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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-02-13 · 6 (13.2.1920) · p. Seite 75

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
6 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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ni Ji Mr. 6 fcü^mmi^ a.iw 7» Jwd#atmjii. picht aus jB»i*a' Stioff '> K«bja,u{ U*d rw «nw fcteist« IJi^ejelt,- iGiew£ß|hat *ä 3,uch da Gflgftn-. sätzfe Zwischen den ieinzelnen. ^Teüen^gegsbiiia. iWir .wissen es, d^aß beispielsweise: .dasj htauischej Juden, itum yielfach .anders war ,;alsi_ dast polnische^, dieses; anders ß]& das ppdohschQ .iUsw; Aber $4 gemeinsamen Staatsgrenzen schufen doch ein gemeinsames Band um die verschiedene^ Teile, dieses großen Or- ,ganisinus und gahen ihm,, jungepchtet der Vielheit seiner Erächeinungsfoiin^en^ ein. sjcjh gegUedert^. «phftitliche^ Gepräge^ / Ein großes jüjhscheiSj Z.esntrun\ e&n Sechshulliolien-Völka war d^ russische, Judentum. \ Djarauf konnte man hinweisen, weftn Eigenwille; oder Uuverstand dies Existenz eines jüdischen; ^Volkes leugnete; daran konnte iman manche Hoffnung; iauf die Zukunft knüpfen, insofern Juan seine Erneuerung des Judefttunis; her- Ibeisehntd. Es' war ein Volk, stattlich an Zahl,, reich an Kulturwerten, einheitlich in seiner |siehtharen Geschlossenheit. Der Krieg hat dieses grpßje' ganze SechsmilhonenJudentum in ungefähr zehn Teile — groß® Und kleine — izeirsplittert. Dias utoauusehei Judentum zahlt zwei J&Ilionen, Seelen, das polnische anderthalb Müliouen, das litauische und;s das < weißr russische je eine halbe Million; das Judentum in Beßa^ahienzähl zweihunderttausend Seelen das1 im K^auk^sus sechzigtausend, in Sibirien vierzigtausend (und ja der Krim wuif zeniüjtaiisend Seelen. Es .versteht sich fast von selbst^ daß» infolge diesjer Teilung das russische Judentum nicht mehr imstandei sein wird, seinen Einfluß) wie bisher auf die, Ges£mtjudenheit auszuüben.; (; . . l : iVVie sich die weitere Entwicklung desi Ostjudentums gestalten wird, islt s:chwer vorauszusiagen. Das hängt in erster Linie von den äußeren Verhältnissen, loder, sagen iwir, .von 4em historischen Bierdenin allen Gebieten des' ehemaligen rassischen; Reiches ab. Sollten nach dem Kriege einzelne Teil« des früheren Riesenreiches sich in irgend einer Form zu einer Einheit zusammenschließen^ so würden dadurch auch Teile des .Ostjudentums wieder zueinander finden. Das alles liegt im Schoß« jder Zeiten, in dem .bekanntlich die heitern unid die dunkle^ Lose ruhen. PLe INot der Stunde aber erheischt, daß man darauf bedacht sei, aus' den »Wirrnissen der Zeit sozusjagen die Idee des Judentums; zu retten, indem: man das! die einzelneu Teile umschließende geistige Band nicht lockern läßt. Nur der Zusammenschluß im jüdischen Geiste kann die;Gefa,hr abwenden, die dem; ßstjudentWSt Strohe!J;osef PKitin «chreibti MV|oi Kurzem1 »rging i» „Tfäuen ÄViener Journal" durch D<ra K|urt Sonaeafelc^ zu meinen Gunsten, eift Aufruf der meine tief* Lebensnot kundtat, zugleich jaber auch auf mein poen Üsches Schaffen, hoeih^üfzeigeAd, hinwiest .Und sm mag ja, eigentlich ein trauriges Zeichen auch unserer Zeit sein: ÄVas ausführhchei ideale Schriften nicht zu hewirken vermochten, das ist jenen; wenigen^ ajb$s krassen Zeilen gelungen. Vor .allem;; Nu» ist eine Bresche geschlagen in die Mauer des Schweigens, des Totschweigens, hinter die man» mich —. verschanze!» «wollte, und dia wohl %rst lang* nach