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Die Stimme · 1928-02-09 · Heft 6 (9.2.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 6 (9.2.1928)
Date
1928-02-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Va fela tla IaM#M A t AVMAtfllA MA« IM/IUam# Journal expedfö par l’ädlteur Abontiementpreise: Für Österreich: Monatl. S 1*50, viertel j. S 4*20, Ganz]. S 16*— / Deutschland: Monatl. Goldmark I*—, viertel]. Goldmark 3*— / Tsche- Jtidisaha Zeitung Erscheint Jeden Donnerstag Polen: Monatl. Zloty 2*3Ö,T viertelj. Zloty 6*50 / Ungarn : Monatl. Pengö 1*50, vierte!]. Pengö 4*20 / Rumänien; Monatl. Lei£45*—, viertelj.Lel 125*— / Bulgarien: Monatl. Lewa cHbslowakei: Monatlich K£ 7*—, vierteljährlich K£ 19* — / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14*—, vierteljährlich Dinar 40*— "Redaktion und 8Ldministeation: Wien, I. Rtzuhenateinga&se 1 / Telephon 76*3*89 30*—, vfertelj. Lewa 80*— / Belgien: Monatl. Belga 2*—, viertelj. Belga 5*— / Übriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1*50 1. Jahrgang Wien, 9. Februar 1928 (18. Schewat 5688) Nummer 6 Soeben erschien nach mehrjähriger Vorbereitung der erste Band der ENCYCLOPAEDIA JUDAICA Das Judentum inGeschichte «.Gegenwart in 15 Bänden zu je 650 Seiten in großem Lexifconformat Mit zahlreichen Illustrationen, mehrfarb, Drucken, Beilagen, Tabellen, Noten usw. Einband von Prof. E. R. Weiß Die Bände gelangen in etwa halbjähriger Folge zur Ausgabe Die Redaktion besteht aus 16 bedeutenden jüdischen Gelehrten und Schriftstellern Chefredakteur: Dr. Jakob Klatskin StellvertretenderChefredakt«:Prof.Dr.I.Elbogen Aus Urteilen der Presse über cfas Probeheft: Mitteilungen der Großloge für Deutschland U.O.B.B.: „Wir sehen dem Erscheinen des ersten Heftes im Herbst mit Freude und Dank entgegen und wünschen, daß jeder jüdische Verein und jeder deutsche Jude es sich zur Ehre anrechnen sollte, dieses Monumentalwerk zu fördern. Es wird uns zur Vertiefung unseres Wissens sowie zur Aufklärung und Belehrung unserer nichtjüdischen Umwelt vorzügliche Dienste leisten“. ,,Berliner Tageblatt“: „ . . Es handelt sich um ein großartiges lexikales Werk, das nicht äußere Daten und Inhaltspunkte, sondern eine Sammlung alphabetisch geordneter Monographien bringt, deren Objektivität'sich aus der Fülle der Mitarbeiter ergeben wird,“ Aus einem mehrspaltigen Artikel der „Frankfurter Zeitung“ vom 22. Mai 1927: ,, . . . Ein gewaltiges Unternehmen, an dem alle Erdteile mitarbeiten werden, das junge Palästina, Amerika, vor allem Deutschland, ein Werk, in dem jeder Artikel neu und nur für diesen Druck geschrieben wird . . . Wenn das Werk vielgestaltig wird, wenn es schillert und nirgend uniform erscheint, ist es dann nicht ungewollt, ja wider Willen ein Spiegelbild des wirklich lebendigen, nie und nirgends geschlossen faßbaren Judentums. Macht nicht die Mannigfaltigkeit der Aspekte schon diese hundert Seiten spannend wie einen Roman, wie den noch unabsehbaren Roman des Ewigen Juden?“ Aus einer soeben erschienenen Besprechung des L Bandes in der „C. V.-Zeitung: „Mit dem soeben erschienenen ersten Band der großen jüdischen Enzyklopädie (Encyclopaedia Judaica.VerlagEschkol A.