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Die Stimme · 1928-09-20 · Heft 38 (20.9.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 38 (20.9.1928)
Date
1928-09-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par INkflteur Abonoementprcise: Für Oesterreich: MonatL S 1.50, viertel}. S 4.20, ganz}. 16.— / Deutschland: MonatL Goldmark 1.—, vfcrtelj. Goldmark 3.-— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdische Zeitung Entfielst* festem Donneritoü ^tedaMioii vnd JldmlniafvoMoia: Wimm. 1., ^taufteiMlcintfasse I — (Tel. R ZÄ-3 Ä4 Polen: MonatL Zloty 2.30, vierteij. Zloty 6.50 / Ungarn: MonatL Pengö 1.50, viertel}. Pengö 420 / Rumänien: MonatL Ld 45.—, vierteij. Lei 125.— / Bulgarien: MonatL Lewa 30.—, vierteij. Lewa 80.— / Belgien: MonatL Befga 2.—, vierteij. Belga 5.— / üebriges Ausland: MonatL Schweizer Franken 1-50 1. Jahrgang Wien, 20. September 1928 (6. Tischri 5689) Nummer 38 Der Auftakt zutn Wahlkampf für die Kultusgemeinde Die Vorbereitungsarbeiten in vollem Gange Wie wfc* Iberdts mitigeiteiit »halben, hiat der Parteirat der Ziomstäsclien OrganLsatiom Oesfcorr'eidhs in seftner. beteten Süteumg den Besdhluß. gefaßt, im den dtresjähogen WaMkampf für diiie Kiufftnsgeimeinde mit einer eigenen Lüste; also oihme Kompromiß mit irgend einer nichtiaoniS'tSischen Gruppe, edmziüitreten. Uni dlie motwendfugen Vorarberten für diesen 'Wahlkampf festaTiiltegen und Sn Angriff m neihroen, fand Dienstag, den 11. <L M.„ über.'Yera-nfta-s^upg. des/:. Ztortistiisdlien Laodiedcdffnfiteidäi^r Oet^er?reäc'h und des Kiufbs der eÄstSscben. Mamdatere etin© Ssfiaumg - der Vertra^easmänaer.. djer .'zä^tiiistSsöhen■ Beafifcs-’ .sQfcöc«|en .statt, beS deräittdi .Araseihoriig©' sämtlicher Gtonissäffisehen Gruppen «ad Sondervertbände vertreten waren. Der Präsident' des Klubs der zLomsfösohen Mandatare, Herr Dr. Dcsider Friedmann, eroiffwete Sn eiimer längeren Ansprache die Tagung, in der er die Parteien, dlie i<n dem bevorstehenden Kampf© waMwerbend auftreten werden, ©angehend schilderte und soh&n die Notwcadliigkeit einer programmatischen Ausei,narrderseteung mit unseren Gegnern vom rechts und liitiiks darlegte. Aufgabe der Zicmiilstiisoben Ongurrmtiiou wird es sein, mit unserem klaren, aus den gegeirwärtiigen Verhältnissen sieh naturmo'tweindffg ergebenden Programm aufziitreten, und vor allem für döe Durchsetzung der Forderung maidh Einführung des allgemeinen, gleichen oind direkten Wahlrechtes für affte GemcandeangehorQigen, ohne Rücksicht auf StaatsaagebörfigfeeSit und Steuerieistuing, sowie für däe Aufhebung der bestehenden Beschränkungen der der Wählbarkeit zu wäriken. Unsere Aufgabe wird es sein, mSt alem Nachdruck die Wahrnehmung der nach den Verfassungsgesetzen den Juden als Gesamtheit gewährleisteten bürgerlichen Rechte durohzuseteen, sowie für die Vervollständigung der Gemelndelnrichtungea and Anstalten füT rifcudle, kuHtoreitte, Unterrichts- und Fünaorgezwooke, dlunch Ausbau und zeitgemäße Reform der bestehenden, sowie Schaffung gebotener neuer Institutionen und für die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Wohlfahrt der jüdischen Bevölkerung elnziuifcreten. Wir nehmen den Wahlkampf mit guten Ansichten auf; unser Erfolg kann und wtod jedoch nur von der Schlagkraft unserer Orgamsa'tion abhängig sorg. Es Ist daher Pflicht alter Gruppierungen, geschlossen und ©irrig in den Wahficampf zu treten, denn es gät mit alter Schärfe gegen die AssImilatlonspofltJk von rechts und links AifzutreteUi Der Parteirat hat In deufficher Welse unsere Wahlparole geschaffen. An den Bazinks-- organtisatiioin'ein und dein iiiinerhiailb ■ unserer Organisation 'bestehenden Gruppen hegt cs, unserer gerechten Sache zum Siege zu verhelfen. In ebnem eingehenden Referate behamdeflte sodtamsn der Vizepräsident der- Israelitischen Kuitwsgemeind©,. Herr .. Dr. Josef Löwenherz, *' die organisatorischen Grundlagen der bevorstehenden Wahlkampagne. Redner :$Ögjt© eM ^rüiidSfcii durch- ' dächte« Äiktidnspfdgramm