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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-12-12 · 47 (12.12.1919) · p. Seite 668

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
47 (12.12.1919)
Date
1919-12-12
Page
Seite 668 (sequence 16)
Language
German
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564 frr, ÖLOCii'S .WUCäk^i5(jMH^S‘ ' , 'kr. 47 Mit 'den Jahren wurde Schimschele ebenso der Verfechter der Ehre und des Hechtes der jüdischen Jünglinge, wie früher der Sinder. Auf der Straße, wie in öffent-, lichten .Lokalen, wo Juden- und Christen zusammentrafen, durfte es kein junger Mann des Städtchens ungestraft mehr wagen, die jungen Leute der Gasse unrechtmäßigerweise au [beleidigen. Aber noch-weniger als Reichtum und Wissen gönnt man dem Juden physische Stärke.. Biese Waffe; glaubt man ihm für immer entwunden zu haben. Schimschele war gefürchtet und gehaßt, nicht nur bei der Bevölkerung, sondern (selbst bei den „Organen der öffentlichen Sicherheit“, die gewöhnt waren, bei Streitigkeiten immer Partei gegen die furchtsamen Juden zu nehmen, um dann von ihnen Geld zu-erpressen. Die Panduren waren ihm daher; besonders aufsässig und haschten lange nach einer Gelegenheit, mit ihm an^ zubinden. Sie traf sich endlich. In der Gasse gabs einen Simcbat-Torah-BaLl. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren auch zwei Panduren erschienen. Anstatt aber ihres Amtes zu walten, erlaubten sie sicdi' ungeziemende Scherze mit den Mädchen, die entjv lüstet darüber, sich’ zu den jungen Leuten beklagten. Schimp schele wagte es, den Panduren ihren Standpunkt klau zu machen.. Sie verhöhnten ihn,. und'als sie endlich nach langem Wortgefechte sogar vom Leder zogen, „kam über ihn der Geist Gottes“, wie es von seinem Urtypus heißt, und er setzte sie mit halbzerbrochenen Gliedern an die Luft. Mit dem Balle war’s natürlich aus. Noch in derselben Hascht wurde Schimschele von einer ganzen Schar Panduren fortgeschleppt und verhaftet. Trotz so vieler Schritte, die für ihn gemacht wurden, brachte er sechs Monate unter unsäglichen Mißhandlungen und bei Brot und (Wasser, wozu er sich selbst verurteilte, weil er nicht-rituelle Speisen nicht genießen wollte, im .Kerker zu, und als er dann frei wurde, schien seine Kraft von ihm gewichen zu sein, so gebrochen sah der junge Mann aus. . iDpehl die vielen Unannehmlichkeiten und Kosten, die er der Gemeinde verursacht hatte, fand er nirgends Entgegen- und Unterkommen. Jederi fürchtete, er könnte ihm wieder /Verlegenheiten bereiten. Und so mußte Schimschele Zu dem allerniedrigsten der Geschäfte greifen, Fetzensaxnml'er werden und wie ein Krüppel allen Spott über sich ergehen lassen, wenn er mit seinem Karren durch die Dörfer zog. oder Wenn er des Abends im Wirtshause eines 'Dorfes bei einem Stück Brote saß. Seitdem Mottke mit seiner lieben Dorfjugend zerfallen war, ging diese allabendlich in das Wirtshaus des eine Wegstunde entfernten Dorfes. Eines Abends hielt sie da wo es. galt, Deutschland 2u schwächen. Es würde durch-* brochen, wo die Gefahr; eines Machtzuwachses des Deutschen .Reiches bestand. Das vorliegende Buch, geschrieben von sieben Gelehrten und gründlichen Kennern, Deutschböhmens, liefert den klaren Beweis, - daß das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben Deutschböhmens allein durch den Anschluß an Deutschland gesichert werden kann. Dr. L. Weinberg: „Das jüdische Palästina1*. .Verlag der „Jüdischen Rundschau“, Berlin 1919. Briefkasten. „Ungewiß.11 Albert Einstein und Fritz Lader sind freue Juden.' ft. D. in G. Sie. können sich mit Ihrer Anschauung auf keinen geringeren, als auf den Historiographen des Judentums,Sauf Heinrich G r ä t z, berufen. Er schreibt: „Es gibt Wohl keine Wissenschaft, keine Kunst, keine Geistesrichtung, woran die . Juden nicht mitgearbeitet hätten.. Denken ist ein ebenso charakteristischer - Grundzug der Juden geworden,, wie leiden.