Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1928)
- Date
- 1928-02-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 35 Groschen V.b. b. Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par l’lditeur Abonnementpreise: Für Österreich: Monatl. S1-50, viertelj. S 4*20, Ganzj. S 16*— / Deutschland: Monatl. Gold- •tiArlr 1 •_ viprteli flnlrimnrlr / Tsehe« Jüdische Zeitung Erscheint laden Donnerstag 4.3 .^sa Polen: Monatl. Zloty 2*30, viertelj. Zloty 6*50 / Ungarn : Monatl. PengÖ 1*50, viertelj. Pengö 4*20 / Rumänien: Monatl. Lei 45*—, viertelj. Lei 125*— / Bulgarien: Monatl. Lewa IIICU A I •“"! Vlvl Ivlji VJVlIUlIIcLl 1* ü j 1 5VllvM choslowakei: Monatlich K£ 7*—, vierteljährlich Kö 19*-/ Jugoslawien: Monatlich Dinar 14*—, vierteljährlich Dinar 40*— ‘Redaktion und Skdminisbeaiiom Wien, I. Raubensteinffasse 1 J Telephon 7 30*—, viertelj. Lewa 80*— / Belgien: Monatl. Belga 2*—, viertelj. Belga 5*— / Übriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1*50 1. Jahrgang Wien, 2. Februar 1928 (ll„ Schewat 5688) Nummer 5 Einmal im Jahr. . . . die Weiße Woche WjCn I.Kärntnerstr.11-15 Sie beginnt am 1. 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In einem Gespräch mit dem Londoner Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur teilte der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Prof. Weizmann, mit, daß das britische Kolonial a m t die Beschaffung derjenigen Fonds, die im Budgeteütwurf der Palästina-Regierung zwecks unverzüglicher Durchführung öffentlicher Arbeiten zur Linderung der Arbeitslosigkeit vorgesehen sind, gebilligt hat. Auf Ersuchen des Oberkommissärs für Palästina, Feldmarschalls Lord P 1 u m e r, hat das Kolonialamt ferner die Mittel zu Aufforstungs¬ und anderen Arbeiten, die ebenfalls einer größeren Zahl Arbeitsloser Beschäftigung verschaffen werden, bewilligt. Das Kolonialamt hat seine Bereitschaft erklärt, jedes ähnliche Ersuchen Lord Plumers in günstigem Sinne zu erledigen. Im Verlauf des Gesprächs berichtete Dr. Weizmahn über weitere, in Vorbereitung befindliche Aktionen, die ebenfalls einen Teil der gegenwärtig Arbeitslosen absorbieren werden. So z. B. befaßt sich die Palästina-Regierung gegenwärtig mit dem von Major Campbell, dem Kommissär für den Süddistrikt, entworfenen Plan der Gewährung von Anleihen an Orangen- und Weinzüchter gegen die Verpflichtung, Arbeitslose zu beschäftigen. &um Schluß erklärte Dr. Weizmann, er wisse nicht, ob er seinen Plan, im Zusammenhang mit der amerikanischen Palästina-Kampagne nach den Vereinigten Staaten zu reisen, nun werde verwirklichen können. Er denke vielmehr daran, nach S ü d - Afrika zu reisen, wo man die Garantie übernehm w Das jüdische Blindeninstitut in Wien (Hohe Warte), für das wie für so viele jüdische Kultur, und Fürsorgeanstalten Wiens Oberraibbiner Dr. Chajes s. A. den größten Teil der Mittel zur Erhaltung beschaffte. Sowohl dieses vorbildliche Institut wie die anderen Anstalten sind durch das Ableben Dr. Chajes in Bedrängnis geraten, weshalb unter der Judenschaft Wiens eine Aktion im Gange ist, um die Fortführung aller dieser Anstalten zu sichern. (Siehe untenstehenden Bericht.) men will, in den nächsten zwei Jahren 250.000 Pfund für das Palästinawerk aufzubringen. Die