Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1928)
- Date
- 1928-03-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 DIE STIMME r. Scherz und Humor Die Bestellung Dem Feiwisch Hirsch war in seinem Laden der Firnis aasgegangen und er wollte seinen Vorrat erneuern. So setzte er sich an sein Pult und schrieb der Firnisfnbrik, die ihn belieferte, folgenden Brief: „Geehrte Firma! Was haben Sie mir das letzte Mal für einen Firnis geschickt? Er klebi, trocknet überhaupt nicht und stinkt. Wie können Sie mir, einem alten treuen Kunden, so eine mieße Ware schicken? Ich verliere daran meine ganze Kundschaft. Bitte schicken Sie mir sofort wieder drei Faß, aber genau die gleiche Qualität wie das letzte M a ir Diesseits und Jenseits Der Großvater tröstet seine zwei Enkelkinder, die sich bei ihm beklagt haben, daß sie als Juden verspottet werd n: „Kinder, macht euch nichts daraus. Wir Juden, wir wissen — diese Welt, die Welt auf Erden, die gehört nicht uns, die gehört den Gojim, Dafür aber wird jene Welt, die andere Welt, bloß den Juden gehören.” Kurze Gedankenpause, — Dann: „Das heißt, lachen möcht' ich, wenn jene Welt möcht* auch gehören den Gojim!'' Der Kampf der Lemberger Hasmonäa in der polnischen Oberliga Ein Zentrum des jüdischen Sports in Polen ist seit langem schon die Hasnonäia in Lemberg. Der jüdische Allrcrundverein, der unter der Leitung des Senators Rosmarin und des bekannten Lemberger Arztes Dr. Roller steht, bedeutet ganz besonders für Lemberg den Mittelpunkt jüdisch-sportlichgesellschaftlichen Lebens. Die-wichtigste Sektion, weil sie am stärksten nach außen wirkt, ist auch hier die Fußballabteilung. Seit s e cibs Jahren nimmt Hasmonäa an der Meisterschaft der ersten Klasse in Palen teil. Die Krise des polnischen Fußballverbandes im verflossenen Jahr hat endlich zur Schaffung einer Oberliga geführt, die aus dreizehn Vereinen besteht. Hasmonäa stellt nunmehr die einzige jüdische 'Mannschaft in dieser Oberliga, da Jutrzenko und Makkabi aus Krakau zuriickgefallen sind. Am 25. März beginnen die Ligakämpfe, Schon der erste Tag bringt in Lemberg einen Großkampf mit der Begegnung H a s m o n ä a—P o g o n. Pogon ist der Altmeister Polens, der dde Meisterschaft des Landes serienweise gewonnen hat. Das Zusammentreffen der zwei Mannschaften bedeutet für Lemberg eine Sportsens>ation ersten 'Ranges und wird sich des besonderen Zuspruchs seitens des Publikums zu erfreuen haben, Hasmonäa allein hat eine Gefolgschaft von 6000 bis 7000 Personen; überhaupt bilden die Juden in Lemberg ungefähr 80 Prozent des Fußballpublikums, Hasmonäa ist wohl deshalb ein sehr gesuchter Partner, hat aber unter der antd.semitischen Strömung bei den Fußballbchördein. »md insbesondere seitens der Schiedsrichter sehr zu leiden. Dies wirkt sich besonders in fremden Städten aus, wobei oft sehr weite Reisen gemacht werden müssen, da die Vereine der Oberliga sich aus allen Teilen des Landes rekrutieren. Der Kampf um den Verbleib in der 'Spitzenliga hat in Polen zu einer überaus derben: Spielweise geführt, die sich natürlich in erster Linie gegen die jüdische Mannschaft auswirkt. Hasmonäa hofft, sich in der ersten Klasse zu behaupten, Der Abgang Steuermanns zur Wiener Hakoah hat die Mannschaft wohl etwas geschwächt, doch verfügt sie über genügendes Material, das 9ich aus den zahllosen kleinen jüdischen Vereinen Lembergs zusammensetzt. Leider kann Hasmonäia diese 'kleinen Klubs, die keine Spielplätze haben, nicht sonderlich unterstützen. Die Verhältnisse im polnischen Fußballsport drängen übrigens zur Einführung des offenen P r ofessionalismus, dem zunchst leider auch die Hasmonäa nddht entrinnen dürfte. Die übrigen Sektionen des Vereines erreichten die sportliche Höhe der Fußballmannschaft wohl nicht, doch wird dort sehr wertvolle jüdisch-nationale Aufbauarbeit geleistet. Ein wichtiger Erfolg der Hakoahmannschait Die am letzten Sonntag ausgetragene Runde der Wiener Fußballmeisterschaft brachte der Hakoahrnannschaft einen unmmtw h. 