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Die Stimme · 1928-11-08 · Heft 45 (8.11.1928) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 45 (8.11.1928)
Date
1928-11-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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DIE STIMME Seite 9 Nr.* 45 ffath «tfer Beyrut? Aus Jerusalem wird berichtet:. Der Präsident der Handelskammer von Beirut, Omar D.aouk, erhielt vom französischen Außenministerium die Mitteilung, daß die französische Regierung alle Anstrengungen macht, daß als Endpunkt der R ö ji r e n 1 e i t u n g f tl r d a s M o s s u 1 - P c t r o 1 e u m ein Punkt an der libanesisch-syrischen Küste gewählt werde. Im Zusammenhang mit dieser Mitteilung hat nun die Deputiertenkammer des Libanonstaates einmütig eine-Resolution gefaßt, in der erklärt wird, daß die Anlegung der Mündung der Mossul-Röhren in Palästina (Haifa-Hafen) bedeuten werde, daß die fran- ' zösischen Mandatsterritorien von der Beteiligung an der Ausbeutung der Oelkonzession ausgeschlossen bleiben;, dies würde der Ruin des Hafens von Beirut sein. Die Handelskammer fordert die französische Regierung auf, darauf zu bestehen, daß die Mündung der Röhrenleitung itn Li b au on angelegt werde. Die Monatsschrift „Palästina“ ist, soeben mit ihrer Nummer 8/10 erschienen. Das über 130 Seiten starke Heft enthält neben dem vollständigen Bericht der Untersuchungsikommissio*n für die Jewish Agency eine Reihe von grundlegenden Aufsätzen, darunter ein aosfühdi oh es Memorandum von Df. Arthur R u p p 1 n, «Aufbauarbeit in Palästina in den nächsten zehn Jahren», das der Verfasser der Joint Survey Commission überreicht hat, ferner Beiträge von Dr. M. B u c h m a n n, Agronom Hermann H i r s c h, Dr. A. Granowsky u. a. Die reichhaltige Rundschau, eine Fülle von Nachrichten und Daten sowie eine Bücher¬ und Zeit Schriften schau ergänzen den reichen Inhalt des Heftes. Abonnement halbjährig 6 S, ganzjährig 10 S. Die Administration der Zeitschrift befindet sich ab 1. November an der Adresse: Ver lag C. Ba rth, Wien, I:, Heßgasse 7. Miszellen Baron Rothschild errichtet neue Kolonien. Die Organisation Baron Bdmonid de Rothschilds, die PICA (Pale- Sttne Cölonisatton Association) beginnt in Palästina neue Kolonien zu errichten. In der Nähe von Cihedera wird von ihr eine neue- Siedlung für eine Anzahl Familien von 'Rahia angelegt, für welche mehrere tausend Pfund be- •wiMIigt sind- Letzthin spendete Baron Rothschild 2 2.0 0 0 Pfund zur Errichtung von Synagogen in seilten Kolonien.' f * Ein neuer Palästfnafilm. Soeben wurde in Berlin die Endbearbeftung eines neuen, großen Films, der im Aufträge des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth in Palästina auifgenommen worden ist, abgeschlossen. Der F3äm zeigt In'6 Akten eine ganze Reihe völlig neuer Bilder, wie z. B. etae Reise voim Toten Meer bis zu den Quellen des Jordan und aus dem Volksleben der orientalischen Juden und der Araber, aber auch das zionistische Aufbauwerk. * Die Leitung der Alliance Israeilte Universelle in Paris hat beschlossen, ihr palästinisches Sch ul werk zum Zwecke der Bekämpfung des Eintritts jüdischer Schüler in die Missionsschulen zu erweitern. Für dde ersten Arbeiten auf diesem Gebiete sind 30 0 0 PI u n d vorgesehen. i Der bekannte Industrielle und Zionist J. Naiditsch führt gegenwärtig aussichtsreiche Verhandlungen mtt holländisch ein Industriellen wegen der Begründung einer großen Zuckerfabrik in Palästina, die holländisches Zuckerrohr verarbeiten soll. * Die Administration des Wald (moslemi rischer Kirchen- Fonds) erbaut ln Jerusalem ein großes, modernes Hotel mit einem Kostenaufwände von 57.000 Pfund. Die