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Die Stimme · 1928-03-22 · Heft 12 (22.3.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 12 (22.3.1928)
Date
1928-03-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Nissan 5688) Nummer 12 Ein Pro-Palästina-Komitee in England Bedeutungsvolle Kundgebung von Persönlichkeiten der Mandatsmacht In England besteht bereits seit einigen Jahren ein aus Mitgliedern der beiden Häuser des Parlaments bestehendes „Interfraktionelles Palästina- Komitee“, welchem Parlamentarier aller Parteirichtungen angehören. Um nun in der gesamten Oeffentlichkeit Englands Aufklärung über das jüdische Aufbauwerk in Palästina zu verbreiten, welches unter den Auspizien der britischen Mandatarmacht erfolgt, hat eine Reihe der b e d e utendstenPersönlichkeitendesöffentliehen Leben.s Englands sich zusammengeschlossen, um ähnlich, wie dies in den kontinentalen Ländern Europas, wie Frankreich, Deutschland, Italien, Oesterreich, Bulgarien u. a. geschah, ein aus allen Schichten der Bevölkerung Englands zusammengesetztes Pro-Palästina-Komitee zu begründen. Die Vorbereitungen für diese Gründung reichen in die Mitte des Vorjahres zurück, wie aus einem Schreiben vom 27. August 1927 hervorgeht, welches die Proponenten dieses neuen Komitees an den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation. Prof. Weizmann, gerichtet haben; in diesem Schreiben formulieren die Unterzeichner die Aufgaben des Komitees wie folgt: „In verschiedenen Teilen des Auslandes sind bereits Pro-Palästina-Gesellschaiten gegründet worden, durch die die zionistischen Verbände moralische Unterstützung erhalten. Die Oeffentlichkeit in England ist, wie wir wissen, noch immer sehr ungenügend und oft sogar falsch über die zionistische Bewegung informiert. Es mag sein, daß sich hier, in dem Versuch, gegen diese Unwissenheit anzukämpfen, eine bedeutungsvolle Aufgabe bietet. Aber es ist wohl nicht unsere Sache, zu sagen, auf welche Weise wir Ihnen* von Nutzen sein könnten. Der Zweck dieses Briefes ist erfüllt, indem wir Ihnen die Versicherung abgeben, daß wir bereit stehen und, in der Tat, auf eine Gelegenheit warten, um Ihnen unter Beachtung der Grenzen, die einigen von uns durch ihre offiziellen Stellungen in diesem Lande auferlegt sind, jeden möglichen Beistand zu leisten.“ Das Schreiben ist von folgenden Persönlichkeiten unterzeichnet: Lord Arthur B a 1 f o u r. J. Ramsey MacDonald, David Lloyd George, Phi¬ STIRNFAITEN Mundfalten, Augenfalten, Beutel unter den Augen vereitern I Sie verschwinden In 5 MINUTEN nach Gebrauch von ^1^1 (ges. gesch.),EinfacheAnwen- «Willi düngt Oer Haut vollkommen unschädlich 1 Flasche S 3- , Original-Tube S 4'-, Mitteltube S 2’—. Zu haben in Apotheken, Drogerien, Parfümerien. «DIMM-Laboratorium, Wien, II, Ob. Donaustraße 17. Telephon 45-5-95 R* BASCH, IV. ARQENTINIBRSTRAS5E Nr. 22 KOHLE KOKS Tel. 91*2-87 ANTHRAZIT Tal. 90-403 Zustellungen erfolgen Innerhalb 24 Stunden j Rabattsaktion da» KEREN KA4EHETH lipp S n o w d e n, Ethel S n o w d e n, General George M. W. M a g d o n o g h, Colonel Josiah C. Wedgwood, Windham Deedes, Blanche E. C. Dugdale, H. Sidebotham, George Mitchell (konservatives Mitglied des Unterhauses, der auch als geschäftsführender Sekretär des Komitees fungiert). Dr. Weizmann beantwortete dieses Schreiben mit einem Brief, der zusammen mit dem oben erwähnten Schreiben vom 27. August 1927, jetzt, nachdem die Gründung des Komitees unter der Bezeichnung „Palestine Mandat Society“ vollzogen ist, in der Londoner „Times“ veröffentlicht wurde. Der geschäftsführende Sekretär des Komitees, George Mitchell, fügt dieser Veröffentlichung folgende Mitteilung hinzu: „Aus dieser Korrespondenz entwickelte sich die Gründung der »Palestine Mandate Society*, deren Vorsitz Lord Ceciiof Chelwood übernommen hat. Diese Gesellschaft besteht aus einer Anzahl nicht jüdischer britischer Staatsangehöriger. Die Gesellschaft will im britischen Empire Kunde von den Maßnahmen verbreiten, die ergriffen werden, um der zwischen dem britischen Empire und der Zionistischen Organisation, im Einklang mit dem der englischen Regierung durch den Völkerbund im Jahre 1920 übertragenen Palästina- Mandat, geschaffenen Partnerschaft Wirksamkeit zu verleihen.