Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 14 DSR STIMME Nr. 9 Schach Das Meisterturnier der Schachsektion „Hakoah“ Am 23. Februar begann das von der Sohacbsektion des Wiener Sportklubs ..Häkoah" veranstaltete Meißterlurmer; es wurde nrit einer Ansprache des Präsidenten der „HSäkoah", Dr. Löhner-Beda, eröffnet, in der er u. a. darauf hinwies, daß unter den Meistern des Schachspiels ein sehr hoher Prozentsatz an Juden sich befindet. Anschließend daran fand die Auslosung der Teilnehmer statt. Das Turnier wird von folgenden Meistern bestritten: Dr. Becker (Wien), Grünfeld (Wien), Kmoch (Wien), Hans Müller (Wien), iReti (Holland), Spielmann (Wien), Takacs (Ungarn), Dr. Tartakower (Frankreich), S. R. Wolf (Wien), Ferner nehmen ein starker Amateur, Baron Döry, sowie folgende erstrangige Spieler der Hak-oah-Schachsektio® teil: Beutum (Verbiandsmeister von Wien), Glass, Igel, Liohtenstein, Freitag wurde im Caf6 Zentral die erste Runde dieses interessanten Turniers gespielt, dessen Veranstaltung der ScUaohsektion der ,.Hakoah“ ein glänzendes Zeugnis für ihre Orgamsationskraft und ihr schachlicbes Ansehen ausstellt. Dies kam auch in einem Glückwunschschreiben des großen Dr, Emamiel Lasker an die .Jlakoaih" zum Ausdruck, in welchem es heißt; „Ich erinnere mich gerne an die Hakoah in Amerika und an die Gelegenheit, hei welcher ich den Vorzug einer längeren Plauderei mit (Ihnen hatte. Nun freut es mich, zu hören, daß die Soh.ach-Abteilu.ng der Hakoah ab 23, Februar ein Turnier veranstalten wird: ein schönes Turnier, wofür die ausgezeichneten Namen der Teilnehmer Bürge sind. Der kämpferische Geist der Hakoah, der von echtem Willen zur Sachlichkeit getragen ist, erfüllt die Herzen vieler mit Freude und Bewunderung. Ich wünsche dem Turnier allen Erfolg und der Hakoah Wachsen und Gedeihen." Zum ersten Zusammentreffen im Turnier hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, die auch gleich auf ihre Rechnung kam, denn es gab schon in der ersten Runde zwei Sensationen: Die beiden Großmeister Spielanann und Dr. T arta'kower wurden von Meistern der jüngeren Generation geschlagen. Ais Nachziehender verlor Spielm a n n gegen Takacs eine sizilianische Partie, in der er bereits in den Mehrbesitz eines Bauern gelangt war. Io der Partie Dr. ©ecke r—Dr. Tartakower, in der sich der Nadhziehende siziiianisdh verteidigte, kam es zu einem spannenden, an Kombinationen reichen Kampf, den Dr. Becker nla<ch 70 Zügen zu seinen 'Gunsten entscheiden konnte. Ferner gewann Glass als Nachziehender gegen S. R. Wolf. Die Partien Kmoch—Grünfeld und Oöry—Lichtenste d n wurden Remis, die Spiele R e t i—M ii 1 1 e r und 'Igel gegen Beutum in ziemlich ausgeglichener Stellung abgebrochen. In der zweiten Runde gewannen R e t i gegen Glass, Dr« Tartakower gegen Igel, Spielmann gegen Beutum. Grünfeld Temisierte mit S. R. Wolf^ Becker mit Müliler, Kmoch mit Lichtenstein, Takacs gegen Döry. Nach der zweiten Runde führen Becker, Reti, TakJacs mit je VA Punkten. Das internationale Schachturnier in Berlin endete mit dem Siege