Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 37 (1920)
- Issue
- 4 (30.1.1920)
- Date
- 1920-01-30
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
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Kr; i Dr. Bloeh's Wöchen«ehHft Saite »S. «fliaeä Aesfchel Avrbhbm Eliag Kosenfeld und dessen Gattin Regina geb. Lerchenfeld, feiert am 31. Jänner 1920^ 9 Uhr vormittags, im Tempel, II., Pazananiten- $ass* 6, seine Bar-mizwa. Empfang: Sonntag,-1. Februar 1920, nachmittags von 2—6 Uhr? III., Untere Viaduktgasse 15, II. Stiege, Tür 16. ' ' 1 Freie jüdische Volksbühne. Samsttg, des 81. d. M. findet um 2 Uhr aacam. im Wiener Btrgarth*at»r eine Gedenkfeier f.r A. Wailer statt. Die Gedenkrede halt Herr De. Wattenberg. Hierauf gelangt A. Weiters Drama .,Der atimer" zur Aufführung. Die für den 17. d. M. geloaten Karten behalten ihre Gültigkeit.— Mitglieder des Vereines erhalten ihr« Freikarten im Yereinslokale Cafe „Rembrandt" IL ünt. Augart eristr»sse 11. ~ Der Verein bezweckt die Pflege jüdisch-dramatischer Kunst und Förderung des jüdischen Theaterweseas und strebt die Gründung einer jüdischen Bühne an. — Mitglieder haben für den Moaatsbeitrag rou K 8'— Anspruch auf eine Freikarte im Monat und 50 Prozent Ermässigung zu «ämtlichen YereinsTeranstaltungen. Wien. Donnerstag, den 5. Februar 1920, halb 7 Uhr abends, findet in der „JüdiSchen Bühne", II., Taborstr. 12, ein Schalom-Alechem-Abend statt. Das Programm besteht aus! einer Einleitung, Vorlesung, Gesangsvorträgen der Damen Weintraub-Graf, .Glücksmann, der Herren Deutsch, Podzamc'ze und Streng. Hierauf gelangen zur Aufführung: „A Ejze" und „Agenten" von Schalöm Alejchem. Wien. Der Jüdische NatioinaTfo'nd, Zentralstelle Osterreich, Wien* II./Zirkusgasse 33, hat in der Zeit vom 17 bis 24. Jänner 1920" K 11.562,72 vereinnahmt. Hievon sind K 4537 für den Adolf Stand-Hain der Aufforstungsaktion Palästinas be? stimmt. Esj -partizipiert die Provinz mit 1253,71, der Rest entfällt auf Wien. Die Spendensumme betrug 1920 bisher K 41.923,44. , .. der in Galizien stets mutig eintrat. Nach den blutigefc Geschehnissen im November 1918 hat er dag jüdische Rettungswerk organisiert und mit goßer Ausdauer und Opferfreudigkeit geleitet. Unsere Gemeinde und alle die, die seinen offenen und ehrlichen Charakter Rannten, werden ihm; ein ehrendes Andenken bewahren. Utrecht Dienstag, den 29. Dezember 1919,. bejgainn der Unterricht für die Wiener Kinder. Das Lokal und die Einrichtung stellte die Stadtgemeinde zur Verfügung. Bei der Eröffnung waren anwesend das Komitee, an dessen Spitze die Herren Prof. Dr. S imon, Dr. 'Sleyper-Frank stehen und der Herr Oberrabbiner J. Tal. Herr Lehrer Jakob Le-hr- (mann hielt an die Kinder eine Ansprache, die auf den Wochenabschnitt Bezug nahm und fährte aus: iWir kommen aus einem- Lande, wo Hungersnot herrscht. Wir taten auch wie die Brüder Josefs. Wir Inahmen die Rucksäcke auf die Schulter und zogen j in das schöne, freie Holland, um unsere Säcke und! Magen zu füllen, einen Vorrat an Fett und Blut mit- | zunehmen, der über die Hungerszeit hinaus reichen I soll; danken wir dem lieben Sott, daß wir glücklich' t angekommen sind und daß wir einen warmfühleni den Bruder angetroffen haben; seien wir eingedenk I der Gastfreundschaft der niederländischen