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Die Stimme · 1928-09-06 · Heft 36 (6.9.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 36 (6.9.1928)
Date
1928-09-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par l’6diteur Abonnementpreise: | Jikdisdke Zeitung Für Oesterreich: Monat!. S 1.50, vierte!j. I _ _ __ . - S 420, ganzj. 16— / Deutschland: Monat!. I EMC*!«!»* |fideil Donnerslad Goldmark 1.—, viertel]. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19— / Jugoslawien: Mo- B ^edflft^on lf*l«l Administration: iK.tl.cH Dinar 14—, TiertetjähriicH Dinar 40- | H;|eH 1 gtouftetiafeiflgosae 1 — Tel. B 28-3 S» 1. Jahrgang Wien, 6. September 1928 (21. Elul 5688) Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertelj. Zloty 6.50 / Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, viertelj. Pengö 420 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Belga 5.— / Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 Nummer 36 Die „Privilegien“ der Zionisten Der Vertreter Englands gegen die Verpflichtungen des Palästina-Mandates. — Aus dem Bericht der Mandatkommission an den Völkerbundrat Dem gegenwärtig ln Genf tagenden Völkerbundrat ’ liegt der Bericht über die letzte Session der permanenten Mandatkommission zur Ratifizierung vor und jetzt erfährt man erst, daß in den Erörterungen der Mandatkommission über die Mandatsverwaltung von Palästina und Transjordanien ziemlich weitgehende Gegensätze zwischen der Kommission und dem Vertreter der Mandatarmacht England, dem bisherigen Zivilsekretär der Palästina-Regierung Colonel Symes m zutage traten; dabei hat die Mandatkommission mehrfach auf die Verpflichtungen Englands, die ..... Schaffung einer jüdischen Heimstätte in Palästina zu fördern» hingewiesen, während der britische Vertreter sichtlich bemüht war, diese Verpflichtungen-abzuschütteln. Dies geht besonders aus dem Protokoll der Debatten in der Mandatkommission hervor, das dem erwähnten Bericht beiliegt. In der Erörterung des britischen Abkommens mit dem Emir Abdullah von Transjordanien, wurde auch die Frage berührt, wie weit die Regierung Transjordaniens berechtigt sei, Juden die Einwanderung ins Land zu verbieten. Colonel Symes erklärte nach bewährtem Muster, das sei eine «innere Angelegenheit» Transjordaniens, worauf ihm von der Mandatkommission die einmütige Antwort gegeben wurde, daß gemäß den Bestimmungen des Mandates in Transjordanien wirtschaftliche Gleichberechtigung zu bestehen hat und daß daher Transjordanien nicht das Recht hat, die Einwanderung von jücUgshen Bürgern aus Ländern, die dem VöfcerDOde angehören, zu verbieten; nur die Einwanderung v.on palästinensischen Bürgern könne verboten werden, da Palästina nicht Mitglied des Völkerbundes ist. Damit erklärt die Mandatkommission im Prinzip die Möglichkeit jüdischer Kolonisation östlich des Jordans für zulässig. Schon angesichts dieser entschiedenen Haltung der Mandatkommission mußte sich Colonel Symes bei der Behandlung der Frage über die Ein- und Auswanderung zu einem Rückzug entschließen; sein Bericht hatte nämlich in diesem Punkte, wenn auch verklausuliert, durchblicken lassen, die Krise in Palästina sei durch die zu starke (!) Einwanderung der Juden verursacht; aufgefordert, sich hier klar zu äußern, sagte Symes, die Krise wäre nicht in Erscheinung getreten, wenn bei ihrem Ausbruch die notwendigen Kapitalien in das Land gebracht worden wären. Daß die Regierung Palästinas diese Krise monatelang als eine «äußere», eine rein jüdische Angelegenheit ansah, ehe sie sich entschloß einzugreifen, das erwähnte Colonel Symes, der für diese passive Haltung der Palästina-Regierung verantwortlich war, n:cht In der Debatte wurde dann die für die jüdische Kolonisation wichtigste Frage, die Bodenfrage erörtert und da brachte Colonel Symes recht eigentümliche Ansichten über die Pflichten der Mändatarmacht vor. Auf die Frage, ob es wahr sei, daß die bekannten B e i sah - B ö den (deren Erwerbung von Rechts wegen der iiömstis'chen Organisation zusteht) von Arabern an * ■ - ■ Aegypter und Syrier verkauft werden, urtd .warum die Palästina-Regierung es den Juden tiichf leichter macht, zum Verkauf stehenden Boden von den Eigentü.niern zu erwerben, erwiderte Colonel Symes,- die-Zionistdn-verlabgten ih dieser Sache Pti vile^tenrdie im Widerspruch zu dem Ziel sdes mit dein' Araberd getroffenen Uebertinkommens über die Bdsan-Böden stehen. Die Palästina-Regierung setzt sich also über erworbene Rechte hinweg, schließt mit ein paar arabischen Bodenwucherern ein «Abkommen», das nicht dem Lande Palästina, sondern einigen ägyptischen und syrischen Bodenspekulanten -ugute .kommt, uni dann bezeichnet der Zivilsekretär dieser Regierung .die berechtigten Forderungen der ziomst,sehen Org.