Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1928)
- Date
- 1928-03-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Seite 7 'terafe 18 Darlehen (über 2%). Die Gesamtsumme der Rückzahlungen beträgt S 378.588.41. Der Darichensstand mit Jahresende beziffert sich auf ca. S 200.000.—. Die Rückzahlungen der Darlehen erfolgten im allgemeinen pünktlich, wenn;mch in kleineren Raten. Die Klagcfälle haben gegenüber dem Jahre 1926 abgenommen. Die Darlehensfristen und Rückzahiungsmodalitäten blieben im Berichtsjahre im allgemeinen die gleichen wie früher. Dagegen wurde der Zinssatz zu Beginn des Berichtsjahres um 3% herabgesetzt. Namens des Ausschusses zur Ueberprüfung der Jahres- ^chhißrechming brachte Herr Oberrechnungsrat M. Weiner Jie Bilanz zur Verlesung, worauf die Generalversammlung über dessen Antrag die Decharge an den Vorstand und Auf- >.ichtsrat erteilte. Schließlich wurden die Ergänzungswahlen in den Vorstand und den Aufsichtsral durchgeführt. Darnach gehören dem Vorstand gegenwärtig folgende Herren an Karl A 1 ( in a n n, Aron Barschnk, Max F. i s n e r, Dr. Ernst F t i e d j u n g, Börsenrat Ignaz Glück, Rafael H a 1 p e r n, Dr. Siegfried K a n t o r, Jakob März, Oskar Rosner, Oberhaurat Ing. Robert Stricker und Feiwel T ü r k 1. Dem A u f s i c. h t s r a t e gehören an die Herren Mandel Feigenb a u m, Gustav G o 1 d m a n n, Moritz K o h n, Direktor Anselm Lazarus, David L e s s i n g, Dr. Josef Löwenherz, Samuel Preis, N. M. Racker, Max Schiffmann und Wolf Wahrhaftig. In den Bilanzprüfungsausschuß wurden gewählt die Herren Schaje H o r o w i t z, Simon Picker und Oberrechnungsrat M. Weiner. Ein Kaffeehaus-Gespräch Von Moravcik« Frau A: Wie gehts? Herr B: Mieß. A: Detto. Und in dieser Stimmung soll ich Sie für eine Sache interessieren, bei der Sie etwas für Ihr Volk leisten und gleichzeitig für sich .... B: Milliarden herausschlagen. Den Nachsatz können Sie sich schenken. Die Walze: ,,Du gewinnst, indem Du gibst”, wird zu oft eingelegt. Was verlangen Sie, wieviel und wofür? A: Lassen Sie die Börse ruhig in der Tasche. Ich verlange bloß, daß Sie ab heute billiger einkaufen und durch Ihren nachweislich billigeren Einkauf dem Aufbau Palästinas recht sehr nützen. B: Das klingt ebenso paradox, wie verdächtig. Entweder läßt Sie der Ruhm des seligen Doktor Unblutig nicht ruhen, oder es kommen Dolusbuchstaben heraus. In welcher Branche arbeiten Sie? Wie heißt die Ware, bei deren Einkauf ich meine Sparbüchse mäste und überdies die Ideale meines Volkes eminent fördere? A: Ich sehe, Sie sind bereits aufgeräumt und interessiert, danke für Ihre sanft ironische Frage und antworte hiemit: Holen Sie sich in der Rabattsektion des Keren Kajemeth, IX., Schlickplatz 4, eine Legitimation und ein Firmenverzeichnis. Ihre Frau braucht Geschirr für Pessach. Sie werden im Frühjahr für sich und Ihre Familie Kleider und Schuhe benötigen. Die Wohnung ist herzurichten. Sie haben periodisch Büroartikel zu besorgen und ständigen Hausgebrauch an Viktualien. Und das Dampfbad ist noch weit bekömmlicher, wenn es billiger ist. Alle diese Einkäufe — einschließlich der Badekarten — werden Sie künftig nach Ihrer freien Wahl bei einer im Verzeichnis der Rabattsektion des Keren Kajemeth angeführten Firmen tätigen. Der gewährte Rabatt — Sie sind doch kein heuriger Has* und wissen, daß