von Aaron Niemzowitsch, der mit 10H Punk- Sen bei einem halben Zähler Vorsprung vor Bogoljubow den ersten Preis von 1000 Mark errang. Niemzowitsch, der 1886 in Riga geboren wurde, ist einer der stärksten und ideenreichsten Spieler der Gegenwart. Er wird, wie wir erfahren, als erster einen Wettkampf gegen den neuen Weltmeister A 1 j e c h i n absolvieren. Rätselecke Redigiert von Joto. Kreuzworträtsel 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ■ 11 I12 | m "IT n 15 » ■ 16 17 18 m 19 20 21 u 22 H ■ 23 M fl fl 24 25 « 26 27 ■ 28 29 30 3t 1 QUM2 m m 32 33 u .14 35 36 H 37 38 Wagrecht: 1. Eßgerät. 6. Blume, 11. Spielleiter, 14. Werkzeug, 16, Asiatischer Volksstamm. 18. Bindewort. 19. Oertlichkeit, Raum. 22. Nebenfluß des Rheins, 23. Farbe. 24. Englischer Artikel. 26. Frühere Silbermünze. 28. Nordische Gottheit. 30. Stadt in der Schweiz. 32. Kleidung der Geistlichen. 34. Synonym für „Geschöpf", 37. Kurort in Neu-Italien. 38. Gerichtshof. S’ e n k r e c h t: 2. Griechischer Kriegsgott. 3. Türkische Anrede. 4. Ringelwtirm. 5. Chinesisches Wegmaß. 6. Spielkarte. 7. Tau, Strick. 8. Hilfszeitwort. 9. Planet. 10. Abkürzung für „Vereinigte Staaten von Nordamerika". 12. Berühmter Zionistenführer. 13. Metallhaltiges 'Mineral. 15. Griechischer Buchstabe. 17. Prophet. 20. Bete (lateinisch). 21. 'Griechische Göttin des Unheils. 24 Gebirgseinschni11. 25. Laubbaum. 26. Blasinstrument. 27. Blume. 28. Weiblicher Vorname. 29. Griechischer Buchstabe. 31. Luft (griechisch), 33. Nordische Tierart 35. Französische Präposition. 36. Persönliches Fürwort. Auflösungen der Rätsel in Nummer 8 Kreuzworträtsel: Wagrecht: 1. Nagel. 5. (Moral. 10. Basel. 12, Turin. 14. Abt 15. Senat. 18. Ale. 19, Do. 20. Bariton. 22. II. 23. Eber. 25. Lee. 26. Edel. 28. Lese. 30. Mime. 32. Mine. 33. Rege, 35. Anis. 37. Oese. 39. Nase. 41. Ave. 43. Ines. 45. Dn. 46. Rigoros. 49. ils. 50. Ego. 52. Segel. 53. Ase. 54. Rente. 56. Gabel. 58. Leere. 59. Baron. — Senkrecht: 1. Nabob. 2. Ast. 3. Ge. 4. Elsa. 6. Otto. 7. Ru. 8. Ara. 9. Lilie, 10. Baden. 11. Knie. 13. Nelly. 16. Erle. 17. Atem. 20. Brenner. 21. Nemesis. 24. Elias. 27. Degen. 29. Sei. 31, 'Ire. 34, linder, 36. Sage. 37. Oese. 38. Assel. 40. Angel. 42. Vogt. 44. Eisen. 47. Iser. 48. Olga, 51. One. 53. Abo. 55. Te. 57. Ar. Füllrätsel; 1. Vesuv. 2. Sachsen. 3. Matador. 4. Markant. 5. Ebene. 6. Lessing. 7. Alpen. 8. Kaserne. 9. Kadaver. 10. Patrone. 11. Arena. — Shakespeare. Logogriph: Mantel — Hantel Zuschriften und Manuskripte, die für unser Blatt bestimmt sind, mögen nicht an einzelne Personen sondern ausschließlich an die Redaktion (I., Rauhensteingasse 1) gesendet werden, da nur so rechtzeitige Erledigung bezw. Veröffentlichung gewährleistet ist. Gymnastik, das Wesen der Körperkultur Von Rudolf Zimet (Makkabi IX, Wien) -HL*) Die sechs Grundlagen der Gymnastik. Auf nachfolgenden sechs Grundlagen beruht fast die ganze körperliche Durchbildung in der Gymnastik: Es sind dies die Hebungen der S chn e 1 li gik e i t, Kraft, Schnellkraft, Aus d! au er, Dehnung und Lockerung. Der