Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1928)
- Date
- 1928-10-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 41 DIE STIMME Seite 11 Jüdischer Sport Warum ich den F. C. „Hakoah“ geschaffen habe Aeußerungen des Präsidenten Max Schiffmann. Die Mannschaft des F. C. Hakoah hat am Sonntag ihr fünftes Spiel in der Meisterschaft der zweiten Klasse gewonnen und führt nun mit zehn Punkten in der Tabelle der zweiten Liga. Die Kämpfe der Hakoah erfreuen sich des stets steigenden Interesses des jüdischen Publikums. Sonntag vormittags — das Spiel mußte wegen des nachmittägigen Länderkampfes Oesterreich—Ungarn bis 12 Uhr mittags beendet sein — hatten sich 3500 Zuseher auf dem Platze des Sp. C. Wacker, wo der Kampf stattfand, eingefunden. Einer unserer Mitarbeiter hatte Gelegenheit, mit Herrn Max S c h i f f m a n n, dem Präsidenten des F. C. Hakoah, über die Ziele seiner Schöpfung zu sprechen. Herr Schiffmann hatte die Freundlichkeit, den Lesern der «Stimme« folgende Mitteilungen zu machen: «Als ich mit meinen Kollegen die Gründung des F, C. Hakoah in die Wege zu leiten begann, hat mich nichts anderes dazu bewogen als das Interesse an der Erhaltung einer jüdischen Institution, die als Propagandafaktor und Mittel der Anziehung des Publikums erfahrungsgemäß viel werbende Kraft in sich trägt. Man wird mir glauben, — und ich darf in diesem Zusammenhang meine zionistische Vergangenheit wohl geltend machen — daß es sich mir und meinen Kollegen nicht darum handeln konnte, jüdische Berufsfußballspieler zu züchten und dem Publikum das Schauspiel von Spielern, die den Magen David auf der Dreß tragen, vorzuführen. Aber wir haben jetzt in Wien leider so wenig Kristallisationspunkte des jüdischen Lebens, daß jedes Mittel, das zum Ziele führen kann, in den Dienst gestellt werden muß. Und daß sich der Sport, ganz besonders die Eigenart des Fußballspieles, überhaupt im Rahmen einer gewissen Konkurrenz, niezu eignet, das hat die Erfahrung gezeigt. Es ist ganz klar, daß auch die jüdischen Besucher der Hakoahspieie nicht kommen, um bloß Fußballspiele zu sehen, sondern daß in ihnen das jüdische Bewußtsein schlummert, das durch den Sport geweckt wird und dann zweifellos auch allen jüdischen Zwecken dienstbar gemacht werden kann. Dieses Mittel der Infizierunginjüdischem Sinne durch den Sport habe ich mit meinen Freunden erhalten zu müssen geglaubt, als wir den F. C. Hakoah ins Leben riefen. Es wäre sicherlich eine nicht so bald mehr zu ersetzende Lücke im jüdischen Leben Wiens entstanden, wenn es keine nach außen hin sichtbar spielende Hakoah gegeben hätte. Die heutige Zeit mit ihren wirtschaftlichen Bedingungen läßt in diesem Sinne eben nur den Professionalbetrieb zu. Damit muß man sich äbfinden; wir bemühen uns allerdings, unsere Spieler bürgerlichen Berufen zuzuführen, was uns bereits fast restlos gelungen ist. Jedes jüdische Streben muß ein Ziel vor sich haben. Nach dem zu jäh erreichten Siege der Hakoah in der Meisterschaft der ersten Kjasse ist. ein Rückfall und eine starke Abbröcklung des Interesses des jüdischen Publikums eirigelreten. Jetzt haben wir wieder ein Ziel. Wir wollen nach der verlorenen Erstklassigkeit wieder aufsteigen. Wir