Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1928)
- Date
- 1928-06-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 DIE STIMME Nr. 26 II. Französisches Springcrspicl. Weiß: Pitschel. Schwarz: Adolf Schwarz. (Gespielt am 25. Juli 1873 in der zweiten Runde des eisten Wiener Schachkongresses.) 1. e 2—c 4 e 7—e 5. 2. Sgl—f3 d 7—d 6. 3. d 2—d 4 e5\d4‘). 4. Ddl\d4 SbS—c 6. 5. Lfl—b5 Lc8—d 7. 6. Lb5\c6 Ld7\c6. 7. Lei—g5 Sg8—e 7!). 8. Sbl—c3 1 7—f 6. 9. L g 5—c 3 S e 7—g 6. 10. T a 1—d l3) Lf8—c 7. 11. D d 4—c 4’) D d 8—d 7. 12. h 2—h 3 S g 6—e 5. 13. Sf3Xe5 f 6\ e 5. 14. a 2—a 4 L c 7—f6. 15. b 2—b 4 D d 7—f 7! 16. D c 4—d 3 0—0. 17. K e 1—e 2?s) K g 8—h 8. 18. b 4—b 5 L c 6—d 7. 19. S c 3—d 5 L d 7—e 6. 20. D d 3—c 3 Lf6—d 8f 21. D c 3—b 4 c 7—c 6*'). 22. S d 5—c 3 L e 6—c 4t! 23. K e 2—e 1 d 6—d 5! 24. L e 3—c 5 L d 8—e 7!7) 25. T d 1—d 2 L e 7—g 5! 26. L c 5—e 3,J Lg5Xe3. 27. f2Xe3 Df 7—fit! und Matt im nächsten Zuge. Stellung nach dem 24. Zuge von Weiß. Schwarz: Adolf Schwarz. A 8 Weiß: Pitschel. Anmerkungen: *) Am stärksten ist hier der von Niemzowitsch stammende Zug S g 8—i 6. — 2) Es konnte auch 7. ... Sf6 geschehen, dann nach 8. LXf6, DXf6! 9. DXf6, g a f hat Schwarz in seinem Läuferpaar und der g-Linie vollen Ersatz für die Verschlechterung der Bauern. — 3) Logischer und schärfer war hier die lange Rochade. — 4) Um die feindliche kurze Rochade zu verhindern, was aber nicht gelingt. — 5) Ein sehr altmodischer — Fehler. Offenbar in Ueberschätzung der offenen f-Linie wagt Weiß nicht zu rochieren und trachtet auf abenteuerliche Art die Verbindung der Türme herzustellen. Es mußte aber doch 0—0 geschehen. Nun kommt Schwarz bald zu einem siegreichen Durchbruch im Zentrum. — c) Damit beginnt der erwähnte Durchbruch. Die schwarzen Läufer kommen zu gewaltiger Wirkung. — ') Ein sehr hübscher Zug von vernichtender Kraft. Es droht sowohl b 7—b 6! als auch Springergewinn durch 25. ... DXf2f! 26. LXf 2, LXb 4 usw. Der Läufer darf natürlich nicht geschlagen werden. — 6) Das Spiel ist absolut verloren. Auch der relativ bessere Zug 26. LXf8 mit der Folge.LXd2f, 27. KXd2, DXf2+ nebst TXf 8 hätte das Ergebnis* der Partie nicht mehr beeinflussen kennen. Rätselecke Redigiert von Joto. Kreuzworträtsel _1-1 l9i 1 1" 2 ilX i : 1 i Lj. CVJ J QO rr1 I4 15 | Wt lö 17!■ j 18 j j 19! 20 | 21 22 23; | i24 I iÜS!25 i I 26: i; I 27 ÜS; 28 j Hl29, * l 1 1 ü 30 i31; R m - 1331 m_i 34! i s Ü 35 j .Cj PlHi 37 i.; H 33 üi39 41! : 42! j§f 43 44 451 'HÜ: 46 j 47 i | 48 49 j :f|; 50 j! i | 51 |H| 52 j 53! : i 54 §jf 55 j i m | 56 1 57 j! i 1 1! '! | 58 i I i59 M ’M60! 