Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 14-15 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3053753-3053767--0231-3055496- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 8 DIE STIMME Nr. 14/15 mm weltberühmte amerikanische Modelte Corselettes (Mieder und Büstenhalter vereint), \vrap allround (Hüftenformer) tragen alle Damen, die schlank sein wollen. Ein tragen, heißt der Figur die schlanke moderne Linie geben. Vollkommene Bewegungsfreiheit bei Tanz und Sport. Jede elegante Dame trägt ein und Sic nicht? EINZIGES %Ghu/-SPEZIALHAUS WIENS /. Kohlmarkt 7. Telephon 77-205 Telephon 77-205 dem Reservoir zur Kraftstation geleitet werden soll. Die Kraftstation wird 3 Turbinen von je 8000 PS enthalten. (Die jetzt bestehenden Kraftstationen der Gesellschaft haben insgesamt nur 4000 PS.) Des weiteren wird jetzt auch eine Eisenbahnzweiglinie zur Kraftstation angelegt. Die Arbeiten werden größtenteils im Akkord von 14 Arbeitergenossenschaften durchgeführt. Das Gesundheitszentrum und die jüdische Arbeit. Bekanntlich hat der jüdische Philanthrop Nathan Straus in Amerika 250.000 Dollar für den Aufbau eines Gesundheits_ Zentrums in Jerusalem gespendet, das hauptsächlich der Krankenprophylaxe dienen soll. Am Baukomitee beteiligen sich, verschiedene wichtige Persönlichkeiten, unter ihnen auch der von Amerika aus ernannte Leiter der „Hadassah", Dr. B1 ustone. Mit der Bearbeitung der zum Bau nötigen Steine wurde bereits begonnen!^ Jüdische Ar breiter sind ah er bei dieser Arbeit nicht beschäftigt, obwohl bei der Vorbereitung von 2000 m3 Steinmaterial die jüdische Arbeit sich nur um 30 Pfund teurer stellen würde. Die Delfiner'sche Seidenweberei, deren Betrieb vor VA Jahren eingestellt wurde, ist, wie aus Jerusalem gemeldet wird, von A. Mugrabi (der jetzt in Tel-Aviv ein großes Theatergebäude errichtet) zusammen mit zwei arabischen Finanzleuten um 5000 Pfund käuflich erworben worden. Seriös „HANSA“ WIEN 1., FRANZ JOSEFS-KAI 13 Diskret TELEPHON 75-409 Hlusar, Büros, Wohnungen, Hypoiha- Prompt kan, Varwaltungan Unter wenigen Tagen beste Resultate Eigene Kredltabtellung nur für grofle Transaktionen Osteressig Q.blnd-n NUR BEI JOSEF WILDAM Fabrik; Vl„ Mollardgasse 48 / Telephon B-24-0-16 d a n i e n Lager von Phosphaten entdeckt haben, deren Gehalt auf 18 Millionen Tonnen geschätzt werden. »In dem jetzt veröffentlichten Abkommen zwischen Großbritannien und dem Königreich T r a. n s j o r d a n i e n ist festgesetzt, daß zwischen Palästina und Transjordanien keinerlei Zollschranken bestehen dürfen. beiter bei den verschiedensten öffentlichen Arbeiten. Ihre zweite und für die Zukunft wahrscheinlich wesentlichere Leistung besteht in einer Reihe von gesetzgeberischen Maßnahmen, die nicht nur über den kritischen Augenblick hinweghalfen, sondern auch für die Zukunft dauernde Möglichkeiten eröffneten. Die Regierung begann mit einer Sc hutzzollpolitik, die der neuen Industrie die Existenz sicherte und Erweiterungsmöglichkeiten schuf; sie begann mit einer Reform der Steuergesetze, sie gab der Organisation des Jischuw Gesetzeskraft. Es ist schwer vorauszusagen, welche Bedeutung dieser Faktor, die Regierung, in Zukunft spielen kann: sicher ist, daß in den nächsten Monaten und Jahren die Regierung einer der wesentlichsten Faktoren des Aufbaus bleiben wird, wobei in erster Linie an den Hafen, b a u zu denken ist, bei dem für Jahre hinaus zahlreiche jüdische Arbeiter Beschäftigung finden werden, und der das wirtschaftliche Gesicht des Landes zu ändern bestimmt ist. Last not least: die Privatinitiative von jüdischer Seite. Die Tatsache, daß die Palästina- Anleihe der