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Die Stimme · 1928-05-03 · Heft 18 (3.5.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 18 (3.5.1928)
Date
1928-05-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Ijar 5688) Nummer 18 250.000 Pfund für die Elektrifizierung Palästinas Die britische Regierung garantiert eine Anleihe der Palestine Electric Corporation Aus London wird gemeldet: Im Unterhause teilte der Minister für die Kolonien, A m e r y, auf eine Anfrage mit, daß die Palestine Electric Corporation, die von Ingenieur Ruthenberg geleitet wird, über ein autorisiertes Kapital von einer Million Pfund verfüge und daß Aktien in Höhe von 657.000 Pfund ausgegeben worden sind. Es seien Arrangements zur Gewährung einer Anleihe an die Corporation in Höhe von 250.000 Pfund, die von der Regierung auf Grund des „Trade Facilities Act“ (Industriescliutzgesetz) garantiert wird, getroffen worden. Die Konzession wurde an die Corporation am 5. März 1926 erteilt; das Gesamtwerte muß bis 5. März 1931 vollendet sein, wenn nicht besondere Gründe für eine Ausdehnung der Arbeitsperiode bestehen sollten. Die Tote-Meer-Konzession In dieser Sitzung brachte Colonel Howard B u r y folgende Anfrage ein: Welche Schritte unternimmt der Staatssekretär für Kolonien, um bei Verleihung der Toten-Meer-Konzession eine Homogenität der Interessen, die von einer britischen Gruppe gefördert werden, herbeizuführen? Weiß der Herr Kolonieminister, daß seitens einer starken britischen Gruppe ein Angebot wegen einer Verschmelzung dieser Interessen gemacht w.orden ist, und ist ein solches Angebot nicht nur den spekulativen Möglichkeiten des Herrn Novo, m e j s k y vorzuziehen? Minister Amery erwiderte: Wenn die Bewerber sich einigen wollen, so ist das ihre Sache. Commander Kenworthy fragte: War die Sache nicht so, daß Novomejsky die gesamte Pionierarbeit geleistet hat, bevor noch die Antisemiten, die jetzt zu Fertigem kommen, auch nur eine Ahnung von den Kalischätzen des Toten Meeres hatten? Der Minister erteilte auf diese Frage keine Antwort. Im Verlauf der Diskussion kam Minister Amery weiter auf die Tote-Meer-Konze&sion zu sprechen und teilte mit, er habe bezüglich des hinter Novomejsky stehenden Syndikats offizielle Nachforschungen angestellt; die Diskussionen haben noch nicht einen Grad erreicht, daß er die Namen der Syndikatsmitglieder nennen könnte. Eine amerikanische Banken-Anleihe für Palästina? Aus New York wird gemeldet: Der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, Louis L i p s k y, bestätigte Pressevertretern gegenüber die schon seit einiger Zeit umgehenden Gerüchte, daß die amerikanische Zionistische Organisation mit einer Gruppe von Wall-Street-Bankiers Verhandlungen über eine Anleihe für Palästina-Zwecke in Höhe von 2V&—3V2 Millionen Dollar pflegt. Samuel Untermyer, der juristische Berater der amerikanischen Zionistischen Organisation, teilte mit, daß die Rückzahlung der Anleihe durch die normalen Eingänge beim amerikanischen Komitee des Jüdischen Nationalfonds sichergestellt ist. Das jüdische Palästina - englisches Dominion Die jüdische Majorität — Die Araber* frage—Kolonisation und internationale Anleihe Von Colonel Josiah C. Wedgwood. (Nach einem Gespräch.! "N \ Der bekannte englische Labour-Politiker und Freund' des Zionismus Colonel Josialhi C. Wedgwood, dessen kürzlich erschienene Schrift ,,The seventh dominion“, die These aufstellt, wonach England zum Schutze Indiens in der Nähe des Suezikanals einen neutralen Posten benötigt und daher aus dem' Mandatsgebiet Palästina ein Dominion schaffen solle, weilt (gegenwärtig in privaten Angelegenheiten Ikurze Zeit in Wien, Obwohl er daher sonst keine