Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 40 (4.10.1928)
- Date
- 1928-10-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 40 Schauspiele In Csrfttieater. «Lenin» die Tragödie einer Revolution. Sollte nicht die Bühne das ungeeignetste Material sein, aus dem die nachschaffende Kunst die Explosionsgewalt von Revolutionen zu gestalten vermag? Zar Not kann solcher Versuch noch gelingen, wo Zeit und Gewand der agierenden Figuren, unabhängig von dem auf das Wort gestellten Sinn Ihres Handelns, ein plastische« PrerfH zu schaffen, vermögen. Und je mehr Distanz wir zu dem ewig unbeweisbaren Sinn menschhoher Masseneruptlonen haben, desto dramatisch chancenreicher wird solches Beginnen. Geschichtliche Wirklichkeiten, deren Gegenwnrtszeugen wir sind, mit Gestalten und Kräften, die noch heute wirken, sind nicht des Theaters, selbst wenn ihr Mittelpunkt ein Genie gewesen wäre. Höchst überflüssig feiern sie auf den Breitem eine Überdies schwindsüchtige Wiedergeburt, um schließlich ln dem starren and engen Rahmen des Proszeniums zur Gänze zu ersticken. Zurück bfeibt nur das Wort und — ein Regisseur mit oder ohne Ideen. Hans Ab r eil, der dieses Stück in Szene setzte, hat jedenfalls Begabung. Das von Ihm fünfgeteilte Bühnenbild ist interessant und auch die zahlreichen Gestalten sind von ihm zu respektabler Ensemble Wirkung geführt. Monotonie und Undeutlichkeit der Sprechchöre wären zu mildern. Aus der Fülle der Akteure hebt sieb Eduard Rothauser als Lenin- Seweif die eine Ralle Beurteilung erlaubt, ein bedeutender Schauspieler, der aus dem Vollen schöpft und dessen Art an Rittner gemahnt. —T. Jüdisches Künstlerkabarett. Freitag, 5. Oktober, HP Uhr, Erstaufführung der dreiaktigen Gesangskomödde «Reiscbe aus China* von S. Segell, Musik von Josef RumsdHnsky. Die Aufführung wird Ms elntctiUeßMch 12. Oktober täglich wiederholt. In Vorbereitung: Osaip Dymows «Der Stadtgeist». Das Ensemble des Jüdischen Künstlerkabaretts besteht aus folgenden Künstlern: ClfM Ulrich, Berta Rosenberg, Cllil Bell, Genia Welßmamt, Salcia Weinberg, L. Jungwirth, S. Ulrich, A. Grlmrninger, A. Bell, H. Tunis, Dolly Naohbar. Die ökonomischen Geschäfte der Juden In den letzten Jahrhunderten In den nächsten Wochen erscheint als Publikation des Jüdischen Wissenschaftlichen Institutes in Wilna ein Oekonomisch-statistisches Sammelbuch, das unter anderem folgende Beiträge enthält: J. Leszczynski: Uoberwanderungen und Ueberschichtungen Im jüdischen Volke im letzten Jahrhundert. — Prof. S. Dubnow: Was uns an der jüdischen ökonomischen Oeschichte fehlt. — A. Menes: Handwerk bei Juden m biblischer und talmudischer Zeit. — E Ringelblum: Kreditoperationen der Warschauer Juden Im Mittelalter. — Dr. M Balaban: Die Berufe der Krakauer Juden Im Jahre 1772. — Dr. R. Becker; Die jüdische Physiognomie nach den neuen Forschungen. — Dr. Rud. Wassermann: Kriminalität unter den Juden. — Dr. M. Guttmann: Selbstmord bei den Juden in den letzten Jahren. — J. KoralniK: Krankheiten «und