Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1928)
- Date
- 1928-06-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Mit der Errichtung einer philosophischen Fakultät wird begonnen Der Direktorenausschuß und der akademische' Rat der hebräischen Universität in Jerusalem haben dem in der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit zum Ausdruck gebrachten Wunsch,* die Universität zu einem richtigen Lehr- und Volksinstitut zu machen Rechnung getragen. Die Hochschule in Jerusalem wird nicht mehr ausschließlich Forschungsinstitut sein, sondern allmählich eine Lehruniversität werden, die Doktordiplome verleiht und praktischen Hoc hsch ulstudien dient. Der Weg bis dahin ist noch weit und es bedarf noch einer rientigen methodischen Durchführung dieses Beschlusses (wir verweisen gerade in dieser Hinsicht auf die Ausführungen von Wladimir Jabotinsky in unserem Blatte. — Die Red.); jedenfalls aber ist der neue Weg für den richtigen Aufbau der jüdischen>Universität begonnen; er ist von größter Wichtigkeit für die jüdische studierende Jugend der ganzen Welt. Schon dadurch wird die Bindung zwischen der Jerusalemer Universität und der Judenheit in der ganzen Welt weit stärker werden als bisher. Nachstehend der Bericht über die Beschlüsse der Londoner Tagung des Kuratoriums: Am 3. Juni traten der Direktoren-Ausschuß und der Akademische Rat der Jerusalemer hebräischen Universität zu einer Tagung in London zusammen; den Beratungen wohnten bei der Präsident der Universität Dr. W e i z m a n n, der Kanzler der Universität Dr. J. L. M a g n e s, Prof. S. Alexander von der Universität Manchester, Professor S. Brodetzky von der Universität Leeds, das Mitglied der Zionistischen Exekutive Dr. M. D. Eder, der Oberrabbiner des Britischen Reiches Dr. J. H. Hertz, Prof. J. Horovits, Frankfurt a. M., Prof. E. Landau, Göttingen, Prof. L. S. O r e n s t e i n, Utrecht, James de Rothschild, Dr. M. Schioessinger, Haag, der Präsident der Zionistischen Exekutive Nahum S o k o 1 o w, Felix M. Wa rburg, der Rektor des Londoner Jews* College Prof, Dr. Adolph B ü c h 1 e r, der Registrator der Jerusalemer Universität S. Ginsberg und der Sekretär der Universität Dr. L. Kohn. Professor Albert Einstein konnte wegen Krankheit den Beratungen nicht beiwohnen, teilte aber seine Ansichten über mehrere der wichtigsten Fragen der Versammlung brieflich mit. Die Versammlung befaßte sich eingehend mit der Frage der Einführung eines normalen Universitätsbetriebes, Verleihung von akademischen Graden an die Studierenden und allen hiermit verbundenen anderen Fragen. Nach sorgfältigster Prüfung des Berichtes des vom Direktoren-Ausschuß in seiner Sitzung vom August 1926 eingesetzten Sonderk omitees, dessen Vorsitzender Professor Brod e t s k y ist, wurde beschlossen, die im Bericht vorgeschlagene Umgestaltung der Universität, die bis Jetzt nur Forschungszwecken diente, In eine akademische Grade erteilende Universität zu genehmigen, Jedoch Bürgschaften zu schaffen, daß nur solche Studenten aufgenommen werden, die in vollem Sinne zur Pflege eines intensiven Studiums qualifiziert erscheinen, und daß nur für jene Gegenstände Universitfitskurse eingeführt werden, für die Professoren und Dozenten von hohem Universitätsrang zur Verfügung stehen und für die auch eine angemessene Hilfsmittelausstattung zur klaglosen Durchführung von Forschung'mtd Studium vor-,- hainden ist. Im Sinne dieser Erwägungen wurde beschlossen, daß mit der Errichtung einer philosophischen oder philologischen Fakultät begonnen werden soll, und zwar sollen das bereits bestehende Institut für judaistische Studien und die Schule für orientologische Studien als Abteilungen der neuen Fakultät konstituiert und Kurse für Philosophie, Geschichte und Literatur neu eingerichtet werden. Sobald die wichtigen Themata der Fakultät mit einem vollen Stab und anderen Ausrüstungen versehen sind, wird der Universitätsunterricht an der Fakultät beginnen. Dies soll in naher Zukunft geschehen. Mit Bezug auf die Naturwissenschaften kam man überein, vorläufig noch keinen normalen Universitätsunterricht anzufangen, da gewisse Grundfächer noch nicht