1 1 1 F! i rn 62! JJ □ | 64!! F Wagrecht: 1, Europ. Scheidemünze. — 5. Schwed, Königshaus. — 9, Truppenschau. — 10. Eine der Gorgonen. — 11. Aschensalz. — 13. Geschmacksempfindung. — 14. Schlingpflanze. — 16. Schweizer Kanton. — 18. Inhaltslosigkeit. — 21. Fluß in Deutschland. — 22, Beleuchtungskörper. — 25. Rom. Sonnengott, — 26. Ital, Fürstengeschlecht, — 28. Weibl. Figur aus einem Werke Grillparzers. — 29. Hauch. — 30. Schlange, _ 32. Nebenfluß der Donau, — 34. Buddhistischer Priester, — 35. Urkunde (Mehrzahl). — 37. Männl. Vorname, — 39. Jap. Münze. — 41. Weibl. Vorname. — 43. Lutschen, kauen. — 46. Verbrecher, — 49, Zorn (lat.) — 50. Fremdwort für Mischung. — 52. Fluß (span.) — 53. Weibl. Vorname. — 55. Weibl. Bibelgestalt. — 56. Unterster Schiffsraum, — 58. Altröm. Ueberwurf. — 60. Geliebte des Zeus. — 61. Nebelhorn, Seejungfer. — 62. Geschütz. — 63. Engl. Grafschaft. — 64, Zahlungsmittel. Senkrecht: 1. Gesteinsart. — 2, Männl. Bibelgestalt, — 3. Nähbehelf. — 4. Weibl. Vorname. — 5. Schmerz. — 6. Weibl. Vorname. — 7. Koranabschnitt, — 8. Steinflachs, Feuerschutzmittel. — 12. Abgek, männl. Vorname, — 14, Nord, Dichter (gest. 1908). — 15. Weibl. Vorname. — 16. Figur aus dem Nibelungenlied, — 17. Engl. Untertan. — 19, Nebenfluß der Maas, — 20, Bodenerhebung in Braunschweig. — 23. Weibl, Kriegerin. — 24. Stadt in China, — 27. Weibl. Figur aus „Don Carlos«. — 29. Tageszeit, — 31. Eins (engl.) — 33, Griech. Göttin des Unheils. — 36. Wind. — 38. Pflanze. — 40. Dickbreiige Masse, — 41, Rätschlag — 42, Schiffahrtskunde. — 44, Engl. Bierart. — 45, Span, weibl. Vorname. — 47. Brit, Insel. — 48. Plötzlicher Windstoß, — 50. Inneres Organ. — 51. Gerade Fläche. — 54, Weibl. Vorname. — 57. Abgott, Ideal. — 59. Vorsilbe. — 60. Form von «liegen«. Visitkartenrätsel PETER TINIAND REIMS Welche hohe staatliche Stelle nimmt der Herr ein? Verschiebrätsel JASMIN- ATACAMA BACCHUS '• X- - OPFER AREAL _ MANSARDE WACHSAM OLEANDER BERNINA ARTERIE Obige Wörter sind derart seitlich zu verschieben, daß zwei senkrechte Reihen zwei bekannte Dichter ergeben. Auflösungen der Rätsel in Nummer 25 Kreuzworträtsel. Wagrecht: 1. Lea. 4. Ire, 7. Testament, 9. Mosel. 10. Mitra. 12. Flor. 14. Laden. 16. Eden. 18. Ader. 20. Sir. 21. Äsen. 22. Eros. 24. Eton. 25. Omar. 27. Bier. 28. Ute. 29. 111. 30. Blau. 31. Seim. 33. Daun. 35. Neon. 37. Hals, 38. Wer. 40. Rios. 42. Wams. 43. Pilot. 45. Star. 46. Marie. 48. Leise. 50. Mussolini. 51. Mae. 52. Eli, — Senkrecht: 1. Les. 2. Esel. 3. Atlas. 4. Immer. 5. Rein. 6. Ent. 7. Torero. 8. Tresor, 9. Mode. 11. Aden. 13. La. 15. Die. 17. En. 19. Romulus, 21. Atelier. 23. Satan. 24. Eilen. 26. Reu. 27. Bis. 30. Balsam. Die Fußballsektion der Hakoah hat im zwanzigsten Bestandsjahre des Vereines nach achtjähriger Zugehörigkeit zur ersten Liga, durch die Ergebnisse auf dem grünen Rasen die Erstklassigkeit verloren. Zwei Tage nach dem Entscheidungsspiel gegen den W. A. C., das den Abstieg der Hakoah in die zweite Klasse besiegelte, hat die derzeitige Leitung des jüdischen Vereines einhellig den Beschluß gefaßt, daß die Fußballsektion zum Amateurismus zurückkehrt. Damit wäre die Homogenität des Vereines als erzieherischen Faktors der jüdischen Jugend auf Amateurgrundlage in allen Sektionen wiederhergestellt und die Rückkehr der Hakoah nach dem Umweg des, sagen wir, ihr aufgezwungenen Professionalismus zu den Zielen ihrer Gründungsidee festgelegt. Ob das Bekenntnis zum reinen Amateurismus auf Grund besserer