man dort, wo man einen Preisaufschlag besorgt, die Legitimation erst nach Tätigung des Kaufes vorzeigt — also, die Prozente, um die sich der Einkauf verbilligt, führt die Firma direkt an den Jüdischen Nationalfonds ab, der letztere hinwiederum überweist Ihnen, als Mitglied der Rabattsektion, die Hälfte des Rabattbetrages. Diese Institution, die niemand belastet und eine ständige Einnahmsquelle für Erez Israel ist, zählt bisher 4000 Teilnehmer und 400 erstklassige Firmen. B: Der reinste Haupttreffer für Palästina und für mich. Was kann da schon für den Aufbau herausschauen? A: Runde Summen, mein Lieber! Ich verweise Sie auf die gleichartige Unternehmung und die erstaunlichen Erfolge des Lehrerhausvereines. Sie haben mir gegenüber wiederholt die Nationalfondsbüchse gelobt, Sie gefährlicher Skeptiker, und sich der jungen Menschen erfreut, die regelmäßig und spesenfrei die Büchsenleerung besorgen. Nun, in Wien sind 10.000 Sammelbüchsen verbreitet. Es kann nicht schwer fallen, diese 10.000 Familien, denen Erez Israel doch nicht Hekuba ist, zu Mitgliedern der Rabattsektion zu machen. Wenn jede dieser Familien auch nur für 200 Schilling im Jahr bei den der Aktion angeschlossenen Firmen einkauft . B: Lassen wir diese Wahrscheinlichkeitsrechnung. Weil ich für den Palästinaaufbau bin, bin ich gegen den Bau von Luftschlössern, Aber ich sehe, die Sache hat ernste Grundlagen. Es könnten doch auch Leute gewonnen werden, die noch keine Büchseninhaber sind, sich der kleinen Ersparnisse freuen, die ihnen aus der Rabattinstitution erwachsen, und sie — in eine Nationalfondsbüchse werden legen wollen. Auch gebe ich Ihnen ohne Wahrscheinlichkeitsrechnung gerne zu, daß die Aktion nichtig angepackt, erstaunliche materielle Ergebnisse haben muß. A: Jetzt haben Sie mir die Augen geöffnet, DIE STIMME Sie geeichter Propagandist für die Rabattsektion des Keren Kajemeth. Neue Kreise werden sich mit den Palästinafragen zu beschäftigen beginnen, werden das Werk der Erneuerung und Errettung des Judentums durch produktive Arbeit auf seiner Scholle fortab verfolgen. Werden wünschen, daß mehr palästinensischer Boden vom jüdischen Volke erworben wird, den Kolonisten neue Mittel bereit gestellt werden, das Werk zu weiten und zu erhöhen, welches sie für alle errichten. Schalom! B: Schalom! * Dieser Auflage liegen Beitrittskarten der Rabattsektion des Keren Kajemeth bei. Wir bitten die werten Leser, die Karten ausgefüllt an die Rabattsektion des Keren Kajemeth, IX., Scblickplatz 4, rückzusenden. Parteirat der österreichischen Zionisten, Samstag, den 10. März, präzise %8 Uhr abends, findet im Klubheim der »Hakoah« (I., Wipplingerstraße 24, Cafe >Altes Rathaus«) die Fortsetzung der Parteirat-;; i t 7. u n g statt. Nur Mitglieder des Parteirates haben Zutritt. Oberkantor Josef Grob, der seit mehr als einem Vierteijahrhundert in Wien wirkt, kann am 17. März sein 25 jähriges Schriftstellerjubiläum ieiern. Grob hat sich durch scharf konturierte Skizzen und Novellen, die das jüdische Wien und vielfach auch das jüdische Leben Galiziens schildern, einen guten literarischen Namen gemacht. Diese Skizzen, welche Grob jiddisch schreibt, sind vielfach subtile psychologische Schilderungen des Ghettolebens, die mehr bekannt zu werden verdienen als sie es bisher sind. Oberkantor Grob stehen aus Anlaß seines Jubiläums