Todesursachen bei Juden in den verschiedenen Ländern. — Dr. M. Guttmann: Die jüdische Einwanderung in England. — J. Losczynski: Die wirtschaftliche Lage und die ökonomische Struktur des polnischen und russischen Judentums. — Wl. Dubnow: Materialien zur ökonomischen Geschichte der Juden in Rußland. — J. Minziw: Die Juden in Deutschland nach der Zählung aus dem Jahre 1925. FÜR MUSSESTUNDEN Schach Eine Capaoianca-Partie aus Budapest (Von unserem Sonderberichterstatter.) Das Schachturnier in Budapest das durch die Teilnahme Capabiancas erhöhtes Interesse gewinnt, steht vor dem Abschluß. Capabianca ist als sicherer Sieger zu betrachten. Nachstehend eine der interessantesten Partien, die Capablanca in diesem Turnier (in der 6. Runde am 27. September) gespielt hat: SpanischePartie. Weiß: Andreas Steiner. — Schwarz: Gapablanca. 1. e2—e4, e7—e5. 2. Sgl—f3, Sb8—cd 3. Ul—b5, a7—a6. 4. Lb5—a4, d7—d6. 5. c2-c3, f7—fö1). 6. e4Xf5! Lc8Xf5. 7. d2—d4! e5—e4. 8. Lei—g52), Lf8—e7. 9. Sf3— h4, Lfo—e6! 10. Lg5Xe7, Sg8Xe73). 11. Ddl— h5f, g7—g6. 12. Dho—h6, Se7—g84). 13. Dhö—f45), Sg&—f6. 14. Sbl— d2, 0—0. 15. 0-0, dö—d5. 16. Df4—g5, Sf6— h5. 17. Dg5X d8, Sc6Xd8®). 18. g2—g3. Le6—h3. 19. Sh4—"2, Sd8—eo. 20. La4—b3 7), c7—cö. 21. Lb3—dl, TaS—e8s). 22. LdlX h5, g6Xh5. 23. f2—f4, h5—h4. 24. Tfl—el 0), h4Xg3. 25. h2Xg3, Lh3Xg2. 26. KglXg2, Te8—e7. 27. Sd2—fl, Te7—g710). 28. Kg2—hl, h7—h5. 29. c3—c417), Se6Xd4. 30. Tel—dl, Sdl—f3. 31. c4Xd5, ho—h4?12). 32. d5—dö, h4Xg3. 33. Khl—g2, Sf3—h4f. 34. Kg2—gl, g3—g2. 35. Sfl— h2, Tf8Xf4. 36. Tdl—d4!ls), Tg7—d7. 37. Tal— el, Sh4—f5. 38. Td4Xe4, Tf4Xe4. 39. TelXe4, Td7Xd6. 40. Sh2—f3, Td6—g6. 41. Te4—e5, Sf5—d6. 42. Te5—e2, Kg8—f8. 43. Te2Xg2, Tg6—f6. 44. Sf3—e5, Kf8—e7. 45. Tg2—f2, Tf6—e6. 46. Se5—d3, Te6—e3. 47. Sd3-^4, Se5—c4. 48. b2—b314), Sc4—e5. 49. Sf4—g21B), Te3—c3. 50. Tf2—e2, Ke7—d6. 5!. Kgl—fl, Tc3—cl f. 52. Kfl—f2, Se5—d3f. 53. Kf2—e3, Sd3—b4. 54. a2—a3, Tel—c3f. 55. Ke3—d4, Tc3—c210)- 56. Te2—el17), c6—c5f. 57. Kd4— e4, Tc2X.g2. 58. a3Xb4, Tg2—g4f. 59. Ke4-~d3, Tg4Xb4. 60. Kd3—c3, aö—a5. 61. Tel—al, b7—bß. 62. Tal—a2, Kd6—c€. 63. Ta2—al, Kc6—b5. 64. Tal— a2, «5—a4. 65. b3Xa4t, Tb4Xa4. 66. Ta2—b2f, Ta4—b4. 67. Tb2—h2, Tb4—g4. Weiß gibt auf. Stellung nach dem 81. Zuge von Weiß. Schwarz: Capabianca. Weiß: A. Steiner. Anmerkungen. ') An dieser Stelle ein noch wenig beachteter Zug, über den die Meinungen geteilt sind. Er gibt dem Spei jedenhdJs eine sehr scharfe Note. — *) Weiß geht Irre. Er sollte Sg5 ziehen, um nach Bedarf mit d5, f3 oder Lc2 forteufanren. Nach diesem und dem folgenden Zug kommt er wegen der schlechten Stellung seines Königsspringers in Nachteil. — ») DXe7 wäre wegen d4—d5 weniger gut. — 4) Ein intereswintes Qualitätsopter. — *) Nach 13. LXcÖt» bXc. 14. Dtf. DXh4. 15. DXh6, (MW. 16. d5, «31 17. 04), ««. 18. DXd8f, KXd8. 