“ „Flaggenlied.11 Der Verfasser-des bekannten Flaggen-, liedes „Stolz weht die Fahne schwärz-weiß-rot'‘, das kürz* lieh! in Berlin bei den Demonstrationen zu Ehren Hindenburgs von Deutschnationalen und Antisemiten gesungen wurde, War ein Jude. Er hieß "Robert'Linderer; sein Grab befindet sich auf dem Friedhöfe der Berliner Jüdischen Gemeinde. Es ist fürwähr eine heitere Ironie der Weltgeschichte, daß das von einem Juden gedichtete Flaggenlied von den Antisemiten gesungen wird. , Staff besonderer Anzeige Unser Sohn Leo Naftali wird am Sabbat ^>p)£ flüHS (den 20. d. M.) um Vs9 Uhr vormittag in der großen Synagoge zu Baden bei Wien als nilftt 22 feierlich zur Thora aufgerufen* Empfang der Gäste und nÜH*1 des mXÖ 22 „.-Mp ptz ßnden in Unserer Wohnung, Mozartstraße 10, um 2 Uhr Nachmittag statt, wozu wir unsere Freunde und gekannten herzliehst einladen. - , i Baden bei Wien, im"Dezember 1919. “ ' Dr. Samuel ßappaport und Frau * - Blume, geh. Kadinsky. W I RT S CHAFT ER Iü Für ein erstklassiges Restaurant wird eine energische und besonders tüchtige Dame, die einen streng religiösen Lebenswandel führt, alleinstehend ist und sowohl in der Küche als auch im Lokal dem Personal vorstehen kann, sofort aufzunehmen gesucht. Damen, die bereits einen solchen Posten bekleideten, werden bevorzugt. Anträge erbeten unter »Besonders verläßlich < an die Administration des Blattes, oooooooöoooooooooooooooooooooooo ©in förmliches Gericht über Mottke und seine Tochter., Andreas führte den Vorsitz. Die anderen hatten ihm schon alle ihre Ansprüche auf das Judeninädel abgetreten, denn er hat ihnen durch Drohungen seine Ueberzeugung beigebracht, daß Esther ihn liebe und . ihm zuliebe Christin würde, wenn der Alte nicht wäre, und er stellte den Antrag*, daß heute Nacht noch, dieser zu Raison .-gebracht und (das Mädel i.hm gewaltsam weggenommen oder Vater, und Tochter aus dem' Dorfe gejagt Werden. „Eher können wir ohne Kirche, als ohne Wirtshaus im Orte sein. Nicht wahr, Kameraden?“, schrie er pathetisch, und alle stimmten ihto begeistert bei. . (Schluß folgt.) - Literatur. Von Rudolf L o dg man. Das neueste; Ullsteinbuch. Preis 3 Mark. t Das SeibBtbeotimmung8recht der Völker ist im Friedensvertrage mit aller. Schroffheit dort durchgeführt worden, 17jährig, israelitisches Mädchen ausgelemte Schneiderin sucht Stelle zu kleiner Familie, ohne Rochen. Gefällige Offerte bitte zu richten an UOIA DEUTSCH, Wien, XIX. Bezirk, Bauernfeldgasse 40. poooöoooooooooqopoooo KONKURS. B_*i der israelitischen Kultusgemeinde in Teplitz-Schönau gelangt die Stelle des Rabhiuers zur Besetzung. Bewerber wollen ihre oidirangsihäßig belegten Gesuche bis 31. Dezember 1919 an die Gemeindekanzlei einsenden. Teplitz-Schönau (Böhmen), im Dezember 1919. > . I - Der Kuliasrat. * Herausgeber: Dr. Joaef S. Bloch. — Verantwortlicher Redakteur: Max Schwager.- Druck >öji 1 .-Beck & Sohn, YXjy

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