Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1928)
- Date
- 1928-02-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 uiE »TIMME Nr. 8 Gesellschaft zur Förderung jüdischer Musik | Symphonie-Konzert am Mittwoch, den 29. Februar 1928, halb S Uhr abends, im Großen Mn.-ikvereinssaal Atisfiihrender Das Hakoah-Orchester Dirigent: Walter Hahn Mitwirkend: Nina Suchest jw (Volksoper), Prof. Juliuse Wolfsohn Programm: 1. Kallnnlkowt Symphonie Nr. I, G-Moll, (Erstaufführung) 2. Achrons Canzonetta, Mliinen Hymne (Uraufliihrung) (Nina Suchestow) Instrumentiert von Walter Hahn , 3. Lubomlrsky: Orientalische Suite (Eistauffiltmtng) 4. Wolfsohni Hebräische Suite (Erstaufführung] (Prof. Juliuse Wolfsohn) 5. Geldmarkt Ouvertüre zu „Sakuntala" Ausführliche Programme mit Liedertexten bei den Billeteuren Karten zu S 5‘-. 4---, 3‘-, 2 50, 2,—t 150, P- und —‘50 an der Musikvereinskassa, im Sekretariat des Sportklubs „Hakoah“, I., Wipplingerstr. 24, bei allen Orchestermitgliedern und an der Abendkassa der Thora — fällt einer Unaufmerksamkeitsoröie zum Opfer. Im übrigen gibt es im Tempel ein Konzert.aber ein schlechtes! Wie in so vielen Punkten, hat auch in diesem die Orthodoxie einen lebendigen Instinkt bewiesen, indem sie sich dem Eindringen der Orgel in der Synagoge und damit der flachen, ja blödsinnigen Europäisierung (kein Wort ist stark genug, um diesen Verfall unserer Musik anzuklagen) energisch widersetzte. Der jiidischnationalen Bewegung dürfte die Verkümmerung eines alten Kulturgutes nicht gleichgültig sein. Daß sie sich bisher recht wenig um die alte jüdische Musik gekümmert hat, zeigt nur, wie sehr die Bewegung noch an der Oberfläche haftet, wie wenig sie den ganzen Menschen ergriffen hat. Musikalienhandlung und Versandhaus Otto Maass, Wien, VI,, Mariahilferstraße 91. Otto Maass gründete im Jahre 1885 obgenannte Firma und befestigte ihren Ruf als Verlagsfirma mit der Herausgabe von Alben für Zither von Fr. Sturm, u. zw,: Liederschatz für Zither und Album für Zitherspieler mit je 3 Bänden, welche in Tausenden von Exemplaren verbreitet sind. Auch die bekannten Alben von Holzhei für Violine, von welchen bereits zwölf Hefte erschienen sind, und dem berühmten »Deutschmeister- Regimentsmarsch« von J u r e k, haben eine große Verbreitung gefunden und den Namen der Firma in ganz Oesterreich und den Sukzessionsstaaten bekanntgemacht. Neben den Verlagswerken ist es aber vor allen das reichassortierte Lager aller Art Musik, welches die Kunden in die Lage versetzt, sofort befriedigt zu werden. Außerdem ist der Provinzversand derart gut organisiert, daß die Kunden sofort nach Einlauf ihrer Bestellungen auf die prompte Expedition bestimmt rechnen können, was auch zur Folge hat, daß der Einlauf der Bestellungen täglich zunimmt. Gewiß ein Zeichen, daß die Firma stets bestrebt war und ist, den Anforderungen seiner P. T. Kunden in jeder Weise gerecht zu werden. Wir verweisen auf die heute in unserem Blatte erschienene Annonce und bitten unsere geehrten Leser, welche Musik treiben, sich durch eine Probebestellung von der Leistungsfähigkeit der Firma zu überzeugen. . (Entgeltlich.) Symphoniekonzert des Hakoah-Orchesters. Nach langer Zeit tritt das Hakoah-Orchester wieder vor die Oeffentlichkeit, und zwar unter der Leitung seines neuen Dirigenten, des Kapellmeisters Walter Hahn, am Mittwoch, den 29. ds., im Großen Musikvereinssaale. Das Konzert findet gemeinsam mit der »Gesellschaft zur