-G., Berlin) ist uns nicht nur eine kostbare und vornehme Gabe auf den Tisch gelegt worden, sondern es ist damit auch das erste Stockwerk eines Baues errichtet, auf den hoffentlich das gesamte Judentum wird einmal stolz sein können. Dieses, auf fünfzehn große Bände berechnete monumentale Werk will nämlich über die Aufgaben eines Lexikons oder Nachschlagebuches hinaus das gesamte geistige Schaffen von dreißig Jahrhunderten Judentum in wissenschaftlich zuverlässiger und doch gemeinverständlicher Darstellung vorlegen. Jeder Besitzer dieses Werkes hat an ihm einen sicheren Führer durch ein Labyrinth von Jahrtausenden und dürfte kaum eine das Judentum, seine Geschichte, seine Einrichtungen, eiue irgendwie hervorgetretene Person betreffende Frage vergeblich stellen . . Die Encyclopaedia Judaica wtrdeineZierdejederBibliotheksein. Das gewaltige Werk wird nach seiner Vollendung Zeugnis ablegen für die gewaltige Größe der jüdischen Ideen, für den aus ihnen fließenden Antrieb zur Verwirklichung, der im geschichtlichen Geschehen sich offenbart, für die Gewissenhaftigkeit und die Objektivität des jüdischen Forschers“, ■n , r» < in Halbleder M. 55 ♦ — Preis pro Band ln Ganzleinen M. 50— (wird bei Bestellung des Probeheft M. 3- Werkes zurückgenommen) Prospekt durch jede Buchhandlung und durch den Verlag Eschkol A.-G«, Vertriebsabteilung „ENCYCLOPAEDIA JUDAICA" Berlm-Charlottenburg 2, Bismarcfcstr. 106/13 Führende Persönlich* keifen Österreichs für das Palästina*Werk Die Konstituierung des österreichischen Pro» Palästina-Komitees, Am 15. Februar trifft der Präsident der Zionistischen Exekutive, Nahum S o k o 1 o w, in Wien ein, um an der Konstituierung des Österreichischen Pr o-P a 1 ä s t i n a-K omitees teilzunehmen. Dieses Komitee vereinigt führende Persönlichkeiten Oesterreichs auf allen Gebieten des kulturellen, politischen und Wirtschaftslebens und soll, wie es schon in einer Reihe anderer Länder, z. B. Deutschland, dessen Pro-Palästina-Komitee am 10. d. M. seine erste Jahresversammlung abhält, in Eng* land, Frankreich und Italien der Fall ist, zum Ausdruck bringen, daß an dem zionistischen Werk des Aufbaus des jüdischen Palästina dkvgesamte Kulturmenschheit aktives Interesse nimmt. Wie wir bereits seinerzeit mitgeteilt haben, werden an der Konstituierung des österreichischen Pro-Palästina- Komitees auch Vertreter der Komitees aus anderen Ländern, u. a. der Präsident des deutschen Pro- Palästina-Komitees, Graf Bernstorf f, teilnehmen. Wie wir weiters erfahren, wird Präsident S ok o 1 o w anläßlich seiner Anwesenheit in Wien vom österreichischen Bundespräsidenten Dr. H a i n i s c h und vom Bundeskanzler Dr. Seipel empfangen werden. An die Konstituierung des Österreichischen Pro- Palästina-Komitees wird sich eine großangelegte Werbeaktion für den Palästina-Aufbaufonds, den Keren Hajessod, anschließen; aus diesem Anlaß wird Präsident Sokolow mit einer Reihe von jüdischen Persönlichkeiten Wiens Fühlung nehmen. Er wird auch in einem für den 20. Februar in dem großen Konzerthaussaale einberufenen Meeting die Oeffentlichkeit über den Stand des Aufbauwerkes informieren. „Pro Palästina“. Von Adolf Böhm. Es war ein grundlegender Gedanke Theodor Herzls, daß die Verwirklichung des Zionismus der Sympathie und der tätigen Mithilfe aller Völker bedarf. Denn er sah einerseits die Schwierigkeiten politischer und völkerrechtlicher Natur, die sich der Bildung eines neuen Staates, wie er ihn dachte, entgegenstellten, andererseits nahm er mit Recht an, daß die sogenannte „Judenfrage“ für die meisten Staaten selbst eine Verlegenheit sei, so daß sie gerne mithelfen würden, sie großzügig und radikal zu lösen. Er unterschätzte im Vorausflug seiner Ge“ danken die Zeitspanne, die dazu nötig war, sowohl die Juden selbst mit der neuen