'M.J : J-i iStf •** * wm Die Fußballmannschaft der Lemberger „Hasmonea“ (x Steuermann, welcher demnächst in der Wiener Hakoah-Mamnschaft debütieren wird). Schenken Sie uns nicht blondes Vertrauen. Prüfen und vergleichen Sie! Sehen Sie sich unsere Warenangebote in den Schaufenstern an, besuchen Sie uns unverbindlich und ohne Kaufzwang, lassen Sie sich unser riesiges Lager in erstklassigen Qualitätswaren zeigen, schätzen Sie Qualität und Preis ab. und Sie werden sich einwandfrei davon überzeugen, daß der Ruf des populären Leopoldstädter Warenhauses Brüder Schiffmann, 2. 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Dae Blau- Weißen waren in folgender Aufstellung angetreten: Rosenfeld; Scheuer, Feldmann; Strohs, Brandes, Pollak: Neufeld, Heß, Schömlcld, Mausner, Katz. Durch -diesen Erfolg hat sich der jüdische Verein vorläufig auf den 9. Platz in der Tabelle vorgeschoben und weist 13 Punkte aus 17 Spielen auf. Am kommenden Samstag hat Hakoah den Gupkampf gegen W. A. C, zu bestreiten. ‘xV'-'-vv;/: c,: *■ '«* ij -XJ •L . I 7jl;\ r : -- - WmWm. •SlllfS mmÄi Wmßß mrnmämmsä '■W0'. /' },v- ■ ÄS Moi'se BouquiUon, der die französische Boxmeisterschah in Mittelgewicht errang. Ein Jahr Eishockey in der Hakoah Schon im Jalhre-1923 wurde bei der Hakoah der erste Versuch gemacht, eine Eishockeysektion ins Lehen zu rufen, doch nach kurzer Zeit wurde sie mangels entsprechender Organisation wieder aufgelöst. Im vergangenen Herbst-fanden sich nun aus dein. Reihen der Landhockeysektion einige Mitglieder, die darangingen, das im Jnhire 1923 begonnene Werk wieder fortzuführen. Hugo Neumann und Hans Wald gelang es in ganz kurzer Zeit, eine spielstarke Mannschaft auf die Beine zu bringen, die schon in der heurigen Saison recht Ersprießliches zu leisten vermochte. Obwohl es vor allem an regelmäßigem Training fehlte, hat die Mannschaft durch die vielen ausgetragenen Wettspiele eine ansehnliche Spielstarke erreicht. Die Sektion halte 23 ausübende Mitglieder uinid nahm an der Meisterschaft des Verbandes in der 2. Klasse teil. Weiters spielte die Jugendmannschaft im Cup um den Jarosz-Szabo-Preis mit und konnte in ihrer Gruppe den zweiten Platz erreichen. Die erste Mannschaft absolvierte iheuer 14 Wettspiele; es gelang ihr, die spielstarken Währinger glatt 2 : l und das Team des Wintersportklubs, ider überlegener Sieger in der Meisterschaft der zweiten Klasse blieb, einwandfrei im letzten Kampfe 5 : 4 zu schlagen. Auch gegen erstklassige Mannschaften gelang es den stets überaus ambitioniert kämpfenden Hakoahnern, gute Resultate zu erzielen (Cottage 4 : 2, Hertha 4 : 1). Große Verdienste um das Emporblühen dieser jungen Sektion erwarb sich Dr. Felix. Darik dem Entgegenkommen de* Wiener Eislauf Vereines war es möglich, auch während der Zeit wo es Tauwetter gab, regelmäßig Wettspiele auf der Kunsteisbahn des W. E. V. auszutragen. Im Herbste werden die noch schwach besetzten Posten der Mannschaft mit neuen Kräften ausgeführt werden, unter anderem wird der hervorragetwfc Spieler Max, der heuer noch beim Eislaufvereiin tätig war für die blauweißen Farben kämpfen. Die nächste Saison der jüdischen Eishockeymannschaft (äßt zweifellos Erfolge auch in diesem Sportzweig erwarten. Das Hockeyturnier um den Dr.