meinem ,iTode abgebröckelt wäre. Denn man: half' mir jetzt nichfc nur zeitweilig Und, inateriejl. Hochstehende liter.a-% rische und künstlerische Mächte wollen füu mich Großes und weithinaus Leuchtendes; noch tun^ so» daß mir wohl für alle Zukunft geholfen sein wird. Wenn ich unter anderem nur denke, wie schwer ich meinen „Mond am Tag" anbrachte 1 Und, .wie viel« Verleger schauen jetzt nach ihm.ausl — Dies eine muß festgestellt werden —, jaber nein* das sagte ja Karl v. Thaler schon am Saar-Denkmale „Dies eine mußt festgestellt werden, laut und a-usdrücläch. kWenn im jener Zeit, da es: dem Dichter also- .schlecht erging^ Inicht jüdische Kreise gewesen wären, die ihm halfen, dann wären wir heute Ikiaum in der'^Lage^ sein Denkmal enthüllen zu könnea." Denn es erging mir — mit Ausnähmen natürlich — an diese» Tagei* wie Fontane an seinem siebzigste^ Gebur^tjag. Es kaateji nicht _Quitzows und Roehowsi —. „Däe an jenem zu mir kamerv Die führten meist ganz .andere Wiamen^ iWaren zwar sauch Ritter ohne Furcht un.4 $ß&n&x Aber doch von prähistorisdh.$m 'Adel."- Nicht minder freilich denke ich jener, die mir Trosttind Erbautmgsschriften in meiner Not brachten. Denn ein gewisses religiöses Gefühl, wenn auch in wesentlich anderem Sinne, hat mich seit frü* hester Jugend nie völlig verlassen. Und so. danke ich denn jedem und jedem vom Herzensgrund, am allermeisten Kurt Sonnenfeld und dem „Neuen tVVien*r Journal" für den Flajifarenruf, der die Herzea ei> schlitterte und. die Geister aufhorchen ließt... Josef Kitir.." Wir. registrieren mit Genugtuung diese Tatsache^ die neuerlich beweist, daß dasi gebildete jüdisch» Publikum alles geistige Schaffen ehrt und schätzt, und möchten auch unsererseits den Wunsch aussprechen-, 'daß alle jene, die es imstande sind» werktätig eingreifen mögen, um einen hochbegabtea Dichter vo* dem Verhungern zu schützen. £in Dichter in Not und die deutsch-arische Gesellschaft. Josef IC i t i r ist ein hochbegabter deutstohöster-» reichisehe¥ Dichter arischer Abstammung. Er lebt und schafft in Wien und — hungert. Die deutsch-arische Gesellschaft, die ihren Dichtern nach deren Tode gern Kränze, windet, läßt sie hei Lebzeiten hungern, ohne sich daraus ein Gewissen zu machen. Der bekannte S chriftsteller Dr. Kürt S o n n e n f e 1 d hat. kürzlich im jNeuejn Wiener Journal'4 zugunsten des notleidenden Dächters einen Aiifruf ergehen lassen^ der, wie uns mitgeteilt wird,, ein gutes Resultat gezeitigt hat. Aber es waren, niciht die ,;arischen„ 'Deutschen, die dem hungernden; Dichter ihre Hilf % angedeihen ließen. Interessant und in vielfacher Hinsicht »ehr heieichtoid isteiuet^u^chrifi; die deis]D»ich- $ß# flUI^ dä£ Sfm$$fa &^tt -srnM^i hat. t „Jude oder Mensch mit schlechter Vergangenheit *, Wir lesen in der Pnaiger „Selbstwehr": Das iMinisterium für die Slowakei veröffentlicht Informjationen über Erteilung 'von Kino.'Konze^sionen. In. diesen heißt esi unter {anderem;?,Ist der Bewerber selbst nicht jaiuägelemt, so muß er einen P lachmann als Gesellschafter haben; dieser darf aber Weder ein Jude, noch ein Mensjcb mit schech'ter [Vergangenheit sein''. Dias genannte Blatt bemerkt hiezu: Wir Juden sind hier in der Tschechoslowakei — und insbesondere Eltens des IMinisteriums Srobiair — wahrhaftig nicht verwöhnt und haben sichon eine recht abgehärtete Hlaut bekommen. Aber vor dieser amtlichen Enunzi*tion dieses 'MinisteriUrnä überlauft; «S[ £iJMSÄ

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