Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 48 (19.12.1919)
- Date
- 1919-12-19
- Page
- Seite 679 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Hi, 48 Dr/ ffiöCÖ’S WVMM8MMM ~ Betern weinigen Stunden unter ihrem fürsorglichen Schütz so wohl, als: Wären sie gute, alte Bekannte. Frau Ros und Fräulein Femimy Cohen gehören zu den tätigsten Mitgliedern des holländischen Komitees und arbeiten tait Liebe und Ausdauer für das Wohl unserer Kinder. Ras1 Heim! in Arnheim, welches 50 unserer Schützlinge beherbergt, bietet unseren Kleinen eine Erholungsstätte, die einem Paradiese gleich! Auch’ Ny me gen, wo Herr Hartogh, Herr Kurt und Herr van den Bergh die Führer des Komitees sind, die immer an der Spitze aller sozialen Bestrebung«! stehen, haben sich1 durch hochherzige Spenden und nicht zuletzt durch ihre hervorragende Mitarbeit in den Dienst der guten Sache gestellt ln Hertogenhosch hat Herr Oberrabbiner Hertges seinen ganzen Einfluß und seine Persönlichkeit der Kinderaktion gewidmet, durch Wort und Tat in den Herzen der Mitglieder seiner Gemeinde größte Teilnahme für unsere Aktion geweckt. In Utrecht danken wir besonders Herrin Professor Slijpers das Gelingen der Aktion. Rastlos ulnd unermüdlich hat er seine Zeit und Arbeitskraft für die gute Sache äufgeopfert und die lachenden Augen der Kleinen, der innige Dank, der schwerbeladenen Eltern seien ihm1 Genugtuung. Nicht minder hervorhebenswert ist das Wirken von Fräulein Vis Ser in Leiden. Die gütige Dante hat unseren bedürftigen Schützlingen zu Kleidungsstücken verhelfen, die ihre herabgekom1mehen "Körperchen' vor Kälte schützen.. Wohl dem Lande, wo solches geschehen kann und Gottes Segen für alle, die sich’ an diesem1 Liebeswerke beteiligen! Groningen, ein liebes Städtchen, wo alle Glaubensgenossen in edlem Wettbewerb sich verbanden, ^a^^^äuch viele unserer Kinder gastfreundlich auf. iiicKt'"genüg Schönes und Gutes von ihren lieben Gasteltem erzählen. Nicht nur iangentbehrte Genüsse wurden ihnen geböten, auch Liebe lind Sorgfalt umgab sie und die Erinnerung an das glückliche, freigebige. Land wird ihnen unvergeßlich bleiben. Nicht an letzter Stelle gedenken wir mit dankbaren -Herzen der. Städte Zu tp hen, Deventer, Gouda uind Alkmaar. Ihre jüdischen Bewohner verstanden, was unsere änüen jüdischen Kinder gelitten und sogleich streckten sie helfend ihre Arm!e aus. Wir und äUe, die sie kennen, werden ihnen diese hochherzige Tat nie vergessen. Inniger denn je Schlingt sich das Band der Liebe und Zusammengehörigkeit unter unseren Glaubensgenossen. Wir fühlen uns mit ihUeü gleichsam verbunden und hegen nur den Wunsch, sie niemals von solchem Ungemach heimgesucht zu sehen, wie Wir und unsere Kinder es Seit Jahren sind. Für uns birgt die Kinderaktion noch' einen besonderen Gewinn in sich. Wir haben es jahrelang mitansehen müssen, wie die Menschen einander zerfleischten, wie einer gegen den anderen im erbitterten Kampfe Stand. Krieg bis aufs Messer war die Losung nicht nur im' Felde, auch im wirtschaftlichen, im! alltäglichen Lehen. 