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Die Stimme · 1928-07-12 · Heft 28 (12.7.1928) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 28 (12.7.1928)
Date
1928-07-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 28 Für Mußestunden Schach Cndspieisfudie Von F. J. Prokopp. Schwarz. Auch jener große, klare Getrost, er fehlt dir nicht. Er ist dir noch beschieden Am Ziele deiner Bahn. Du ahnest ihn hienieden Und droben bricht er an. (Ludwig Uhland.) seiner Gesundheit, sondern auch wegen des Gottesdienstes, der bald abgehalten werden mußte. Schließlich erbot sich ein sehr angesehener Rabbiner der Nachbargemeinde, an Stelle des Erkrankten zu predigen. Abgesandte wurden zu ihm geschickt, um ihm zu danken. In der Gegenwart des berühmten Rabbiners waren sie jedoch etwas verlegen. Und so stammelte der eine von ihnen: »Wissen Sie, Rabbi, wir wären wirklich auch mit einem schlechteren Rabbiner zufrieden gewesen, aber w i r konnten keinen finden.« Die einzige Möglichkeit Weiß. GleichungsrStsel: (Nie-der-(lanzc — ze de) Niederlande. Scherz und Humor Der Dank Der Rabbiner einer Gemeinde wurde am Tage vor Schewuoth plötzlich krank. Die Sorge war groß, nicht nur wegen Der berühmte litauisch-jüdische Eulenspiegel Motke Chab a d ging auf einen fremden Mann zu, der gerade in die Stadt gekommen war und sagte zu ihm: »Ich bin Motke Chabad. Würden Sie mir 100 Rubel leihen?« »Was fällt Ihnen ein,« sagte der Fremde sehr überrascht. »Ich kenne Sie ja gar nicht!« »Darum bat ich gerade Sie,« sagte der Spaßvogel, »die Leute, die mich kennen, wollen mir nichts leihen.« Jüdischer Sport Weiß: Kh 3, L f 2, Sb 1. Schwarz: Khl, Sei, Ba3, Bg3. Weiß zieht und macht Remis. Die richtige Lösung sowie die Namen der Löser werden in der nächsten Nummer veröffentlicht. Rätselecke Redigiert von Joto. Kreuzworträtsel Wagrecht: 3. Urbevölkerung Spaniens. — 7. Seelsorger. — 10. Staat in U. S. A. — 12. Seidenatlas. — 14. Dreschboden. — 17. Schwung. — 20. Männl. Vorname. — 22. Stadt in Italien. — 23. Schicksal, — 25. Beginn eines sportl. Rennens. — 26. Bek. amerik. Filmgesellschaft. — 27. Fluß in Afrika. — 29. Seltenes Metall, — 30. Ungebraucht. — 31. Altruss. Fürstengeschlecht. — 33. Sinnesorgan. — 34, Kraftfahrzeug. — 35. Paradies. — 36. Klostervorstand. — 37. Leiter, Direktor. — 39. Weibl. Vorname. — 41. Antilopenart. — 43. Büchergestell. — 45. Eisenhältiges Mineral. — 46. Dünner Metallstab. — 48, Fluß in Aegypten. — 49. Männl. Haustier, — 51. Gleichgültig, — 54. Weibl. Vorname. — 55. Schachausdruck, — 58. Tadel. — 60, Dienstkleidung. 61. Verwandte. — 62. Schneidemittel. Senkrecht: 1. Oriental, männl. Vorname. — 2. Weibl, Person (Mz,). — 4. Verkaufshalle. — 5, Titel. — 6. Gattin des Aegir. — 7. Bek. Filmkomiker. — 8, Fluß in Polen, — 9. Griech. Buchstabe. — 11. Baummaterial. — 13. Gewürz. — 15. Lieb, sauber. — 16. Spielkarte. — 18. Kleiner europ. Staat. — 19, Altrömischer Ueberwurf, — 21, Blumenart. — 23. Südfrucht (Mz.). — 24. Strom in Afrika. — 27. Gerichtlich beeideter Aussteller von Urkunden. — 28. Wintersportgerät, — 31, Alkohol. Getränk. — 32. Fragewort, — 36. Südamerik. Gebirge. — 38. Lebhaft, rege. — 40. Stadt in Frankreich. — 42. Schusterwerkzeug. — 44. Kleine Brücke. — 47. Stadt in der Schweiz. — 50. Weibl. Vorname. — 52. Mathem, Stellenwert, — 53, Holländische Kolonisten in Afrika. — 56. Tapferkeit, — 57. Engl. Titel. — 58. Europ. Hauptstadt. — 59. Deutscher Badeort, Auflösungen der Rätsel in Nummer 27 Kreuzworträtsel. Wagrecht: 3. Eboli. 7. Satan. 11. Abenteuer. 14. Reu, 16. Seine. 17. Ida. 19. Ares. 21. Sen. 22. Gern, 23. Moral. 