Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1928)
- Date
- 1928-05-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 DIE STIMME Nr. 21 s) Nach Steinitz müßte hier L d 3—e 2 nebst S d 2—f 1 geschehen. *) Eine entscheidende Schwächung der Königsstellung. Steinitz empfiehlt 18. T e 3 mit der eventuellen Folge: 18. .. f 4. 19. SXe4 dXe. 20. TXe 4 Lf5, 21. L d 3! LXe4. 22. LXc4, mit Vorteil für Weiß, da er die Qualität zurückgewinnt und zwei Bauern mehr behält. *) Eine schöne Schlußkombination. Das Turmopfer ist völlig korrekt. 5) Der S h 4 ist nicht zu retten, denn nach 23. S g 2, LXf 2! wäre Weiß gegen die vielen drohenden Läuferabzüge wehrlos, •) Ein feiner Räumungszug für den Turm. 7) Oder: 28. T e 2 S b 4! 29. cXb? D h 3f. 30. K e 1 D h lf. 31. Kd2 Lb4f usw. 8) Auf 30. K f 1 folgt L d 6! und 30. K e 2 führt wie folgt zum Matt: TXc3f. 31. fXe Dg2ff. Max Weiß zeigt hier, daß er auch vortrefflich angreifen kann, wenn sich eine reelle Gelegenheit bietet. Sein Stil war vorsichtig, aber keineswegs übervorsichtig! Nachfolgend eine Partie aus dem in der Einleitung erwähnten Turnier der Wiener Schachgesellschaft 1895. Spanische Partie: Weiß: Max Weiß. Schwarz: Max Judd. 1. e 2—e 4 e 7—e 5. 2. Sgl—f3 Sb 8— c6. 3. Lfl—b5 a 7—a 6. 4. L b 5—a 4 S g 8—-f 6. 5. Sb 1—c 3 d 7—d 6. 6. La4Xc6f b7Xc6. 7. d2—d4 e5Xd41). 8. Sf3Xd4 L c 8—d 7. 9. 0—0 L f 8—e 7. 10. f 2—f 4 c 6—c 52). 11. S d 4—e 2 Ld7—c6. 12. Se2—g3 0—0. 13. b2—b3! 14. Lei—b2») T a 8—b 8. 15. Sc 3— d5 Lc6Xd5. 16. e4Xd5 c5—c 4. 17. D d 1—f 3 T b 8—b 5. 18. T a 1—d 1 c4Xb3. 19. a2Xb3 T f 8—b84). 20. T f 1—e 1 L e 7—d 85). 21. T d 1—d3 h 7—h 6. 22. f 4—f 5 T b 5—b 6. 23. Sg3—e 4!«) S f 6Xe 4. 24. TelXe4 c 7—c 5. 25. D f 3—g 4! I 7—f 6. 26. Td3— e 3! D d 7—f7. 27. D g 3—g 6! Aufgegeben7). Schlußstellung: . .. Schwarz: Judd. WM Weiß: Weiß. Anmerkungen. *) Sehr gut ist hier (nachdem S c 3 geschah!) der Zug 7. ... Sd7 (Tschigorinl). Ist der weiße Damenspringer noch nicht entwickelt, dann kann Weiß 7. ... Sd7 mit 8. eXd, eXd. 9. S b d 2 nebst 10. S c 4 aussichtsvoll beantworten. 2) Nicht gut! Te8 nebst eventuell Lf8 und gelegentlich d 5 wäre das Richtige. 3) Weiß steht nun vorzüglich entwickelt und bringt in der Folge seinen Vorteil exakt zur Geltung. *) Zur schlechten Stellung auch noch ein unglücklicher Plan: Die Turmverdopplung auf der b-Linie ergibt nichts als eine Entblößung des Königsflügels von Verteidigungstruppen. ö) Es drohte eventuell 21. TXe7 DXe 7. 22. Sf5 Dd8. 23, SXg 7! KXg 7. 24. D g 4f K f 8. 25. D g5! mit siegreichem Angriff. e) Entscheidend!. Nach Tausch der Springer bleibt der schwarze König völlig schutzlos. 7) Es droht Matt auf e 8, was auf keine vernünftige Art zu decken ist. Rätselecke Redigiert von Joto, Kreuzworträtsel 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 aas SSK 12 m 13 | 14 15 16 ■ 17 18 19 ■ 20 | 21 ■ 22 m 23 1 24 M 25 m 26 27 28 29 M 1 30 M SS» ■ 31 32 Mg Bi am 33 34 m 35 m 36 37 38 39 40 ■ 411 42 43 ■ aac m 44 m ßW H ,45 1 47 48 aajtj m 49 50 ■ 51 | 52 53 H ■ 54 55 56 57 58 | 59 Wagrecht: 1. Klostervorstand. 4. Schicksal. 7. Baum. 8. Künstl. Wasserstraße. 10. Nordafrikan. Wüste. 13. Wahlspruch; auch Wertpapier. 16. Zahlwort. 17. Schiffart. 20. Nord. Tierart. 21, Amerikan, weiblicher Vorname. 23. Weibl. Bibelgestalt. 25. Urkunde; auch Teil eines Theaterstückes. 26. Tabaksdose. 30. Griech. Buchstabe. 31. Roh, ungeschliffen. 32. Entwicklungsstadium der Insekten. 33. Lebhaft, beweglich. 34. Verlassen, wüst, 36. Nord, Göttergeschlecht, 38. Ordnen, einreihen, 42. Assyr. Gottheit. 44. Himmelsrichtung. 