angemessen an der Universität vertreten sind. Es wurde jedoch beschlossen, eine Kundgebung zu veröffentlichen, wonach das Universitätsstudium iu Mathematik, Physik, Chemie und Biologie im Rahmen der naturwissenschaftlichen Fakultät spätestens 1932 beginnen wird. Die Einführung medizinischer Weiterbildungskurse für Graduierte, die von Professoren der Hygiene und Parasitologie unter Heranziehung außerhalb der Universität wirkender Kräfte geleitet werden, wurde genehmigt. In der Sitzung wurde ferner beschlossen, den Ordinarius für Mathematik an der Universität Kiel, Professor Fraenkel, einzuladen, den Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Jerusalem als Professor zu bekleiden, ebenso Dr. F e ke t e von Beachten Sie in dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Mir geh'n drauf, aber der Jud’ muß wegl Ein „Krimprojekt" aus dem Jahre 1818. Von Dr. M. Gelber. Die Jewish-Agency-Konferenz. „Men benkt noch Erez Israel." Von J. A. Etting er (Buenos-Aires). Der Reichsverband der deutschen Juden beschlossen! Mordechai Sandberg. Von J. Stutschewsky. Die neue Sarah Bernhardt. Von Rende K r a n s (Paris). Sport, Schach, Rätsel, zahlreiche Illustrationen. -ikd Hotel SmebHim» neu renoviertes Haus ersten Ranges, mit modernstem Komfort. Erstklassige Küche; Täglich Abendkonzert mit Tanz== Die stärksten natürlichen Kohlensäure-' bäder der Tschechoslowakei Berühmte Kaltwasserheilanstalt Modernstes Inhalatorium Europas Ober 20.000 Kurgäste Heltt: Nasen-, Rachen- und Bronchialkatarrhe, Asthma, Herz-, Nerven- und Frauenkrankheiten, Magen- und Darmkatarrhe, Nierenleiden, Gicht, Ischias und Rheuma Philharmonische Konzerte, Tennis- und Spielplätze, Abendreunionen, Jagd, Ausflüge und andere Zerstreuungen Überall wird deutsch gesprochen Direkter Sclmellzugsanschluß ab Wien Nordbahnhof 15*15, an Luhafiovlce 19*30 Fahrpreisermäßigung auf den lschechoslow. Bahnen Nächster Kurort ln der Tschechoslowakei Prospekte, Wohnungen, Informationen durch die Badetflrektion und J. Danneberg, Wien 1, Stock-lm-Elsen-Piatz 2 Bad Luhacovice 1! Das mährische Paradies! 1 der Universität Budapest zur Uebernahme einer Dozentur für Mathematik einzuladen. Ein Ausschuß zur Nominierung eines Professors für anorganische und physikalische Chemie wurde eingesetzt. Der gegenwärtige Leiter des Departements für Parasitologie an dem Mikrobiologischen Institut der Jerusalemer Universität Dr. S. Adler wurde zum Professor ernannt. Eine hervorragende Kraft in der Industriehygiene und Klimaforschung soll für das Hygiene-Departement als Forscher gewonnen werden. Dr. F. Bodenheimer, der Assistent im Institut für Naturgeschichte Palästinas, wurde zum Forscher-Professor der Zoologie mit dem Rang eines Dozenten ernannt. Beschlossen wurde weiter die Ernennung eines Dozenten für Assyriologie an dem Orientalischen Institut und die Ernennung des Philosophie-Dozenten an der Universität Manchester, Dr. Leon Roth, zum Professor für Philosophie an der Universität Jerusalem. Der Philosophie-Lehrstuhl der Universität soll den Namen Achad Haam tragen. Der Leiter der National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem, Dr. Bergmann, wurde zum Dozenten für moderne Philosophie, Dr. Schwabe, Jerusalem wurde zum Dozenten für klassische Philologie ernannt. Dr. Zscherikower, Jerusalem, wurde zum Instruktor für griechische und römische Geschichte, Dr. Pflaum, Jerusalem, zum Instruktor für mittelalterliche Geschichte ernannt. In den Direktoren-Ausschuß kooptiert wurden der Rektor des Londoner Jews* College, Dr. A. Buechler, M. M. U s sisc hkin, Jerusalem, und Charles Rosenbloom, Pittsburg. Das Ausgaben-Budget für das Universitätsjahr 1928/29 in Höhe von 54.000 Pfund wurde genehmigt, und der Direktoren-Ausschuß aufgefordert, Maßnahmen zur Sicherung dieser Summe zu treffen. Weitere außerordentliche Ausgaben, die mit der Fertigstellung des Bibliotheksgebäudes Zusammenhängen, wurden genehmigt. Ein Komitee zur Ausarbeitung eines Planes der akademischen Administration der Universität wurde eingesetzt mit der Aufgabe, der nächsten Ausschußtagung Vorschläge zu unterbreiten, Der Jerusalemer Universitätsrat wurde er-