hoffen, daß dies schon am Ende dieses Spieljahres eintreten wird. Aber es ist nicht die Bedingung unserer Arbeit und Opfer. Wir werden alles daran setzen, dieses große Ziel sobald als möglich zu erreichen. Wenn es aber nicht diesmal gelingen wird, so wird es das nächste Mal sein. Wir haben Zeit und das jüdische Publikum wird die gleiche Geduld haben. Der F. C. Hakoah, der mit dem Stammverein, dem Sportklub Hakoah, in bestem Einvernehmen lebt, istkeineGrÜndungdesAugenblicks mehr und in seiner Existenz nicht limitiert. Die überraschende Anteilnahme des jüdischen' Publikums hilft uns die materielle Last unserer Schöpfung leichter tragen. Unsere Absicht ist es, den Juden Wiens durch die Schöpfung des F. C. Hakoah ein gesundes, dauerndes undin erster Linie jüdisches Instrumentzu geben. Es ist für meine Freunde und für mich eine große Genugtuung, daß diese Absicht von unserem Publikum bereits verstanden wurde. Das wird uns ln unserer Arbeit nur bestärken.» Der fünfte Sieg der Hakoah Die Blau-Weißen konnten auch das fünfte Meisterschaftsspiel in der zweiten Liga siegreich beenden, doch wurde der Erfolg nicht so sicher erzielt wie in den vorange-gangenen Kämpfen. Der Gegner, die «Weißen Elf», setzte den Hakoahnorn heftigen Widerstand entgegen, wobei er sich auch recht unfairer Mittel bediente. Er erreichte auch den ersten Treffer, den Katz mit Kopfstoß ausgledchen konnte« Es dauerte dann fast bis zur Pause, bis — wiederum war Katz der Schütze — die Führung erkämpft werden konnte. Nach der Pause drängten die Bakoahner lebhaft, bis es schließlich Maus ne r gelang, mit Borobedsohuß den Sieg endgültig sicherzusteJ'len. An dem Stande von 3:1 für die Blau-Weißen wurde nichts mehr geändert. Hakoah führt derzeit mit zehn Punkten aus fünf Spielen. Die nächsten Vereine haben sieben Punkte gleichfalls aus fünf Spielen aufzuweisen. Am kommenden Sonntag findet auf dem Krieauer Platze die Begegnung Hakoah—Simmering statt. Die lüdlschen Amateur vereine Wiens errangen fm Wiener Cup am Sonntag zum Teil Erfolge. Hasmonea schlug Ferrovla 4:1, Menorah siegte gegen Hernania 3:2. Hagibor und Kadimah erlitten allerdings schwere Niederlagen and zwar 0:7 von W. A. F. und .4:7 von Alexandria. Die Hakoah-Lelchtathleten errangen kürzlich bei den Staffclmeisterschaften über 4mal 400 Meter und 4mal 1500 Meter die zweiten Plätze. Im Laufen über 800 Meter für Jünglinge wurde der Hakoahner ZJnn Zweiter. Die lOmal-lOO^Meter-Pendelstaffel wurde vom jüdischen Verein gewonnen. Die Grazer Hakoah siegte Im Meisterschaftsspiel gegen den Akademischen Sportklub 4:1. Der ungarische Haudballmeister, der jüdische Sportklub V. A. C. aus Budapest, dürfte am IS. November in Wien gegen die Hakoah antreten. 30 Jahre Berliner Bar Kochba Der jüdische Turn- und Sportverein Bar Kochba ln Berlin begeht am 28. Oktober das Fest seines 30]ährfgen Bestehens. Um dieses Ereignis würdig zu begehen, ist eine Anzahl Veranstaltungen geplant, sowohl gesellschaftlicher wie sportlicher Art, in denen der Verein einen Ueberblick über seine bisherigen Leistungen und Entwicklung bieten wird. Am 21. Oktober findet die Austragung der Makkabi-Händballmeisterschaft statt. Am 28. Oktober wird ein offizieller