Schnelligkeit dienen alle Ruck- und Stoßbewegungen, sowie die Schwünge — sie werden langsam begonnen und bis zum Höchstmaß gesteigert. Sie sind richtig ausgeführt, wenn schnell eine leichte Ermüdung eintritt. Die Kraft wird durch langsame, ruhige Kraftübungen gefördert, wie wir sie in den Uebungen für Stärkung des Rumpfes und der Beine vielfach finden. Vortrefflich eignen sich für ruhige Kraftübungen alle (gymnastischen Uebungen, bei denen ein Partner durch Gegenzug und Gegendruck den Bewegungen des Uebenden einen Widerstand entgegensetzt. Die Aufgabe und der Wert der Schnellkraftübungen ist bereits aus der Bezeichnung bekannt, ebenso die D a u e r ü b u n g e n. Fast alle Uebungen sind für Dauerübungen geeignet, doch müssen sie so ausgeführt werden, daß die Ermüdung erst nach längerer Zeit eintritt. Der fast unschätzbare Wert der Dehnübungen wurde erst in den letzten Jahren so recht erkannt. Nur sie allein sind geeignet, die Arbeitsleistung der Muskeln zu vergrößern und den Widerstand der Gegenmuskel zu verkleinern. Eine vortreffliche Dehnübung ist die Gymnastik mit dem Medizinhall, sowie kurze Dauerstellungen mit vielen Nachwippen. Auch L o ckern gsüb ungen waren in den früheren Jahren nicht bekannt. Man unterscheidet Muskel- und Gelenklockerung, sowie Abspann ungs- und Entspannungsübungen. Frl. Fini Böhm (Makkabi IX/XIX) Stützwage am Hochreck. ^]Tyrii‘^fT9 fäHlfflfi Mixt I \ ♦) Siehe „Die Stimme" Nr. 6 und 7. Scherz und Humor Ein aussichtsreicher Beruf In einer Gesellschaft, in der sich auch der bekannte Baron König swarter befand, wurde von der zunehmenden Ueberfiillung der männlichen Berufe durch Frauen gesprochen. Auch Königswartcr wurde um seine Meinung gefragt. Er sagte: .Meine Tochter soll eine anständige Frau werden; das ist der einzige Beruf, der heute nicht überfüllt ist." Rechnung Citron läßt sich in der Konditorei einen Apfelkuchen geben, schickt ihn aber zurück und wählt dafür einen Likör. Den trinkt er aüs und will gehen. Der Konditor ruft ihm nach: „Sie, Herr, Sie haben den Likör noch nicht bezahlt!'* „Ich bah’ Ihnen doch dafür den Apfelkuchen zurückgegeben." ,J)en haben Sie doch nicht bezahlt gehabt!" „Hab* ich ihn denn gegessen?" Essen Saphir mied die Soupers bei der als geizig bekannten Baronin Lämel, wo es nur ging. Die Baronin wieder wollte den geistreichen Gast so oft als möglich an ihrem Tisch« haben, wenn sie Gesellschaft gab. Eines Tages — Saphir war eben von längerer Krankheit genesen — lud ihn Frau Lämel wieder ein. (Saphir gab dem Diener, der die Einladung überbrachte, folgenden Bescheid: „Ich muß für die Einladung vielmals danken; es geht mir nämlich jetzt schon besser und ich darf wieder essen." Christlicher Umgang „Was hör' ich, Herr Kohn, Sie wollen sich taufen lassen? Warum?" „Warum? Das will ich Ihnen sagen. Sie wissen dooh, idh bin mit Königsberger intim befreundet. Vorige Woche hat er sich taufen lassen und sucht jetzt christlichen Umgang, Die Muskellockerung soll die Muskeln weich machen und ermöglichen, bei irgendwelchen Bewegungen die unbeteiligten