoljiubow, Dr. Tartalkower und Reti) gewonnen habe. Bogollubow und Sämisch halten vor den übrigen Teilnehmern eine gewisse Distanz. Bel Bogollubow ist die« nichts Bemerkenswertes, wobt aber bei Sämiscb, der sich noch in der fetzten Zeit zu einem erstrangigen durchaus verläßlichen Meister entwickelt hat. Sein Erfolg ist keän Zufai, Zufall ist eher, daß er nicht erster wurde, denn er schlug Bogollubow In glänzender Manier und fiel nur durch eine überraschende Niederlage seitens Johnar auf den zweiten Platz zurück. Nachstehend bringen wir dto wohl schönsten Partien des Turniers, gtofcbzeftttg eine Tatenrtprobe des kragen Berliner Meistere Kurt Richter. Spanische Partie. Weiß: Richter. — Schwarz: Ahnes 1. e2—e4, «7—«5* 3. Sgl—33, Sb8—cd. 3. cll—b5, a7—aö. 4. cb5—a4, SgS-46. 5. O-Ö, c«-e7. 6. d2--d4 >), 0-0»). 7. 04-05*), Sc6—b8. 8. Ddl-e2, d7-d«. 9. K3-h3, Kg6—hß4). 10« c2——c4, Sf6—g8. 11. Sf3—h3, 17—15. 12. *3-34, e5XI4 . 13. CclXf4, f5Xe4. 14. Sbl—c3*), Sg8—f6. 15. g2—g4, S’b8—d7. 16. l-b3~c2, Sd7—c5. 17. Tal—cl, aö—a5. 18. U4-d2a), Lc8~<17. 19. g4-g5, 9f6-g8. 20. Sc3Xe4, Ddfi—e8. 21. Se4Xc5, <MXc5. 22. TflXiS, Le7—XfS. 23* De2~33, Sg8-e7. 2i b3-H Kh8—«8. 26. h4—b5, De8—d8« 36. g5—g6, Se7—c8. 27. Sh2-g4, Sc8—<J6. 28. Sg4-h6tüT), Kg8-h8*). 29. Df3—f71, Sd6XI7*). 30. Sb6Xf7t, Kh&-g8. 31. g6Xh7t!10), Kg8Xf7. 32. Tel—fit, Ld7-f5wL 33. TflXfSt, Kf7—e8. 34* Tf5-e5tf Ke8~!71*). 35. Lc2-g6t aufgegeben. Steikmg nach dem 27. Zuge von Weiß. Anmerkungen. l) Eine stärkere Fortsetzung tot Tel oder De2. ») Nicht die beste Antwort; eXd7. e5, So4 uew. sollte geschehen. a) Diese Einengung tot ziemlich verrufen, ater keineswegs schlecht. Weiß muß nur vorsichtig sein bezüglich fZ—4% denn darnach kann e4 leicht schwach und rückständig werden. 4) Er beeilt sich zu sehr mit f7—f5. Besser waa der Versuch, sich, trat c6 beginnend, auf der Damensette Luft zu schaffen. Nachdem Schwarz f5 zieht, kommt Weiß leicht zu f2—f4, denn da der Bauer e 4 getauscht wird, tot seine Schwäche nicht zu fürchten. *) Viel besser al« auf e4 zu schlagen. Der Bauer läuft nicht davon. °) Weiß stellt jetzt sehr stark, während der Gegner Infolge verfrühten f7—f5 nicht imstande ist, seine Truppen rechtzeitig nach der Königsseite tu transferieren. T) Glänzend und korrekt. •) Falte 28. —gsh, so 29. geh, Kb8, 30. Lc3f, Cg7, 31. Te8fli, DXe6 (sonot DWt), 32. CXgTf, KXg7, 33. Dc3f, Kf7. 34. Cgöf, Ke7, 35. De5t usw. mit gUrneen* dem Sieg. *) Erzwungen. l0) Natürlich viel stärker ob SXd8. ”) Oder: Ke’L 33. Cg5f nebst CXd8 und bSD, beziehungsweise K«8, 33. Cgöf. Ke7, 34. Tf7t, Kdö, 35. CI4f. ia) KcF7 führt wie folgt zum Matt: 35. Cf5t, Kd6, 36. Tebf, Kd7, 37. Telf, Kd6, 38. Cf4f. Auf den Fehlzug folgt da« Matt zweizügig. Eine echöne, schneidige Partie! Löattiig der Endspielstudie ln Nummer 44 (Weiß: Kb6, Sa7, Sg4, Bb2; Schwarz: Ka6, Bb3, Bc3. We« zteht und macht Remis). 1. SeS, cXb2. 2. Sc4, blD. 3. Sb5ü (Droht ScTtX K X b5. 4. Sa3t. Remis. Richtige Lösungen haben eingesendet: Slegmtnsd Schwarz, Wien; F. Katrtorowlcz, Wjen; Leopold Brecher, Prag; Ch. Tune, Boryriaw; Abram Kajon, Sarajevo. Rätselecke Redlstert von Joto, Ergänzungsrätsel A R T B B L I 0 I N B A S R A B R 0 I K E I Q B Z L A N a, d, e e, i, 11 i, ra, o o, n, r r« Obig« Buchstaben sind In dto leeren Felder derart einzoeeizen, daß Wörter entetehen. Dto Anfangsand Endbuchstaben der so gefundenen Wörter ergeben von oben noch outen gelesen einen Ittsrsn und «inen modernen frans. Schriftsteller. Auflösung der Rätsel io Nummer 44 Kreuzworträtsel. Weg recht: 3. Rete* 5. Niet 7. Aoen. 9. fira. 11. Gurt 14. Asot 1& Knabe* Id. Peru 18. Lite. 20. Ido. 21. Debüt 22. Tee. 23. Kaliber. 25. Ehe. 27. HsL 26. Nein. 30. Wolga. 32. Leier. 33. Euter* 3t Salb» 36. Igteu. 39. Zar. 41. Jen. 43. Ans. 45. Sachsen. 46 Wal. 50. Trist «2. Ent 53. Alice. 66. Elte. 56. Areal. 57. Inka. 56. Nato. 5a Ena. 61. Rede. 62. Laue. 63. Taub. — Senkrecht: 1. Sm. 2. Bus, 3. Reti. 4. Seidl. 5. Nabob. 6. Uspa 7. Arien. 8. Sole. 10. Radio. 12. Rebe. 13. Truhe, lt Alt 17. Ute. 19. Ekel 21. Drei. 2t Algebra. 28. Energie 27. Horas. 29. Meran. 31. Aue. 38. Lei 35. Last 37. Lena. 38. Turin. 40. Atmen. 42. Backe. 43. Ato. 44. Silo. 45. Ceres. 47. Staat 46. Wind. 49. Lea. 51. Seä. 5t Ueb. 89. Rao. <1. Rum. Hegteche Figur: l. Mertel V Intern 3, Steril 4 Hering