Ueberzeugung oder durch die Macht der Tatsachen erfolgt ist, bleibt vom Standpunkt des Endzweckes der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend gleichgültig. Aber der Beschluß des Vorstandes scheint leider keineswegs die Kraft des ,,Wir haben gefehlt“ in sich zu tragen. In den Köpfen spukt weiter der Geist des Professionalismus weiter. Wie aus verschiedenen Anzeichen hervorgeht, bereitet sich die B i 1 du ng einer neuen jüdischen Professionalmannschaft vor, die, losgelöst von dem Amateursportklub Hakoah, als neue jüdische Fußballkonstruktion vor allem aus den heimgekehrten „Amerikanern“ gebildet werden und als formale Rechtsnachfolgerin der Hakoah an der Meisterschaft der zweiten Klasse teilnehmen soll. Die Sicherung der nicht unbeträchtlichen materiellen Voraussetzungen für die neue Gründung ist im Zuge. Wenn auch eine schlagkräftige jüdische Professionalmannschaft wahrscheinlich einen Widerhall in einem Teile des jüdischen Publikums fände, so kann das Auftreten einer berufsmäßigen Artistentruppe gewiß nicht das Ziel der jüdischen Sportbewegung sein und schon gar nicht als Vorbild der jüdischen Jugend dienen. Abgesehen davon, daß unserer Meinung nach auch die zeitlichen Voraussetzungen für eine jüdische Berufsspielerunternehmung fehlen und daß sie an innerer Verblutung zugrunde gehen würde, ist der Zweck der materiellen Opfer nicht ersichtlich. Für den Fall aber, daß sich mit der Zeit möglicherweise ein reiner Unternehmergeschäftsfußball aus der neuen Konstruktion entwickeln würde, hätte sie mit der Idee der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend überhaupt nichts mehr gemein: Der 32. Moissi. 33, Damm. 34. Oel. 36. Note. 37. Ha. 38. Wiese. 39. Rolle. 41. Sa. 43. Pisa. 44. Teil. 47. Rum. 49. I. n. J, Fiiilrätsel. 1. Das. 2. Tisch. 3. Hecht. 4. Nazarener. 5. Brechen. 6. Eggen. 7. Apfel. 8. Matinee. 9. Brigade. (Die aegyptischc Helena.) Magische Figur. I.) 1. Naab. 2. Ahne. 3. Anti. 4. Beil. —- II.) 1. Muse. 2. Uran. 3. Satt. 4. Ente. — III.) 1. Lade. 2. Agil, 3. Diva. 4. Elan. — IV.) 1. Rose. 2. Ober, 3. Sein. 4. Erna. —■ V.) 1. Note, 2, Oder. 3, Teil. 4. Erle. Scherz und Humor Der Apikojres „Isak," sagt der Rabbi einmal zu einem Apikojres, „ich verstehe dich nicht. Die ganze Woche gehst du herum und versicherst, du glaubst nicht an Gott, sagst ,Und es gibt keinen Gott...’, ,und es hat nie einen Gott gegeben —‘ Wenn aber der Schabbes kommt, dann ziehst du dich fein an, gehst in den Tempel, nimmst den Tallis um, betest... Und betest inbrünstig, schlägst auf die Brust und schreist noch mehr als die andern,,. Nun sag', glaubst du also, daß es einen Gott gibt oder nicht?" Darauf Isak: „Glauben tu’ ich, daß es keinen Gott gibt; aber kann ich wissen, ob ich recht hab'?‘‘ Triftiger Grund Der vor nicht langer Zeit verstorbene Exporteur Schwaiger, in jeder Hinsicht ein Original, war ein hartnäckiger Feind der Ehe. Einmal fragte ihn ein Bekannter: »Sagen Sie, Herr Schwaiger, warum haben Sie eigentlich nicht geheiratet?