Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1928)
- Date
- 1928-08-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit« 10 DIE STIMME Kr. 88 Von der jüdischen Nationalbibliothek Die Bibliothek erhielt soeben von Herrn Jakob R a kin in Tientsin eine Spende von hervorragendem Wert. Es handelt sich um eine Sammlung sozialistischer Broschüren (SSO in deutscher und 200 in russischer Sprache) aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Fast sämtliche deutsche und russische sozialistische Führer sind in der Sammlung vertreten. Unter den Broschüren sind zahlreiche Erstdrucke von größter Seltenheit. Herr Abraham Almaliach übergab der Bibliothek drei Handschriften. davon ist eine ein Brief, welchen die Rabbiner von Tunis im Jahre 1863 an die Alliance Tsraelitc übersandten, in welchem sic die Leiden der Juden von Tunis schildern und um Hilfe bitten. Die beiden anderen Handschriften sind Briefe der aschkcnasischen Rabbiner in Ilobron, geschrieben 1827. Die Briefe betreffen Entsendung von Boten der Hebroncr Gemeinde in die Diaspora. Interessant ist, daß erwähnt wird, daß diese Briefe mit Zustimmung der scphardischen Gemeinde abgeschickt werden. — Herr Prof. D. Heller, Budapest, übersandte der Bibliothek eine Sammlung von Werken ungarischer jüdischer Autoren. — Herr Reinhold Cohn übergab der Bibliothek eine Sammlung von Büchern aus dem Gebiete der Soziologie und Chemie. — Durch Vermittlung des Herrn Ignacio Bauer, Madrid, wurde die Bibliothek Mitglied der Gesellschaft der spanischen Bibliophilen und erhält deren in 400 Exemplaren erscheinende Veröffentlichungen. — Herr Joseph Fischer, Kopenhagen, übersandte das Porträt und zwei handgeschriebene Briefe des bekannten dänisch-jüdischen Schriftstellers Aron Goldschmidt, — Die Bibliothek bat soeben einen gedruckten Katalog ihrer Sportabteilung berausgegeben. Kunstchronik Max Streng gestorben. Vor einigen Tagen ist in einem Wiener Krankenhaus der jüdische Charakterkomiker Max Streng, 52jährig, einem langen Leiden erlegen. Seit früher Jugend der jüdischen Bühne verbunden, hat Streng nach seinen Wanderjahren, die ihn durch die jüdischen Theater fast ganz Europas führten, in Wien WnrzeJ gefaßt. Seine wirkliche Begabung machte ihn hier zu einem Liebling des jüdischen Theaterpublikums, das seien Coupletts und seine mit kräftigen Strichen charakterisierten komischen -Figuren der jiddischen Singspiele und Schwänke bejubelte. In den letzten Jahren führte er -mit eigenem Ensemble das «Jüdische Künstlerkabarett» in der Praterstraße und war, bis ihn schleichende Krankheit niederwarf, der künstlerische Mittelpunkt dieser jiddischen Singspfelbühoe. Das jüdische Theater verliert mit Streng, dem zahlreiche Kollegen und Freunde das letzte Geleite gaben, eine künstlerische Individualität und einen Vertreter des heute so seltenen Koraödiantcntyps im guten Sinne des Wortes. Deutsches Volkstheater. Für die Hundstage gilt im Theater stets die Devise: «Je bewährter, desto besser!» S3e wird mit starkem Jubiläumserfolg imjVolkstheater angewendet, wo ein drefaktiger Schwank «Hoppla, ein Jung«!», für den Franz Arnold und Ernst Bach verantwortlich sind, die bewährten Ulke, die bei «Cbarleys Tante» beginnen und bei «Baby» enden, auftischt. Auch die Figuren sind die bewährtesten deutschen Schwanktypen, Professor, Schwiegereltern, Schwerenöter n&w. Natürlich sind alle Schach Hermann Weiß Hermann Weiß, eines der spielstärksten Mitglieder der Schachsektion der Wiener Hakoah, ist vor kurzem kn Alter von 60 Jahren gestorben. Lauge Zeit hindurch hat er im Wiener Schachleben eine hervorragende Rolle gespielt, war einer der Prominenten des ehemaligen Wiener Amateur-Schachklubs (nicht der Schachsektion des ehemaligen Amateur-Sportklubs!) und zählte zu den stärksten Spielern Wiens überhaupt. In den letzten Jahren war er kränklich und lebte sehr zurückgezogen. Es fiel ihm naturgemäß auch schwer, als alter Mann mit der .Jugend gleichen Schritt zu halten und seine Rolle im Wiener Schachleben zu behaupten. Einmal, im Hauptturnier zu Koburg 1904, war er auch sehr nahe daran, den Meistertitel zu erwerben, aber ein besonderes Mißgeschick wollte es, daß er mit einem halben Punkt hinter dem Sieger Przepiorka zurück- Plieib. Ein Spieler, gegen den Weiß gewonnen und Przepiorka verloren hatte, trat nach einigen Runden zurück, sein# Punkte wurden, gestrichen und das gab schließlich den Ausschlag. Hermann Weiß war der gediegene Praktiker alten Stils, im Gegensatz zur modernen Jugend nicht auf Wissenschaftlichkeit, sondern hauptsächlich auf persönliches Können eingestellt. Bescheiden und ruhig wie er selbst, war auch seine Spielwefse. Er liebte ruhige, solide Eröffnungenverstand es aber im gegebenen Falle, sehr gut loszuschlagen, zu kombinieren. Nachstehend eine Partie, die zweifelsohne zu seinen besten zählt und von ihm durchwegs meisterhaft gespielt wurde. iWpiiPMffPSPPi,: “ .' / , „ Das Wasser, in dem man nicht untersinkt: Der starke Salzgehalt des Toten Meeres bewirkt es, daß sich der menschliche Körper ohne Bewegung an der Wasseroberfläche hält. Pointen leicht faßlich und das Publikum freut sich dröhnend, daß es alles versteht Sie Sache wird unter bewährter Mittelstandsregie leicht faßlich gespielt und Herr Strehlen beweist lustige runde Komik, die echt ist, Herr Brandt hat eine treffliche Maske und Fräulein Arnbach ist wirklich schön. Man lachte unaufhörlich. tz. Eine zwölfbändfge talmndlsche Enzyklopädie soll unter der Redaktion des berühmten Gelehrten Dr. Chalm T s c h e rnowitz in hebräischer und englischer Sprache in New York erscheinen. Ein Komitee bringt den dazu nötigen Fonds von 200.000 Dollar auf, für den der Millionär Julius Rosenwald, durch seine Spenden für die kulturelle Hebung der Neger bekannt, 50.000 Dollar in Aussicht gestellt bat Ein zweites jüdisches Museum in der Slowakei. Vor eängen Tagen wurde in P r e s o v (Slowakei) cbm jüdisches Museum, das zweite seiner Art in dem Gebiete der Slowakei, eröffnet. An der Feier beteiligten sich die Vertreter der Behörden und der jüdischen Organisationen des Landes. Eine jüdische Zeitungsrarität In Jugoslawien. Bel der soeben geschlossenen Ausstellung des jugoslawischen Zeitungswesens war auch eine jüdische Presserarität zu sehen; es war ein Exemplar der Wochenschrift „Der Stern“, welche in jiddischer Sprache von 1886 bis 1888 in Sarajevo, ridigiert von dem aus Warschau stammenden S. S. Weinmann, erschienen ist Ein Verband jüdischer Journalisten In Deutschland. In Berlin fand kürzlich eine Besprechung zahlreicher in jüdischen Blättern tätiger Journalisten statt. Es wurde beschlossen, zur Wahrung der Standesinteressen einen Verband zu schaffen, der den Namen „Verein Jüdische Presse“ führen soll. Zur Durchführung der Vorarbeiten wurde ein provisorisches Exekutivkomitee, bestehend aus den Herren Leo Kreindler, Hermann Swit, Bruno Wojda und Michael Wurmbrand gewählt. Französische Partie. Weiß: Lokvenc. Schwarz: Hermann Weiß. (Gespielt in einem Vereinswettkampf in Wien, 1921.) 1. e2—e4, c7—c6. 2. d2—<14, d7—d5. 3. Sbl—c3, Sg8—fß. 4 c4—e5, Sf6—d7, 5. f2—f4, c7—c5. 6. d4Xc5l), Sb8—c6. 7. a2—a3, Lf8Xc5. 8. Ddl—g4, 0—0. 9. Sgl-43, f7—15. 10. Dg4—b3, So6—d4. 11. Lfl—d3, Lc5—b6!2) 12. b2—b43), a7—a5! 13. Tal—bl, a5Xb4. 14.a3Xb4+, Sd4Xf3. 15.Dh3X f3, Sd7—bß!4). 16. Lei—d23), Sb8—c6. 17. h2—h4a), Sc6— d4. 18. Df3—dl, Lc8—d7. 19. g3—g4, f5Xg4. 