Förderung jüdischer Musik« als deren erste Veranstaltung statt. Das Konzert bringt hauptsächlich interessante Erst- und Uraufführungen unter solistischer Mitwirkung des Frl. Nina Suchestow (Gesang) und Professor Juliusz W o 1 f s o h n (Klavier). Gastspiel des hebräischen Theaters „Habimah“ in Wien Am 29. Februar beginnt, wie wir erfahren, das hebräische Theater »Habimah« ein Gastspiel in der Rolandbühne in Wien. Es ist das letzte der europäischen Gastspiele, welche »Habimah« jetzt absolviert, bevor sich das Theater zu längerem, vielleicht stabilem Aufenthalt nach Palästina begibt. Wie noch erinnerlich, hat »Habimah« im Sommer 1926 in Wien gastiert. Der Erfolg war außerordentlich; besonders die Aufführungen von Anskis »Dybuk«, Leiwiks »Golem« und Pinskis »Der ewige Jude« übten starke Wirkung, die sich bei dem zum großen Teile dem Hebräischen gegenüber »fremdsprachigen« Publikum auch auf die Klangschönheit der Sprache erstreckte. Nach einer Tournee durch die deutschen Großstädte, durch Frankreich und England, ging »Habimah« nach Amerika, wo die Bühne einige Monate gastierte. Der bekannte Kunstmäzen Otto Kahn wurde von den Darbietungen des Theaters und dessen kulturellem Wert so durchdrungen, daß er sich erbötig machte, die Mittel aufzubringen, welche es der »Habimah« ermöglichen würden, als ständiges hebräisches Theater in Palästina zu bestehen. Inzwischen entstand, kurz vor der Rückkehr des »Habimah«-Ensembles nach Europa, eine Spaltung unter den Mitgliedern der Theatertruppe, die durch Meinungsverschiedenheiten über die künstlerische Führung durch den Mitbegründer des Theaters, den Schauspieler und Regisseur N, Zemach hervorgerufen wurde. Ein Teil des »Habimah«-Ensembles (unter der Führung von Zemach) blieb in New York zurück, der andere fuhr wieder nach Europa und hat in Gastspielen in Holland und Deutschland den künstlerischen Ruf des hebräischen Theaters neu befestigt. In Wien wird »Habimah«, wie wir erfahren, neben den schon bekannten Werken des Repertoires (außer den bereits genannten zählen dazu u, a, »Jaakobs Traum« von Richard Beer Hoffmann, »Die Sintflut« von Berger), eine Reihe von Novitäten bringen. Es ist zu erwarten, daß das hebräische Theater auch mit seinen neuen Darbietungen die große Wirkung üben wird, die es bei seinem früheren Gastspiel in Wien hervorzurufen verstanden hat. S. Schneur als Jubilar Der hebräische Di§j|||r S. Schneur, der für die Entwicklung der hehräischeh Lyrik von großer Bedeutung ist, konnte vor kurzem in Paris, wo er jetzt wohnt, sein fünfundzwanzigjähriges Schriftsteller-Jubiläum feiern. Schneur, der aus Rußland stammt, ist hauptsächlich als Lyriker bekannt geworden und hat hebräische Gedichte von feinster Empfindung und reicher Formgebung veröffentlicht. Auch seine Skizzen und Erzählungen zeigen die gute impressionistische Art der Schilderung, die seinen Gedichten echte Farbe gibt. Schneur hat auch Gedichte und Skizzen in jiddischer Sprache geschrieben. Ins Deutsche ist wenig von seinen Schöpfungen übertragen: erwähnt sei eine meisterhafte Uebersetzung seiner Dichtung "Kirschen« durch den früh verstorbenen Hugo Zuckermann, dem es gelang, die frohen Farben des Originals auch in der Uebersetzung wirksam zu machen. Ramsay Mac Donald im jüdischen Theater in London Vor einigen Tagen besuchte der frühere englische Ministerpräsident und Oppositionsführer im Unterhause, Ramsay Mac Donald, eine Vorstellung im jüdischen Pavillon-Theater