-Körner-Pokal wird die Hakoah wahrscheinlich erst gegen Ende April veranstalten. Außer Hagibor, Prag, werden eine führende Berliner Mannschaft und ein Wiener Spitzenverein teilnehmen. Fünf Hakoahner bekleiden derzeit im Hockeyvertaaad Funktionen. Es sind dies der Verbandiskapitän Ing. Nossig sowie die Herren Sonnenschein, H. Neumanjn, Wald und Kutscher (Blau-Weiß). Die erste Veranstaltung — der erste Sieg! Die erste leichtathletische Veranstaltung des heuriges Jahres, das A u h of 1 a u f e n, brachte der Hakoah einen außerordentlichen Erfolg. Die erste Mannschaft des jüdischen Vereines, bestehend aus Blödy und Frankl, konnte, wie berichtet, in sicherer und überlegener Weise die gesamte Konkurrenz besiegen. Vom Start weg setzten sich die beiden Hakoahner an die Spitze und erkämpften sich schon im ersten Teil der Strecke einen Vorsprung. Groß war der Jtibei der (anwesenden Anhänger, als die Hakaahmannschaft lange vor den übrigen Läufern, als erste auf dem 'Rapidplatz einlief. .Mit zirka 150 Meter Vorsprung gingen schließlich Frankl und Blödy durchs Ziel. Nicht weniger erfreulich als dieser 'Sieg war auch daß glänzende Abschneiden der N e u J i n gs m a rto s c h a 11. Spielmann und (Beck, die ebenfalls in ihrer Gruppe einen sicheren Sieg feiern konnten. In der G e s a m t k 1 a s si f i(ka - tion erreichten sie den 7, Platz (!), wobei sie noch viele Senioren- und Juniorenmannschaften schlagen konnten. Vom Jüdischen Turn, und Sport verband der Schweiz In einer kürzlich in Zürich abgehaltenen Präsidialsitzung wurde die 'Lage des Verbandes eingehend erörtert. Der Jüdische Turn- und Sportverband der Schweiz besteht gegenwärtig aus sieben Vereinen mit einen Geaamtstand von 580 Mitgliedern. Das Programm des heurigen Jahres sieht folgende größere Veranstaltungen vor: 17. Mai: Treditour, verbunden mit zehnjährigem Jubiläumsfest und' leichtathletischen Wettkämpfen in Olten, ihn Juli findet die Beteiligung der jüdischen Turnvereine Basel und Zürich am eidgenössischen Turnfest in Luzern statt. Der Blau-Weiß Bern wurde beauftragt, die Durchführung eines Sportfestes in Bern für 1929 zu prüfen. Ein erfolgreicher Boxabend des Leipziger Bar Kochba Die tüchtige Boxabteilung des Bar-Kochba in Leipzig veranstaltete in der vorigen Woche Einladungskämpfe, die dem jüdischen Verein große Erfolge brachten. Gerson erzielte einen Punktesieg, desgleichen K>ane, Wilkomirsky kämpfte unentschieden. Hutter erreichte einem knappen Punktesieg, Fl asc hm ann boxte unentschieden, Fuchs feierte einen klaren Sieg mach Punkten, ebenso Baldermann. Eine erfolgreiche jüdische Fechtmeisterin. Helene Ma y er die deutsche Fechtmeisterin, bekanntlich eine Jüdin, trag in Rotterdam gegen die holländische Meisterin Deboer einen (Florettkampf aus, in dem sie mit 10 :6 siegte. iLn einem zweiten Kampf gegen Frau Ad mir aal wurde sie gleichfalls Siegerin mit 6 : 2. Die Spiele der jüdischen Amateurmannscbaftcn brachten folgende Ergebnisse: Ottakringer S. C. besiegte die Hasmonäa 2:0 (2:0). Je ein Mann von beiden Vereinen wurde ausgeschlossen, zuletzt wurde dais -Spiel zehn Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit aus beiderseitigem Verschulden abgebrochen, — Hagibor unterlag gegen Alsergrund 2:3 (1 : 1), wobei (die jüdische Mannschaft einen Ellfmeterstoß vergab. — Makkabi schlug die Leopoldstädter Kicker 4:0 (2:0), Die Tennissaison wird bei der Hakoah am Sonntag der 25. März um 9 Uhr vormittags auf den sechs Plätzen in der Krieau eröffnet werden. Der jüdische Verein hat den hervorragenden österreichischen Tennistrainer, Alois Schaffer, als Lehrer engagiert. Frühjahrswaldlaul am 25. März. Am 25. März findet auf dem Hakoahplatz der jährliche Früihijahrswaldlauf des Verbandes statt. Die Hakoah hat zwei Mannschaften genannt. Fritzi Löwy, die bekannte Rekordschwimmerin der Hakoa'h, mußte sich neulich einer kleinen Operation am Fuß unterziehen, die Dozent Dr. M ain, dl vornahm. „Fritzi" nimmt im den nächsten Tagen wieder das Training auf, Die Hockey-Mannschaft des Wiener Sportklubs „Hakoah”. < . - ■ *.• rix Jüdischer Sport