45. Artikel. 47. Griech. Kriegsgott. 49, Flächenraum. 51. Roman von Zola. 52. Getrocknete Weintraube. 54. Einsiedler. 56. Uebermäßig groß. 57. Märchengestalt. 58. Span, weibl. Vorname. 59. Falz, Rinne. Senkrecht: 1. König von Juda. 2. Chem. Element. 3. Gangart. 4. Teil eines Tisches. 5. Eins (engl.). 6. Nebenfluß der Donau. 7. Vorfahre. 9. Farbe. 10. Sohn Noahs. 11. Held vor Troja. 12. Weibl. Vorname. 14. Schaumwein. 15. Vorsilbe. 18. Stadt in Neu-Itälien. 19. Gemauertes Hafenufer. 22. Stierkämpfer. 24. Rühmen, loben. 26. Nebenfluß der Donau. 27. Wundarzt. 28. Männl, Vorname. 29. Baum (Mz.). 35. Metall. 37. Röra. Kaiser, 39. Eingang. 40. Griech. Buchstabe. 41. Astrolog Wallensteins. 42. Nachtlokal. 43. Weinernte, 45. Schachfigur. 46. Titel. 48. Ohne (lat.). 49. Zeitabschnitt. 50. Flachs. 51. Vogelbehausung. 53. Nein (lat.). 55. Späte Einsicht (poet.). Silbenrätsel biet bu di dom dra e e eb er la fant ge gfot i le le ma mar me me na neh ni nie pe ra ram rang ri ro ro rühr rung se son tat tal te ter trep u unc. Aus obigen Silben sind 17 Wörter von der untenstehenden Bedeutung zu bilden, so daß die ersten und dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, den Anfang einer berühmten Stelle aus Shakespeares »Julius Cäsar« ergeben. 1. Folter. 2. Spott. 3. Stiege. 4. Waffe der Ureinwohner Australiens. 5. Deutsche Ostseeinsel. 6. Fluß in Spanien. 7. Von Frankreich besetzter Landstrich Deutschlands. 8. Muschelhöhle. 9. Säugetier. 10. Seltenheit. 11. Unangenehm. 12. Fallklotz. 13. Ber. Erfinder. 14. Onkel (engl.). 15. Landzunge. 16. Schauspiel. 17. Oper von Verdi. Zahlenrätsel 1. 8 1 5 10 i Waschmittel 2. 2 9 6 1 3 3 1 Verzeichnis, Liste. 3. 4 5 7 13 3 1 2 2 13 Oper von Verdi. 4. 1 3 1 11 1 Zögling. 5. 8 1 14 1 7 9 3 Strom in Afrika. 6. 1 4 12 1 4 Balkon, Söller. 7. 15 9 5 3 9 14 16 Stadt in Italien. 8. 9 4 8 1 14 9 3 Zeughaus. 9. 14 13 4 16 1 14 Himmelsrichtung. 10. 14 1 3 8 13 14 Brit. Admiral (1*1805) Die Anfangsbuchstab en ergeben, von oben nach unten, einen bekannten deutschen Politiker. Auflösungen der Rätsel in Nummer 20. Gleichungsrätsel: Ad-(Minster-er)-Ration. Administration. Königszug: Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp', Zu tauchen in diesen Schlund, Einen goldnen Becher werf ich hinab, Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund. Wer mir den Becher kann wieder zeigen, Der mag ihn behalten, er ist sein eigen. (Schiller: Der Taucher.) Kreuzworträtsel, Wagrecht: 2. Mirakel. 8. Senat. 10. Krieg. 11. Monat. 13. Rasen, 16. Ares. 19. Lie. 20. Karo. 22. Segel. 24. Talar. 25. Ase. 26. Lampion. 27. Ubi. 28. Alles. 30. Matte. 32. Glan. 33. Rot. 35. Leer. 36. Tunis. 38. Nabob. 39. Gilet. 40. Reden. 42. Benares. — Senkrecht: 1. Pan. 3. Iser. 4. Regal. 5. Kamee. 6. Eton, 7. Grieg. 9. Banal. 12. Massage,. 14. Simplon. 15, Norbert. 17. Reell. 18. Selen. 20: Kanal- 21. Raute. 23, Las. 24. Tom. 29. Laban. 31. Teuer. 33. Rüben.. 34. Tiger. 36. Tore. 37. Sine. 41. Das. Scherz und Humor Nur Genuß Der nicht lange verstorbene Bela Haas, ein bekannte» Wiener Original, verbarg seinen Humor und auch seinen Reichtum hinter einer melancholischen Außenseite. Einst traf er einen Bekannten, der ihn wegen seiner verdrossenen Miene zur Rede stellte. Darauf Haas in elegischem Tonfall erwidertem „Ich habe keine Frau, ich habe keine Kinder, ich habe keine Freunde — was hab’ ich von meinem Leben wie lauter Genu ß?l" Das Gelübde Mendel, der Pferdehändler, hat auf dem Markt ein junges Roß gekauft. Er setzt sich darauf und reitet nach seiner mehrere Meilen entfernten Heimat. Unterwegs überfällt ihn