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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-02-13 · 6 (13.2.1920) · p. Seite 74

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
6 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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ää^^ggaiB^^Eä^ &S«it* 74 Qfe floflfc W^Jien$phd9i Mr. 6 sm siö eich selbst prhaiten. können: ug4 steuera mit zu.den de® Lande eirwschsenden feu^tweUeü und hygienischen Mehransgajben bei. AVir verlangen, nur. da4 j&r, jüdische. .Chaxattecs dieser, Siedjungen iß jedöc iäinsicht gewährleistet wxid.'- öpslar schlägt weiter, die Scjhaffiing einer großen Eniigralionsb&nk vpr^ die Filialen in den..Aus,- ^vanderungsländerni insbesondere ajls Liquidations- Stellen for das jffimpbjlft i^P^gen der, Abwanderer. arricjhten soll. , In der Tat bereitet diesen (Weg die Mögtichkeit,, ^as jüdische Volk vor [ungeheuren! und grauenhaftem. Unglück zu bewahren,, lund wifl ßehen keiften Grund, der als ausschlaggebend heute dem, dringenden» Verlangen; pßöh soiprfc^ein Zusanimentreten der Vertreter der ganzen jüdischen >Welt in, der, Stnade höchster w^g$pgßh&lte& werden könnte., _ r_ . , Jadentaufeiu : 1 i!&u de® traurig^ leides ,innner, ajdaielien K&-. güteli getaufte Juden möchten .wir hier, einige , J^andgLossen" hinzufügen^ die JndenUufen, und, deren lUrsaßhen vom, sozialen und, ^syshoiogis^ea SJaadnunkte beleuchten. - fieht man den Ursachen; der Judenlaufen, in der Giegenwari nach^ so niußi man vor allem dein .Many gel einer wahrhaft jüd^chen Erziehung, die Hauptseiiuld geben.. Sind dogn die in der Kindheit empfangenen Eindrücke die .tiefsten; sie haben sogar etwas fciemginsanies; mit Instinktes inad leiten, nas imi spjp ißm Alter oft .wirksanier als; unser, kWpüLle^ Süur noch dem, Etajt ist ein sp. großer. Einfluß auf unsern Charakter zuzusehreiben.. Unter, Blut verstehen .wir vor allem; die« atavistischen Strömungen,, diewon unsern Erfahren ererbten] yorzüge und Fehler^ die urgeheimen, einer einzigen Familie öder ganzen, fiasse eignenden Tugenden und Stimmungen. Sein Hlutabßr kann un.dso 11 man n.ie;ht .verleugnen.. , , . i':.; s j„.i...i ._(_; Die Judentaufe bedeutet aber nichts' anderes' ßls eine yerleugnung des eigenen Blutest Mm viele Juden wurden auf den Scheiterhaufen der Inqnsition einzig des Glaubenswegen verbrannt? Sollten jene: ^Märtyrer für nichts den .Opfertod erduldet haben? Haben sie. nur dazu gelitten, daßi ihre Wachkommen mit dem .Glauben und der Ueberzeugung Handel treiben? Denn was ist die Taufe des Juden um, einer Stellung oder eines Gewinnes willen? Nichts; anderes1 als ein unwürdiger Handel, die Entweihung einer heiligen Sache, eine niedrige Komödie, ein gemeiner Betrug. Seines oft nur eingebildeten Vorteils! wegen zerreißt der Ueberläufer -die heihgen! Faden, dje ihn mit den Eltern und jVerwandten, die ihn mit seinem Sojke verbanden. < . Er wird Mitglied einer Religionsgemeinschaft, die den Glauben seiner Väter mit Feuer und .Schwert auszurotten suchte und noch immer bekämpft. Er gibt gewöhnlich den Anfang einem Geschlechte, das' sich seiner Abkunft schämt und sich hiefür an den1 Juden: mit Haß. und Verrat rächt. Judenslämmlinge jals Antisemiten: kein widerwärtigerer Anblick!. . in der Tat hat auch* die Christenheit keinen Anlaß-, auf die Getauften stolz zu sein, denn diese betrachten das Christentum nur als eine sehr wertvolle IWare, -ials ein vorteilhaftes! Tauschobjekt^ wodurch! &is es gewissermaßen doch erniedrigen. Und da zumeist Materialisten Und schwächere £häräkiei§a oim<ä QmMßmi m& Gmiß&'&zci aach diesem Mittel zur. Erlangung iVPn Viorteilefi greifen, bildet sich mit der Zeit eine ganze Armee von Pseiadochristen, I^omödianten, unaufrichtigen Halbwesen. Selten werden, auch darum die Renegaten geachtet, pian betrachtet sie. hüben .wie drüben als Jerräteii und. Fahnenflüchtige. - ■ Ihnen selbst wohnt eine feige Unsicherheit, ©ine quälende Unentschiedenheit inne. Im Grunde sind.;si$ also entgleiste-Wesen, ohne Pflichtgefühl^ ohne Stolz, Denn wer auf seinem Josten nicht ausharrt, der verachtet sich selbst, auch! wenn er den Kopf hoch trägt. Und je mehr er. sich verachtet^ desto höher trägt er den Kopf. Daher entstand wahrs'cheialic|h das Schlagwrot vion der jüdischen Amoganz'. FrejUich, zugeben mußi man, daß leider auch sehr viele bessere Elemente vom Judentum abfallen. .Große Männer zumal, denen es im Judentum zu eng schien, die für ihren Ehrgeiz im! Judentum kein Jte>- tätigungsfeld fanden. Und da fragen wir uns oft, wie es in deren Seelen aussehen mag. In die Psych« des getauften Juden ließj uns; vornehmlich Heine Ein-, blick nehmen. Dieser geniale Spötter,, der über alles lacht, fühlte sich trotz der Taufe als" Jude. .Er War zwar sein Leben lang Jude, aber unter Verwahrung und Verleugnung, zuweilen sogar gleichsam sich und der iWelt zum Trotz. WelchenUlißi 'und Bruch»M"Chaxakter des Juden die Taufe verursacht, kann maa am besten aniHeine^^^wahrnehmen. Im Grunde krankten daran auch Börne, Mendelssohn-Bartholdy >u. v. a. Daher ihre stete Traurigkeit,, ihre haltlose Sentimentalität. , : . j vi".; •;_..„; i: Die Krise im Oatjadentum, Djas Östjudentum! durchlebt jetzt eine furchtbare Krise, deren Folgen auf'dieses! selbst und deren; Einflüsse auf die. weitere Entwicklung des' Gesamt judentums heute noch nicht zu ermessen sind. Ein historischer Brozeßi von ungeheurer Tragweite vollzieht sich vor unsern Augen,, ein Prozeß;,, der eine vollkommene Umwalzung in dem Verhältnisse der einzelnen Teile des jüdischen Vplkesi zueinander sowie nicht minder in deren innerem Leben zur Folge haben kann. Das russische Judentum^ in der Geschichte des Diaspora wohl das1 größte Jadenzentrum der iWelt, wurde in Teile und Teilchen zersprengt, dieser große .Volksorganismus wnrde sozusagen in seifte einzelnen Glieder aufgeteilt, wodurch gewissermaßen außli sein; geistiger Apparat,' der bei al)er Mannigfaltigkeit seiner Funktionen doch als abgeschlossenes Ganze .anzusprechen war, in seine verschiedenen Bestandteile aufgelöst wird. Der Auflösungsprozeßi entwickelt sich rasch und fast lunaufhalts'am^,, das1 größte jüdische Zentrum, das die Geschichte kennt, zerfällt in Trünin mer. Es ist eine furchtbare folgenschwere ^iise, dk das Gstjudentum heute durchlebt. Man bedenke: statt des einen großen russischem Judentums von sechs1 Millionen Seelen haben wir jetzt eine ganze Reihe von größeren öder kleineren, durch Landesgrenzen und durch die Verschiedenheit der Interessen von einander gesonderten „Judentümern"; wir besitzen jetzt ein ukrainisches! Judentum, ein. polnisches' Judentum, ein titanisches Judentum, ein baltisches1 Judentum, ein kaukasisches Judentum, ein sibiris'chesi f Judentum,, vielleicht gar auch noch ein weißrussisches Judentum; ein beßara-. " bisches1 Judentum, ein Judentum'' m der Krim und m.wmtep* war »^sm^m 'wm$w

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