Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1928)
- Date
- 1928-06-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sitte 14 DIE STIMME Nr. 23 Zahlen~Stern 8! 12 5 I 13! 11 15 6 I 15 12 i 11 Statt der Zahlen sind in die einzelnen Felder Buchstaben einzusetzen, so daß die mittlere senkrechte Reib'' -*■> bekannten Dichter ergibt. 1. Konsonant. — 2. Rein, lauter. — 3. Landgebiet in Westafrika. — 4. Wasserinsekt. — 5. Synonym für „Heimat, Geburtsland". — 6. Schlaginstrument. — 7. Schlingpflanze. — 8. Engl. Zahlwort. — 9. Konsonant. Visitkartenräfsel F. SURGIEL REIMS Was ist der Herr? Auflösungen der Rätsel in Nummer 22 Kreuzworträtsel. Wagrecht: 1. Boot. 5. Matt. 8. Elis. 9. Ware. 11. Klar. 13. Ries. 16. Eva. 18. Fontane. 21. Uri. 23. Hirn. 25. Lotse. 26. Heer. 27. Regal. 29. Rot. 30. Pedal. 31. Riga. 33. Isar. 35. Jena. 36. Eros, 38. Nest. 40. Leid. 42. Sitte. 44. Ate. 46. Sehen. 49. Aera. 50. Arena. 52. Sage. 53. Ara. 54. Präzis. 56. Neu. 57. Bani. 59. Sims. 61. Leer. 62. Anna. 63. Saul. 64. Enns. — Senkrecht: 2. Oel, 3. Olaf. 4. Tirol, 5. Marne. 6. Arie. 1. Tee. 10. Hehr. 11. Karg. 12. Otto. 14. Sued. 15. Girl. 17. Vier. 19. Nora. 20. Asti. 22. Real. 24. Narenta. 26, Herodes. 28. Linee. 30 Paris, 32'. Gas. 34. See. 37. Bier, 39. Tara. 40. Lenz. 41, Rege. 42. Saal. 43, Trab. 45. Teer. 47. Hans. 48. Neun. 50. Ariel. 51. Aisne. 54, Pneu. 55. Sinn. 58. Ala. 60. Man. Silben-Füllrätsel: 1. Mimose. 2. Alibi. 3. Siena. 4. Torero. (Moliäre.) Versteckrätsel: Edison Nemesis Leiter Astarte Hermann Asien Angel Persien Yvonne Enns Tuere Ernani Iberer Margarete. (Die Meistersinger von Nürnberg.) Zuschriften und Manuskripte, die für unser Blatt bestimmt sind, mögen nicht an einzelne Personen sondern a u s - schließlich an die Redaktion (I., Rauhensteingasse 1) gesendet werden, da nur so rechtzeitige Erledigung bezw. Veröffentlichung gewährleistet ist Scherz und Humor Am Fahrkartenschalter Personenkasse der Südbahn: Wochendgedränge. Herr Sekulus hat seine Wünsche nicht ganz klar formuliert und der Bekappte hinter dem Schalter läßt den zu seiner Hakenkreuzvisage gehörigen Instinkten freien Lauf. Sekulus tritt still zur Seite. Nach ihm rückt ein Mann mit Rucksack und Eispickel vor, der in die Berge weekendet. Wie er bezahlen will, fällt ihm ein Groschen auf die Erde. Er bückt sich darnach und der Stiel des Eispickels schlägt dem Mann im Schalter kräftig auf den Kopf. Lautlose Stille des Entsetzens. Sekulus greift in die Tasche, läßt vorsichtig ein Geldstück zu Boden fallen und sagt: „Sie, Herr, da liegt noch ein Grosche n!" Der Chel Buchhalter Karpeles tritt ins Zimmer seines Chefs: „Darf ich heuer um einige Tage länger in Urlaub gehen, Herr Lamm?" „Warum? Wozu?" „Wir werden einen schönen Sommer bekommen..." „Was heißt: wir? Sind Sie Kompagnon in meinem Geschäft?" Die Rechnung stimmt Der junge Löwenbein hat geheiratet und 40.000 Gulden Mitgift bekommen, ein Vermögen, das nach der Meinung seines Vaters unbedingt halten muß. Aber schon nach einem Jahr ist kein Kreuzer mehr übrig. „Das verstehe ich nicht!" ruft der alte Löwenbein. — „Schön, du hast, sagen wir, 20.000 Gulden Schulden gehabt, bleiben 20.000, 5000 Gulden hat die Einrichtung gekostet, 5000 hast du in der Wirtschaft verbraucht; da müssen doch noch 10.000 Gulden da sein!?" „Und Geschäfte hab' ich gar keine gemacht, Papa?" Man hat‘s nicht leicht wenn man als moderner Geschäftsmann, der im eigensten Interesse stets bestrebt ist, seinen Kunden besondere Attraktionen zu bieten, von seiner eigenen Leistungsfähigkeit, von den besonderen Vorteilen, die man dem Käufer bietet, sprechen muß. Das kaufende Publikum, durch marktschreierische und unglaubhafte Uebertreibungen mancher Reklameanzeigen