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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-01-09 · 2 (9.1.1920) · p. Seite 32

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
2 (9.1.1920)
Date
1920-01-09
Page
Seite 32 (sequence 16)
Language
German
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Örf BLÖÖH'S WOGHENSCHRJFT. Sabbatn'ai Conen■•'%räj^e?,;nan^;.voji'.\dcrgroßen Gemeinde Hollesehau einstimmig zum Rabbiner erwählt. Bald nach * seinem Amisantritt Charten sich unzählige Jünger aus fielen benachbarten und_ fernen Landern, insbesondere aus der Clcraine, Wolhynien, Ungarn, um diesen großen Lehrer und Meister. Viele ßchüler' des Sabbathai Cohen Wurden später Rabbiner und -wirkten segensreich' in ihren , ^Gemeinden. In';der Gemeinde Holleschau hatten diese Jünger vielfach Gelegenheit, reiches Talmudwissen zu erwerben. So studierte in Holleschau Babbi Jonathan Eibenseüütz, Verfasser des Jaroth Dewasch und vieler anderer berünmter Werke, der später Rabbiner der drei Gemeinden Altona, Hamburg und "Wandsbeck war; ferner sind aus der HoUesehäuer Hochschule R a b b i S amuel Löwy-Kölln, Verfasser des Werkes Mach'zis Habcih'ekei, in Boskowitz,. Rabbi Moses Münz in Altofen, Rabbi Wolf Boskowitz zu: Bonnyhäd und viele andere Koryphäen hervorgegangen. Sabbathai Cohen hat leider kein hohes Alter erreicht. Sein Heimgang /wurde in ganz Israel tief betrauert, es war ein Ewel gudol Bejisruel. m . Nachkommen vom . sind die Rappäports; so waren :der hochgelehrte Oberrabbiner S. L. Rappaport zu Prag, ebenso der Oberrabbiaer J. Rappaport zu Tarnow Urenkel des Sabbathai Cohen. Allerdings gibt es auch viele Familien in Galizien, die sich wegen der Berühmtheit des „Schach" fälschlich' als dessen ^Nachkommen erklären« Als der selige Tarnower Oberrabbiner einst zu Besuch des Grabes seines Urahnen nach Hollesehau kam, wurde Schreiber - dieser Zeilen als Schüler der Hollesehauer Taimudschule mit zwei anderen, nunmehr längst heimgegangenen. Kollegen Hermann Grünbaum und Leopold Berg, welche beide später Nals tüchtige Rechtsanwälte in Wien lebten und wirkten, vom damaligen Rabbiner Josef Feilbfl g en seligen Angedenkens als das Talmudtrio zu einer Brüfung dem Gaste, w^lchfeB den^Sabbal; in Holleschau; verlebte, vorgeführt. Wir* hatten aus dem Traktat Sanher| drin unser: Examen zu bestehen, das wir auch glänzend; ablegten.. Oberrabbiner Rappaport Bpehdete uns sein '»Lob und sagte: „Ich: freue mich, daß man im Orte dieser Kehilla Kedosdhe, wo mein großer Ahne gelebt und gewirkt, so vorzüglich' lehrt und lernt, möge der Geist des Sehifse Co- Ken über euch ruhen. Amen!" In Holleschau durfte" ein Rabbiner als Gast nur dann im alten Gotteähause eine .Derascha halten,, wenn die Majorität, der Ortsgelehirten, vereint mit dem jeweiligen Rab^ hiner, Jhiezu die Bewilligung erteilten. Dieses zählte zu de^n Be8timmtogea-diu<der Gemeinde Holleschau. Nicht so war es "bei dem hohen-.Gaste Rappaport. Als Urenkel des;,Schach" wurde derselbe von . allen Tahnudisten. der Gemeinde feierlichst: eingeladen,, jeinen Vortrag zu halten. : Vor dem Mussafgebet begab sich der Ehrengast — eine imposante .Gestalt im prachtvollen Seidenkaftan und mitherrlicher - Zobelmütze -\ — zur Bundeslade. Mit einer Stelle aus dem C h' o s c h e n - M i s c h p a t, eines der Werke des Sabbathai Cohen, eröffnete Redner seine Derasche. Schon bei Beginn rückte eine große Schar , vorzüglicher Tahnudisten an ihn. heran. Es war ein Sturm wie, Meeresbrausen im "Gptteshause. Es entspann sich eine große Disputation, im Pilput, welche alle Gemüter, bewegte. Ein hervorragend eifriger Talmudist, Rabbi David Hisch Wolf, ein Urenkel des einstigen Nikolsburger Landesrabbiners R a b.b i 6 erfion,' des Verfassers des Werkes. Awo.das . Hager^ scKoüi, .