Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1928)
- Date
- 1928-04-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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April keine Arbeitslosenunterstützung mehr - Felix Warburg spendet 50.000 Dollar für konstruktive Arbeiten — Die Exekutive über die Anleihegerüchte Wie aus New York gemeldet wird, hat der Präsident des Joint Distribution Committee Felix M. Warburg dem gegenwärtig in New York weilenden Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim W eizmann, 50.000 Dollar als persönlichen Beitrag zu dem 50.000 Pfund-Fonds übergeben, der aufzubringen ist, um der Zionistischen Exekutive zu ermöglichen, das System der Arbeitslosenunterstützung in Palästina durch ein System der produktiven Arbeitslosenfürsorge, wie Durchführung von öffentlichen Arbeiten, abzulösen. Durch diese Zuwendung sowie durch die von Nathan Straus der Zionistischen Exekutive zur Verfügung gestellten Beträge, vereint mit den Summen, die im normalen zionistischen Budget für Zwecke der produktiven Arbeitslosenfürsorge eingestellt sind, sowie dadurch, daß die Palästina-Regierung ihr Programm öffentlicher Arbeiten erweitert hat, ist es möglich geworden, alle noch in Palästina vorhandenen Arbeitslosen bei konstruktiven Arbeiten zu beschäftigen. Demgemäß gibt die Zionistische Exekutive Palästinas bekannt, daß am 23. April die Arbeitslosen-Unterstützung in der Form von Bargeld-Auszahlungen an Arbeitslose vollkommen aufhört und daß an ihre Stelle ein System der produktiven Arbeitslosenfürsorge tritt. * Dem österreichischen Keren-Haiessod-Büro ist vom Jerusalemer Direktorium nachstehendes Telegramm zugekommen: „Arbeitslosenunterstützung eingestellt, durch konstruktive Arbeiten zur Konsolidierung der Siedlungen ersetzt. Zur Durchführung des Programms einer endgültigen Befestigung der Lage ist volle Dteckung des Budgets erforderlich, darüber hinaus Großspenden vermögender K e r e n-H a j e s s o d-Z eichner. Wir bitten dringendst Maßnahmen zur Sicherung einer günstigen Entwicklung sowie * Erzielung größerer Beiträge." Daß es gelungen ist, an Stelle der Arbeitslosenunterstützung für die noch vorhandenen Arbeitslosen Arbeit zu schaffen, wird sicher von jedem Freunde des Aufbauwerkes mit Genugtuung begrüßt werden. Um jedoch unserer Exekutive in Jerusalem die Durchführung dieser Maßnahme zu ermöglichen, ist es vor allem notwendig, die' zur Deckung des vom XV. Zionistenkongreß beschlossenen Budgets erforderlichen Beträge aufzubringen. Aus diesem Grunde ergeht an alle österreichischen Zionisten und Freunde des Palästina - Aufbaues die Aufforderung, ihrer Keren -Hajessod-Verpflichtung nachzukommen und w ö.m ö g 1 i c h ihre bisherigen Ker en-H?fe,s s o d - Leistungen zu erhöhen, um das Kontingent Oesterreichs für das laufende Jahr decken zu können. Im Zusammenhang mit dieser wichtigen Meldung geben wir nachstehend einen Aufsatz des gegenwärtig in London weilenden Mitgliedes der zionistischen Palästina-Exekutive wieder, der die gegenwärtige Situation im Aufbauwerk behandelt: Die Lage in Palästina Von Harry Sacher (Mitglied der Zionistischen Exekutive). Die gegenwärtige Exekutive ist jetzt ungefähr sechs Monate im Amte, und es ist nunmehr möglich, über die Entwicklung der Lage in Palästina während dieser Zeit einiges auszusagen. Im ganzen ist die Situation günstiger als vor sechs Monaten, zu Beginn des vergangenen Oktober, angenommen wurde. Bei