Regierung in London überzeichnet wurde, hat wohl auch dem jüdischen Privatkapital die Augen über die Zukunft des Landes zu öffnen begonnen. Der glänzende Absatz der palästinensischen Orange, die erfreuliche Entwicklung mancher industrieller Unternehmungen, die in die benachbarten Länder zu exportieren beginnen, halfen bei Ueberwindung der bisherigen Zurückhaltung. So zeigen die letzten Monate die zunehmende Betätigung des jüdischen Privatkapitals in Orangenpflanzungen, zeigen die Konsolidierung und Erweiterung städtischer industrieller Unternehmungen, zeigen aber vor allem zwei gewaltige Fortschritte. Die Elektrifizierung Palästinas, bisher nur in den drei Städten Tel-Aviv, Haifa und Tiberias durchgeführt, hat den entscheidenden Schritt getan: das Zentralkraftwerk am Jordan ist im Bau. Hier handelt es sich streng genommen nicht um reine Privatinitiative, sondern um Privatinitiative von jüdischer Seite, Beteiligung des Keren Haje s s o d und Beteiligung englischer kapitalistischer Kreise. Und schließlich ist gerade in diesen Monaten die Konzession für das Tote Meer erteilt worden, womit sich Aspekte eröffnen, die heute in ihrem Umfang noch nicht zu übersehen sind. So ergibt sich das Gesamtbild: Die Krise ist in schnellem Schwinden begriffen und voraussichtlich wird schon in wenigen Monaten das Problem neuer Einwanderung akut werden. Der Aufbau des jüdischen Palästina geht weiter, der Zionistischen Organisation aber ist die Schonfrist ermöglicht, während der sie ihre Finanzen sanieren kann, um dann wieder die zentrale Stelle im Aufbauwerk einzunehmen, nicht mehr als der einzige Erbauer^ Palästinas, sondern unterstützt und gefördert durch jene Faktoren, deren Wirksamkeit wir hier kurz geschildert haben. Miszellen Die Auswanderung aus Palästina. Im Verlauf des Jahres 1927 sind rund 6000 Personen, unter ihnen 5072 Juden, aus Palästina ausgewandert. Von den auswandernden Juden waren 4432 Rückwanderer, 640 frühere Landeseinwohner. Die große Mehrheit der Auswanderer waren Personen ohne bestimmten Beruf nebst ihren Familienangehörigen, sowie eine Anzahl gelernter Arbeiter. Gegenüber dieser Auswanderung im Jahre 1927, steht eine Einwanderung von 2713 Juden in diesem Zeitraum. Das Rutenberg-Werk am Jordan. Vertreter der jüdisdhen Presse Palästinas statteten dem im Bau begriffenen Rutenberg- Werk bei Gesdher am Jordan einen Besuch alb. Es sind, jetzt dort 360 jüdische Arbeiter und Beamte beschäftigt, während die Zahl der arabischen Arbeiter aus Transjordanien 60 beträgt. Die Hauptarbeit besteht jetzt in der Brrichtung eines 400 m langen Betonkanals, durch den später das Wasser aus Baron Edmond Rothschild hat den in Paris weilen, den Londoner Philanthropen Bernhard Baron auf seine Villa in Ca£ Ferrat eingeladen, um mit ihm Angelegenheiten des Aufbaus Palästinas zu besprechen. Die arabische Zeitung „Alif Ba“ teilt mit, daß englische Sachverständige in der Nähe von El Salt in Transjor. Landesversammlung der preußischen Judengemeinden Entwurf eines Judengesetzes, — Die Vorschläge für einen Reichsverband. Am 25. und 26, März tagte in Berlin unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Heinrich Stern die Latidesversammlung des Veilbandes preußisch-jüdischer Gemeinden. Dem von Dr, Ismar Freund erstatteten Bericht des Verbandsrates ist zu entnehmen, daß der Landesverband 722 jüdische Gemeinden Preußens zu Mitgliedern hat; 13 Gemeinden sind ausgetreten. Etwa 200 Gemeinden, hauptsächlich Zwerggemeinden, haben sich bisher noch keinem Verbände angeschlossen. Die erwähnten Austritte erfolgten, weil die 'Gestaltung des Verbandes Aenderungen der Struktur der Einzeligemeinden bedingt, 90 Gemeinden erheben als Steuer 10 Prozent, 23 Gemeinden sogar über 100 Prozent des Reichssteuersatzes. Demgegenüber kündigt der Staat Beanstandung bei einer höher als lOprozentigen Belastung an. Ohne Staatstaeiliilfe ist eine Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden unmöglich. Von den Gemeinden sind für das laufende Jahr 347.000 Mark an Beiträgen für den Landesverband eingegangen. Im preußischen, Staatsetat sind für die Gemeinden ige_ genwärtig zwei Positionen eingestellt. 