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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-02-20 · 7 (20.2.1920) · p. Seite 104

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
7 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
Seite 104 (sequence 16)
Language
German
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fceitB 104 Dr, Blocks Wochenschrift ""= r f?r'Nr. 7 dyn Gürtel hinab'; er stützt, sich auf einen großen. Knotenstock. Er tritt heran. Der Haufe schließt sich hinter ihm; er tritt ans Lager, breitet die Hände über des Knaben Haupt und spricht: „Sag’ deinen Namensspruch her, mein Knabe!“ und den Lippen des schlummernden Knaben entfließen einige, hebräische Worte. „Wohl, mein Knabe; so sollst du werden eins Säule der Synagoge, eine große Leuchte in Israel, «die Krone der Lehre falle niemals' von deinem Haupte, werde immer größer durch dsin.s Schüler, aber von diesen werde keiner größer als du, außer deinem Sohne!“.. Er trat zurück und heran rauschte die Ahnfrau der Familie; o, eine stattliche Frau, eine goldene Mütze mit breiten Spitzen umsetzt, schloß eng um den schönen Kopf der Greisin, der stolz auf dem Nacken sich hob, strenge Züge, laber die Liebe wohnte unter der Strenge und ward sichtbar dem tiefem Blick. Sie faßte prüfend die Troddeln des Arba Kanfot, das auf dem Stuhl neben dem Bette lag, und befand sie wohl richtig, denn sie «nickte mit dem ,Kopfe. Sie legte die Hand auf d'e Stirn des Knaben und sprach: „Segen sei auf dir, für und für!“ Und als auch diese zurückwich, da leihe sich der Haufe noch einmal, und aus der hintersten Reihe desselben trat schnell eine viel jüngere Gestalt heran, ein Mann in der Blüte der Jahre, es war der Vater des Knaben, dahingescliieden, als (‘er Knabe noch Kindlein war, und er kannte das Antlitz des Vaters gerade nur so viel, wie das des Urahns; er wußte im Traum der Seele, wer es ist, aber er kannte ihn nicht. Und siehe, der Knabe lächelte im Schlafe und lispelte ein. Wort, ein Wort, das er wachend noch nie gesprochen, o jenes heilige, zweisilbige Wort, welches das Höchste, Ehrfurchtsvollste bezeichnet in dieser Welt, denn im höchsten Schwünge der Seele hast du auch für Gott nur dieses Wort -=-• „Vater!“ Und der Schatten kämpfte mit sich selbst eine lange Zeit, dann beugte er sich tief über den Knaben, fast bis zur Berührung, und sprach: „Aus allen Kämpfen, die dir bevorstehen, gehe siegreich hervor, und die schwersten habe in deiner Jureid!zu kämpften, Und alle deine Feinde sollen deine Freunde werden!..“ Da streckte der Knabe die* Glieder, und die Glocke schlug eins an, und der Vollmond ging vorüber am Fensterchen, daß sein Strahl nicht mehr hineinfiel. Niemand war mehr im Dachkämmerchen, außer dem schlafenden Knaben. Literatur. Meiürfch Eluard Jakob. ,,Der Zwanzigjährige“, Verlag Georg Mull M im h n. Leicht li st man diesen Roman n;cht. Dxrch?ch,:it<:s- Publikum a so ausgeschlossen. Aber wer Sinn für KunstkiQg« uni S iiaiuck tilcke der Sprache hat, wird langsam, leicht das lfu<h genieß-*», Inhaltlich stoffich bUnnt <-s nichts Neues iin Ganzen. F aubert. Keller, Goe:ho, ILsse, Heer und Gott, weiß wer nach, htben sich mit dem Sei iUior» d r puberder Jugend, der Entw cklung. de» Reifens befaßt. Junge Männer, die chchlcn und aiCihr« G.-f-GilchCt;, ihr.- Litt)-', ihr.3 Pläne ern -t und wichtig i « imeir, keimen wir zur GhuAh-».!