** « Die Gründung dieses Pro-Palästina-Komitees in England zeigt, wie wichtig der Gedanke der Aufklärung der gesamten Oeffentlichkeit über die Ziele des Palästina-Aufbaues auch in England, der Mandatmacht Palästinas, erscheint. Die Bedeutung der neuen Gründung liegt vor allem darin, daß die im englischen Pro-Palästina-Komitee zusammengefaßte öffentliche Meinung Englands am leichtesten der Mandats-Regierung darlegen kann, welches Maß an Unterstützung bei der Durchführung des Aufbauwerkes notwendig ist. Wenn, wie es beabsichtigt ist, die Pro-Palästina-Komitees der einzelnen Länder zu Gesamttagungen zusammentreten, wird es von größter Wichtigkeit sein, daß gerade England dabei vertreten sein kann. Gründung eines jugoslawischen Pro* Palästina-Komitees Der Präsident der Zionistischen Exekutive, Nahum S o k o 1 o w, ist, am 9. März, von Bulgarien kommend, in Belgrad eingetroffen und wurde auf dem Bahnhof von den Vertretern der Judenheit Jugoslawiens sowie von Repräsentanten der R eg i e r u n g und der Stadt Belgrad feierlich empfangen. Am 10. März stattete Sokolow dem stellvertretenden Außenminister Sumenkovic einen Besuch ab. Der Minister erneuerte bei dieser Gelegenheit die verpflichtenden Aeußerungen, die seitens des offiziellen Jugoslawien gegenüber der zionistischen Bewegung bereits mehrfach abgegeben worden sind. Am nächsten Tage stattete Präsident Sokolow dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Vukicevic einen Besuch ab, Er gab seiner Freude Ausdruck, in der Person des Premiers den Regierungschef des Landes begrüßen zu können, welches im Dezember 1917, einige Wochen nach Verkündung der Balfour- Deklaration, eine S y m p a t h i e-E rklärung für das jüdische Volk und für das jüdische Nationalheim in Palästina erlassen hat. In Begleitung Sokolows befand sich der ehemalige Reservekapitän Dr. David A 1 b a 1 a, an den dieses historische Dokument der damaligen serbischen Regierung gerichtet war. Sokolow gab der Hoffnung Ausdruck, daß der jugoslawische Vertreter beim Völkerbund die Sache des Zionismus unterstützen werde. Der Ministerpräsident Vukicevic erwiderte, Jugoslawien werde gerne beim Völkerbund die zionistische Sache fördern und erklärte, er wolle bei der Gründung eines jugoslawischen Pr o-P a 1 ä s t i n a-K o. m i t e e s gerne mitwirke n. Am 13. März wurde Präsident Sokolow von König Alexander in einstündiger Audienz empfangen. Irn Zusammenhang mit der Anwesenheit Sokolows in Jugoslawien hat die jugoslawische Regierung neuerdings eine Deklaration veröffentlicht, in der sie dem zionistischen Aufbauwerk in Palästina und dem jüdischen Nationalheim ihre Unterstützung verspricht. Prof. Weizmanns Amerika- Reise Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Prof. Weizmann hat am 13. März auf dem Dampfer „Aquitania“ seine Reise nach Amerika angetreten, um an der Keren-Hajessod-Kampagne in den Vereinigten Staaten teilzunehmen. Ferner wird Präsident Weizmann in Amerika Beratungen mit nichtziomistiischen Freunden des Palästina-Aufbau« pflegen. Deshalb wurde die für Anfang April angesetzte Zusammenkunft der Mitglieder der J e w i s h - A g e n c y - K o m m i s - s i o n, die in Brüssel hätte stattfinden sollen, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Vor Antritt seiner Reise gewährte Dr. Weizmann einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur ein Interview, in dessen Verlauf er sich über die Lage in Palästina und die Aussichten der geplanten Palästina-Anleihe sehr optimistisch äußerte, „Fünf Stunden lang“ — sagte er — „habe ich mich mit dem eben aus Palästina zurückgekehrten Sir Alfred Mond unterhalten: er versicherte, daß die Arbeitslosigkeit in Palästina im Verlaufe der nächsten zwei Monate geschwunden sein wird. Sir Alfred Mond hat während seines Aufenthaltes in Palästina 18.000 Pfund im Lande investiert. Hier in London stellte er mir weitere 1 0.000 Pfund zur Verfügung und versprach, einer zionistischen Institution, deren Name vorläufig noch nicht genannt sein möge, noch 2 0.000 Pfund zuzuführen." In der Abwesenheit Dr. Weizmanns wird das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Dr. Eder, die politische Arbeit Beachten Sie in dieser 16 Seiten starken, reich illustrierten Nummer u. a. folgende Aufsätze: Die marokkanisch-jüdische Zukunft. Von Dr. Nadja Stein. Für eine Minoritätenkommission beim Völkerbund. Von Dr. Isidor Margulies. Gericht über die Agudah. Besuch bei glücklichen Kindern. Von Dr. Robert Schreier. Karneval in Tel-Aviv, Von Zufalisgemein8chaft zum Jugendbund. Von Siegfried A b e 1 e s. Die Berliner jüdische Gemeinde im Jahre 1927. Von Leo Kr ein dl er. New Yorker Tbeaterbrief. Richter Lynch (Novelle). Von I. Opatoschu. Schach, Rätsel, Humor, Sport usw. * Aus Anlaß der Pessachtage erscheint unsere Nummer vom 5. April in verstärktem Umfange mit zahlreichen Beiträgen von ersten Federn aus allen Gebieten des jüdischen Lehens.

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