'Zäher Existenzkampf, der rücksichtslos über Leichen schreitet, ein Neid, wie ihn nur der Hunger gebiert. Das" ist das Furchtbarste in diesem1 Kriege, daß es ihm gelang, die Menschlichkeit auszulöschen. Und wir, die Wir nichts1 anderes als dieses Erlöschen Sahen, glaubten fast, daß sie überall in der Welt, in allen Herzen aufgebört hat. . Nun aber haben wir gesehen, daß Weite .warme Herzen noch' für unsere Kinder schlagen. Daß sich' liebevolle Hände über kleine blasse Kinderköpfe breiten. Daß sich lichte, Schönheitserfüllte Heime den AertnSten unserer Kleinen erschließen, Saß vornehme Frauen sich mütterlich zu unseren Elendskmdeitt beugen. Wir haben Tränen der Rührung und Liebe in den Augen unserer holländischen Freunde gesehen» 'die unsere Kinder an ihr Herz und in ihr Heim zogen* Da haben wir den frohen Glauben Wiedergewonnen, haß es noch Liebe, noch Menschlichkeit in der Welt EÜJ>t, daß dieses Lehen nicht ganz vertiert, verroht, von Schrecken erfüllt ist, daß eS noch freundlich und licht werden kann durch die Menschenliebe. Unsere Kinder nehmen diesen Segen der liebe in ihren Herzen auf. Sie werden einen Schimmer des Lichtes, den. der. Himmel Hollands in ihr junges Leben gießt, unauslöschlich in sich tragen auch in der Düsterkeit ihres eigenen, leiderfüllten Heimes. J Für all das, Ihr holländischen Freunde, Sagen wir Euch unseren und dieser Kinder Dank. Und Wenn Ihr uns recht versteht, unsere Leiden und den Schmerz unserer Machtlosigkeit, dann Werdet Ihr fühlen, wie tief und heiß unser Dankbarkeitsgefühl für Euch ist r Dienst- und Pensionsordn urtg. Troppau. Bei der aim!2. Dezember d. J. stattgefundenen Sitzung des hiesigen Kn Hu Sausschusses wurde die Aendemng der Dienst- und Pensionsordnung für die Beamten uind Diener nach den Anträgen des Vorstandes durchberaten und genehmigt. Die Institution der Emolumente wurde abgeschäft, die Grundgehalte und Alterszulagen wesentlich erhöht, So daß die Beamten u nd Diener m i t den Staatsbeamten und Dienern . gleichge-r sie 111 wurden. Mit den Beamten und Dienern Werden Dienstverträge abgeschlossen, welche deren BieUsfesr Obliegenheiten und Bezüge genau regeln. Den Beamten werden die vorhör in anderen Kultusgemteinden absolvierten Dienstjahre bei der israelitischen Kultusge* meinde in Troppau ungerechnet. Jüdische fäntfwfrtsehaftficfte Kolonie Irrt Tesstif* - Dem! Zentralkomitee des schweizer!Sehen Zionistenverbandes liegt ein Projekt vor, im1 Kanton Tesstöf eine jüdische landwirtschaftliche Kolonie zWecks Ausbildung der jüdischen Jugend in der Schweiz in Landwirtschaft und HandWerk. zu gründen. Das Projekt genießt die wohlwollende Unterstützung des iaütD wirtschaftlichen Departements der hiesigen tessint sehen Regierung und erfreut sich der Sympathie weiterer jüdischer^Kreise der Schweiz. Der Initiant dieses Projektes, Herr Abu J e dl in aus Brody, begibt sich in den nächsten Tagen nach Oesterreich und Deutschland, um; einerseits die in derartigen Institutionen bereit, gemachten KrfährUn(.- gen zu -sammöln, andererseits zwecks AusWahl eini? ger jüdischör Landwirte, bezW: HandWerkerfamihen» die für die Anlernling der PiqnieTe in Betracht kämen« Bevorzugt werden junge Ehepaare mit etwas Kapital, um womöglich das Lehigut usW. in Pacht Zu nehmen. . : ' Offerten unter Angaben der bisherigen Beschäftigung, sowie des vorhandenen Kapitals sind sogleich an. Herrn Je dl in, Ung’-Bröd (Mähren), und in Abschrift ain das zuständige Palästinaamt zu richten, welche sich sodann mit den Reflektanten in direkte Verbindung setzen werden. .