>/ i, noch macht die es Werk stellenweise ebn Eindruck de* OiL.iueli:;n Jakob buchtet'zu weit *ina N ular.d iun^in, od-r v«r£t. hf weivgstens durch die Art der Aufmachung, duich verb'iffende V. oiveri'indun'jren, eislaunhcne (ileichni.^e u> d eigenartige {J-.lder, dm Anschein des N^ucn zu erweck n. Nur ist er nicht deutlich genug, und s.war nicht eiilsihieden in einer Jlim ichr, er betont ai zwei od«r rlrei Stellen sein und seiner blutjunge» Geliebten Judentum, verfällt aber frnlad^m in christliche Verzückungen. Vom Juden um m*>.rkt man nukt viel in den Charakti-rcn und vom Coristc. xum »och wtu.iger. Ein lavieren ist es, etw*s Unklares, (Jogez j-ccs, l;n»©Mi>fc. Vir 1 e-ebt eben, weil i n r h'h rnii Ewan^'Siährige handelt. ^YcholBtisrhe Fuzdrrubez sind d°m« nach nicht zu-suchen, da^pgen wahre Goldgruben an Bildern, Einfa'len. Freilich sohwücht sich ihre Wirkun® dadurch ab, daß sie einander jagen. Jahoh ist VOM Gei^t des Epheumismus besessen. als Jünger und Rchu'er Shakespeares und Jean Pauls. Und f=ein Schmerz vo» damal15, als er zwanzig war? Ausgesch'os6en von Ritferberufen rnußfen die Juden Geldraff r, gierige, schwachblü'ige Richter wcrd<en, säet er auf S-ite 299. Beim Makkabäus,. mußten sie nicht, ruft er gleich darauf stolz aus. Die IT. Nummer der hebräischen Zeitschrift „Heawoda* Or*an des Hapoel-Hazair in Wien, ist soeben erschienen; sie enthält die folgenden 'eträore. Bruch dpr Oi=zinlin. 8awlan: Eine Kolonie der S^lhstarb ited*n D. Si'herbnsch : Erinnerungen an P^rez S nol^nskm. Dr Ernst Miillor: In den Spuren d s Sozialisten •. Waeh«mnnn: Hapoel-H»zrtir und d s Galuthw-oblem. N M. Leder: Zwei Larer. Ans der Bewegung; Rrie1 ei'eg C*aluz in Palästina an sei e Verbanden. Dia Hachaluzkocferenz in Lemberg. Dr. Rnppin in Wien, etc. Neue Bücher. .; Dinglcr, Kultur det Jad*n. Der Nou« Geilt, TarUf Leipsig, Mark 7.— Umsturz und Aufbau. Georg Herwegh! Reisst die Ereuse au« der Erde! Ernst Rowohlt Verlag Berlin.» Briefkasten! J, N, Ein Freund unsergs JUnttes teilt Uns mit, daß die „Groß« Gemeinschaftsküche des Vereins Nacla.*s Ji-schurun für den 7. und 8 Bezirk* (ihe die wir in r 4 dflf „Woclof'Scbrift* berichtet.haben, Dicht „K"SCüer" geführt wild. Durch den jüdischen Vereimn>.men „Na blass Jeachurun* ulaubt man zur Aanähme berechtigt zu sein, daß dort eine Koi'bert XiiciiC ge* führt wird, was indes leider nicht der Fall ist. L D e Adresse unseres verantwort!. Redakteurs' Max Schwager ist, II., Zirkus,ass^ 60. 8. Wer-den Sie sich »n d. n Leiter der MateTialverwsltnnf der isr, Kultusgeuiemde Max Popper, I. SeitenstettengatSe 3, Adas hrcel (Schiffischul) Wien, %. ßrz. Grosge Scuiff^ais# Nr, 1 Gebetstunden in der Zeit vom 1. Adar bi« 8. (20. bis 27. Februar) Freitag’, den 1. Adar, Sabbat Eingang t 6 h 20 N. Samstag, P Ternma, Morgengebet: 7 h und 9 h 80 M. Mini ba 12 h 15 M und 3 h 30 M. Sabbath-Ausgang: 6 h Uo M An Wochenv,., Morgengebet: 6b 30M, Minchat 5h 15 IC. Donnerstag, d«u 7. Adar Minche 4h46M, »D^chliesaend H^sp«d. Israel. Tempelverein für den I9. Biz. : Dollinergasse Nr. 3 i . , u sacht einca Sekretär -as der im Liturgischen und in Buchführung bewandert ist. Derrdben bietet sich auch Gelegenheit, die Agenden für die zionistische Bezirkssektion Döbling gleichzeitig zu versehen. Gehalt und Amtsstunden, nach! Uebereinkommen. Nur schriftliche Offerte erbeten,; Herauf.; Qr. Jos. 8. Bloch V.erantw. Redakteur; Max Schwager. Druck v, J, L Bendi & Wim TO,

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