19. dXe, Sg4 20. h3, eXff. 21. Khl, Dg3, ist Weiß matt, auch andere Züge nach Annahme des Opfers lassen den Nachzithenden infolge starken Angriffs »m entscheidenden Vorteil. — ®) Das Spiel stünde nun etwa gleich, wenn Weiß angesichts der Drohung g6—g5 nicht zu der folgenden Schwächung gezwungen wäre. — 7) Der Tausch versuch 20. Ld7 scheitert an 20. — Sg5!, wonach Schwarz entweder den Bauer f2 oder der Sf3f die Qualität gewinnt — ®) Denn der Doppelbauer auf der h-Linie wird sofort wieder aufgelöst — B) Die verhältnismäßig beste Chance bot das Qualitätsopfer 24. SXh4, wonach der Gewinn für Schwarz äußerst schwer geworden wäre. — 10) Droht sowohl TXf4, als auch h7—h5—h4, und gewinnt auf diese Art mindestens einen Bauer. — ll) Eine verzweifelte Gegenaktion, die jedoch erfolglos bleiben sollte. — 12) Ein Fehler. Statt dessen hatte Schwarz Gelegenheit, auf folgende schöne Art seinen Vorteil klar zu stellen: 31. —, TXf4! 32. dXcl, TXg3!l 34. SXg3, Th4f. 35. Kg2, Th2f. 36. Kfl, e3!, und Weiß kann das auf f2 drohende Matt.mir durch Rückopferung des Turmes a'bwehren und zwar: 37. Td8f (hätte er 32. d6? gezogen, so wäre das Matt überhaupt undenkbar!), Kf7. 38. T<f7t. Kd8. 39. Tetff, KXe7. 40. Sf5f, Ke6. 41. SXe3, bXc. 42. Tdl (sonst geht der Turm verloren), 42. —, TXb2, und Schwarz gewinnt leicht, da er bei weit überlegener Steilung zwei Bauern mehr hat. Capabianca sah wohl diese Kombination, wurde aber durch einen kleinen Vorfall irritiert: am N&bentische stellte nämlich Balla m turmhoch gewonnener Stellung gegen Marshall die blanke Dame ein! — 10) Auf 36. d6, gewinnt Schwarz durch Tfl f! 37. TXfl (SXfl??, Sf3fl, nebst Dgl f usw.), gXfDf. 38. KXft, TXd7 usw. Der gute Textzug rettet wenigstens vorläufig die Situation und schafft gute Remisaussichten. — *<) Diese Schwächung der Bauernstelhmg ist unnötig und verfehlt. — l8) Auch dies ist nicht das Beste. Es sollte 49. Te2 ziehen, worau* zwar Tg3f. 50. Kf2 Tf3f. 51. Kel, Kd6 folgen konnte, aber die schwarzen Gewinnaussichten doch gering geblieben wären. Nun geht es rapid bergab. — ,fl) Wieder ein schwacher Zug Capabiancas! Mit 55. —, Sd5f! 56. Kf2, Tal. 57. a4, Tbl, war das Spiel sofort gewonnen. Der Textzug gibt noch eine kleine Gegenchance, welche aber Schwanz nicht ausnützt. — 1T) Er sollte die Türme tauschen, denn nach SXc2f. 57. Kc3. SXa3. 58. Se3, hätte er trotz der zwei Minusbauern noch immer einige Remisaussichten behalten. Nun dagegen Ist es aus. — Eine sehr abwechslungsreiche und spannende Partiei Kunstschach Endspielstudie von Richard RetL Schwarz. Weiß. Weiß sieht und macht remis. (Ein überaua geistreiches und schwieriges Endspiel.) Lösung des Problems ln Nr. 38* 1. Se6—g7 nebst Sb2t oder S«5t. Andere erste Züge pariert Schwarz mit Dh8! Richtige Lösungen haben eingesendet: A- Roth, Dr- L. Infeed,- S. Mangel, Max MarguUes, Saul Roseneweig, Dr. J. Schorr, Ch. Tdcbholz- Rätselecke Redigiert von Joto. Kreuzworträtsel c ■ □ i ■ ■ ■ □ ft L r™ n Fl r“ r □ pj t» 1 TT* □ TT“ i« El TT“ TT" ri t »P 14 □ iT |2& fl 1 ELI s a s ■ | CJ .11 B.' □ ET" R. H L B™ ■ m .i» | Lj |F m Ml' r id 41 4 pir im ju 45 C!i l_l_L j LU Ej L Fi p .V KJ IM-1 M j _ i I ihr i Ü H LU LU Ml m“ u ü _ 1 CJ 1 1 1 Wagrecht: 1. Sch!cksal. 