25. Erlen. 26. Leo. 28, Ala. 29. Mandoline, 31. Die, 32. Laa, 34, Satin. 37, Stier, 40, Qran, 41. Tra, 43, Erna. 44. Lab. 45. Nonne. 47. Eos. 48. Aragonien. 51. Akiba. 52. Aster. — Senkrecht: 1. Lob, 2. Ute. 4. Bauer. 5. Les, 6. Ines. 7. Senn. 8, Aue. 9. Ariel. 10. Kram. 12. Tier, 13. Wann, 15. Eros. 18. Drei, 20. Saladin. 22. Granate. 24, Lenin. 25, Elias, 27. Ode, 28. All. 30. Tara. 33.Reno. 34. Sold. 35, Tabak, 36. Arno, 38. Irene. 39, Rast. 41, Toga. 42. Anna. 45. Nab. 46. Eis, 49, Rif. 50. Eta,» Königszug. Künftiger Frühling! Wohl blühet jedem Jahre Sein Frühling mild und licht, Jüdischer Sommerturnplatz Eröffnung der Anlage im Augarten durch den Makkabi IX XIX. Ein wichtiges Ereignis in der Entwicklung der Wiener jüdischen Turnbewegung hat sich dieser Tage vollzogen. Im Augarten wurde am vorigen Donnerstag die feierliche Eröffnung des jüdischen Sommerturnplatzes vorgenommen. Der Grund ist Eigentum der Kultusgemeinde, die den Platz der jüdischen Jugend zur Verfügung gestellt hat. Eine modern eingerichtete Umkleidebaracke, vor und hinter der sich das Wiesengelände ausbreitet, das inoffiziell übrigens schon seit Wochen von der jüdischen Jugend für Turnen und Spiele im Freien benützt wird, das ist das Milieu der neuen Stätte jüdischer Körperkultur, Der Spielplatz, der von der Rauscherstraße (Postamt Nordwestbahnhof) erreicht wird, ist für den jüdischen Kinderhort, das Gymnasium und die Makkabivereine, vor allem für den am nächsten gelegenen Makkabi IX/XIX, bestimmt. Die Fläche ist nicht sehr groß, aber es ist ein wertvoller Anfang, gleichzeitig symptomatisch dafür, daß sich auch in der Kulturstube der Geist der Zeit zu regen beginnt. Das Verständnis für die Bedürfnisse der jüdischen Jugend in der Kultusgemeinde berechtigt zweifellos zu der Hoffnung, daß insbesondere die mit großen Schwierigkeiten kämpfende jüdische Turnbewegung nun doch wieder vom Fleck kommen wird. In seiner Begrüßungsansprache führte der Obmann des Makkabi, Dozent Dr. Wilhelm aus, daß die Kultusgemeinde endlich die Stimme der Jugend zu hören beginne. Doch nicht die Jugend habe etwas zu erbitten, man müsse vielmehr um die Seelen der jungen Generation werben, und sie für die Zwecke der körperlichen Wiedergeburt in jüdischem Sinne gewinnen. Dr. Wilheim ersuchte den anwesenden Kultusvorsteher Dr. K 1 a b e r, der Gemeinde den Dank der Jugend zu überbringen. Dr. K la b e r gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der jahrelang geführte Kampf in der Gemeinde um die Rechte der Jugend nicht vergeblich gewesen sei. Die Eröffnung des Turnplatzes sei ein verheißungsvoller Beginn auf dem Wege der Erfüllung der Notwendigkeiten der jüdischen Jugend. Dann wurden den erschienenen Gästen, unter denen man auch den Präsidenten Dr. Goldhammer bemerkte, Uebungen der Makkabi-Herren- und Damenriegen unter Leitung des Vorturners Z i m e t vorgeführt. Für die Hakoah-Touristenhülfe Die Wiener Kultusgemeinde spendet 1000 Schilling Der Stand des Hüttenfonds des Touristik- und Skiklubs Hakoah hat in der letzten Zeit wesentliche Fortschritte gemacht. In erfreulicher Weise hat die Wiener Kultusgemeinde vor allem über Einfluß der zionistischen Mandatare Dr. K 1 ab e r und Dr. Körner den Betrag von 1000 Schilling für den Fonds gespendet, der gegenwärtig bereits mehr als 7000 Schilling erreicht hat. Die geplante Hakoah-Hütte wird vom Bahnhof Semmering in ungefähr 40 bis 50 Minuten und von Steinhaus in etwas kürzerer Zeit zu erreichen sein und auf dem Wege zur Kampalpe in einer Höhe von 1100 Metern in idealem Skigelände liegen. Das bereits