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Die Stimme · 1928-02-02 · Heft 5 (2.2.1928) · page 15

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 5 (2.2.1928)
Date
1928-02-02
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 5 DIE STIMME Seite 15 Fliegelmaim ärgerte das Lachen, und er wollte ihm mit fester Stimme eine Grobheit sagen, damit er aufhöre zu lachen. „Ich gehe zur Weichsel..brachte er tonlos heraus. „Gehen Sie schlafen, Fliegelmann. Es ist kalt. Fliegelmann wurde sofort vom Gefühl beherrscht, es sei ihm kalt. Er ging hinaus. Durch eine Unzahl von Gassen wandelte er. Er merkte nur, daß er von einer Laterne zur andern komme und daß dabei sein Schatten erst immer kürzer werde und dann plötzlich riesenhaft wachse .. In einer Gasse blieb ein Mädchen stehen und lachte ihm keck ins Gesicht. Als er weiterging, hörte er hinter sich einen faulen Husten, der lange in der Luft nachzitterte ,.. Alle diese Eindrücke ordneten sich Fliegelmann merkwürdig schwer im Kopfe ein. — Auf der Weicbselbrticke machte er Halt und sah sich um. Ein Polizist sah ihm nach. Fliegelmann langte in die Brusttasche und murmelte: „Ich habe einen Paß." Lange stand er auf der Brücke. Von weitem sah er zwei Reihen Laternen, deren Strahlen auf dem Wasser tanzten. Am Himmel zogen Wolkenfetzen rasch dahin, einige von dunkler, andere von heller Farbe. Sie schienen sich zu drehen und sich irgendwo unten mit dem Wasser zu vermischen. Ueber die Eine Zentrale des Wiener jüdischen Amateursportes Reorganisierung des Sportklubs Kadimah. iDer iz w e i t äl t e s t e jüdische Sportklub Wiens, die Kadi ff» alb, die vor zehn Jahren gegründet wurde, hat nach einem sehr bedenklichen Stillstand die Tätigkeit recht verheißungsvoll wieder ausgenommen. Die Leitung der Kadimah, mm deren Spitze .gegenwärtig der alte Spieler des Vereines, Schalit, der Sohn Dr. Bernhard Sohalits, steht, beabsichtigt ein Konzentrationspunkt für die schwachen und nicht lebensfähigen kleinen jüdischen Amataurklubs zu sein, um eine starke jüdische Amateursportorgamisatioin zu bilden. S'o ist bereits Hakadur der Kadimah korporativ beigetreten und auch mit Achdutlh schiwebeni diesbezüglich aussichtsreiche Verhandlungen. Im Frühjahr dürften somit fünf Mannschaften ins FeLd gestellt werden können. Kadima!hi nimmt neben den C r i c ik e t e r n und der P o - lizeisportvereinigung gleichfalls nicht an der Meisterschaft teil, was den Verein in die La,ge versetzen wird, auch auswärts, namentlich in der Tschechoslowakei und in 'Polen, P r o p ia g a n d a spiele austragen zu können. Für das heurige Jubiläumsspiel sind Spiele gegen drei erstklassige Wiener Vereine, darunter auch gegen fiakoah in Aussicht genommen. Außer Fußball betreibt Kadimalhi in erster (Linie Schwerathletik und hat in den tüchtigen Stemmern die einzige jüdische Sektion dieser Art in der Welt. Tisch-Tennis, Touristik, eine Kultursektion sowie die geplante Reaktivierung der Schwimmsektion sind die Ziele des Vereines, der ungefähr 100 zahlende Mitglieder (darunter simld auch die Fußballer) ausweist. Mehr als 500 Personen gehören <£er Kadimah als Freunde und Anhänger an. (Der Klub hat überhaupt keine Schulden und ist jetzt auf der Suche nach einem Platz in Sulbmiete. (Vielleicht ließe sich mit der Hakoah reden. — Die iRed.) Am Donnerstag den 16. Februar, abends, findet im Klublokale, Cafe Metropole, IX., Berggasse 33, die Generalversammlung der Kadimah statt. Sie wird berufen sein, eine Leitung zu wählen, die dem nach Geltung ringenden jüdischen Amateursport eine entsprechende Heimstätte zu gewähren imstande sein wird, was mit Hilfe der jüdischen Oelfentlichkeit zweifellos sehr gut gelingen könnte. Die letzten Spiele der jüdischen Amateurvereine brachten folgende Ergebnisse: H a smomea—Al tmiannsdo r f 3:3 (0:1), Rosenbaum, früher Hakoah, war zweimal, Ann einmal für Hasmonea erfolgreich. — Makkabi siegte über Simmering korab. 2:1. Lutz und E. Lustig schonen die Tore. — Hagiibor schlug Bar Koclhba 4:0 (2:0). 