in London, das jetzt von Joseph Keßler geführt wird. Der beliebte englische Politiker wurde enthusiastisch begrüßt und durch lange Ovationen des Publikums genötigt, auf der Bühne eine kurze Ansprache zu halten. In dieser machte er der jüdischen Schauspielkunst Komplimente und erklärte, er glaube fest an die Zukunft des jüdischen Volkes. Das jüdische Volk habe der Welt schon bedeutende Künstler auf verschiedenen Gebieten gegeben, besonders schätze er die jüdische Musik und das jüdische Drama, die er beide gerne in seiner Freizeit genieße. Die Juden mögen weiter ihre hohe Kunst pflegen, da nur durch diese geistigen Kräfte eine Besserung der Menschheit erwartet werden könne. I BÜCHERSTUBE M. PATH 8 | II. TABORSTRASSE 20a, TELEPHON 43-1-58 11 j] MODERNE LITERATUR / WISSENSCHAFT H « JUGENDSCHRIFTEN / JUDA1CA UND HEBRAICA jj Renaissance-Btihne. Eine stellenweise recht spannende Kriminalgeschichle, angeblich englischer Herkunft, mit dem Titel >Erpresser«, die morgen voraussichtlich einen gar nicht üblen Film abgeben wird. Jarno macht aus einer Rolle, der eine Geschwulst an der Aorta sitzt, mit großem Geschick einen Menschen, Als der schon einmal Totgeglaubte schließlich sterben geht, bedauert man, daß so ein Prachtkerl ein so ausschweifendes Leben führen mußte. Stella Sorraa, die gehetzte Gattin zweier Männer, läßt uns das Herzklopfen hören, aus dem sie 4 Akte lang nicht herauskommt. Ueberaus diskret spielt Ludwig Körner a. G. ihren zweiten Galten, einen nicht nur in medizinischen, sondern auch in kriminellen Komplikationen sehr sattelfesten Arzt. —r. Knut Hamsun im Volkstheater. Eine mit grausam genauer Analyse geführte Erörterung des Problems von der alternden Frau >V o in 1 e u f e 1 g e li o 1 U, hat der große Epiker für die Bühne zurechtgemacht. Sie packt völlig unthealralisch, wird jedoch als mittelmäßiges Theater gespielt und so um ihre halbe Wirkung gebracht. _tz. Für Mußestunden Schach Schachnachrichten Dr. Körner-Turnier. Das internationale Meisterturnier des Sportklubs »H a k o a h«, das seinen Namen zu Ehren des langjährigen, verdienstvollen ehemaligen Präsidenten der »Hakoah« Dr. J. Körner führt, beginnt Freitag, den 24. Februar im Arkadenhof des Cafe Central. Folgende Meister nehmen u. a, teil: Prof, Becker, Grünfeld, Kmoch, Spielmann, Takacz, Dr. Tartakower. Auch die Teilnahme R6tis ist wahrscheinlich. Berliner Meisterturnier. Nach der 11. Runde haben die Meister Bogoljubow und Niemzowitsch mit 7 Punkten plus Hängepartie die Führung inne. Rätselecke Redigiert von Joto. Kreuzworträtsel 26 27 30 1 31 39 40! ji 41 42 56 i 57 Wagrecht: 1. Eisenstift. — 5. Sittlichkeit, Sittenlehre. — 10. Stadt in der Schweiz. — 12. Stadt in Italien, — 14, Klostervorstand. — 15, Rat der Alten, — 18, Englische Bierart. — 19, Italienische Musiknote. — 20. Stimmlage. — 22. Artikel (fremdsprachig). — 23. Schwarzwild. — 25. Dem Winde abgekehrte Seite, — 26. Vornehm, nobel. — 28. Weinernte, — 30, Schauspieler. — 32. Sprengkörper. — 33. Leihhaft, beweglich. — 35. Gewürz. — 37. Kleine Oeffnung. — 39. GesiChtsteil. — 41, Frommer Gruß. — 43. Spanischer iFrauenname. — .45. Abkürzung für Dominus. — 46. Aeußerst streng. — 49. Ist (englisch). — 50. Ich (lateinisch). — 52, Teil eines Schiffes. — 53. Nordische Gottheit. — 54. Geldertrag. — 56. Eßgerät. — 58. Inhaltslosigkeit, — 59, Adelsrang, Senkrecht: 1, Reicher Mann. — 2. Baumteil, — 3. Vorsilbe. — 4. Weiblicher Vorname. — 6. Männlicher