-u-isation als «Privilegium»! Das sieht geradezu nach balkanischer Bodenpolitik aus; ob tlamit dem Sinne nicht nur des Palästina-Mandats, sondern des Mandatswesens überhaupt entsprochen wird, ist mehr als fraglich. Ehe Kommission hat denn auch in diesem Punkte die Prinzipien der Mandatarmacht sanft, aber entschieden abgelehnt, denn ihr Beschluß über den ihr zur Kontrolle vorgelegten Verwaltungsbericht der palästinensischen Mandatregierung lautet: «Die Kommission stellt fest, daß die Bemerkungen der Mandatarmacht, die von deren akkreditiertem Vertreter ergänzt.worden sind, im allgemeinen zufriedenstellend seien; dabei hält es die Kommission für richtig, den folgenden Wunsch, der schon in der neunten Session ausgesprochen wurde, zu wiederholen. Die Kommission hofft, daß alle Anstrengungen gemacht werden würden, um die Land Vermessung und die Anlage des Bodenkatasters so schnell wie möglich durchzuführen. Die Beendigung der Landvermessung ist von ungeheurer Wichtigkeit für die allgemeine Entwicklung Palästinas und von besonderer Tragweite für die E rrlchtung des Jüdischen Nationalheims. Die Kommission spricht den Wunsch aus, daß die Ländereien von Belsan ohne Verzug zur Verwertung gelangen.» Es kam auch das sonderbare Prrinzip der britischen Palästinaverwaltung zutage, den Analphabetismus zu belohnen. Bei der Behandlung der Erziehungsfragen wies der deutsche Delegierte in der Manditkomimssion Doktor K a s 11 darauf hin, daß von den 104.000 Pfund, welche die Palästina-Regierung für dis UnterpchljweseM im Lande ausgegeben habe, nur 2 0.0 0 0 Pfund für das jüdische Schulwesen verwendet wurden., obwohl die jüdischen Schüler 50 Prozent der gesamten Schülerschaft des Landes bilden. Darauf erwiderte Colonel Symes sehr kühl, die Regierung nehme den Prozentsatz der Bevölkerung und nicht den der Schüler zur Grundlage ihrer Aufwendungen. Das hat schon fatale Ähnlichkeit mit den Methoden ,jener europäischen Regierungen, welche mit dem numefus clausus arbeiten! Die Mai datkommission hat ihre Einwendungen gegen diese Verwaltungsmaximen m Form von Wünschen und Anregungen gekleidet; diese werden freilich in der Praxis nicht viel fruchten, wenn in die Verwaltung Palästinas nicht ein neuer Geist einzieht. Ihn zu wecken, dazu bedarf es von zionistischer Seite der.gehörigen poll.tisch en In i t i a tive, welche auf dem Grundsatz der vollwertigen Partnerschaft be- , harrt und den Mut hat, über seine Einhaltung zu wachen! * Der Völkerbundrat hat den Bericht über die Mandatsvenwältung von.Palästina und. Tran sjordanien zu; Kenntnis genommen. Die zionistische Exekutive verlangt Chaluzim-Einwanderung Aus Jerusalem wird gemeldet: Die zionistische Exekutive hat sich an die Palästina-Regierung mit dem Ersuchen gewendet, ihr 1 0 0 0 Einwanderungszertifikate für Chaluzim sowie überdies 200 Zertifikate für Zionisten, die aus Rußland nach Palästina verbannt' wurden, zur Verfügung zu stellen. Damit wird die Frage der Einwanderung von Juden aus Rußland nach Palästina aktuell, in der die Palästina-Regierung vor kurzem eine Erschwerung herbeigeführt hat, indem sie kürzlich (wie berichtet. — Die Red.) eine Verordnung erließ, daß Personen aus Rußland) künftig nur dann die Einreisebewilligung nach Palästina erhalten, wenn sie einen regelrechten Reisepaß besitzen, der ihnen die Möglichkeit gibt, nach Rußland zurückzukehren. Dies trifft bei den sogenannten «Verbannten» nicht zu. Beachten Sie ln dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze u. Berichte: Der Wille von 45 Millionen. Minderheiten und Völkerbund. Die alte Geschichte vom zerbrochenen Topf. Ein Nachkomme des Maimonides. Von E. G. Fried. Das Haus der Toten. Von Robert Schreier. Das Finanzinstrument des Palästina-Arbeiters. Von Leo Goldhammer. Kultuswahlen in Kleinpolen. Granowskys jiddisches Theater. Von Siegfried Schmitz. * Die nächste Nummer unseres Blattes erscheint am 13. September als ROSCH-HASCHANAH-FESTNUMMER in verstärktem Umfange, mit Beiträgen aus ersten Federn und zahlreichen Illustrationen. p Schuhgarderobe p emeuerungsbedOrftig « s* LISSIANSKY-SCHUHE Detailve'kauf zu Engros-Prelsen direkt In der Fabrik Kalaerstraße 46 üeuelnftlhrun^: KfliMtersdiuli« —

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