'Zuckerberg, Heiter, Ronis und Stern erzielten die Treffer. Makkabi II (Leopoldsgasse I a, Volksschule). Modernes Frauenturnen, gerätelos, Montag von 7 bis 8 Uhr. Damen-Geriatetumien: Montag und Donnerstag von 8 bis 9 (Uhr. Kinderturnen (10 bis 14 Jalhre). Donnerstag von 146 bis Uhr Mädcheutumen (13—16 Jiahre): Donnerstag YkI bis 8 Uhr. Zöglingstumeraj (14 bis 18 Jahre): Mittwoch von 7 bis 8 Uhr. Männertumen: iMittwocih von 8 bis 9 Uhr, Jugendführertagung des Makkabi Hazair Sonntag, den 15. Jänner fand in Lundenburg eine Führertagung des »Makkabi Hazair« statt. Neben Fragen, wie Sommerlager, Jugendtreffahrt, Kreissportlfest, Organisation, ist ein Referat (über Ideologie des Makkabi Hazair bemerkenswert, das von F. B arbe r, (Brunn, gehalten wurde und zu einer anregenden Debatte der aktiven Führer dies Makkabi Hazair führte. Der Makkalbd Hazair stellt eigentlich die Verwirklichung des Makkabi-Gedankens dar, der Mee von der körperlichen Ertüchtigung dies jüdischen Volkes bei gleichzeitiger (Pflege jüdischer Kultur und jüdischen Wesens. Wohl ist die Arbeit im Makkabi Hazair weit schwerer als in anderen Jugendbünden, was ja schon durch das zur Ver- Brücke fuhr ein Wagen und alles zitterte. Die Finsternis der Wolken kam immer näher, Fliegelmann hatte das Gefühl, als senkten sie sich, und vor seinen Augen drehte sich alles im Kreise ... Es kam ihm vor, daß sich sein ganzer Körper schaukle, und er bildete sich ein, er habe sich ins Wasser gestürzt, doch das Schaukeln dauerte sehr lange. Dann hörte er Räder über die Brücke rollen. Man sprach zu ihm russische Worte und er verstand sie nicht. Fliegelmann schlief auf der Polizeiwache ein. Die ganze Nacht hatte er das Gefühl, er liege im Wasser. Ueber seine Augen zog sich ein bläulicher Strom und das tat ihm wohl. Nur im Hinterkopf schmerzte ihn etwas und er glaubte, auf einen Stein gefallen zu sein. Am Morgen brachte ihn ein Polizist mit Gewalt auf die Beine. Fliegelmann konnte sich auf keine Weise zu Bewußtsein bringen, was er hier zu tun habe und was man von ihm wolle und glotzte ganz verständnislos umher. Nur als er ein paar Helme und Säbel vor sich sah und eine strenge Stimme hörte, da huschte ein Gedanke durch sein Hirn. Langsam griff seine Hand in die Brusttasche und er lallte: „Ich habe die Ehre — ergebenst zu bitten — begrabt mich — ich h,->be einen Paß —I" Ende. Fußballmannschaft des Sportklubs „Kadimah“ (Wien), welche den Aufstieg in die zweite Amateurklasse erkämpft hat. fügung stehende Menschenmaterial und das viel umfangreichere Arbeiitsprogramm bedingt ist. Aber daß die Arbeit dankbar sein kann, beweisen die bescheidenen Erfolge, die nach der wenige Monate wahrenden Tätigkeit des Makkabi Hazair zu verzeichnen sind. In den vielen kleinen Ma'kkähivereinen schließen sidh die Jugendlichen zu gemeinsamer Arbeit zusammen, es werden bisher vom Zionismus nie berührte Kreise erfaßt, was allein ja schon einen Erfolg diarstefl.lt. Als Krönung der Arbeit des letzten Jahres .ist eine Unsere teure Mutter, Frau KAROLINE GROSZ ist uns am 29. Jänner 1928 nach langem Leiden, 68 Jahre alt, entrissen worden. Sie wurde am 31. Jänner 1928 begraben. In unserem Herzen lebt sie weiter. Wilhelm und Max Grosz, Hermine Schönfeld als Kinder; Tanja Grosz und Alfred Schönfeld als Schwiegerkinder. Sommersiedlung geplant, die anschließend an das großzügige Kreisschauturnen in Brunn stattfinden soll. Während die Siedlung 1927, die in der mährischen Schweiz s battfand, 30 Jugendliche umfaßte, dürfte die nächste nach vorsichtigen Schätzungen von 150 Jugendlichen frequentiert werden. Die Siedlung ist i.m Thayatal oder wieder in der Nähe von Brunn gedacht. (I. A. Turnzeiten des Makkabi 1X/XIX im Lokale IX., Liechtensteinstraße 20, Kleinkinder (von 3—6 Jahren). Leitung: Kindergärtnerin Trude Blodh: Mittwoch und Samstag von Yt4 bis Y\5 Uhr, Kinder (Knaben und Mädchen, 6—14 Jahre) Leitung Med. Dr. Emmy IReich: Mittwoch und Samstag von 145 bis 146 Uhr. Mädchen (14—17 Jahre) Leitung Lilly (Brust: Mittwoch und Samstag von 147 bis Y\9 Uhr. Damenturnen: Leitung Karl Rittigstein: Mittwoch und Samstag von 149 bis 1410, Zöglinge (14 bis 18 Jalhre) Leitung Walter Brückner: Dienstag und Freitag von 8 bis 1410 Uhr. Herren (18 bis 35 Jahre Jahre) Leitung Felix Päumy: Montag und Donnerstag von 149 bis % 10 Uhr. Alle Herren über 35 Jahre: Montag und Donnerstag von 147 bis 8 Uhr: Leitung Viktor Löbl. Modernes Frauenturnen: Leitung Dr. Emmy Reich: Dienstag und1 Freitag von 7 bis 8 Uhr. In der Turnhalle in der Pautzergasse (Volksschule) finden statt: Kinder: Dienstag und Freitag von %6 bis V\7 Uhr, Leitung Lilly Brust. Rhythmisches Damenturnen: Leitung Fini Böhm: Montag und Donnerstag von 7 bis Yk9 Uhr. Ilm Turnsaale in der Peter-Jordan-Straße N r. 10: Rhythmisches Damenturnen, Leitung Fini Böhm: Montag und Donnerstag von Yi4 bis 14 5 Uhr. Hakoah—Slovan 2:2 (0:1). Das am letzten Sonntag ausgetragene Freundschaftsspiel der jüdischen Fußballmannschaft gegen die tschechische Elf erbrachte abermals den Beweis, daß die Junioren recht gut kämpfen können. Es gab bei Hakoah zahlreiche Debütanten, darunter den Tormann Oppenheim, der eine achtbare Talentprobe lieferte. Beide Treffer der Blauweißen erzielte B a r b u k. Hakoah war in folgender Aufstellung angetreten: Oppenheim, Berson, Scheuer, Strohs, Brandes, Pollak, Strauß, Barbak, Schönfeld, Fürst (Birnbaum), Mausner. — Sonntag den 5. Februar tritt Hakoah im Cupbewerb gegen Austria in der Krieau an. Das Cupspiel Hakoah—Austria findet am 5, Februar in der (Krieau statt. Vorher trägt die Reserve des jüdischen Vereines ilhr fälliges Spiel gegen Brtudk aus. Im Jüdischen Cup (FölcLespokal) wurden für die nächste Runde folgende Paare ausgelost: Hakoah gegen Hiagibor, Hasmonea gegen Bar Kocihba, Kadimah gegen Libanon, Hechawer gegen Maik/kabi. Josef Kupfermann, der bekannte zweite iSektionsleiter der Hakoaih-Fußballer, verläßt diese Woche Wien, um sich beruflich in Antwerpen niedenzulassen. Kupfermann hat sich in den letzten Jahren um den Nachwuchs, auf den sich idie Sektion jetzt stützen will, große Verdienste erworben. Fuß (Hakoah) hat die Absicht, nach Hamburg abzuwaadern, wo er sich bei der dortigen Viktoria betätigen will. Als Tennistrainer der Hakoah wurde der zum Professionadismus über,getretene 'S'cihaffer vorn W. A. C. engagiert. Die Eishockeymannschaft der Hakoah wird sich am Jugendturnier beteiligen. Am 1. und 5. Februar spielen die Hakoabner auf dem Semmering gegen „Enzian" und den Wintersportklub. Der neugegründete jüdische Hockeyklub „Blau"Weiß“ wurde vom österreichischen Hockey verband als ordentliches Mitglied aüfgenommen. ' Grünhut, Hakoah, Graiz, erhielt anläßlich seines Spielerjubiläums vom Steiermärkischen Verband einen goldenen Ring als Ehrengeschenk. Ein großer Erfolg des „Hagibor“, Prag. Im letzten Spiel der Saison gelang es „'Hagibor“, die Deutsche Eishockey-Gesellschaft in Prag 2:1 (1: 0) zu schlagen. Torschützen Leckner und Dr. Lagus. Der bekannte jüdische Boxer Ted Kid Lewis boxte in Johannesburg (Südafrika) mit dem bedeutend schwereren Jonny Squires, gegen den er nach einem harten Kampfe über 15 Runden ein Unentschieden erzielen konnte. ..mm.... LEBENSVERSICHERUNGS-GESELLSCHAFT P H O N I X GEGRÜNDET!M JAHRE 11882 Versicherungsbestand am Ende 1927 Garantiemittel Ende 192? 1 Milliarde, 500 Millionen Schilling 190 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927 70 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Österreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Ägypten Die fGesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungenjeder Art ab Neueingeführt: Kinder-Versorgungs~Versicl\erungfr (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kinde?) Invalidität sv ersieh erung (Zahlung einer Rente bei E(ntritt3”der™Erwerbsunfähigkeit "und'Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität.) iiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiliiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiillllllllliiilj üll IH ] Jüdischer Sport [

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