20. DdlXg4, Sd4—f5. 21. Sc3—e2, Dd8—e8. 22. h4—h5, Ld7—h5!7). 23. Ld3Xf5, e6Xf5. 24. Dg4—f3, De8—e6. 35. Thl—h3, Tf8—c8. 26. Sc2—c38), Lb5—c4. 27. Th3—g3, Tc8—c78). 38. Sc3—dl, d5—d4 29. C3—c3, Lc4—d5. 30. Df3-41, Ld5—c4. 31. Tbl—cl, Ta8—c8. 32. Dil—h3, De6—d5, 33. Tel—al, Tc7—d710). 34 h5—h6, g7—g6. 35. c3—c4, Tc8Xc4u). 36. Tal—a8+, Td7—d8. 37. Tg3Xg6+u), h7X g6. 38. b6—h7+, Kg8—h8. 39. Ta8—a3, Tc4—c7. 40. Dh3-b4, T48—f8. 4L Db4—h6, Dd5—17. 42.Ta3—h3, Tc7—c6. 43. b4 —b5, Tc6—e6. 44.Ld2-b4, Tf8—e8. 45.Dh6—g5, Df7—g7. Weiß gibt auf. 13) Anmerkungen: Von Steinitz herrührend, aber heutzutage wdnig gebräuchlich. 2) Ein feiner Räumungszug für den Sd7. Schwarz will nur mit SXf3+ nebst Sc5 fortfahren. 3) Damit wird zwar Sc5 verhindert, aber dafür der Damenflügel kompromittiert Schwarz nützt dies in der Folge meisterhaft aus. 4) Alles ausgezeichnet! Nun strebt der zweite Springer nach d4. *) Auf 16. b5 folgt Sb8— d7—c5. e) Um g4 spielen zu können, was sofort an Dd8— h4+Xg4 scheitert 7) Damit werden die weißen Angriffsbemtihungen endgültig zunichte gemacht und Schwarz beginnt den entscheidenden Gegenangriff zu formieren. *) Nach 36. c3, Tc4, 27. Sg3, Ta2, steht Weiß ebenfalls hoffnungslos. 8) Als Vorbereitung zu d5—d4.10) Der Nachziehende hat seinen Gegner in mustergültiger Weise völlig überspielt. Es droht mm 34 —dXc, 38. LXc3, TXc3! 36. TXc3, Dd2+, 37. KfL Td3! mit sofortigem Gewinn. Woiß hat keine ausweichende Verteidigung mehr. u) Besser als 35.—DXc4, worauf Weiß mit 36. Tel, Lc2, 37. Sb2, Dc6, 38. Sa4, La7, 39. Sc5!, LXo5, 40. TXc2 usw. noch etwas Aussichten bekäme. **) Verzweiflung! Der Rest Ist klar. 13) Eine Meisterpartie! Zwar durch keine Glanzmomente illuminiert, aber durchwegs vom famosen Positionsgefühl diktiert. Stellung nach dem 33. Zuge von Schwarz. Schwarz: H. Weiß. Weiß: Lokvenc. Kunstschach Dr. J. Dobrusky, 1885. Svetozor L Preis. Weiß: 6, Schwarz: 7 Steine. Matt ln 3 Zügen. . Auflösung des Problems in Nr. 31 1. Lc7, SXc7. 2. Tb8, TXb8. 3. Lg8, TXgS. 4. Ghß matt (Wenn L .. . Sg7, so 2. Tb6, TXb8, 3. LXb8 uswj Rätselecke Redigiert von Jota Kreuzworträtsel F" z r* rl_ : r" n 8 F IT" 18 Fl n ■ rr L 1 i?” 77" 18! ‘i 19 □ 53“ I 82 SBS ■ w r ■ 24 t 2tt ■ 57” m—mm r ■ 28 ‘ i 2T *0 1 □ >i r n 3F" □ u H 1 8a B 83~ 57" L i ir B 89 40 tssr ■ 2 Ü2 FH B 41 4 | i IT" 47*" *1 ■ 49 □ STT“ E 68 . 5T”j ■□HB i ET“ □ □ bT” □ 68 □ □J! -.9 LJ j! rj □ I U Wagrecbt: 3. Eingang. 5. NachtlokaL 7. Gemahlin des Königs Aliab von Israel. 10. Sumpfige Niederung. 13. Hebemittel. 14. Längenmaß. 16. Festung. 18. Ffcch. 19. Gebirge in Syrien. 20. Vorname einer bekannten ^raerikanlscben Filmdiva. 21. Abbild. Götzenbild. 23. Französ. Schlachtenort 24. Teilzahlung. 25. OrientaL Fürstentitd. 27. Späte Einsicht (poet.). 28. Küsteninsel in der Adria. 29. Wildschwein. 31. FruchtteiL 32. Ringelwurm. 33. Schiff söffnung. 34 Küstcnlandschaft am Peloponnes. 36. Bindewort 38. Früher gebrauchtes Längenmaß. 39. Musikscball. 41. Nebenfluß der Donau. 43. Wcibl. Vorname. 44. Böser Geist. 46. Staatsshaushalt 48. Weiblicher Vorname. 49. SIngweisc. 50. So (lat). 51. Kamin, Herd. 53. Orientah Frauengemach. 54. Stadt in Rußland. 55. Jüdischer Stamm. 57. Unterrichten. 59. Bek. Kommunistenführer. 60. Tennisausdruck. Senkrecht: 1. Auszeichnung. 2. Teil der Woche. 3. Zehn (engl). 4. Unentschieden. 5. Adelsrang. 6. Leumund. 7. Befehl des Sultans. 8. Oper von R. Strauß. 9. Inneres Organ. 10. Deutscher Dichter (gest. 1850). 11. Angehöriger eines Wandervolkes. 12. Muse. 13. Hafenufer. 15. Rüge. 17. Getränk. 22. Insekt. 24. Wechsel. 36. Bühnenleltung. 25. Diener. 30. Sache (lat.). 31. Gesottenes 34. Neufranz. Provinz. FÜR MUSSESTUNDEN ämuamm m