ein furchtbares Gewitter. Das Pferd wird im Sturm scheu und der unglückliche Reiter sieht in dem Aufruhr der Elemente* seinen Untergang vor Augen. Da entringt sich ein heißes Stoßgebet seiner Brust und er gelobt: Komme ich heute mit heilen Gliedern aus dieser Gefahr, so will ich den Gaul wieder verkaufen und den ge-# samten Erlös einer frommen Stiftung zuwenden. Wenige Minuten darauf wird der Himmel wieder klar, der Schimmel beruhigt sich, und Mendel sieht sich gerettet. Da. wendet er pflichtgetreu sofort um und erreicht nach einer halben Stunde den Markt, wo er zunächst am Geflügelstand eint Huhn einhandelt. Alsdann erzählt er den Umstehenden, daß er ein Pferd zu verkaufen habe. Der Gaul gefällt, und es melden sich Kauflustige. „Was soll er kosten?" Mendel erklärt, daß er den Gaul allein nicht abgebe, Er habe auch noch ein Huhn und wolle die beiden Tiere nur zusammen verkaufen. „Nun also, wie teuer?" „Das Pferd kostet einen Gulden fünfzig, und da» Huhn sechshundert Gulden!" Spekulation »Was machen Sie hier an der Börse?« »Ich? Ich spekulier' in Minen.« »Sie mit Ihrem Dalles spekulieren in Minen7« »Ja — ich stell’ mich bei der Börse auf und kommt: einer heraus und hat eine gute Miene, so schnorr’ ich ihn an.« Jüdischer Sport Es rieselt im Gemäuer . . . Zurück zum Amateurismus. Der Professionalbetrieb im Fußballsport Oesterreichs steht, wenn nicht alle Anzeichen trügen, vor einem Wendepunkt. Die im Jahre 1924 hier durchgeführte Einführung des offenen Berufsspielertums war unstreitig eine mutige Tat, die der Heuchelei des kostspieligen Scheinamateurismus ein Ende setzen sollte. Zur Kräftigung des Gedankens war eine Verwurzelung der Idee auch in den sportlich maßgebenden Nachbarstaaten notwendig. Das ist wohl gelungen, aber über den österreichisch-tschechisch-ungarischen Ring hinaus war das Bekenntnis zum ehrlichen Professionalismus bisher nirgends durchzusetzen. Wohl hat es Hugo M e i s 1, der hochbegabte Initiator des offenen Berufsspielertums in Oesterreich, verstanden, über den Rahmen des lokalen Meisterschaftsbewerbes hinaus durch Schaffung internationaler Konkurrenzen, wie der des Mitteleuropa-Cups, das Interesse des Publikums ständig wachzuhalten und die Lebensfähigkeit des neuen Systems zu erhöhen. Aber die Infizierung des Kontinents ist bisher doch nicht * v '■iß.&Zi gelungen; das für die Wiener Vereine aus materiellen Gründen so notwendige Deutschland boykottiert unentwegt unsere- Professionalvereine, die demnächst in Amsterdam beginnende Fußballolympiade wird ein Tummelplatz der Heuchelei sein, der Scheinamateurismus blüht weiter, während der reine Professionalismus nicht recht gedeihen kann, unter der Riesenlast der Steuern zusammenbricht, und von ein, zwei Spitzenvereinen abgesehen',1 sich allmählich zu einem Nachtmahlprofessionalismus entwickelt. In Wien — was gleichbedeutend ist mit Oesterreich — sind in der letzten Zeit auch noch zwei Erscheinungen zu konstatieren, die zur Schwächung der reinen Professionaltendenz nicht wenig beitragen. Beide wurzeln in der gleichen Quelle, nämlich in der sportlichen Aktivität der Sozialdemokratie. Dem Streben der Fußballer, statt der unsicheren Zukunft als bezahlter Spieler, Posten und Exi-; *>; >*. *:•* ’><* . | , *r * „• *,- ' ' Der berühmte jüdische Bildhauer Henryk Glyccnstein weilt gegenwärtig in New York, wo die Ausstellung seiner Werke großes Aufsehen erregte; er wurde auch vom Präsidenten Coolidge empfangen. Links der Künstler neben der von ihm geschaffenen Kolossalbüste Mussolinis. Rechtst „Der Messias", das berühmteste Werk Glycensteins.