Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 35 Groschen Zeitung Tom Verleger versendet \ft Oe l)i Journal expedte par l'Miteuf g44 Title Universitätsbibliothek I.,Universität* Abonnementpreise:] Für Österreich: Monatl. S 1*50, vierteil. S 4*20, Ganzj. S 16*— / Deutschland: Monatl. Goldmarlr f•_ vipripli Cttxtdmarlr Q*_ / Tfirhp« Jüdische Zeitung Erscheint |eden Donnerstag Polen: Monatl. Zloty 2*30, viertelj. Zloty 6*50 / Ungarn : Monatl. Pengö 1*50, viertelj. Pengö 4*20 / Rumänien: Monatl. Lei 45*—, viertelj Lei 125*— / Bulgarien: Monatl. Lewa UfllK A | VICIICIJ* VJUIUIIIalä O f I ötllC* choslowakei: Monatlich Kö 7*—, vierteljährlich Kö 19*— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14*—, vierteljährlich Dinar 40*— ‘Redaktion und Htdtniniaipatien: Wien, I. Raukenateingaaae I / Telephon 76*3^84 30*—, viertelj. Lewa 80*— / Belgien : Monatl. Belga 2*—, vierte’j. Belga 5*— / übriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1*50 1. Jahrgang Wien, 1. März 1928 (9. Adar 5688) Nummer 9 Starkes Erdbeben in Palästina Fast alle Städte des Landes betroffen — Keine Menschenopfer — Größere Bauschäden Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Am 22. Februar erfolgten in einem Intervall von zirka 15 Stunden zwei Erdstöße. Der erste, um 3 Uhr morgens, war nur leicht und seine Reichweite ging wenig über das Gebiet von Jerusalem hinaus. Der zweite Erdstoß erfolgte um 7.50 Uhr abends, war unvergleichlich stärker und reichte in der Intensität der Erschütterung in ihrem Umfang an das Erdbeben vom 11. Juli 1927 nahezu heran. Dieses Beben war fast im ganzen Lande zu spüren und hat in Jerusalem, Jericho, Tel-Aviv, Hebron, Haifa, Afuleh, Acco, Tiberias, Nazareth, Nablus, Ramleh, Ludd u. a. 0. B a u s c h ä d e n angerichtet. In Jerusalem erlitt das Gebäude der Hebräischen Universität, das bereits im Erdbeben vom vorigen Jahre zu leiden hatte, neuerlich Risse. Auch das seit dem letzten Erdbeben unbenützte Regierungsgebäude auf dem Oelberg wurde wieder beschädigt. Die Allenby-Brücke über den Jordan bekam starke Sprünge, sodaß der Verkehr für einige Zeit gesperrt werden mußte. In der Altstadt von Jerusalem stürzte ein Haus ein, in Bethlehem und Jericho wurden je sechs Häuser durch das Beben zerstört. In den anderen Städten wurden die Häuser durch Risse und Sprünge beschädigt. In Tel-Aviv erlitt u. a. das Gebäude der Stadtverwaltung Risse. Soweit bisher festgestellt wurde, sind in ganz Palästina etwa 300 Häuser durch das Beben beschädigt worden. 4 Menschenleben oder Verwundungen sind glücklicherweise im ganzen Lande keine zu beklagen. Das Beben rief unter der Bevölkerung starke Panik hervor und in zahlreichen Orten verbrachtep Juden und Araber die Nacht vom 22. auf den 23. Februar im Freien, da sie eine Wiederholung der Erdstöße und Einsturz der Häuser befürchteten. Da jedoch seither keine neuen Erdstöße erfolgten, hat sich die Beunruhigung der Bevölkerung rasch wieder gelegt und das Leben im Lande geht wieder seinen normalen Gang. Der Schaden durch IHM11 Zahncreme u. Mundwasser „Ullll *r speziell filr Raucher! Auf wliscnschaftltcher Basis hergestellt. beseitigt sofort alle Schäden von Nikotin und Tabakbetze, üblen Mundgeruch, schlechte Zahnfarbe (gelb, braun), Zahnstein lösend. Gänzlich unschädlich, auch für die zartesten Frauenzähnc. Preise: Zahncremei kleine Tube! S —*75» große Tubel S 1*25. Mundwasser klein: S 1*45, groß S 2 25. Erhältlich ln Apotheken, Drogerien und Parfümerien. „DIM*-Laboratorium, Wien, II. Ob. Donaustraße 17. Telephon 45-5-95. R. BASCH, IV. ARQBNTINIBRSTRaSSE Nr. 22 KOHLE KOKS Tel. 51 >2*87 ANTHRAZIT T«l. 58*403 Zustellungen erfolgen innerhalb 24 Stunden Rpbattspktlon des