mißtrauisch gemacht, nimmt auch reellen Angeboten gegenüber eine vorsichtige Haltung ein und ist nur schwer davon zu überzeugen, daß man auch für wenig Geld wirklich gute und verläßliche Qualitätsware bekommen kann. Wenn wir Sie trotzdem bitten, uns anläßlich unserer „Sensationellen Seiden-Woche“ mit Ihrem Besuche zu beehren, so tun wir das in der Erwartung, diaß Ihnen unsere außerordentliche Leistungsfähigkeit und unser Renommee als „verläßliche und billigste Einkaufsquelle" Gewähr dafür bieten, daß Sie bei uns sehr gut bedient werden. Im übrigen wird sie schon ein Blick in unsere Schaufenster, ein Vergleich des Preises und der Qualität der dort ausgestellten Seidenwaren, von der Ungewöhnlichkeit unserer Angebote überzeugen. 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Wir haben sie doch schon einmal erledigt!“ Die Gewaltakte gegen den jüdischen Verein Budapests V. A. C. Der einzige jüdische Sportverein in Budapest, der Vivo es Athletikai Sportklub (V. A. C.) hat schon seit Jahren gegen antisemitischen Terror anzukämpfen. Die Gewaltakte gegen den Verein, der noch vor einigen Jahren eine hervorragende Rolle im ungarischen Fußballsport spielte und wiederholt seine jetzt in Amerika tätigen Mitglieder Fischer und Grosz 2 für die ungarische Nationalmannschaft gestellt hat, wurde vor zwei Jahren durch brutale Willkür aus der ersten Klasse ausgeschlossen. Der V. A. C. befand sich damals in Abstiegsgefahr und hatte gegen den Turnverein III. Bez, anzutreten; das Spiel gewann die jüdische Mannschaft damals. Das Ergebnis wurde aber annulliert, weil es hieß, daß Spieler des III. Bezirkes bestochen worden seien, um dem V. A. C, den Sieg zu ermöglichen. Auf Grund der Aussage des Kronzeugen M a y h e r r vom Turnverein, der den V.-A.-C.- Spieler Breuer 2 der Bestechung beschuldigte, wurde der jüdische Verein aus der ersten Klasse ausgeschlossen und Breuer lebenslänglich disqualifiziert. Breuer klagte den Mayherr sofort beim bürgerlichen Gericht wegen Verleumdung, Mayherr wurde auch verurteilt. Inzwischen fuhr Breuer nach Palästina. Nach seiner Rückkehr suchte er um Revision der Entscheidung des Fußballverbandes an, was er umso eher verlangen konnte, da er ein Urteil des Gerichtes in Händen hatte. Mayherr hatte um Entschuldigung gebeten und erklärt, daß alles, was er als Zeuge im Verband gegen den V. A. C, gesagt hatte, auf Drängen „fremder" Leute geschehen ist. Der Präsident des ungarischen Fußballverbandes, Johann Zsarnoczay, ein bekannter Antisemit, warf die Akten mit den Worten zurück: „Was wollen die Juden schon wiederum, wir haben sie doch schon einmal erledig t!" Auf Veranlassung des Präsidenten des Disziplinarausschusses, Dr. Franz Springer, Mitglied des Meisterklubs F. T. C., kam die Angelegenheit doch zur Verhandlung, obwohl sie seit Februar systematisch verschleppt wurde. Die Presse kontrollierte die Vorgänge und alles war überzeugt, daß Breuer das Spielrecht zurückerhalten werde. Am entscheidenden Tage geschah folgendes: Der Verteidiger Breuers, Dr. Kisfäloy vom M, T. K. hielt eine einstündige Rede zugunsten seines Klienten, dann zog sich der Ausschuß zurück und nach kurzer Besprechung verkündete der Herr Zsarnoczay, daß der Ausschuß nicht U," mm 1111 ' *>- mmmmm Wm üit WWtß Wm, •i ' , i -mm Israel F e 1 d m a n n, der hervorragende Verteidiger der Fußballmannschaft der Wiener „Hakoab". berechtigt sei, sich mit dieser Angelegenheit zu befassen. Die objektive Presse schrieb empört über diese Entscheidung des Falles. Wie man erfuhr, hat sich der famose Herr Zsarnoczay während der Untersuchung vor einigen Personen, die die Unschuld Breuers erwähnten, geäußert: „Ich garantiere, daß Breuer ein alter Jud wird, bis er wieder spielen