Interviews gewährt, machte er in liebenswürdiger Weise mit unserem Mitarbeiter eine Ausnahme und setzte ihm in eindringlicher Schärfe und anschaulicher Objektivität seine Haltung zu den wichtigsten Palästinafragen auseinander. Die Red. Die Frage, das Palästina - Mandat in ein Dominion zu verwandeln, hängt von der Bevölkerung Palästinas ab. Wenn die Mandatsperiode (30 Jahre) abgelaufen sein wird und bis dahin die jüdische Majorität in Palästina geschaffen ist, soll die Bevölkerung entscheiden, ob sie als selbständiger Staat existieren oder im Rahmen des englischen Imperiums als Dominion leben will. Durch die Schrift ,,The seventh Dominion” soll die Stimmung für das Dominion vorbereitet, beziehungsweise die öffentliche Meinung darüber informiert werden. Dieses Problem habe ich mit vielen prominenten politischen Führern besprochen und die Erkenntnis gefunden, daß vom englischen Standpunkt ein freundliches Staatswesen in Palästina mit jüdischer Majorität von evidentem Nutzen wäre. Der jüdische Standpunkt liegt anders: Es wäre gefährlich, ein selbstregierendes Parlament zu schallen, bevor die jüdische Majorität vorhanden ist. Die kürzlich Transjordanien gegebene Konstitution erscheint mir nach zwei Richtungen hin gefährlich: zunächst als Präzedenzfall: und weiters deshalb, weil sie im Falle einer Kolonisierung Transjordaniens durch das jüdische Element in Palästina Schwierigkeiten machen kann. Im Hinblick auf diesen Präzedenzfall ist es wichtig dafür zu sorgen, von der englischen Regierung das Versprechen zu erhalten, daß sie Palästina keine Konstitution gebe, insolange hier keine jüdische Majorität vorhanden ist. Eine frühzeitige Konstitution könnte eine Gefahr für die jüdische Heimstätte in Palästina werden. Aber die Frage der Konstitution ist momentan nicht sehr aktuell, da die Araber alle diesbezüglichen Projekte abgelehnt haben. Betreffs der Einberufung einer beratenden und beschließenden Körperschaft haben die arabischen nationalistisch-intellektuellen Kreise erklärt, daß sie diese nicht beschicken würden — als Protest gegen die Balfour - Deklaration. Gegenwärtig bemüht sich eine in Haifa lebende Engländerin, die Araberführer im Sinne der Forderung einer arabischen Nationalversammlung zu beeinflussen. Die Sache steht aber so, daß die Araber zunächst erklären müßten, daß sie die Balfour - Deklaration als bindend anerkennen. Die jüdische Heimstätte wird durch die Tatsache der Umwandlung Palästinas in ein englisches Dominion nichts an Selbständigkeit verlieren. Das heißt soviel wie: Die jüdische Heimstätte soll geschaffen werden, unabhängig von der zukünftigen Form des Verhältnisses zu England. Das Dominion soll in der Art der anderen Dominions Kanada, Südafrika, Irland gebildet werden. Auf dem Wege der Umwandlung Palästinas in ein englisches Dominion könnte die jeweilige britische Regierung leichter die Sympathien der Engländer für den Aufbau eines jüdischen Palästina gewinnen, was auch in der intensiveren Unterstützung Palästinas durch England zum Ausdruck käme. Man könnte in diesem Falle mit einer reicheren finanziellen Unterstützung und mit einer Unterminierung der Opposition rechnen. Daher kann der Wille Eng- Beachten Sie in dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Der Kampf im amerikanischen Zionismus. Von S. E. Theodor Herzl und Karl Marx. Von Professor Theodor Lessing (Hannover). Arbeitsfürsorge, nicht Almosen! Von Dr. Leo Goldhammer. Die jüdischen Künstler Wiens hungern! Aeußerungen von Jehudo Epstein und Fritz Gross. Drei Jahre hebräische Universität. Von Dr. M. D. Eder (London). Schach, Rätsel, Sport, zahlreiche Illustrationen.

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