^aßte .sogar den Mut, .alle Stufen zum Aron Hakodesch' zum Redner hinaufzugehen. Diesem folgte der gutmütige bedeutende Talmudist Rabbi Jesch'i j a.Cohen, dann als Nachzügler R e b Mo s e s J e 11 i n e k, ein, gewesener Schüler des Landesräbbiners Rab b i N ach um . T.r e - bitseh; Rabbi Lob Beer und Seligmann Haas, alle, <üese > Talmudisten waren schlichte Handelsleute, dennoch! verstanden sie wacker ai kämpfen auf den' Gefilden <ie# (Talmud und des Midraerib, so war es auch anläßlich der Anwesenheit des Rappaport der Fall. Seine Derasche schloß Rappaport mit folgenden Worten: „Es tut meinem Herzen wohl; zu wissen, daß auf je-' nem - Boden, in welchem mein großer Ahn Sehifse Cohen selig ruht, noch solche fromme und hochgelehrte Männer leben, welche ihre Kinder in den Wegen^des wahren Judentumes erziehen und leiten. Gott segne diese Gemeinde, welche mich so gastlich aufgenommen. Es-wird dieser schöne Sabbat für mein ganzes Leben mir in Erinnerung bleiben." Eine historische Sehenswürdigkeit bietet die Grabesstätte des „Schach"; sie besteht aus vielen" gewältigen Quadratsteinen, die mit unzähligen Epitaphien chronolo-, gisch' all die Werke und Schriften .des Verklärten rühmend aufzählen. Noch' vor dem.Weltkriege kamen Verehrer des „Schach" nach 'Holleschau, dessen Grab aufzusuchen; wie in Jerusalem an den Zionsmauern, so umstanden die aus Russisch- Polen, Ukraine und Podolien zugereisten Männer und Frauen dessen Grab, betend und schluchzend. Die Ohewra Ka-; discha der altehrwürdigen Judengemeinde zu Hollesehau hält treue Wacht über diese heilige Stätte. Leider wurden die Juden in Holleschau im Vorjahre im Monat Dezember durch' Bösewichte jni Dunkel der Nacht "überfallen, ausgeraubt und geplündert, zwei hoffnungsvolle junge Männer wurden getötet, und sowie einst Sabbathai Cohen aus seiner Vaterstadt Wilna flüchten mußte, sind leider viele der Allerbesten der Judengemeinde geflüchtet. Literatur. Geo rg Hermann; Randbemerkungen •(3914-^-1917). Verlag von Egon 'Fleisch'el & Co., Berlin W. Preis i Mark. Dieses Buch ist Sein Bekenntnis buch. Esist in den -•Kriegsjahren entstanden, wurde -begonnen mit;'dem -; ersten Tage des Kriege 3 .und vollendet längst bevor er endete. Es umreißt die Stellung eines künstlerischen Menschen zu dem Problem [des Krieges' und zu den "meisten jener Fragen, sozialen, staatlichen, und. überstaatlichen, die vom Kriege nicht teu trennen sind. J)ie Form der Behandlung ist der Aphorismus, jdie aus dem plötzlichen Impuls hingeworfene Zeile. Trotz aller Opposition und aller Schärfe ist nirgends kleinliche Gehässigkeit zu spüren oder parteipolitische Befangenheit. Alles ist von der Warte eines philosophischen, nachdenks amen Menschen gesehen, der vor dem Wahnsinn idieser Weltvernichtung nach Worten sucht, um sie seinem Schmerz, seinem Entsetzen und seiner Trauer umzuhängen, damit Bein .^Glaube an die Menschen and du Leben nicht ganz zusammenstürze. gt&as „Valuta.". In zion. Kreisen Newyorks wird der Plan erwogen, in Palästina, ein neues Valutasystem einzu- , führen. Die Ümgangsmünze soll ein „Schekel" seih, dessen Wert einem. Frank gleichkommt. Der- Schekel wird 100 „Prutas" enthalten. 25 Schekel bilden einen Gold-Denar, dessen Wert einem englischen Tfund gleichkommt.. 25 Prutas bilden einen Silber-Denar oder i/ioo eines Gold-Deriars. „Hilfe.". Wenden Sie sich' an: American Joint Distribution-Cbmmittee,' Wien, I., Seilerstätte 15. . . H. G. Bei den gegenwärtigen Verhältnissen im Zeitungsdruckereigewerbe unmöglich:. tj thwrate '^n '^ na.^^i n^ib , v^nmin ■ pV Tiü^b nm &b. hb ■yDDiosujH.xviii., b^m »b &)xbr> by ubw-xb<i..yvn:mb nü*o / ..... ' ♦■tann *6v Abraham Münz — f BTöK Tl., Matrosengasse 6/7. J}er»o8p«b«r: fr. JasefS. ßfeek. ~ Te^twmfKriir'r RpänkUtir: Mat &<*nra#er. - v«. .1. Pe«* & Sohn Wien YlJ.

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