3. Oriental, männl. Vorname. 5. Sch'uß. 8. Engl. Schulstadt. 11. Himmelsbrot. 15. Schweizer Kurort. 17. Kunst (lat.). 18. Lehrherr. 20. Artkel. 21. Teil des Fußes. 23. Weibl. Vorname. 24. Gebetschluß. 26. Verbandsstoff. 27. Hinterlassenschaft. 30. Franz. Romancier (gest. 1923). 32. Fahrgast. 33. Altdeutsches Schriftzeichen. 34. Gefäß. 36. Fahrt. 40. Einfall, Gedanke. 43. Senkblei. 44. Teil des Weinstocks. 46. Europ. Währungseinheit. 47. . Hohlgeschoß. 48. Baumteil. 50. Befehl des Sultans. 52. Italien, Dichter (gest 1321). 54. Zahl. 55. Wiese, Acker. 56. Papageienart. 57. Dort in Tirol. Senkrecht: 1. Schafkamel. 2. Landwirtschaft!. Gerät. 3. Eektr. Pol. 4. Nebenfluß der Donau. 6. Abkzg. für «nomen trescio». 7. Weibl. Wesen 9. Verpackungsgewicht. 10. Gold (fran-z.). 12. Mediziner. 13. Farbe. 14. Staatshaushalt. 16. Küchengewürz. 19. Lage, Zustand. 22. Großer Wurfhaken. 25. Seemann. 26. Fluß in Deutschland. 27. Auswahl. 29. Ungar. Würdenträger. 31. Skandinav. Scheidemünze. 35. Alkohol. Getränk. 37. Schwung. 38. Stock. 39. Veranstaltung; auch hart. 41. Röm. Göttin. 42. Ringelwurm. 44. Vortrag. 45. Horde, Rotte. 46. Bündnis, Bund. 49. Figur aus einem Schilterschen Schauspiel. 51. Pers. Fürwort. 53. Chem. Zeichen für Aluminium. Füllt ätsel 1. Chemisches Zeichen rfe Sauerstoff. 2. Stadt in Rußland. 3. Tiroler Nationalheld (gest. 1810). 4. Beleuchtungskörper. 5. Männlicher Vorname. 6. Stockwerk. 7. Persönliches Fürwort 8. Chemisches Zeichen t Wasserstoff. Die wagrechte und senkrechte Mittelreihe lauten gleich ■M A AfnaUitn alnan SabfirvMLin Ufi-kninrYnIC+pn l Grt*cf 1 ftftOV Visitkartenrätsel Karl Soeben Rom Was Ist der Herr? Auflösung der Rätsel ln Nummer 38 Kreuzworträtsel Wagrecht: I. Rate. 4. Oase. 8. Gala. 9. Vers. 11. Bett 13. Biel. 15. Ehe, 17. Remis, 19. Ego. 21. Lei. 22. Katalog. 24. Aga. 26- Aroma. 28. Eid- 29. Arras. 31. Base. 33. Elen. 34. Ring. 35. Sieg. 37. Samt 39. Nein. 42. Arnatd. 44. Ate. 46. Reise. 48. Log. 49. Rotunde. 52. Eos. 53. Lob. 55. Leine. 56. Ath. 57. Leim. 59- Star. 61. Nerv. 62. Tabu. 63 Igel. 64. Rose. — Senkrecht: 1. Rabe. 2. Ale. 3. Tatra. 5. Aviso. 6. See. 7. Erle- 10. Leer. 12. Tete. 13. Bild. 14. Toga. 16. Hiob. 18. Mals. 20. Garn. 21. Lax. 22. Kasimir. 23. Galeere. 25. Ast. 27. Marat 30. Regie. 32. Ent. 33. Ein. 36. Tal. 37. Sago. 38. Etui 40. Ntfet 41. Ges. 43. MoU. 44. Atem. 45. Enns. 47- Sohn. 50. OHve- 51. Detto. 54. Blei. 56. Arbe. 58. Erg. 60. Aas, Mosalkrätsel. Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort der Frauen weit geführt Magisches Quadrat 1. Linse- 2. Ideal. 3. Nebel. 4. Saegc. 5. EHen. Auflösung des Kreuzworträtsels ln Nummer 39, Kreuzworträtsel. Wagrecht: 1. Akt. 4. Pan. 7. Aga. 10. Aloe, 11. Kamel. 12. Deut. 14. Damit 15. Gas. 16. Zange. 17. Agil 18. Lotse. 19. Meer. 21. Die. 23. Helene. 26. Lavolr. 29. Eile, 31. Mars. 32. Greis. 33. Sine. 35. Elan. 38. Matura. 40. Planet 42. Eta. 45. Rabe. 48. Enorm. 49. Stab. 51. Grd!« 52. E§&