KEREN KAJEMETH Die Grundsteinlegung des Straus’schen Gesundheitszentrums in Tel-Aviv. Links; Ch. N. Biaiik während seiner Ansprache. _ Rechts: Der Vertreter der Palästina-Regierung, Colonel Symes, spricht. die Beschädigungen derV^urer in den Städten ist wohl ansehnlich, läßt sich aber bald beheben. Die durch das Beben unterbrochenen Telephonleitungen wurden sofort instandgesetzt. Zwei leichte Nachbeben, Am Sonntag, den 26. Februar wurden in Jerusalem zwei leichte Beben verspürt, die keinen Schaden anrichteten. Die Bevölkerung eilte panikartig auf die Straßen, doch trat bald wieder Beruhigung ein. Jerusalem liegt seit Samstag im Schnee. Präsident Sokolow an die Vertreter des oster* reichischen Staates Dankschreiben an den Bundespräsidenten und den Bundeskanzler Vor seiner Abreise aus Wien hat der Präsident der Exekutive der zionistischen Weltorganisation, Nahum Sokolow, an den österreichischen Bundespräsidenten Dr. Michael Hainisch folgendes Schreiben gerichtet: Wien, am 24, Februar 1928, Eure Exzellenz! Es ist mir eine besondere Ehre, Eurer Exzellenz für die mir anläßlich meines letzten Empfanges zuteil gewordene Auszeichnung, Eure Exzellenz über unsere Bewegung informieren zu dürfen, herzlichst zu danken. Ich habe mit besonderer Genugtuung feststellen können, welche große Sympathien Eure Exzellenz dem jüdischen Aufbauwerk in Palästina entgegenbringen. Die zionistische Bewegung, deren Bestrebungen heute bereits einen integralen Teil der Volkerbundpolitik ausmachen, schätzt das Interesse und die Sympathie Oesterreichs für ihre Sache besonders hoch ein. Ich erachte es daher als meine ehrenvolle Pflicht, Eurer Exzellenz namens der Exekutive der zionistischen Weltorganisation für die Förderung herzlichst zu danken. Genehmigen Eure Exzellenz den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung Nahum Sokolow m. p. Gleichzeitig hat Präsident Sokolow dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Ignaz Seipel nachstehendes Schreiben zugehen lassen: Wien, am 24. Februar 1928, Eure Exzellenz! Vor meiner Abreise aus Wien erachte ich es als eine mich ehrende Pflicht, Eurer Exzellenz sowie der österreichischen Bundesregierung für das Entgegenkommen und für die Förderung, die unserer Organisation zuteil wurde, meinen herzlichsten Dank auszusprechen. Das Schreiben Eurer Exzellenz vom 18. d. M. hat mich mit besonderer Genugtuung erfüllt, weil aus diesem zu ersehen ist., welche Sympathie die österreichische Bundesregierung dem zionistischen Aufbauwerk in Palästina entgegenbringt, das heute bereits einen wichtigen Bestandteil der Völkerbundpolitik darstellt. Ich bin überzeugt, daß die österreichische Bundesregierung unsere Bewegung stets und überall, wo sich hiezu Gelegenheit bieten wird, insbesondere aber im Völkerbund, unterstützen wird. Genehmigen Eure Exzellenz den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung Nahum Sokolow m, p, Der österreichische Gesandte in London — Mitglied des österreichischen Pro-Palästina-Komitees Dem Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich ist folgendes Schreiben des österreichischen Gesandten in London, Franckenstein, zugekommen: Beachten Sie aus dem reichen Inhalt dieser Nummer außer dem ausführlichen Bericht über den Wiener Aufenthalt des Präsidenten der zionistischen Exekutive Nahum Sokolow folgende Aufsätze: Die Purim-Königin von Tel-Aviv. Von Ben* J i s c h a i, Schlachmones. (Erzählung.) Von M. S p e k t o r. Eine Purim-Oper. Von E. F. Die Macht der frühen Kindheitseindrücke. Von Siegfried Abel es. Antisemitenspiegel. Wien und Tel-Aviv. Von Dr. E. Horowicz. Ein Noachide. Von S. M e i s e 1 s. Sport, Schach, Rätsel, Hmmor, zahlreiche Illustrationen.