Arbeiten wurden an Zwei jüdische und einen arabischen Unternehmer vergeben. * Die polnische Regierung hat dem Syndikat der jüdischen Tabak Züchter tn Galiläa ein Angebot gemacht, die gesamten Tabak Vorräte zu sechs Zloty pro Kilogramm zu kaufen. Gleichzeitig hat sie mitgeteilt, sic beabsichtige, die gesamte 'zukünftige Produktion des Syndikates zu erwerben. * Die palästinensische Regierung hat den französls c h e n B'e h ö r d e n in Syrien die 30 Kilometer lange Eisenbahnlinie von Semakh nach AI- Hammeh, die ein Teil der Hedsohas-EJenbahn ist, zur V o r w a 1 tu n g übergeben. Vereinsnachrichteil Zionistische Bezirkssektion Wieden-Margareten. H ebrftischkurse. Nunmehr sind auch die K1 nderketrse eingerichtet worden,* in denen der Unterricht jeden Dienstag und. Donnerstag um,halb 4 Uhr stattfindet. Die Kurse für Erwachsene (Anfänger und Fortgeschrittene) finden nach wie vor jeden Montag und Donnerstag von 8 bis 10 Uhr abends statt. Unterrichtslokal: V., Siebenbrunnengasse la. Anmeldungen werden dort zur Unterrichtszeit entgegengenommen. Jüdisches Zentrum der Sozialen HUfsgernelnschaft (II., Untere Augartenstraße 35). Hebräisch-Kurs für Jugendliche von 12 bis 15 Jahren findet Montag und Mittwoch von 7 bis 8 Uhr statt. Anmeldungen täglich von 6 bis 8 Uhr im Sekretariat (Lehrer Haber-Hellner). Jugendgottesdienst (Minchagebet) Samstag um 3 Uhr. Gäste willkommen. Club jüdischer Frauen (Cafö Kolonnaden, I., Karl- Lueger-Platz). Mittwoch, 14. November, halb 5 Uhr, Vortrag Frau- Dr. phil. et jum. Marianne Beth: «Meine Reise in Palästina». Mitgliederanmeldungen bei Frau Dozent Kornfeld, XIX., Hochschulstraße 21. Zionistische Bezirkssektion XX. Freitag, den 9. d., Chumesch-Vortrag des Herrn Isaak Schönleld Sonntag, den 11. d., Tee-Abend unter Mitwirkung von Prof. M. A. Wiesen (Jüdische Folklore). Dienstag, den 13. d., Vortrag Dr. N. M. Gelber: «Die jüdische Gemeindeautonomie im Lichte der Historie.» Brlth Hanoar Hamisrachi (Wien, H., Pratcrstraße 43). Alle Mitglieder werden au fge fordert, jeden Abend von 8 bis 10 . Uhr zur Mitarbeit im Zentralbureau der religiösen Liste «Misrachb, II., Praterstraße 43, zu erscheinen und mitzuarbeiten. Samstag, 3 Uhr nachmittags, Sicha mit wichtiger Tagesordnung. Erscheinen sämtlicher Mitglieder Pflicht. Jüdische Volksbibliothek «Zion» (Wien, II., Kleine Mohrengasse 3). Die Seminare für Tanach und Talmud finden jeden Donnerstag um halb 8 Uhr abends hn Vereinslokale statt. Zionistisch-akademischer Verein «Bar Kochba», Samstag, dien 10. d., um halb 9 Uhr, Konvent im Klubzimmer des Cafü SchaUer, Wien, XIX., Döblinger Gürtel 2. Aussprache* über das letzte Referat. Zionistische Angestellte! Achtung! Samstag, den 10. November, um halb 8 Uhr abends, findet »m Sitzungsaale der zionistischen Bezirksorganrsation, IL, Ziricusgasse 33, 1. Stock, eine Besprechung wegen Gründung einer jüdischen Angestdlten-Vereinigung statt. Gäste willkommen. Verein «Mathilde» zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder, Insbesondere Waisenkinder (Wien, II., Große Sped- §asse 41). Dem Vereine ist es dank edler Gönner und pender gelungen, heuer zu Chamika 100 arme jüdische Schulkinder, insbesondere Waisenkinder, vollständig zu be- Amerikanisches Klelder-Abonnement Dauer 2 Jahre Kleider bleiben Ihr Eigentum Monatlich S 60. ~ 1 Frühjahrs-Anzug 1 Sommer-Anzug 1 Herbst-Anzug 1 Frühjahrs-Ulster 1 Winter-Ulster 1 Modehose Instandhaltung kostenlos Varlangen Sie Prospekt! Bei Einzelbestellung Zatilungserlelchterung American Tailors Brüder Koch o. n». s». m. Nachfolger Max Altar VI.) Marlahllferstr. 17 (Mezzanin) Fernruf B-29-4-84 Richard Herzog, II, KleinePfarrg. 