umstürzenden Idee zu befreunden, als auch die Mächte der Welt zur Einsicht in das interterritoriale Wesen der Judenfrage zu bringen. Seine eigenen Bemühungen bei Kaiser und Papst, bei England, Italien, Rußland und der Türkei waren zwar nicht erfolglos: es gelang ihm, dem einfachen Journalisten, all diese Weltpotenzen zu bestimmen, seine damals phantastisch erscheinende Idee als diskutabel anzusehen. England bot ihm sogar ein Land zur Kolonisation an. Aber weder die Juden noch die große politische Welt von damals waren im allgemeinen für die vorauseilenden Gedanken Herzls reif. Insbesondere war die Idee einer Verbindung aller Völker zijr gemeinsamen Ausführung oder wenigstens tätigen Unterstützung eines politischen Werkes für jene Zeit eine Utopie. Beachten Sie in dem reichen Inhalt dieser 16 Seiten starken, reich illustrierten Nummer u. a,: Neuen Geist in die jüdische Gemeinde! Jules Verne in der Judengasse, Von S. M e i - s e 1 s. Amerikanisches Judentum. Ein Brief von Ch. N. B i a 1 i k. Sie wollen keine Schnorrer werden. Von S. A b e 1 e s. Am Jordanufer, Von Schalom Asch. Jugend und Ideal, Von Wladimir J a Botin s k y. Die Wochennovelle „Adolfs Einheirat“ von J. Tiger. Schach, Rätsel, Humor, Sportnachrichten usw. RADIOSPEZIALHAUS JOHN LIFSCHITZ VI., Mollardgasse9, Telephon 51-72 Meijne Spezialitäten: TRIUMPH -ANODENBATTERIEKASTEN bester Ersatz für Anodenbatterie RADLIF regulierbare Lichtantenne bester Ersatz für Hoch- und Zimmerantenne Oberall erhältlich Überall erhältlich R. BASCH, IV. ARGENTINIERSTRASSE Nr. 32 KOHLE « KOKS Tel. 51 >2-87 ANTHRAZIT Tel. 56-403 Zustellungen erfolgen innerhalb 24 Stunden Rabattsektion des KEREN KAJEMETH Bloß zwei Jahrzehnte nach dem Auftreten Herzls erschien die Weltlage vollkommen verändert. Nicht nur war sein politisches Ziel durch das Mandat erreicht, sondern der Gedanke der moralischen Solidarität der Völker war au» den Flammen des Weltkrieges auf gestiegen und hatte bei seinem ersten Aufleuchten den blutroten Horizont für einige Augenblicke erhellt. Wohl ist ein endlos weiter und mühseliger Weg zu gehen nötig, um diesen hohen Gedanken trotz des Widerstandes einer gegen alles Moralische abgestumpften Welt zu einem wirksamen Motor für das Handeln der politischen Nationen zu machen. Aber ein kleiner Anfang zu seiner Verwirklichung ist die Schaffung des Völkerbundes gewesen, unter dessen Taten gerade die Ratifikation des Palästina ^Mandats von symptomatischer Bedeutung für die große Wandlung des Weltgewissens war, die durch den Krieg herbeigeführt worden ist. Hier haben die vereinigten Nationen — und auch jene, die damals noch nicht dem Bunde angehörten, haben nachträglich ihre Zustimmung erteilt — einem Volke, das seinen Rechtsanspruch nur moralisch begründen, aber aut keinerlei Machtmittel stützen konnte, sein Recht werden lassen. Seither sind viele Jahre vergangen und das Palästina-Mandat ist ein Faktum geworden, wie tausend andere, über die man sich weiter keine Gedanken mehr macht, denn nichts ist schwieriger, als große Ideen, selbst solche, die bei ihrem ersten Aufblitzen mächtig gewirkt hatten, dauernd im Bewußtsein der Menschheit wach zu erhalten. Damals hatten die politischen Führer der Welt in klaren Worten ausgesprochen, daß es sich bei Verwirklichung* des Zionismus, so wie es Herzl gemeint hatte, um eine große allmenschliche Sache handelt, daß die- Völker die Pflicht haben, das Unrecht, das sie durch

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