angekaufte Bauterrain ist südseitig gelegen und besitzt eine ausgezeichnete Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge und Kuppen der Stuhleck-, Pretul- und Sonnwendsteingruppe und die im Tale liegenden Ortschaften, wie Steinhaus und Spital. Der Entwurf der Hütte stammt von Baurat Dr. Arnold K a r p 1 u s. Sie wird vierzig Personen Unterkunft bieten können. Es ist zu hoffen, daß die gesamte jüdische Oeffentlichkeit opferwillig J mitarbeiten wird, um der jüdischen Jugend ein Heim in den Bergen zu schaffen. * Herr Kommerzialrat B u c h w a 1 d, Chef der Metallwarenfabrik B. Buchwald & Co., hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, für die Hakoah- Hütte zehn Stahlrohrbetten zu widmen. — Spender größerer Beträge werden auf einer Ehrentafel in der Hütte genannt werden. Was bedeutet ein eigenes „Schutzhaus“ der jüdischen Jugend? Ein jüdisches Schutzhaus in den Alpen! Ist es nicht eine überflüssige Sache, werden die einen sagen, ist es nicht eine Gutheißung antisemitischer Gesinnung, werden die anderen behaupten. Beide haben unrecht. Ein Schutzhaus der jüdischen Jugend ist ein Erziehungsfaktor für Juden und Nichtjuden. Die Nichtjuden werden sehen, wie frei von jedem Chauvinismus bewußt jüdische Menschen sind, jeder Wanderer ohne jedweden Unterschied wird willkommen sein, die jüdische Jugend als Hausherr aber wird beispielgebend wirken, dessen bin ich gewiß, wenn sie nur halbwegs gute Führer haben wird. Ein Heim im Gebirge wird der Zentralpunkt für alle jüdischen Jugendorganisationen werden. Nicht die da oder dort auftretenden antisemitischen Tendenzen in der Bewirtschaftung alpiner Hütten sind die treibende Kraft für die Schaffung der Hütte, sondern der feste Wille, selbst ein Schutzhaus der jüdischen Jugend in den Bergen zu besitzen, selbst ein solches zu bewirtschaften. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde den Juden so recht die Möglichkeit gegeben, die Schönheit der Natur kennen zu lernen, der Großstadt zu entfliehen und Mußestunden in den Bergen schätzen zu lernen. Gerade draußen wurde dem jungen Juden Gelegenheit gegeben, beim Ueberwinden von Anstrengungen und Gefahren sich selbst achten zu lernen; in Gemeinschaft von Gleichgesinnten, im jüdischen Bund, befreit von mancher konventionellen Hemmung, aber offen und ehrlich als freier Jude und aufrechter Mensch, die Natur liebend und sie bezwingend, ziehen unsere Burschen und Mädels durch die Täler und über die Berge, was erscheint da natürlicher, als daß es ihr sehnsüchtiger Wunsch ist, auch mal dort draußen ein echt jüdisches Heim zu finden. Dies soll geschaffen werden. Man muß die Schöpfer dieser Hütte beglückwünschen, und keine Jugendgruppe wird wohl dabei fehlen wollen, wenn es gilt, mitzuhelfen. Auch die Kultusgemeinden Oesterreichs, von der kleinsten bis zur größten, werden zeigen können, wie sic die bewußt jüdische Arbeit der schöpferischen Jugend zu fördern wissen. — Von unseren reichen Juden dürfen wir wohl nur wenig hoffen, sie haben leider immer nur wenig Verständnis für die schwere würdige Arbeit der selbstbewußten jüdischen Jugend, und Geldmittel, die für sogenannte »interkonfessionelle« Dinge verschiedenster Art zu haben sind, sind uns nicht erreichbar. Aber die kleinen Steinchen aller, die es wollen, werden auch hier, wie so oft, zusammen den Steinbau bringen zur Freude aller. Deshalb wird sich die Jugend durch Mißerfolge nicht abschrecken lassen. Die erste und einzige jüdische TaxichauHeurin Deutschlands» Fräulein Margarete Alexander in Berlin. IlMi

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