28 / Tel. R 23-4-90 kleiden. Gesuche werden bis zum 15. November I. J. entgegengenommen. Jüdischer- Frauenbund. Dienstag, 13. November, *48 Uhr abends, IX., Türkenstraße 9 (Rede- und Lesehalle jüdischer Hochschüfer), Vortrag Esther Mieses: «Dre Karäer, eine aussterbende jüdische Sekte.» Gäste willkommen. Eintritt freL Moadon Iwri. Samstag, den 10. d. M., halb 8 Uhr abends, II., Kleine Mohrengasse 3, Vortrag Frau Esther Mieses: «L' Toldoth Hakraim». Hebräisch sprechende Gäste willkommen. Es wurde ein hebräischer Chor unter der Leitung des Schriftstellers und Komponisten J. Kühn eröffnet Anmeldungen jeden Samstag. Zionistische Sektion Prater (II., Jungstraße 8). Freitag, den 9. November, halb 8 Uhr abends, Chumesch-Vortrag. Zugänglich auch für NichbmitgHeder. Jüdische Toynbeehalle (Wien,. XX., Denisgasse 33). Samstag, 10. November, 7. Uhr abends: K o n z e r t. Klavier: Julie Fürst. Violine: Grace Mc. Bride. Begleitung: Hilde Strasser. Sprechvorträge: Elsa Waldes-Ruth Vovoda. Die Zionistische Bezirkssektion Josefstadt-Alsergrund beabsichtigt, einen Teil ihrer Saallakalitäten im Veretnsheim, VIII., Bennoplatz 1, an jüdische Vereine usw. zu vermieten. Anfragen wollen an Herrn Dr. Alfred Grosner, Wien, VIII., Albertgasse 54, Tel. A 28-6-56,?n der Zeit von halb 12 bis 2 Uhr gerichtet werden. Zionistische Frauengruppe VI/VII. In der am 30. Oktober stattgefundenen Generalversammlung der Zion. Frauengruppe VI/VII. wurde folgender Vorstand gewählt: Präsidentin: Dr. Kammerrat Rosa Kohn; Vize-Präsidentinnen: Fr. Direktor Guttmann,- Fr. Fried, Frl. Miriam Morgenstern; Kassierinnen: . Fr. Katz, Fr. Greif; Schriftführerinnen: Frau Mehler, Fr. Dr. Infeld; Keren Kajemeth: Fr. Direktor.Lampe; Keren Hanaschim: Fr. Knina; Kultus: Fr. Spitzer; Hebräische Schule: Miriam Morgenstern; Soziale Fürsorge: Fr. Schulmann, Fr. Kornmehl, Fr. Wallerstein. Zionistische Ortsgruppe Leoben. Am 10. Oktober L J. fand die sechste ordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe statt. Diese zionistische Gruppe, wohl die kleinste in Oesterreich (sie zählt zehn Mitglieder) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die au3 30 jüdischen Familien bestehende Gemeinde zu «ionisieren». In seinem Rechenschaftsbericht konnte der Leiter der Ortsgruppe, S. Gewing, darauf verweisen, daß in den fünf Jahren des Ortsgruppenbestandes das jüdische Bewußtsein der hiesigen Gemeinde einen großen Aufschwung genommen hat. Noch vor fünf Jahren z. B. drohte der damalige Bethausvorstand mit dier Polizei, als sich der dortige Ortsgruppenleiter «unterfing», bei der Thora für Erez Israel zu spenden. Seither aber hat die Ortsgruppe die jüdische Bevölkerung Leobens mit dem Zionismus und dem Palästinaproblem vertraut gemacht. Die nationale Fondsarbeit wurde intensiviert, so daß fast jede jüdische Familie eine Nationalfonds-Büchse hat. Der materielle Erfolg kam auch ziffernmäßig zum Ausdruck. Jedes Jahr wurde eine der hiesigem Kopfzahl entsprechende Scheckelmenge abgesetzt und di^ Pärteisteuer pünktlich abgeführt. Für den Keren Hajessod konnte leider nicht viel getan werden, da die materielle Leistungsfähigkeit der. Leoben er Juidienschaft von großen örtlichen Verpflichtungen in Anspruch genommen: .wird. WISSEN / KUNST / LITERATUR Ein zionistisches Romanprojekt Zolas (Mit. Benutzung. unveröffentlichter Quellen.) Von Dr. Arthur Rosenberg (Paris). Es ist bekannt, wie Zola seine Romane schrieb: mit wissenschaftlicher Methodik sammelte er Materialien, in unmittelbarer Berührung mit seinem Milieu zeichnete er tausenderlei Wahrnehmungen auf, bis aus Verarbeitung dieser Quellenstudien das Werk entstand. Der Herausgeber der gegenwärtig ersdieinenden Monumentalausgabe Maurice Le Blond, der Schwiegersohn