allen Schwierigkeiten erwies es sich doch als möglich, die Ausgaben der verschiedenen Exekutiv-Departements in Palästina mit der Schätzung der Einnahmen in Einklang zu bringen. Die Folge war natürlich die Einschränkung der Tätigkeit auf gewissen Gebieten, vornehmlich auf dem der Kolonisation, in deren Bereich die bestehenden Siedlungen aufrechterhalten werden konnten, ohne daß zu ihrer Konsolidierung oder Erweiterung etwas hätte geschehen können. Dem Beistände Baron Edmond Rothschilds und der Selbsthilfe d e r E 11 e r n ist es in erheblichem Maße zu danken, daß das Schulwerk ohne Beeinträchtigung aufrechterhalten werden konnte. Das schwierigste unter allen Problemen, mit denen sich die Exekutive auseinanderzusetzen hat, ist Ohne" geht es nicht! Sie erhalten das neueste , Große Brockhaus-Lexlkon ln 4 Bänden Preis S 150.— gegen Monatsg *g Zahlungen von ■ nur bei der „Brockhaus-Vertriebsstelle“ Siegmund Hutter, Wien I, Wallnerstr. 6, 2. Stock. Bestellen Sie daher das einzige, komplett erschienene große Lexikon, in dem Sie alles finden von A—Z. die Frage der Arbeitslosigkeit; und sogar auf diesem Gebiete kann eine sehr entschiedene Wendung zum Besseren verzeichnet werden. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen hat sich mindestens um 50 Prozent verringert und dürfte in Zukunft noch mehr zurückgehen. Die Besserung ist teils eine Folge der Mitwirkung der Palästina-Regierung in der Arbeitsversorgung, teils ein Ergebnis vergrößerter wirtschaftlicher Aufnahmefähigkeit des Landes. Im letzten Jahre hat die Industrie in sehr ausgesprochener Weise an Kraft gewonnen. Nicht nur haben größere Unternehmungen, wie die Nescher-Zement-Werke, die Fabrik Schemen und die Rutenberg-Gesellschaft bemerkenswerte Fortschritte gemacht, sondern auch eine Anzahl kleinerer Industriebetriebe hat definitiv Wurzel fassen und seine Existenzfähigkeit nachweisen können. Die Skeptiker der industriellen Entwicklung Palästinas müssen jetzt zugeben, daß ihr Zweifel unbegründet ist. Auch die landwirtschaftlichen Fortschritte waren erheblich. Die verschiedenen Siedlungen entwickeln sich deutlich in aufsteigender Linie und, ganz allgemein, geht es der Landwirtschaft gut. Abgesehen von den Arbeiten der Zionistischen Organisation und der PICA, wird viel in aller Stille durch Private geleistet. Die Summen, die in den letzten paar Monaten im Ankauf von Boden und in der Anlage von Pflanzungen investiert worden sind, sind sehr beträchtlich, und dieser Fortschritt vollzieht sich in einem schleunigen Tempo, der auf ein erhebliches Maß von Vertrauen des privaten Beachten Sie in dieser 16 Seiten starken, reich illustrierten Nummer u. a. folgende Berichte und Beiträge: Die 60-GroschenJDemokratie der Kultusstube. Von Dr. Leo Goldhammer, Kischinew und weiter. (Ein grausiges Jubiläum.) Von Oeconomicus. Weizmann über die Sezession der Brandeis- Gruppe. Welwele Zbarazers Briefe an seinen Bruder. Von Dr. B. Wachstein. Musikleben in Palästina. Von Friedrich Saphir (Tel-Aviv). Neue jüdische Bühnenkunst. AeuBerungen des Leiters des Moskauer jiddischen Kammertheaters Alexis Granowsky. Schach, Rätsel, Sport usw. Zionistisches Landest omltee für Österreich Samstag, den ZU April 1928, 8 Uhr abends Großer Saal des Hotel »Continental«, II, Taborstraße Nr. 4 Vortrag Dr. Theodor Lessing (Univ.-Prof., Hannover) »Karl Marx und Theodor Herei« Karten sind im Zionistischen Büro, I, Kärntnerstraße Nr. 28, erhältlich.