vor «nid forderte: di© Vertrau-eiiisiniäimieT auf, schon in den aMernäctosten Tagen Maßnahmen . zu treffen, um die Aktiva© rupg der Bezirks-Wafliftk^mitees in dSe Wege zu leiten. An beide Referat© schloß sich' ein© ausführliche Debatte an, in der d!i© organisatorischen GrunidHagen der Wahiikomitecs festgdegt worden sahd. Das im Sinne des Beschlusses des letzten Partdrates eingesetzte Z emtnail - Waihiliko mitee, dem die Herren Dr. Paul Diamant, Dr. Z. Finikefesteiin, Dr. Desider Friedmann, Dr. Max Riiw©, Dr. Josef Löwemlherz, Prof. Moses Rath, Dr. Dagobert Ryibaczewsky, Mäniisterialrat Moses Weiner, Sani Wemreib, der Präsident des ZSonjs-lnsclicn Landeskomiteos, Dr. Leo Goldhammer, und der Vorsitzende des Zionfetisoliien Partedrates, Dr. Israel Taiuibes, angeboren bat bei seiner Konstiturerung am 13. d. M. Herrn Dr. Josef Löwenherz zu seinem Vorsitzenden gewählt Das Zentral-WahJbiireau ist bereits imtstaJEert -unid! 'hat seinen Sitz in Wien, I., Kärfcnenstraßo Nr. 28 (Telephon Nr. R 27-4-85 und R 27-4-86). D5© BöMung der einzdlncn Bezirks-Wahlkomi'tees wind zu den nachfolgenden Terminen vorgenomtmen werden: 17. September: XX. Bezirk, 18. September: Zwitsche «brücken, IIL, IX. und XXVIII. Bezirk, 20. September: Prater, I., II., IV/V., VI./VII., VIII. und XXL Bezirk, 22. September: XIL, XIV.'XV. Bezirk, 25. September: Jugendgmppen, Xn XIII^ XVI. und XVII. Bezirk. Samstag, den 22. September, 8 Uhr abends, findet eine Vertrauetismärnterversaimnlung statt, bei der der Bericht über däe bisherigen Vorbereftungsarbelton erstattet werden wird. Einladungen ergehen sebriftheh. Die Ekugeiadenen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Beachten Sie kt dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Der Judenfresser Stbmes und der jüdische Erfinder aus Bessarabten. Der kulturelle Aufschwung des amerikanischen Judentums. Von Ossip Dymow. Die internationalen Tagungen und die Juden. Von Leo Motzkiu. Tolstoi und HerzL Jom Kipur bei den Erzvätern. Träume. Von S c h. F r u g. AntltheatraUscbes Theater. Von O. ig mm Ein neues Kapitel Mit Rosch Haschanah beginnt auch das. zionistische Arbeitsjahr. An Arbeit und Aufgaben mangelt es weder den zentralen noch den kleinsten lokalen Verbänden und man braucht nur den eindringlichen Aufruf zu lesen, den eben die zionistische Exekutive ,erlassen hat, um die Dringlichkeit einer intensiven Anspannung aller Kräfte restlos zu begreifen. . Wir stehen im Anbeginne einer neuen Aera des Zionismus und dessen konkreter Aufgabe: des jüdischen Aufbauwerks in Palästina. Die grundsätzliche Annahme des Expertenwerks der nicht zionistischen Palästinakommission durch das Aktionskomitee hat endlich, nach mehrjährigen Diskussionen und innerzionistischen Zwistigkeiten eine klare Situation geschaffen. Die überwältigende Mehrheit der demokratischen zionistischen Organisation hat sich hinter die Weizmannsche Konzeption gestellt, die das Werk des Palästina-Aufbaues zur alljüdischen Aufgabe macht und in langsamer, aber zäher Konsequenz darangeht, Leistungspflicht und Verantwortung, die bisher die Zionisten allein getragen haben, auf möglichst weite Kreise im Judentum za erstrecken. Diese Politik Weizmanns mag «ach weitertiin mit einer ablehnenden Opposition im zionistischen Lager rechnen müssen; nichtsdestoweniger muß der deutlich manifestierte Wille einer Überwältigenden Mehrheit auch von jener Opposition Loyalität und zionistische Disziplin als selbstverständlich erwarten. Aber, wie man sich auch persönlich zu dem gegenwärtigen «Kurs» stellen mag — auch der glänzendsten Tribünendialektik wird es nicht gelingen, darzutun, daß mit der Schaffung der breiten Jewish Agency-Plattform die zionistische Organisation sich selbst überflüssig mache, sich ihr eigenes Todesurteil spreche. Es ist schon so oft dargelegt worden, daß gerade da* Gegenteil der Fall sein muß, daß die besonderen Funktionen der zionistischen Organisation aus der neues

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