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Die Stimme · 1928-08-23 · Heft 34 (23.8.1928) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 34 (23.8.1928)
Date
1928-08-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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Nr. 84 DIE STIMME Seite 11 speziellen Regeln wichtige Erklärungen und Bemerkungen. Besonders interessant sind die vielen nengeschaffenen hebräischen Bezeichnungen. Waffenstillstand bei der Hakoah Teilnahme an der Meisterschaft der zweiten Klasse Die Fußballangelegenheit bei der Hakoah, die bis in die jüngste Zeit vor allem auch wegen der Qcgensät.tc in der Leitung des Vereines über die Frage Am t otirismus oder Professionalismus im Mittelpunkt der Wiener Sportdiskussion stand, ist zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. In einer gemeinsamen Besprechung des Klubrates mit den Sektionsleitern und dem Proponentenkomitee wurde beschlossen, daß der bereits projektierte F. C. Hakoah mit einer aus Professionals und Amateuren bestehenden Mannschaft an der Meisterschaft der zweiten Klasse tei Inch men werde. Die Amateurspieler bis zum 16. Lebensjahr werden beim Sportklub Hakoah in Obhut sein. Der F. C. Hakoah, an dessen Spitze der 'bekannte Zionist Max Schiffmann steht, hat sich verpflichtet, einen großen Teil der Klubschulden innerhalb eines Jahres zu tilgen. Zum Leiter des Sportwesens bei der Hakoah ist der Spieler Max Scheuer ausersehen, da Artur K o I i s c h wegen Ueberbfirdung seine Mission zurückgelegt hat. An der Sitzung nahmen die Ehrenpräsidenten Doktor Körner und Dr. Löhner teil, der als Endziel des Vereines und als Aufgabe des F. C. Hakoah die allmähliche Zurückführung der Fußballsektion zum reinen Amateurismus bezeichnete. Die Generalversammlung findet am 10. September statt Sonntag, den 26. d., trägt der F. C. Hakoah das erste Meisterschaftsspiel gegen den S. C. Moravia in der Krieau aus. Die Wanderung der jüdischen Sportler Vor kurzem haben sich die ehemaligen Hakoah-Spieler G r ü n w a 1 d und Häusler abermals naoh Amerika begeben, um ihre Engagements bei den New Yorker Giants anzutreten. In ihrer Gesellschaft befanden sich die Budapester Spieler Groß und Fischer. Schwarz, der von der schottischen Meistermannschaft Glasgow Rangers verpflichtet worden war, mußte auf dem Wege nach Schottland umkehren, da die englische Spielergewerkschaft gegen seine Einreise protestierte. Schwarz fährt mit Fabian und' Guttmann wieder nach New York. Auch der jüdische Spieler Sternberg, eine Stütze der. ungarischen Auswahlmannschaft, ist unterwegs nach den Vereinigten Staaten. Hedy Bienenfeld (Hakoah, Wien) hat bei <. Sohwimm-iMeeting in Utrecht in zwei Konkurrenzen den zweiten Platz hinter der holländischen Meisterschwimmerin Baron erzielt Die Grazer Hakoah spielte gegen Sturm 2:4 (2:2). Die jüdische Mannschaft befand sich schon durch Burstzin 2:0 in Führung, als die starke Sturm-Elf aufholte und den Kampf gewann. Muß das sein? Menorah verliert ein Spiel 21:1! Die Fußballspiele der jüdischen Mannschaften von Wien bringen dem jüdischen Sport derzeit nicht viel Ehre ein. Eine lächerliche und beschämende Rolle spielte am Sonntag die Menorah, die den Mut hatte, vor dem Mitteleur opa-Cupspiel zwischen Rapid tund Hungaria gegen eine kombinierte Rapidmannschaft anzutreten. Die Hütteldonfer gangen über die jüdische Mannschaft, die einen total unzulänglichen Tormann spielen ließ, glatt hinweg und brachten ihr eine als Unikum dastehende Niederlage im Ausmaße von 2 1:1 (!) bei, was zur Erheiterung der 2 0.0 0 0 Zuschauer viel beitrug. Der Jüdische Sportverband sollte sich mit derartigen beschämenden Angelegenheiten befassen. Ist man schon so schwach, dann darf man das Prestige des jüdischen Sportes nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen. Auch die Hakoah .wurde aim Sonntag, nicht berühmt Nur mit schwacher Mühe gelang es ihr, die Amateurmannschaft Met all um durch einen Elfmeter im letzten Moment knapp 3:2 (1:1) zu besiegen. K a d i m a h unterlag in ihrem zweiten Qualifikationsspiel gegen Alsergrund 1:2 (0:1). Die jüdischen Olympiasieger aus Ungarn Aus Budapest wird uns geschrieben: Noch immer beschäftigen sich die ungarischen Blätter mit den Siegen, die der ungarische Sport auf der Amsterdamer Olympiade zu erringen vermochte, und auch mit der Bravourleistung einzelner Sportler, denen es zu danken ist, daß Ungarn auch in jenen Kämpfen, wo es keinen Sieg z»u erringen vermochte, doch einen respektablen Platz errungen hat. Alle hier ln Betracht kommenden Sportler, die, wie die rassenschützterisohen Blätter — offenbar in ihrer Unkenntnis der Rassenzugehörigkeit der betreffenden — mit Enthusiasmus festslellten, durch «ungarische Kraft und ungarische Tapferkeit» dem Vaterland Ehren eingebracht haben, sie alle — sind Juden. Und es ist charakteristisch, wie die offiziellen Kreise, unter ihnen mancher, der persönlichen Anteil an der antijüdischen Gesetzgebung der letzten Jahre hatte, sich zu dieser Tatsache verhält. Da ist z. B. der Sieg des jüdischen Fechtmeisters Attila Pietsch a uer. Als er nach seinem Sieg nach Budapest zurückkehrte, umarmte ihn am Bahnhof der Führer des ungarischen Sportwesens fvan Rakovszky, drückte ihm die Hand und rief freudestrahlend: «Ich danke Ihnen, Attila.» Dieser Ivan Rakovszky war vor noch nicht langer Zeit ungarischer Minister des Innern, der Urheber und Verfasser jenes grausamen Geheimer! as9es, adf Grund dessen hunderte jüdischer Familien aus Ungarn ausgewiesen wurden, weil sie ihre Zuständigkeit bis in die vierte Generation zurück nicht nachweisen konnten. Der Sieger der geistigen Olympiade Dr. Franz M e z ö stammt aus der im Zalaer Komitat seit vielen Generationen ansässigen Familie Grünfeld. Dr. Mezö ist Gymnasialprofessor in Nagy-Kanisza, hat bis in die letzte Zeit sich in verschiedenen ungarischen Sportvereinen als Leichtathlet mit großem Erfolg betätigt. Anläßlich seines Sieges, der in Ungarn deshalb so hoch gewertet wird, weil er mit einem Punkte mehr über England gesiegt hat, wurde Dr. Mezö ki Groß-Kanisza wie ein Triumphator gefeiert. Es wurde ihm zu Ehren ein Fußballmatch zweier Sportklubs des Komitates absolviert, zu welchem der Gefeierte und seine Gattin mit der Paradekutsche der Stadt gebracht wurden. Ani Abend fand ein Bankett statt, an welchem die Vertreter der verschiedenen Organisationen und Sport- und Turnvereine sowie der städtischen und staatlichen Institute nicht nur den Sieger selbst, sondern auch die anwesenden Eltern durch Hinweis auf die große Bedeutung gerade dieses Sieges beglückwünschten. Von den unzähligen Telegrammen sei auch das des Unteriohtsministers Klebelsbe-rg hervorgehoben, der Dr. Mezö bittet, a-uch weiterhin für die Ehre des Vaterlandes mit gleichem Erfolg tätig zu sein. Auch der Tormann der ungarischen Wasserballmannschaft, von dessen bravouröser Leistung in allen Berichten über dieses Match in Amsterdam wiederholt die Rede war, Stefan Barta, ist Jude. Er hieß früher Berger und seine Mutter, die Witwe Berger, ist jetzt gleichfalls Gegenstand verschiedener Ehrungen, wie ihr Sohn Stefan, der einzige Jude in seiner Repräsentationsmannschaft Ungarns. Der Ersatztormann dieser siegreichen Wasserballmannschaft Georg Brody ist der Sohn des jüdischen Abgeordnteten Dr. Emst Brody. Abrahams fürchtet die Amerikaner nicht Der sportliche Leiter der englischen Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Amsterdam war der jüdische Student Abrahams, der bei der Pariser Olympiade vor vier Jahren den 100-Meter-Lauf in 10,6 Sekunden