mehrfache Ehrungen bevor. Frau Frummet Rothblum, die Mutter des bekannten Wiener Rechtsanwaltes Dr. David Rothblum, Mitgliedes des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, ist am 1. März in Antwerpen, wie uns von dort berichtet wird, im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Verblichene, einer vornehmen Familie entstammend, war eine überaus intelligente und kluge Dame, die bei allen ihr Nahestehenden Ehre und Hochachtung genoß. Die Beliebtheit, deren sich die Verstorbene erfreute, zeigte sich am besten bei ihrer Beerdigung, zu welcher Hunderte von Teilnehmern aus allen Schichten der Antwerpener Bevölkerung herbeigeströmt waren, um ihr das letzte Geleite zu geben. Im Trauerhause hielt Rabbiner A m i e 1 einen warm empfundenen Nachruf und am Friedhofe sprach Herr Dr. Gun zig, ein langjähriger Freund des Hauses, einige ergreifende Worte, in welchen er kurz den Lebenslauf der Verstorbenen schilderte und den Einfluß betonte, den diese auf den Werdegang ihres einzigen Sohnes ausübte. a weltberühmte amerikanische Modelle Corselettes (Mieder und Büstenhalter^ vereint), wrap allround (Hüftenformer) tragen alle Damen, die schlank sein wollen. Ein ukfarrwr tragen, heißt der Figur die schlanke moderne Linie geben. Vollkommene Bewegungsfreiheit bei Tanz und Sport. Jede elegante Dame trägt ein *fflw!er und Sie nicht? EINZIGES SPEZI ALU AUS WIENS l. Kohlmarkt 7. Telephon 77-205 Telephon 77-205 Sei älteren $erfonen bic arbeitsunfähig, abgefpannt unb uicöcv* gefcf)Iagen fitiö, bewirft rabiumf)altiges, frei uetfäuflidjes ’&a&ioftlerin freies Streifen bes Blutes, erhöbt geiftiges unb tüvpcrlicbes 'Jlrbeitsnermögen. ffiabiuiugcbalt nmtlid) gcprüft. 9Ipothefe ‘•Bager, 9Bien,!., 'IBolI,teile 13. Aus den zionistischen Ortsgruppen Wien Zionistische Bezirkssektion Hietzing. Wie vom uns bereits mitgeteilt, sind die Vorarbeiten zur Gründung einer selbständigen Bezirkssektion Hietzing soweit gediehen, daß für Montag 'den 26. ds. bereits dlie erste Versammlung festgesetzt wurde. Dr. Desider Fried mann wird über die gegenwärtige Situation in Erez Israel und in der Zionistischen Weltorganisation, Botschafter a. D. Dr. Constantia Dinnba über ,,Völkerbund und Weltpolitik“ sprechen. Die Veranstaltung, welche den Auftakt zur systematischen Arbeit in diesem Bezirke bilden soll, ist gegen Einladungen zugänglich. Vormerkungen im Zionistischen Büro 1., Kärntnerstraßc 28, Telephon 77-4-85—86. Zionistische Bezirkssektion 16—17. Zur Durchführung der von der Werbekommission des Zionistischen Landeskomitees beschlossenen Reorganisation der Wiener und Provinzortsgruppen fand am 1. ds. eine Zusammenkunft der Zionisten der Bezirke 16—17 statt. Präsident Dr. Leo Goldhammer hob die Notwendigkeit der Ralliierung aller Zionisten mit Rücksicht auf die bevorstehenden dringenden Arbeiten hervor. Die Sektion beschloß nach eingehenden Beratungen, schon anfangs März mit einer intensiven Tätigkeit einzusetzen. Donnerstag den 8. ds, um halb 8 Uhr abends: findet der erste Vortragsabend der Sektion im Cafe Bergmann (XVII., Ott.akringerstraße Nr. 39) statt, bei dem Professor Dr. W. Hein über aktuelle jüdische Fragen sprechen wird. Zionistische Bezirkssektion XIX, In einer außerordentlichen Generalversammlung, welche am 28. v. M. in Döbling stattfiand, wurde eine neue Leitung eingesetzt, welche