und literarische Sachwalter Zolas, entschloß sich aus einer fruohbaren Erwägung heraus, die ungeheure Menge der Vorarbeiten . dies Meistens zu prüfen, um aus dem Rohstoff, dem die gewaltige Fülle der Ideen und Gestalten Ursprung verdankt, das Wichtigste zu wählen und so Einblick in den Sohöpfumgsprozeß bieten zu können. Zola war nicht, was man als «philosemitisch» bezeichnet. Mehrere seiner jüdischen Romangestalitem hatten ihn sogar Ln den Ruf eines Gegners des Judentums gebracht. Vielleicht nicht mit Unrecht. Erst als Zola das Lügehspiel durchschaut hatte, mit dem Dreyfus zum «jüdischen Landesverräten» gestempelt wunde, erst als. er erkannt hatte, wie damit jüdische Kollektivität getroffen und Menschenrecht vergewaltigt werden sollte, fühlte er sich dem Judentum verbünden. Jetzt erwachte sein Gefühl. Mit der ihm eigenen Schwerfälligkeit und Beharrlichkeit machte er nicht halt. Dreyfus war ihm nicht Einzeischioksal, war ihm Schicksal jüdischer Volkheit, Er begnügte sich nicht, es z;u beobachten und zu gestalten, auch nicht damit, für den Augenblick abwehrend ebnzugreifen, er wollte mit dem Grundsätzlichen und Allgemeinen sich auseinandersetzen, um den Weg zu Besserung und Abhilfe zu finden. Folgerichtig führte ihn dieses Streben zum Zionismus. Die jüdische Frage, die für ihn wie keine zweite alle Probleme der Reditbeziebungen des Einzelnen zu seiner Umwelt In sich beschloß, verband sich für ihn mit der Frage des Rechtes schlechthin, des Rechtes des Einzelnen, der Klassen und Völker, jener Frage, die ihm Wesen aller Dinge bedeutete. Der Klarsetzung dieses Rechtes diente sein Kampf um «Vörite et Justice», um Wahrheit und Gerechtigkeit, diieser beiden Begriffe, die seine Ideenwelt beherrschten. Das jüdische Probern, das am tiefsten an die für ihn geltenden Kernfragen rührt, sollte, projiziert auf Aliimensohliches, Abschluß und Krönung seines Lebenswerkes bilden. Tiefer Sinn liegt ln diesem Vorhaben. Schon in dem ersten Brief, ln dem Zola, noch mitten Im Kampfe um die Rehabilitierung Dreyfius’ stellend, von der Absicht einer literarischen Bearbeitung der Affäre sprecht, kündigt er dieses Werk als zusaimmienfassende Rückschau, als letzten Ausdruck seiner Lebensarbeit an. Am 26. März 1899 schreibt Zola aus dem englischen Exil an Theodor Duret: «Sie halben recht mit Ihrer Behauptung, daß der Kampf bisi zum Ende ein erbitterter bleiben wird und daß die Gefallt' einer Niederlage, auch wenn wir schließlich siegen, doch bis zum letzten Augenblick fortbesteht. Mit Recht weiseny Sie auf die gewaltige A/lacht hin, die die Reaktion gegen uns ins Treffen führt. Ganze Tage sinne ich darüber nach, da ich doch anderes nicht zu tun habe als nachzusinnen. Es ist die schwerste Krise, die das Land je durchgemacht hat; ja die Behauptung ist berechtigt, daß das Geschick der künftigen Generationen sich jetzt entscheidet. Ich bin nicht allein persönlich mit den gegenwärtigen Ereignissen verbunden, sie beschäftigen mich auch als Schriftsteller; aus ihnen will ich den Stoff für ein Werk schöpfen, mit dem ioh meine Lebensarbeit krönen möchte. Gleichsam als Vermächtnis soll es meine Gedanken über «Wahrheit und Recht» (VerMS et Justice) zum Ausdruck bringen.» Drei Jahre später lag «Veiüte», der erste Teil des großen Werkes beendet vor. Im Lehrer Simon ist nicht allein Dreyfus, ist ganz allgemein jüdisches Schicksal gestaltet. — N;un sollte die Arbeit am zweiten Teil, an «Justice» beginnen. Nach der Darstellung jüdischer ERFOLGREICH werden Neuralgie, Gicht, Rheuma, Ischias, Yerdauugsstörungen behandelt im Therapeutischen Institut, Wien, ll., Auaatellunqsstr 65/4 Auskünfte kosttikto

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