1. Für Rabbiner und deren Hinterbliebene 200.000 Mark, 2. Für Unterricht 400.000 Mark. Die Tagung beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Entwurf des Judengesetzes, der dem preußischen Landtag zu überreichen ist, mit der Frage des Reichs verbandes jüdischer Gemeinden Deutschlands sowie mit dem\ Budget des Verbandes. Das mit zirka 1,180.000 Mark präliminierte Budget wurde angenommen. In der Fraige des Reichsverbandes hat die Landesversammlung gemäß dem Vorschlag des Verbandsrates die in Nürnberg bei der Beratung der Ver- Am 24. März wurde in Jerusalem die internationale Missionskonferenz, bei Anwesenheit von 214 Delegierten aus 51 Ländern eröffnet. Die Katholiken sind auf dieser Konferenz nicht vertreten. Treffpunkt der Zionisten jeden Samstag abends im Cafe Produktenbörse, II., Taborstraßc 10, treter der Gemeindeverbände (beschlossene Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft (über die wir bereits berichtet haben, — Die Red.) gebilligt. Nach eingehenden Beratungen der in der Landesversammlun!g vertretenen Fraktionen (Liberale, Jüdische, Volkspartei, Mittelpartei, Konservative) wurde eine vollständige Einigung über den Judenschutz erzielt. In dem Entwurf, der nach erfolgter Verständigung mit dem Halberstädter Gemeindebund, spätestens a ib eroach zweiMonaten ibei der preußischen Regierung einzubringen ist, wird die absolute Gleichberechtigung der ausländischen Juden in den Gemeinden prinzipiell fest gelegt, gegen ihre Wählbarkeit in den Gemeindevorstand bestehen keine ge setz liehen Schranken. Auch das Zwangs verba n'dsprinzip wurde festgelegt; jede Gemeinde muß einem Verbände angehören. Der Austritt einzelner Mitglieder aus der Gemeinde kann nur bei gleichzeitigem Eintritt in eine Personalgemeinde erfolgen, wobei Bestimmungen getroffen sind, daß die Steuer! eistun g nicht unter den an die frühere Gemeinde gezahlten Betrag sinke. Auszeichnung des Präsidenten der Linzer iüdischen Gemeinde Der 'österreichische Bundespräsident Dr. Hain is ch hat dem Präsidenten der jüdischen Kultusgemeinde in Linz, iBenedlkt Schwager, in Würdigung seiner Verdienste tim das öffentliche Wohl das silberne^ Ehrenzeichen der Republik verliehen. Die Frequenz der Wiener Kultusgemeindebibliothek Der Lesesaal der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien wurde im Jahre 1927 von 8533 (1926: 8070) Lesern besucht, die 16.908 i(1926: 16.604) Werke mit 24,983 (1926: 24.295) Bänden benützten. Entlehnt wurden an 1489 (1926: 1207) Personen 2324 (1926: 1693) Werke in 3166 (1926: 2661) Bänden. Zurückgestellt wurden 2104 (1926: 1451) Werke, bezw. 3198 (1926: 2232) Bände. Die weltberühmten und bevorzugtesten =5 | Amerikanischen | (Manischewitz Matzos ( | =- Grieß Farvel | H sind in allen || 5 besseren Lebensmittelgeschäften erhältlich =5 1 Hanischewitz Matzos-Vertrieb 1 | Wien, II., Fugbachgasse 24 (Nordbahnstraße 38) | §§ Telephon Nr« 73-9-32 und 42-3-38 s 1 Filiale: lg. Frost, II, Haidgasse 9 — Telephon Nr. 46-8-89 | ... Die jüdische Gemeinde [ 482323234823485323232323230002003253235353234848234848482323484848482353232353485353234848482353232353