Juden in Europa, fügte Dr. Weizmann hinzu, gewinnen allmählich ihre frühere Leistungsfähigkeit wieder, ihre Beiträge zum Palästina-Budget erhöhen sich demgemäß. Ein würdiges Denkmal für Oberrabbiner Chajes s. A.1 Fortführung der von ihm erhaltenen Fürsorge- und Kulturinstitutionen durch die Wiener Judenschaft. Am 26. Jänner fand im Festsaale der Kultusgemeinde über Einladung eines Komitees, das sich aus den Präsidien der Kultusgemeinde, des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, der Bnei- Brith-Logen und deren Beamtenrat sowie aus einer Reihe maßgebender jüdischer Persönlichkeiten Wiens zusammensetzt, eine außerordentlich stark besuchte Versammlung statt, die den Zweck hatte, Mittel und Wege zu finden, um das durch das Ableben des Oberrabbiners Dr. Chajes bedrohte jüdische Kultur- und Wohlfahrtswerk zu erhalten und zu fördern und auf diese Weise das Andenken des verewigten geistigen Führers der Wiener jüdischen Gemeinde zu ehren. Der Präsident der Wiener Kultusgemeinde, Professor Pick, eröffnete die Beratung mit dem Hinweis darauf, daß die Ehrung des dahingeschiedenen Oberrabbiners nicht durch ein Denkmal aus Erz oder Marmor erfolgen solle, das dem jüdischen Wesen, im besonderen dem Geiste des Verewigten fremd ist; die beste Ehrung Prof. Chajes* werde die Fortführung seines Werkes sein. Hierauf unterbreitete Rabbiner Dr. Feuchtwang auf Grund der Beratungen des vorbereitenden Komitees der Versammlung Vorschläge über die Art der Arbeit, die zu leisten ist, um den vom Komitee angeregten Zweck zu erreichen; er führte aus; daß eine Reihe von Institutionen der Förderung bedürfen, die Oberrabbiner Chajes zum Teil geschaffen, zum Teil durch eine Anzahl von Jahren selbst erhalten, zum Teil durch Beschaffung von Mitteln gefördert hat. Zur ersten Gruppe gehören das hebräische Pädagogium und das jüdische Realgymnasium, die wichtigsten Schöpfungen des verstorbenen Oberrabbiners, dem auch die Rettung der israelitisch-theologischen Lehranstalt zu verdanken war. In diesem Zusammenhänge verlas Rabbiner Dr. Feuchtwang ein ergreifendes Schreiben des Rektors der zuletztgenannten Anstalt, Prof. Schwarz, darin es u. a. heißt: ,,Die Mutter hat den einzigen Sohn, der sie ernährte, verloren." Ebenso verwaist — führte Dr. Feuchtwang weiter aus — sind durch das Hinscheiden Dr. Chajes* das Religionslehrerseminar, sowie eine Reihe von Wohlfahrts- und Fürsorgeinstituten, wie das jüdische Blindeninstitut, der Verein „Jüdische Kinderfreunde", das Elisabethheim, das Lehrlingsheim „Zukunf t‘‘, das Jüdische Zentrum u. a. Wohl sei es Aufgabe» der Kultusgemeinde, solche und ähnliche Institutionen selbst zu erhalten und zu fördern. Da aber die Mittel der Gemeinde nicht ausreichen, sei es die Aufgabe jedes Juden, dem an der Erhaltung jüdischer Werte liegt, dort einzuspringen, wo die Kultusgemeinde in ihrem eigenen Wirkungskreis zu schwach ist. Wäre Oberrabbiner Dr. Chajes am Leben und würde es sich dariun handeln, einen anderen bedeutenden Juden zu ehren, Chajes würde nichts anderes vorschlagen, als daß das Denkmal, das sich jener bei Lebzeiten gesetzt hat, geschützt und erhalten werde. Sodann ergriff Justizrat Dr. Bachrach das Wort und erklärte, unter einmütiger Zustimmung der