Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 37 (1920)
- Issue
- 6 (13.2.1920)
- Date
- 1920-02-13
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
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S «ito 79. Am T. Februar faha.tr in: Piestany 'der Pelegierfeütag" der slowakischen Juden1 Statt, '99 Pelegierte ans 47 Gemeinden wabert erSchie’nen, viele andere Gemeinden, die wessen VerkehrSSchWierigkeifen nicht vertreten Waren, hatten telegraphisch die Beschlüsse detz Tages vort vornherein' :aTsi birtdertd ärtgenOmirten. Das Präsidium der Tagung bestand artS den Herren: Miill'er — HlohOveC, Simon FisChBratislava, Bei- Ch'eWfhal — Trnäviä, Pr. JeTlinek — Hitr, Pr. Fübedi — Bratislava ülnd Pr. Bbthf —' Hitra. Mit vollster Einmütigkeit würde beSChlosSen, hei den kommenden Wahlert rtl'S ,t,Vereinigtei jüdische Parteien“", ans taktis'ch'e'n Gründen vereint 'mit der jüdischen Partei in den übrigen Teilen der tschechoslowakischen Ke0Ubiik,V (aofzUfrefeO. ' PaS Programm der Partei würde elü'SfiWWTg 'zürn! BCsChlüßi erhoben. PaS Von der Tagung ängertoinm'eue Parteiprogramm: l’antet n. a. folgendermaßen': i ' ,',PaS Judentum h'at riach Beendigung des' Weltkrieges, besonders' in den Landern1 der Mittelmächte, atu eigerten Leihe die schlimmsten' Erfahrungen gemacht, welche jeden einzelnen Juden zrt der TTeber- ’Sengurtg bringen mußten, daß wir aufeinander angewiesen sind und in ünSer'er schweren Lage eiriert Wirksamen Schlitz niir. an unserer Einigkeit finden! können. In dem he verstehenden Wahlkampf soll d as Judentum ans derti erbitterten Streite der Parteien! hebanSgeÄogert nrtd möglichst neutralisiert werden. Es ist ein günstiger Umstand, daßi das neue Wahlgesetz! mit EiüfühVun'g des PrOpOrtibnaTsVsfemS auch s!o kleinen Minoritäten, wie wir es sind, die Möglichkeit einer eigenen Vertretung gewahrt. Pi’eseS (neue Svsfem legt uns aber gleichseitig die gebieterische Pflicht auf, unsere jüdiScben TntereSSbtt durch jüdische Vertreter, die auf ein jüdisches Programm gewählt sind1, zu sichern. Penn da es keine Malbrisierung hei der Wahl gibt, werden Unsere Stimmen nicht mehr (wie hls jetzt So Oft) das! Zünglein an der Wage Sein und ans diesem Grunde wird auch keine andere Partei als die unsere die Gunst der jüdischen Postülate in ihr Programm SU erwerben geneigt Sein. Pie Listenwahl macht auch Versprechungen einzelner 'Abgeordneter, für uns einSütreten, illhSorisCb, denn 'eS werden nicht mehr einzelne Männer gewühlt. Sondern1 ganze Parteien. Wir sind daher gärtg älTein auf uns! und unsere Kraft angewieSen. ' ' Tn Berücksichtigung dleSer nbuen Sithatiört haben sich die Juden deT Slowakei, Ungeachtet der Parteis'ch'attieruUgen, Untefe* dem' Titel „Vereinigte indische' Partei^ 'zUs'amm'engesChlbs’sen, Um1 hei den Wahlen gesChlbsSbn Und einheitlich vorzUgehen. Diese einheitliche „Vereinigte iüdiSChe Partei“ des Judentums' in der Slowakei hat sich, züm' 'Zwecke der Wahlen', mit Bubksicht aUfdie dürch das' Wahlgesetz 'gegebene technische Notwendigkeit, mit den übrigen jüdischen Parteien' Böhmens, Mährens' 'Und Schlesiens Unter dem' Hamen’ „Vereinigte jüdische Parteien“ als' eine gemeinschaftliche wähl werbende Partei vereinigt. Es' wird ausdrücklich' bemerkt, i da® ’djeSe Vereinigung bloß! zinn Zwecke der Wahlen gilt, weit die Lage d es .1 udeüfum's'1 in der