für eine großzügige und intensive zionistische Arbeit volle Gewähr bietet. Zum Obmann wurde Herr Dir, Dr. Wilhelm Lederer in den Ausschuß die Herren und Damen: Direktor Wilhelm Altmaim, Engel, Ing. Freundlich, Heller, Kaiser, Hans P e r u t z und Frau, P o 11 a k, Prof, Dr. Stein, W e i nr e b, Überall, Paul Zucker gewählt. Sodann besprach Präsident Dr. Goldhamrner in einem ausführlichen Referat die derzeitige politische Lage. Die Stimmung für die zionistische Bewegung und für das Aufbauwerk in Erez Israel war — so führte Redner aus — nie so günstig wie jetzt, dies konnte u. a. bei den Besprechungen mit den führenden Kreisen der Politik und Wissenschaft anläßlich der Bildung des österreichischen Pro-Palästina-iKomitees festgesteilt werden. Innerhalb der österreichischen Zionistenschaft besteht der einmütige Wille zur Wiederaufrichtung einer großen Organisation, welche in den letzten Monaten zu bedeutenden Erfolgen, führte: die Reaktivierung mehrerer Wiener und 'Provinzgruppen, die ungemein große Verbreitung der vom Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich henausgegebenen Monatsschrift „Palästina“ in der ganzen Welt und schließlich das rege Interesse, welches dem Wochenblatt „Die Stimme“ entgegengebracht wind. Mit dem Appell, durch Einigkeit und intensive Arbeit an der so notwendigen Stärkung der Organisation mitzuwirken, schloß Präsident Dr, Leo Goldhammer seine mit großem Beifall aufgenommene Rede. Zionistische Bezirkssektion Zwischenbrücken. iDi-e Ortsgruppe beschloß, an den Arbeiten der Werbekommission des Zionistischen Landeskomitees teilzunehtmen und einen Ausbau der Bezirkssektion vorzubereiten. Eingeleitet wird diese Aktion durch eine Versammlung, welche Samstag den 17. März stattfindet. Wiener-Neustadt 'Die Ortsgruppe, welche im. früheren Jahren in ihrer Arbeit gute Erfolge erzielte, war seit zwei Jahren inaktiv. Auf Initiative des Zionistischen Landeskomitees berief der Vorsitzende der Ortsgruppe, Dr. Leopold Ba u e r, für den 1, März efcne Vertrauensmännerversammlung ein. Das Zionistlisclhle Landeskomitee entsandte die Herren Prof. Dr. Wilhelm Stein und Paul Stein. Nach einem Referate des erstgenannten wurde einstimmig beschlossen, die Arbeit in Wr.-Neustadt wieder aufzunehmen und mit aller Intensität die Vergrößerung der Ortsgruppe herbeizuführen, Die erste große Versammlung wurde für Sonntag den 18. März einberufen. Großes Interesse ga!b sich für „Die Stimme“ kund; eine große Propaganda sichert dem Wochenblatt einen weiteren Leserkreis in dieser Ortsgruppe. St, Pölten Die Zionistische Ortsgruppe St. Pölten, die sich, wie bereits gemeldet, vor kurzer Zeit neu konstituiert hat, veranstaltete am 25. Februar einen Vortragsabend, Herr Direktor Ing. Hermann Gorge aus Unter-Radberg bei St. Pölten, der einige Tage vorher von seiner Orientreise zurüokgekehrt war, sprach über seine Reiseeindrücke in 'Palästina und Aegypten. Herr Direktor Gorge verstand es, seine Zuhörer den ganzen Abend durch seine fesselnde und anschauliche Schilderungen zu interessieren. Die Besucherzahl stellte diesmal für St. Pöltener Verhältnisse einen Rekord dar. Als bewährter Fachmann übernehme ich wieder: 1. Privatunterricht bei Schwachsinnigen und Schwererziehbaren 2. Nachmittags- oder Abendbeschäftigung im Vereinswesen SIEGFRIED ABELES, IX, Hahngasse 16 Ttlephtm 77-305