Muskelgruppen ausschalten zu 'können. Die Gelenklockerung bringt eine Entstellung der Glieder und beseitigt zugleich mit der Lockerung der Muskeln alles Krampfhafte. Bei den Uebungen der Abspannung werden Muskeln und Glieder gewissermaßen mit ihrer Eigenschwere erfüllt. Treten zur Abspannung noch gewisse seelische Einflüsse, so werden sie zur Entspannungsübung. Durch Schütteln und Klopfen der Muskeln können auch Lockerungen erzeugt werden. Beim Aussohlenkern der 'Beine bemühe man sich, diese ganz locker und spannungslos zu 'halten. Hiebei läßt sich feststellen, daß man die Aufmerksamkeit einmal mehr der Muskulatur und ein andermal mehr den Gelenken zuwenden bann. Aehnlich verhält es sich ibei den Armen. Vortrefflich wirkt es auch, Arme und Beine von einem Partner anssChütteln zu lassen. (Ein Schlußartikel folgt.) Der Aufstieg der Leichtathletik bei der Hakoah Das Jahr 1927 bedeutete für die Leichtathletiksektioo des jüdischen Vereines ein Jahr des sportlichen Aufstieges, was am besten aus einigen ausgezeichneten Leistungen hervorgeht. Drei große Erfolge sind es, die an erster S'telle zu nennen wären: Das hervorragende Abschneiden der Hakoah-Mannschaft bei „Quer durch Wien“, die glänzende Demonstration der jüdischen Jugend 'beim «Ring-Rundlauf", bei dem die Hakoah von der Jury den 1. Preis zugesprochen erhielt, und schließlich der Sieg B1 5 d y s in der Meisterschaft von Oesterreich über 5 km. Außerdem gewann die Hakoah die Junioren-Meisterschaften über 800 m und die olympische Staffel. 'In der österreichischen Vereinsmeisterschaft wurde ein ehrenvoller 3. Platz hinter W. A. C. und W. A. F. erreicht. Beim L ä n d e r k a m p f Oesterreich gegen Tschechoslowakei wurde Meister Blödy ins österreichische Team berufen und lieferte in der 3X1000-m-Staffel ein feines Rennen. Auch beim Franzosen- Meeting war Blödy ein großer Erfolg besohieden: er besetzte hinter den international erstklassigen Franzosen Bedd a r r i und D o 1 q u e s und vor dem französischen Meister Norland in der vorzüglichen Zeit von 15.49 Minuten den 3. Platz. Auch im Ausland wurden schöne Erfolge erzielt. iBeira lal 1 j ü d i s ch e n Sportfest in Prag konnte die Hakoah von 15 leichtathletischen Bewerben 11 und somit erstmalig den wertvollen Wanderpreis der Stadt Prag gewinnen, Nicht zuletzt waren alle diese Leistungen ein Erfolg der Arbeit des sportlichen Leiters Fritz Burger, der jetzt beruflich in Antwerpen weilt. Aber die S'ektionsleitung gibt sich mit diesen Erfolgen nicht zufrieden. Der Aufstieg der Sektion muß im heurigen Jahre eine weitere Steigerung erfahren, der Abstand zwischen der Hakoah und den führenden Vereinen W. A. F, und W. A. C. muß um ein weiteres Stück verringert, wenn nicht ganz eingeholt werden. Schon bei der ersten Veranstaltung des Jüdischer Sport mtmu m ■ m Mitte Februar Keren - Hajes&od ~ Aktion. Juden erfüllet eure Koren~ 7|#%|||CtA|l V Hajessod-Pflicht! Meldet euch zur Mitarbeit. Je mehr opferwillige Mit- •ilwl IWi^I.1 I arbeiten desto erfolgreicher das Ergebnis der Keren^Hajjessod * Aktion.