Vorname. — 7. Chemisches Zeichen für Ruthenium, — 8, Papageieniart. — 9, Blume. — 10, Kurort bei Wien. — 11. Teil des Beines. — 13. Weiblicher Vorname, — 16. Laulbbaum. — 17. Hauch. — 20, Bekannter Alpenpaß. — 21. Griechische Göttin der Gerechtigkeit. — 24. Prophet, — 27. Waffe. — 29, Form vom Hilfszeitworte „seien“. — 31. Englischer Untertan. — 34. Asiatischer Volksstamm, — 36. Erzählung. — 37. Skandinavische Scheidemünze (Mehrzahl), — 38. Kerbtier. — 40. Fischereigerät. — 42. Gebiets auf seher. — 44. Metall. — 47. Nebenfluß der Elbe. — 48. Weiblicher Vorname. — 51. Eins (englisch). — 53. Stadt in Finnland, — 55. Chemisches Zeichen für Tellur. •— 57. (Flächenmaß. togogriph Bei Kälte, Regen, Hagel, Sturm und Frost Gereicht mit „M“ es dir zum Schutz und Trost, Nun aber nimm statt des ,;M“ ein (liH" und sofort Kennst du's vom Turnen oder vom Sport. Füllrätsel a a a -a a a a a a aaa b c d k k k 1 1 m m n n n n n u n t t t 1. Italienischer Vulkan. 2. Teil Deutschlands. 3. Stierkämpfer. 4. Scharf ausgeprägt. 5. Gerade Fläche, 6. Deutscher Dichter (gest. 1781). 7. Europäisches Gebirge. 8. Soldatenwohngebäude. 9. Leichnam. Aas. 10. Geschoß. 11. Kampflatz. leeee ee eeeee eg hi oopprrrrfrssssjss v v v Aus obigen Buchstaben sind elf Wörter von der daneben angegebenen Bedeutung zu finden; die senkrechte Mittelreihe ergibt bei richtiger Auflösung einen berühmten englischen Dichter. Auflösungen der Rätsel aus Nummer 7 Kreuzworträtsel. Wagrecht: 1. Safe. 5. Lade. 9, Otmar. 10, Freia. 12. Laus. 13, Kufe. 14. Marsch. 16. Kutter. 17. Et. 18. da. 19, Nemesis. 21. iBit. 22. Tausend. 24. Oe, 26. D. i. 28. Prolog. 30. London. 32, Abel. 33. INase. 34. Lesen. 36. Remis, 37. Nero, 38. Ares. — Senkrecht: 1. Staat. 2. Amur. 3. Fassen. 4. Er. 5. L. F. 6. Arktis. 7. Deut. 8, Eifel. 9. Olme. 11. Aera. 15. Hamburg, 16. Kastell. 20. Eis. 22. Teller. 23. Donner. 24, Opal. 25. Erben. 26. 'Dosis, 27. 'Ines. 29. Oese. 31. Dame. 35, No. 36. Ra. Zahlenrätsel: 1. Wagen. 2. Einstein. 3. Irene, 4. Zeppelin. 5. Malaria. 6. Australien. 7. Nagel. 8. Norden. — Weizraann. Gleichungsrätsel: Man — da — ri — ne (Mandarine). Scherz und Humor Das Unglaublichste Der „Anekdotenjäger“ von 1847 erzählt: Ein Jude hatte das Unglück, im Postwagen zwischen Studenten zu sitzen, die iihm arg zusetzten. „Hören Sie auf, meine Herren,“ rief der Geplagte endlich, „sonst kriegen Sie was von mir zu hören, was Ihnen noch kein Mensch gesagt hat!" „Was kannst du uns schon bieten, Jud'?" hieß es. Und der Jude: ,,Die Herren Studenten sind doch äußerst gebildete und anständige Leute!“ Der Unterschied Reb Kiwe geht an einer Bierhalle vorüber, in der lebhafter Betrieb herrscht; er sieht sich die Sache eine Weile an und meditiert: „Wir Juden sind doch nebbich lauf allen Seiten geschlagen; wenn ein Goj Durst hat, trinkt er drei Krügel Bier, und wenn ein Jud' Durst bat, läßt er sich untersuchen auf Zucke r." Kritik Zu Meyer beer »kam eine Sängerin, die früher Tänzerin gewesen war, und bat den Komponisten um ein Urteil Uber ihre Leistungen, Er forderte sie aulf, (ihm etwas vorziutanzeri und vorzusingen, Aufmerksam schaute und hörte Meyerbeer zu, bis sie geendet hatte, Daun verharrte er in seinem Stillschweigen. „DaH ich Sie um Ihre .freimütige Kritik bitten?" iragte die Dame siegesbewußt den Komponisten, „Wenn Sie es wünschen, meine Gnädige," bemerkte er, „nun — für eine Tänzerin singen Sie nicht übel und für eine Sängerin tanzen Sie recht gut."