Regierung, [ der besonderen Zuvorkommenheit der Utrechtschen \ Gemeinde und deren hohen Funktionäre. Utrecht dürfte einigen von Euch aus der Geschichte bekannt sein. In der Utrechter Union 1579 hatte man, den j Grundsatz verkündigt^ 'daß jeder Bürger in seiner * Religion frei sein und daß keiner wegen seines! Glau-! bens belästigt werden solle. Und die Tradition hält j die Utrechter Gemeinde hoch. Vergessen wir nicht j der väterlichen Fürsorge um uns, besonders der Her- I ren Prof. Dr. Simon, (Dr. Sleyper und des Herrn I H. Frank, die nicht nur für Euer leMches^aondernj! auch für Euer geistiges Wohl Sorge getragen habe». 18 Kronen täglicher Pensionspreis («iaecMießlich Unterkunft) ^behaglicher Aufenthalt für erholungsbedürftige Damen des' Mittelstandes' im hübschen Yereih^heim: Hietzingj LaiazeTSlraße Nr.. 172. Kremsier. Vor einigen Tagen feierte der Senior unserer geschätzten Kultusgemeinde, Herr Philipp Grü n f e 1 d, in körperlicher und geistiger Frische an der; Seite seiner biederen Gattin Karoline Grünfeld, der Vorsteherin des jüdischen Frauen Vereines, seinen neunzigsten Geburtstag. Der Jubilar wurde von feiner ' Deputation des Kultusvors'tandes' aufs herzlichste beglückwünscht; dann ergriff Rabbiner Dok-r tor Schweiger das Wort und schilderte die segensreiche Tätigkeit des Jubilars1 auf'dem Gebiete des'iTalmudstudiums', der Frömmigkeit und Menschenliebe. Darauf folgten die Glückwünsche sämtlicher Wohltätigkeitsvereine. Möge es' dem altehrwürdigen Jubilar vergönnt sein, im Vereine mit seiner trefflichen* IGatt^ noch viele glückliche Jahre zu erleben. Lemberg. Vor kurzem ist hier der Präsident der Lemberger Advokatenkammer und Vize-Präses der Stadt Lemberg Dr. Tobias As'chkenasy im, 56. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene war eine? der bekanntesten und populärsten Gestalten in unserer :Stadt" und einer der angesehensten Advokaten. Galiziens.. Dr. Aschkenasy war ein: überzeugungs - treuer Ju^e, der für die Rechte »einer £laubenebrü-- Feuilleton. Bibiltcke Drasii». " ~' Nur ein großer Dichter, dem die Meuchen und die Begebenheiten der biblischen Zeit lebendig v_or Äugen ständen^ wäre in der Lage, aus einem biblischen Stoff ein großzügiges Drama zu schaffen. Es gibt dramatische Stoffe, mit denen auch eine bescheidene Begabung fertig werden kann; es sind jene dankbaren Stoffe, deren dramatische Momente schon ian der Oberfläche sichtbar sind und sich demnach dem begabten Dramatiker von selbst aufdrängen. Im biblischen Stoff dagegen müssen dife dramatischen Qualitäten wie aus einem verborgenen Schacht ausgegraben werden; das erfordert einen ganzen Dichter, der — im Sinne Ibsens.— sehen kann.... 1 » Von jeher war die Bibel eine der Hauptquellen, denen die deutschen Poeten die Stoffe für ihre Dichtungen entnahmen; Zunächst hatte das1 biblische Epos Eingang in die deutsche Literatur gefunden. Aber auch das biblische Drama trat frühzeitig auf den Plan. Bereits im Jahre 1562 wurde bei der Einweihung des Elisabetans zu Breslau eine deutsche Komödie, „Kaan und Abel", aufgeführt. Im 17. Jahrhundert dichtet Matthias Holzwart einen „Saal", ein Stück,' das an Schaugepränge und Personenmenge die modernen Szenen- und bilderreichen Stücke weit überbot. Diese? Stück wur^e in Böhmen von 100 redenden ui*d