Festakt mit anschließendem Bankett abgehaltcn. Am 3. November findet in den Gesamträumen der Philharmonie ein großer Ball statt. Am 1. November wird ein Hadlen-Turnsportfest veranstaltet* Jüdische Erfolge bei der «Spartakiade» Laut einem soeben veröffentlichten Bericht haben auf der vor kurzem ln Moskau stattgefundenen «Spartakiade» die jüdischen Sportsleute den d r 111 e n PI a t z errungen. An der Veranstalung nahmen 3033 Russen, 240 Ukrainer und 172 Juden teil Den zweiten Preis im Laufen gewann der ukrainische Jude Ponanetzk!. Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, I., Kärtnerstraße 28. Telephon Nr. R 27485/86 neu (früher Telephon Nr. 77485/86). Postsparkassakonto 100.208. Summe der Eingänge vom 27. September bis ’ 4. Oktober 1928 .......... S 2.051.42 Summe der Eingänge von Rösch- Hasohanah 5688 .. . S 113.697.38 Spezifikation der Eingänge nach Spendenarten. Büchsen 787.24; allgemeine 653.30; Tempelspenden 311.—; Baumspenden 116.—; Rosch-Haschanah-Aktion 109.50; Imitasohen 51.45; Sammlungen bei Familienfeierlichkeiten 22.80. Spezifikation der Eingänge, nach Bezirken und Gruppen geordnet Zentrale 1.159.40; 11. Bezirk 40.30; Prater 55.07: VI./VHI. Bezirk 5.—; IX. Bezirk 50.—; XII./XV. Bezirk 30.—; XIII. Bezirk 20.70; XIX. Bezirk 10.—; XX. Bezirk 35.53; Z. M. V. Jedidäa 111.35; Brith Hamischmär 28.07; Erez Israel 100.—; Frauenorganisation 180.56; . Hechaluz 3.—; Hitacbduth 1.30; J. S. A. J. 40.30; Jüd. Realgymnasium 63.—; Makkabi IX. 15.80; Mirjam 14.69; Misrachi 69*.—; Verbann der Radikalen Zionisten 10.46; Verband Zionistischer Mittelschüler 5.76; Provinz: Zistersdorf 22.—. Büchsen S 787.24. , I. Bezirk: Jul. Lindenberg 4.50; Friedrich Grübe! 30.—. II. Bezirk: Samuel Groß 3.—; Heinrich Käufer' 17.15; Dr. Heinrich Landau 3.35; Bernhard Grünhut 3.50. VI. Bezirk: Ing. Olexinzer, 5.—; Jakob Spitzmann 6.35; Regine Smolensky 3.10; Ilona Löwy 5.—. ‘ VII. Bezirk: Dr. Leo Platchek 3.20; Martin Slitzker 7.45; Emil Grätzer 5.22; Isak Kalisch 3.06; Abraham Trucz 3.04. VIII. Bezirk: Dr. Bertliold Steif 5.—. IX. Bezirk: Samuel Steinc-r 3.—; Leo Holdcngräber 3.17; Sigmund Grünfeld 3.60; Simon Gang 5.—; Nathan Preminger 3.—; Sala Hirschhorn 11.08; Dr. Max Lauer 10.— XIII. Bezirk: Marco Birnholz 7.88. XV. Bezirk: Heinrich Frisch 5.-—; Leo Weltzmcmn 3.—; Dr. Siegfried Bader 5.—. XIX. Bezirk: Erich Engel 3.50; A. Böhm 3.10; Elia?- Katz 5.—; Dr. Karl Geiringer 5.—; Ernst Käufter 3.*—. W. BergeI 5.—; Horch 5.—; Dr. Viktor Ne ubraun 6.- Fanni Reichel 5.—; Dr. David Rothblum 3.—; Hans Perut; 12.43. Allgemeine Spenden S 653.30. Versicherung 500.—; Zion. Sektion Leopoktefadt 30.30, Z. Tupi 10.—; Hofrat Dr. Ludwig Werner 10.—; Erez Israel: Nachtrag vom hebräischen Konzert 100.—; Alisah Reiter 3.—. Tempelspenden s 311.—. Dir. Anselm Lazarus 100.—; Dr. Arje Birnbaum 5.—; Brandeistein 5.—; Welt 5.—; Reisner 5.—; Dr. Frey 15.—; Mechel Rubin 5.—; Simon Picker 50.—; Paul Katz 10.—; Abraham Zahler 20.—; N. Friedmann bei Minjan «Winea» 69.—; Dr. Edmund Stein, Zistersdorf, 12.—; Johann Eisinger. Zistersdorf, 10.—. Chajes-Wald (32. Liste). Kohn 10.—; Marco Birnholz 4.—; Brith Hamischmair- Sammlung bei Verlobung Chometh-Salomon 16.—; Markus Salomon 5.