wird!" Das ist der allmächtige Herr Zsarnoczay, der es kürzlich auch zuwege gebracht hat, den Schiedsrichter Alexander B i r o auf die unerhörteste Weise disziplinieren zu lassen, weil er beim Länderkampf der Amateurmannschaften Oesterreichs und Ungarns, den die Oesterreicher gewannen, angeblich zu Gunsten der Gäste amtierte. Inzwischen ist alles bemüht, dem jetzt in der zweiten Klasse spielenden jüdischen Verein auch von dort den Abstieg zu verschaffen. Die Vereine lassen die neben dem V. A. C, Gefährdeten glatt gewinnen. Erst neulich hat sich das Publikum bei einem' eklatanten Fall sehr amüsiert. Die Sache war so kraß, daß sogar ein Linienrichter — ein Christ — erklärte, er könne mit ruhigem Gewissen sagen, daß bei dem Spiel 1 a r g i e r t wurde. Unter solchen Bedingungen muß der jüdische Verein, dessen Turnabteilung eine der führenden des Landes ist, arbeiten. Hakoahs Erstklassigkeit nicht mehr zu retten? Das Match gegen Slovan 1:3 verloren. Die Sache der Hakoah steht wieder sehr , schlecht. Die Fußballmannschaft hat das Match gegen Slovan 1 : 3 verloren und dadurch ist die Lage der Blau-Weißen in der ersten Klasse sehr kritisch geworden. Die Form und die in diesem Kampf gezeigten Leistungen der jüdischen Spieler können gar nicht optimistisch stimmen. Es ist kaum Aussicht vorhanden, daß die Hakoahner aus ihren zwei noch ausständigen Spielen, gegen den Anwärter auf den Meisterschaftstitel A d m i r a am 10. Juni und gegen den derzeitigen Schicksalsgenossen, W. A. C., am 17. ds. auch nur einen Punkt herausschlagen werden. Außer Hakoah sind derzeit noch zwei Vereine klare Abstiegskandidaten: B. A. C. und W. A. C. Jeder dieser drei weist 10 Punkte auf. Auch der B. A. C. hat noch zwei Spiele auszutragen, und zwar gegen die Austria, die derzeit stark außer Form ist und gegen den F. A. C. Der W. A. C. hat nur mehr gegen Hakoah anzutreten. Die Verfassung der jüdischen Mannschaft und die Spielstärke der Admira sowie des W. A. C. geben der Hakoah kaum Aussichten, noch einen Punkt zu erzielen. Eine negative Chance besteht darin, daß der B. A. C. vielleicht auch nichts mehr aus seinen Spielen herausschlägt, wodurch dem jüdischen Verein durch die größere Anzahl der bereits erzielten Siege vor den Brigittenauern der Vorrang in der Tabelle gebühren würde. Das ist aber ein sehr schwacher Hoffnungsschimmer, der nicht eintreten muß, so daß die Auffassung unbedingt berechtigt erscheint, Hakoah werde neben Simmering der zweite dem Abstieg verfallene Verein sein. Der Gedanke ist für den jüdischen Sport zweifellos mehr als entmutigend — übrigens droht auch dem jüdischen Verein Hasmonea der Abstieg aus der ersten Wiener Amateurklasse — aber wir wollen vorläufig hoffen, daß das Verhängnis durch Ergebnisse auf dem grünen Rasen noch aufgehalten werden wird. Blödy (Hakoah) läuft Rekord Der hervorragende Läufer der Hakoah, Arpad Blödy, hat eine bedeutende Leistung vollbracht. Es gelang ihm bei dem sonntägigen Meeting des W. A. C. 1000 Meter in 2.338 zu laufen, wodurch der Hakoahner den bisher von Friebe (Graz) gehaltenen Rekord von 2.34 schlug. Friebe selbst ging als Zweiter, sechs Meter hinter Blödy, durchs Ziel. Fußballturnier 4 jüdischer Vereine in Berlin Sieger: Hakoab, Berlin. Der S. C, Hakoah, Berlin, veranstaltete kürzlich ein Rundspiel, an dem außer «hm noch die drei stärksten jüdischen Klubs Deutschlands mitwirkten. Am Sonntag spielte Bar- Kochba, Dresden, gegen Bar-Kochba, Leipzig, 3:1 (2:0). Torschützen: Juliusberger, Gordowicz, Blandowsky und Raffe für ^eipzig. Hakoah, Berlin, schlug nach schönem Spiel Bar-Kochba, Hamburg, 4:2 (3:1). Am zweiten Tag spielten die Sieger, resp. die beiden Unterlegenen gegeneinander. Den Pokal gewann Hakoah, die