gewann. Ueber die Vormachtstellung Amerikas in der Leichtathletik befragt, erklärte Abrahams, er fürchte die Amerikaner nicht. Auch s:e seien nicht unüberwindlich. Die Engländer können siegen, aber auch Niederlagen mit Würde ertragen. Abrahams hat den Engländern die wertvollen Olympischen Siege von Lowe und Lord B u r g h 1 e y nach Hause .;obr c’it. Der diesjährige Olympische Sieger im 100-Meter- Lauf, der Kanadier Williams, hat übrigens eine schlechtere Zeit erzielt als Abrahams in Paris. Die Olympischen Schwimmergrößen In Wien Am Freitag, den 24., Samstag, den 25. und Montag, den 27. August findet im Dianabad das Meeting der Hakoah statt, an dem die Weltrekorder Arne Borg (Schweden), Martha Norelius (U. S. A.), Kojac (U. S. A.) und Crabbe (U. S. A.), gleichfalls einer der schnellsten Schwimmer der Welt, teilnehmen werden. Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, I., Kärtnerstraße 28. Telephon Nr. R 27485/86 neu (früher Telephon Nr. 77485/86). Postsparkassakonto 100.208. Ausweis Nr. 31. Summe der Eingänge v. 8. bis 15. August 1928 S 4.096.75 Summe der Eingänge vom Rosch Haschanah . „ 105.755.07 Spezifikation der Eingänge nach Spendenarten: Büchsen 48.80, Familienfeierlichkeiten 128.15, Imitaseben 6.10, Allgemeine Spesen 10.—, Tempelspescn 26.—, Versicherung Phönix 3.877.70. — 4.096.75. Spezülkation der Eingänge nach Bezirken und Gruppen geordnet: Büchsen. 2. Bezirk: Jugendgruppe Leopoldstadt 48.80 Tempelspenden. 3. Bezirk: Tempelspenden Bethaus Untere Viaduktgasse durch Herrn Wechsberg 26.—. I m i t a s c h e n. 20. Bezirk: Verband Radikaler Zionisten durch Herrn Steinklein für Imitaschen Nr. 2374 5.30, Nr. 2165 —.80, bis 6.10. Allgemeine Spenden: Verein Erez Israel bei Hochzeit Teichtal-Edelstein durch Frl. TeichQl: Katz 22.— Sammlung bei Hochzeit Paul und Regine Stein durch Herrn Rudolf Wozasek 100.—, Z. Tupi 10.—. Phönix: Versicherungsgesellschaft Phönix 3.877.70 zusammen 4.096.75. C0QQCXXXXXXXXXXXXXX>CXXXXXXX30CXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX) Wm&lllM 2. Ais 8. SejsteroaAer 1028 (tltotfunde Ais 0. feptfemAer) Sonderveramtaltungen :!Jntemationafe 3f£afenmJtusstettun& — JVofoniaf-Jliis- •teffluntf — 0totpjetoiMifdke Jfussielfuvi0 — „ITedknisdke JTeuAeilen und! £r|lndun0enw — J^oAfenmesse — 3?e- Afitme - Ausstettun^t Wiener 0einnode-iafon — 48edlaxfsausstcttunst fOx «las Saftoitie-. Ifotef- und JjfajQfeesieder^eiverAe — Ausstattung /Ui JlaAnmAs- und 0enuj%nmtfteI. jCundand /orsAviciscAa/itlicAe JllusicrscAau — ///. österreichische Qerstenschau — Qarienbau-Ausstellung — SKleintier- und milchwirtschaftliche Ausstellung —■ AundeswehiAosI £tste tfstfenreicAiscAe 31«messe (4. bis 6. September 1928) Zuchtviehschau — ZNutxviehschau — Zterdeschau Siedeutende Sahrpreis-Grmäßigungen / •KeMeaaitMtn ä <£ 3.bei der Wiener 9Keste-*Xktiengeteüschafl, Wien, Vit., SteempUd* 1 — Ginirktekarten (srm einmaligen f&eeueh der Siatonde oder dee SKettepalatU* und der SNeuen Sarg) a c? 2.— bei den üCaseenethakem der SKeesehdneer QQQQCXXXXXXX3QOC10QOSOOQCQOQOOOQOOQOOOCCCOOOOOQOOOOOOOOOOOQQ Lebensversicherungs- QU fl Kl IV Gesellschaft 1 llUlNlA GEGRÜNDET IM JAHRE 18 8 2 Vereloherungsbestand Garantlemfttel Ende 1927 1 Milliarde und 600 Millionen Sohilllng 192 Millionen Sohllllng Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927 71 Millionen Sohilllng Tätigkeitsgebiet der G6>elleohaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, TOrkel, Aegypten Die Gesellschaft sohlieBt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab Neuei ngefOhrt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) InvalldUätsversfoherung (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals naoh dreijähriger Dauer der Invalidität)

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