—; Diverse 11.—; Frauenorganisation a, N. Frau Rebekka. Weiner anl. ihres 60. Geburtstages 2 Bäume 20.—; Sammlung durch Frau Dr. Gisela Blauer 26.—; Frau Sabine Paßweg anl. der Verlobung ihrer Tochter 5 Bäume 50.—; Frau Dr. Tartakower 1 Baum a. N. Bernhard Balaban 10.—. Rosch-Haschanah-Aktion (4. Liste) S 109.50. Dir. Oskar Pollak 5.—; B. Padawer 5.—; Wilhelm Müller 3.—; Ro9a Hahn 3.—; Dr. Isidor Sadiger 10.—; Dr. D. Gelles 3, —; Osias Kupfermann 3.—; Hermann Greif 4.—; S. Geltner 4. —; Jüd. Jugendbund der B. B. 3.—; Josef Friede 3.—f; Öberkantor Gerson Margulies 3.—; Erna Guttmann 3.—; Dr. Kostmann 5.—; Ing. I. Guttmann 3.—s Imitaschesi S 51.45. G. Wittlin 8.19; durch Marco Birnholz 8.82; Moses Klein 8.80; Mechel Zipper 3.93; Brith Hamäschmar 4.19; Saul Weinreb 1.30; Niewes 1.80; Oberbaurat Stricker 4.80; M. Stern 1.14; Hirsch 1.42; Körner 1.30; Verband der Zion. Mittelschüler 5.76. Sammlungen bei Famlfieaifeierlichkeiten S 22.80. Sammlung durch Picker-Goldberg bei Hochzeit Gfase» 22.80: Leo Glaser 5.—; Diverse 17.80. Chajes-Wald. Für den Chajes-Wald wurden in Wien 1939 Bäume angebracht; zur Komplettierung desselben fehlen somit noch 8061 Bäume. Phfiatelleabtelluflg des Keren Kajemeth. Auf Grund unserer Notiz haben in der Berichtswoche folgende Gesinnungsgenossen Markensammlungen uns gespendet: Herr Gustav Ziffer und Herr Wilhelm Schwarz* Palästinabibliothek «Lanoar» des Hauptbureaus 'des Keren Kajemeth. Wir erhalten die Verständigung, daß in den nächsten Tagen zu den drei bereits erschienenen folgende Hefte erscheinen werden: «R i s c h o n. 1 e Zion» von D. L u bmann, ferner eines über «Dag an iah und die Leistungen <^er zweiten Ali j ah»; das sechste über «G e d e r a h und B i 1 u - B e w e ,g u n g», das siebente über «E j n G a n i m und d a s W e r k der Ch owe weh Zion». Diese Bibliothek v ' ' -it'rilten: Schilderungen des Lebens in den lamhvlv ' r?. lungen, Monographien über große Männer Bewegung und1 die Erbauer des Jischww, schtiej.iic.i aber Strömungen und Parteien in unserer Bewegung. Die bisher erschienenen drei Hefte: 1. «Nes Zionaih» von Sch. Ben-Zion; 2. «Jam Hamelach» von Swerdloff; 3. «Mikweh Jisrael» von Schlomoh Hilles (redigiert von Sch. Ben-Zion), sind Im Bureau des Keren Kajemeth, I., Kärtnerstraße 28, erhältlich. Preis eines zirka 100 Seiten volipunktierten Text, mit zahlreichen Illustrationen enthaltenden Heftes S 1.50. zu 2 iJCindern, 7- und 10 jährig, mit Hebräisch, Französisch und Klavier, für Nachmittage gesucht. Angebote unter: „Nur gute Jüdin“ an die Administration dieses Blattes. Lebensversicherungs- Gesellschaft GEGRÜNDET JAH RE 1882 Vsrsloherungebestand Garantiemittel Ende 1927 1 Milliarde und 600 Melonen Sohllllng 192 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen Im Jahre 1927 71 Millionen Sohllllng Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft; Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien Türkei, Aegypten Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab Neuelngeführt; KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) Invalldltatevereloherung (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals naoh dreijähriger Dauer der Invalidität)