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Die Stimme · 1928-03-29 · Heft 13 (29.3.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 13 (29.3.1928)
Date
1928-03-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet \fm |)a |)a Journal expedte par l’öditeur Abonnementpr eise: Für Österreich: Monatl. S 1*50, viertel j. S 4-20, Qanzj. S 16*— / Deutschland: Monatl. Goldmark 1*—, viertelj. Goldmark 3*— / Tschechoslowakei: Monatlich KC .7*—, viertel- JJUirlich Kd 19-/ Jugoslawien: Monatlich Dinar 14*—, vierteljährlich Dinar 40*— Jüdische Zeitung erscheint leden Donnerstag HedaUlicn und. Administration: Wien, I. Ttamhensteingasse 1 / Telephon 7 Polen: Monatl. Zloty 2*30, viertelj. Zloty 6*50 / Ungarn: Monatl. Pengö 1*50, viertelj. Pengö 4*20 / Rumänien: Monatl. Lei 45*—, viertelj.Lei 125*— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30*—, viertelj. Lewa 80*— / Belgien: Monatl. Belga 2*—, viertelj. Belga 5 — / Übriges Ausland: Monatl. Schweizer^Franken 1*50 1. Jahrgang Wien, 29. März 1928 (8. Nissan 5688) Nummer 13 Die internationale Anleihe für Palästina Sir Alfred Monds Memorandum an die britische Regierung — Die Stimmung in Völkerbundkreisen Sir Alfred Mond, der von seiner Orientreise nach London zurückgekehrt ist, gab einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen - Agentur ein Interview über die Aussichten des jüdischen Nationalheims in Palästina; dabei erklärte er u. a., er sei eben, so wie hervorragende Sachverständige, der Meinung, daß Palästina in die Lage gebracht werden kann, zwei bis vier Millionen Menschen zu ab- I - sorbieren; deshalb fordere er von der britischen Regierung die Inauguration einer liberaleren Einwahder u n g s p o 1 i t i k für Palästina. Iin weiteren Verlaufe seines Gespräches legte Sir Alfred Mond dar, er glaube, daß nur ein Drittel der Bevölkerung sein Auskommen in der Landwirtschaft wird finden können und daß die Zukunft eher in einer intensiven industriellen Entwicklung liegt, die zwei Drittel der Bevölkerung wird ernähren können. Der Arbeit der Pica (Palestine Jewish Colonisation Association) zollte Sir Alfred Mond hohe Anerkennung; sie hat, sagte er, beim Aufbau des Landes praktisch fast ebensoviel geleistet wie die Zionistische Organisation. Sir Alfred Mond sprach auch mit viel Lob von der jetzigen Generation jüdischer Arbeiterführer in Palästina, die den Wert des Zusammenwirkens zwischen Kapital und Arbeit erkannt haben. Die Tätigkeit Sir Alfred Monds ist jetzt auf die Durchführung der Anleihefür denPalästina- Aufbau gerichtet; er hat der britischen Regierung einen Plan betreffend die vom Völkerbund zu garantierende internationale Anleihe unterbreitet und dabei, wie verlautet, der britischen Regierung vorgeschlagen, für einen Teil der Anleihesumme, die die zionistische Organisation für das Aufbauwerk in Palästina auf dem internationalen Markte unter Garantie des Völkerbundes aufzubringen beabsichtigt, allein die Garantie zu übernehmen. Ueberdies hat Sir Alfred Mond der britischen Regierung ein Memorandum überreicht, in welchem auseinandergesetzt wird, daß angesichts der dauernd unruhigen Stimmung in Aegypten Palästina für den Schutz der britischen Handelsroute nach dem Osten in erhöhtem Maße in Betracht kommt. Das ägyptische Volk, heißt es in dem Memorandum weiter, erstrebt für sich die völlige Unabhängigkeit, weshalb die Aufrechterhaltung der britischen Heerstraße nach dem Orient über den Suezkanal sich in Zukunft schwierig gestalten STIRNFALTEN Mundfalten, Augenfalten, Beutel unter den Augen vereitern! Sie verschwinden (In 5 MINUTEN nach Gebrauch von f||m< (ge*. gesch.). Einfache An wen« düng T Der Haut vollkommen unschädlich t Fla «ehe S 3* -, Original-Tube S 4—, Mitteltube S 2’-. Zu haben In Apotheken, Drogerien, Parfümerien. „DIM"-Laboratorlum, Wien, II. Ob. Donaustrafie 17. Telephon 45-5-95 könnte. Die Juden in Palästina aber bilden ein gut europäisches Element, auf welches man sich verlassen könne. Es sei darum zu raten, Palästina als Zentrum für den Schutz der britischen Handelsroute nach dem Orient zu Wählen, Zu diesen Bemühungen Monds läßt sich die Jüdische Telegraphen-Agentur aus Kreisen der zionistischen Exekutive folgendes berichten: Bis auf England haben alle dem Völkerbund angehörenden Mächte der Völkerbund-Garantie für die geplante internationale Anleihe für den Palästina-Aufbau xzugestimn?4 Wenn bis heute die Zustimmung Englands noch aussteht, so ist dies nicht aus Gründen der Abneigung gegen den Anleiheplan zu erklären, sondern daraus, daß sich die zionistische Anleihe-Kommission selbst noch nicht über die Verteilung der Anleihesumme auf die einzelnen Arbeitsgebiete und über die Form der Amortisation einig geworden ist. Die Durchführung der Anleihe scheint demnach nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Präsident Weizmann in Amerika Wie aus New York gemeldet wird, ist der Präsident der zionistischen Weltorganisation, Prof. W eizmann, am 22. März in New. York eingetroffen; er wurde von zahlreichen Delegationen jüdischer Organisationen Amerikas feierlich empfangen. Den Vertretern der Presse erklärte Präsident Weizmann, er werde sich bei seinem gegenwärtigen Besuch in den Vereinigten Staaten bemühen, es zur endgültigen Komplettierung und Zusammenstellung der erwarteten Jewish Agency zu bringen. Der Präsident des ,,American Joint Commitee“, Felix War bürg, welcher, um mit Weizmann zusammenzutreffen, seine Europareise verschoben hat, stattete Weizmann einen Besuch ab und konferierte mit ihm längere Zeit. Weizmann und Brandeis Wie aus New York berichtet wird, sind die bekannten Zionisten Samuel Rosenson und Lawrence Berenson aus der zionistischen Organisation und aus dem Komitee für den United Paler stine Appeal ausgetreten. In einem an die Leitung der zionistischen Organisation Amerikas gerichteten Schreiben erklären sie, sie hätten sich zu diesem schwerwiegenden Schritt entschließen müssen, weil sie die Ueberzeugung gewonnen haben, daß der gegenwärtige Schwäche z.u stand der zionistischen Bewegung in Amerika auf die Inkompetenz und die schlechte Leitung seitens der jetzigen zionistischen Führer seine Ursache hat, Die Mitarbeit aus London, heißt es in dem Schreiben weiter, bedeutet für uns nicht das Heilmittel; was not tut, ist eine neue Führerschaft. Das Administrativ-Komitee der amerikanischen zionistischen Organisation hielt im Beisein Doktor Weizmanns eine Sitzung ab, in der zu dem Austritt von Rosenson und Berenson Stellung genommen wurde; in einer Resolution wurde einmütig die Meinung zum Ausdruck gebracht, der Austritt der beiden Herren sei das Signal zu einer Erneuerung des Kampfes der Brandeis-Gruppe gegen Louis Lipsky und Dr. Weizmann. Spiel mit Ziffern Von Dr. Leo Goldhammer, Der Gang der zionistischen Bewegung ist ebenso, wie der jeder anderen gesellschaftlichen Bewegung, ein wellenförmiger. Wenn die Wellen hoch gehen, so verkriechen sich alle „wasserscheuen“ Elemente, aus Angst, mitgerissen zu werden; geht aber die Welle tief, so kommen sie aus ihren Verstecken hervor und versuchen das bisher Geleistete mit „unpolitischem“ Auge zu beobachten, oder mit „wissenschaftlichen“ Argumenten zu kritisieren. Einen solchen Wellentiefgang bedeutete für die zionistische Arbeit, die im Jahre 1925 als Folge der ivierten Alijah eingetretene und jetzt abklingende Krise. Es ist daher nicht verwunderlich, daß sich alle Antizionisten von rechts und links mit dem zionistischen Problem beschäftigen und nach einer „unpolitischen“ Reise nach Erez Israel, mit vierzehntägigem Aufenthalt daselbst, oder mit einem Aufwand von „statistisch-wissenschaftlichem“ Material sein bevorstehendes Ende Voraussagen. Der Professor für Statistik an der Genfer Universität, D|r. Ljbman n-H e r s c h, hat schon wiederholt, wenn auch mit wenig Erfolg, seine Prophetengabe an den zionistischen Problemen versucht. Nunmehr unternimmt er es neuerdings in einer ziemlich umfangreichen, in der New Yorker Monatsschrift „Die Zukunft“ (August-, September- und Oktoberheft 1927) erschienenen, „Von der Statistik zur Politik“ betitelten Arbeit die Frage zu beantworten: „Wird der gegenwärtige Zionismus weiter existieren können? Wird er weiterhin bestehen? Was wäre an ihm zu ändern? Worin wird er sich ändern? Ist er überhaupt in der Lage, sich weiterzuentwickeln?“ Die Antwort stand für Prof. Libmann-Hersch vor seinen Untersuchungen fest. Um aber seiner Arbeit das Mäntelchen der Wissenschaft umzuhängen, beginnt er mit einem ungeheu- Beachten Sie aus dem reichen Inhalt dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze: Zarte Rücksicht auf die Höchstbesteuerten. Jüdische Forschungsreisende in alter und neuer Zeit. Von Dr. J. S a 1 m o n i. Wie steht es um unsere hebräische Universität? Von Chaim Ibn-Schamir. Die arabische Bewegung. Von Günter K e i s e r. Die Wahabiten. Von Dr. S. Wellisch. Der „Inhalt“ der Erziehung. Von Wladimir Jabotinsky, Meine Reise nach Palästina, Von Max Brod. Schach, Rätsel, Humor, Sport, zahlreiche Illustrationen. Die nächste Nummer unseres Blattes erscheint am 4. April als PESSACH-FESTNUMMER in bedeutend verstärktem Umfange mit zahlreichen Illustrationen und enthält Beiträge von Josef Achron, Professor Dr. L. Blau, Rabbiner Dr, D. F e u c h t w a n g, Dr. N, M. Gelber, Ministerial . Rat Dr. Hans Goslar, Wladimir Jabotinsky, J. Kotik, Hermann Menkes, S. Meis eis., Arno Nadel, Dr. David Rothb 1 um, Benjamin Segel, M. Spektor, Dr. B. W a c h s t e i n, Dr. Robert Weil, Dr. E. M. Z w e i g u, v. a.

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