« »Geheiratet?! Hören Sie, wenn ich einen Schluck Milch will, werde ich mir doch nicht gleich eine Kuh kaufen!« Weg kann nur in der Pflege des Massenfußballs liegen; in der Entwicklung in die Breite. Die Spitzenleistung wächst dann gewiß aus der Masse heraus. Wir müssen ehrlich und rein, wenn auch klein, wieder beginnen, um groß zu werden! Der Abstieg der Hakoah. Im Mittelpunkt des Wiener Sportes steht das Ausscheiden der Hakoah-Fußballsektion aus der ersten Klasse. Es ist das große Sportereignis des Jahres, zu dem aus allen Lagern Stellung genommen wird. Ueberaus bemerkenswert ist ein Artikel der „Arbeiter-Zeitung“, der (nach Weglassung der anscheinend unvermeidlichen Wendungen im Stile des „Kikeriki“) folgendes sagt: Hakoah — das war einmal eine Idee, das war einmal eine Tat. Vor zwanzig Jahren, damals, als die Hakoah ihren Weg von den Tiefen der vierten Klasse nach aufwärst begann. Junge jüdische Studenten, Handelsangestellte., Lehrlinge, Arbeiter taten sich zu einem Sportklub zusammen, der mit einem wirklichen Heroismus und grenzenloser Zähigkeit darum rang, der nichtjüdischen Umwelt zu beweisen, daß auch der verachtete Jude körperlicher Anstrengungen und sportlicher Leistungen fähig sei. »Aus Judenjungen junge Juden machen«, war der Leitgedanke der Hakoah, und sie trug ihn vorwärts durch einen Wall von Abneigung, Gehässigkeit und Mißverstehen. Wer gedenkt nicht noch heute mit Bewunderung jenes berühmten Matches im Herbst 1913, als Hakoah den jahrelang unbesiegt gewesenen Meister der zweiten Klasse,, Wacker auf dem Meidlinger Sportplatz vor einem in Antisemitismus schwelgenden Publikum mit 2:0 niederrang? Wer gedenkt nicht des unentschiedenen Spiels gegen den damals von keinem mitteleuropäischen Verein zu schlagenden Prager D. F. C,, wer nicht des aufregenden- Wettlaufes mit der Admira und schließlich in der Nachkriegszeit mit der Germania? Halpern, Glasl, Scheuer, Rosenthal, Sträußler, Gansl, Schönfeld, Horwitz, Mehler, Dukes,. Grasgrün, Burian — es war eine Garde von echten Sportlern, die Sonntag für Sonntag Gesundheit und gerade Glieder riskierte, um für eine wirkliche Idee zu streiten, für die Idee der nationalen Regenerierung des Judentums. Man konnte die Idee für falsch halten, aber man mußte sie achten. Der Gipfelpunkt ward erreicht, als die Hakoah erstklassig wurde. Das geschah mitten in der Inflationszeit. Wären noch die alten Männer von einst dagewesen, sie hätten nun dem Verein gewiß eine andere Richtung gegeben. Es hätte geradezu die Sendung Hakoahs sein können, dem hereinbrechenden Professionalismus tnit jenem andern Gedanken entgegenzutreten, der die Hakoah groß gemacht hat: mit dem Gedanken, die sportliche Kraft nicht von bezahlten Artisten her zu beziehen, sondern aus dem Born des begeisterten Nachwuchses. Hakoah hätte dann wahrscheinlich keine Professionalmeisterschaft gewonnen, aber vielleicht den Amateurismus gerettet I | Jüdischer Sport I I Ehrenvoller Rückzug oder neues Abenteuer? Amateurerklärung der Hakoah, aber wahrscheinliche Bildung einer jüdischen Professionalmannschaft