Slowakei Scharf zU unterscheiden: ist. gort der Lage "der übrigen Judenheit Pie' Vereinigte jüdische Partei deS Judenfum'sTirt der Slowakei tritt mit nachstehendem Programm! irr den Wahlkampf.! i : i - ,! ' : : . Pie Vereinigten jüdischen Parteien erklären, daß sie sich' ztir Wahrung der Jüdis'chen Interessen1 zu- SamirrCUgesChlosSen haben. Pie 'Grundlage Unseres PrograhimeS bilde! der unermüdliche Kampf Um die volle Emanzipation und Gleichberechtigung des' Judentums in' al politischen, hl wirtschaftlichem reSÜ. Sozialen, c). kulturellen und! d) religiösen Hinsichten. Ad al in politischer Hinsicht kämpfet! wir tun! die vollkommene politische Freiheit, Gleichheit vor cfem Gesetze und gegen alle Beschränkungen jeder 'menschlichen Hechte. _ Wir kümOfeW gegen Antisemitismus" Und Boykott in' jeder Formt Wir wünschen die "Zusammen» fa'sSuü'g aller Juden, die die Erhaltung deS Judentums wünschen lind an Seine Zukunft glauben. ' Ad hl in' wirtSchafdicher und Sozialer Heziehün'g Wollen wir unter Berücksichtigung der beSom dereh jüdischen WirtsbhaftsgerhaltnisSe für die Im feresSe deS JudeüfUmS eintretert. Ad Cl in kuTtnreller Hinsicht wollet! wir alle iüdfeCbeO kulturellen Institutionen! weitgehendst UftferstufeeW. ' ' ' r ' f ' ‘ Wir kamnfeÜ für die Unbedingte AUfrechterbaL fnU'g reSO. Wiedererrichtung der TüdiSchen Schulen! fibkl. Taimud-Thora-SchUlen Jescfiiwotb Und So fort) für die He'uerriehfuUg von jüdischen Fach- Und GewerbeSchüleU, Bückgahe der ehemaligen jüdischen SchüTeh und Beibehaltung des religiösen jüdischen Unterrichts. Wobei wir UnS darauf stützen, daß Unsere jüdischen Schüfen' in der Slowakei stets 'Musterj s'chuTeü waren und als! Solche auch von nichtjÜdL Schert Schülern besucht Waren. Ad dl. Pie Partei als iüdiSche und demokratische Parfer perhorreSziert federt 'GewiSsenSzWang und Wird dafür Sorgen, daß! die breiten Ma’sSen de'S Judentums, die ihre Leben'SaUffaSsnng anf die Grundlage des SchülChah' Aru'chS eingestellt haben, in der Ausübung ihrer religiösen Betätigung weder durch' Ge> Setz noch durch Verwaltungsorgane behindert werden. Wir Werden dafür eintre+en1, rdaB unsere religiösen Institutionen' in traditioneller Weisb erhalten hleihert und von der Bem erling paritätisch im1 Verhältnisse der jüdischen BevÖlkerungSzahl mbraliSch und materiell gleichwie die Institutionen Und Anstalten der übrL gen Konfessionen gefördert Werden. ' Wo Juden in MaSSeW Wohrten1, die ihr Geschäft am Samstag gesperrt halten. Soll es ihnen frei steheü, dieses am Sonntag bis1 Mittag offen zu halten. ' Pas Juddntum, ’alS geistige Wesenheit, basiert auf dem festen Standpunkte der HachStenliebe. P-vh'er wird die jüdische Partei alles! aufbieteU', um endlich1 den Abbau des HasSeS Zwischen den Hationgri zu ermöglichen. ■ UriSere Ideale Sind: VölkervecSöhrtung, alfgemeine' ToTerattS, r Mitarbeit an der demokratischen Ausgestaltung von Gesetzgebung Und Verwaltung. 1 Wir Wollen, Soweit eS in UnSeren Kräften isf^ dahin' wirken, daß! 'die durch einen fünfjährigen Krieg! heimgesuchten Länder und Hationen sich" verStajm digert und wir werden im! Hahmen unserer Politik; alle Bestrebungen Unterstützen', die darauf binzielM» Sowie auch initiativ Vorgehen, daüiit dlesb großen m'eUSChlichett Ziele verwirklicht werden. _ ' •' m rrrr' :^pr; M Nr. Q re. Tagung bet slowakischen luden.