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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-11-28 · 45 (28.11.1919) · p. Seite 636

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
45 (28.11.1919)
Date
1919-11-28
Page
Seite 636 (sequence 16)
Language
German
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ik» MEStWMMt fth «iä ans — auf der Heise nacft Amerika hier durch. Ke Frau Justizrat.—d. N. damals war sie bloß Frau Doktor .— gab ihm ein Quartier v , - Der Landwirt: Sie soll sehr gütig gewesen sein; Der Kommissär: Sehr gütig, wie der Herr SLapdrat sagen. Zu gütig vielleicht. Der Herr Justizrat war damals auf dem1 Juristenkongreß in Osnabrück. Ja, und dann — dreiviertel Jahr später . . . Der Land rat: Was denn — was Herrn? Der junge Doktor Mützelmanm sollte . .. Der Kommissär: Gerade bei Juristenfrauen, Herr Landrat, bat man’s oft, daß ... . . Der Land rat: Das ist ja entsetzlich! Und Sie glauben wirklich^ daß so in einem Tage ein zugewanderter Jude ... Der Kommissär: Er blieb vier Wochen, Herr Landrat -7die ganze Zeit, während der Justizrat, in Osnabrück war. Der Herr Landrat sagten ja selbst, die Leute sind fleißig und temperamentvoll. Der Landrat:. Ja, was tun wir da. — Ich möchte erst Seiner Durchlaucht berichten. Seine. Durchlaucht wird außer sich sein — außer sich , . . Der Kommissäre Ueber was, Herr JUandrat? Ich begreife das nicht ganz. Der Land rat: .Wieso — Sie begreifen das nicht? . , . : . 1 - t Der Kommissär: Nein. Seine Durchlaucht ist jetzt siebenundzwanzig Jahre. Alle Welt weiß, daß. vor achtundzwanzig Jahren der .Vater Seiner, Durchlaucht schwer erkrankte. Der Landrat: Natürlich. —Wir wissen das. Durchlaucht war die letzte Diäte der Kraft Seiner Durchiau<&t. . Der Kommissär: Hm. Ja. Das» heißt*, damals war ein berühmter Professor aus Warschau zugezogen. Loeb i. Silberstein hieß er, Professor Loeb Siiberstein. Er hat dem Lande ‘den Fürsten nicht erhalten können. Den nicht. Aber —- hm, ja ■—aber —- die Dynastie ist denn doch nicht erloschen.. Ihre Durchlaucht die Frau. Fürstin konnte dreivier- ° tei Jahre später für dep. eben geborenen Erbprinzen die Regentschaft.... Der Land rat: Sie wollen doch' nicht etwa die ungeheuerliche Behauptung aufstellen . . .? Der Kommissär: Herr Landrät — unter uns r— ich gehörte damals zum Sicherheitsdienst im* Schloß und — map weiß, man Sweiß. Der Landrat: Mensch, Äensch! Sie wollen mir hier am Ende behaupten, daß Sie der einzige Antisemit am Orte sind, der durch1 die Geburt die Berechtigung dazu hat, was? Der Kommissär: Ach Gott, Herr Landrat. Berechtigung durch Geburt! Meine Mutter war schon fünf Jahre Witwe, als ich1 zur Welt kam. Der Land rat: So, so. Hm. Ein vaterloses Kind also — Der Kommissär: Sie müssen wissen, Herr Landrat, ich1 Inn jetzt eimmdsechzig Jahre. Vor zweiundsechzig Jahren War die große Judenverfolgung in Galizien. Damals kam .. . - Der Land rat: (im Zimmer umhergehend): Ich weiß schon .. ich weiß schon . . . Himmel -—Himmel — das ist ja nicht zu glauben . . . Ach, bitte, Kommissär, ich habe meine Brille verlegt . . Nehmen Sie doch dort mal den Band Brockhaus mit „J" aus dem Schrank. Ich hin 1864 geboren, . Sehen Sie doch mal nach . . Was wollt’ ich schon sagen? Ja, richtig : sehen Sie doch mal nach, cQ> 1864 eine Judenverfolgung war? Brünn, 23. November 1910: . Sehr geehrter Herr Redakteur! .; Zu dem Feuilleton „Jüdische Päpste“ in der letzten. Nummer Ihres geschätzten Blattes erlaube ich 'mir ’folV gen den Zusatz zu machen: „Der Rabbi Simeon ben Isaak ben Abun, Oheim Raschis (Zunz, Literaturgeschichte, 8. 235), einer der fruchtbarsten synagogalen Dichter, bekannt durch seine herrliche „Kerobaih“' 'für den zweiten Neujahrstag, ist nicht minder bekannt durch seine Malchujoth, ßichroniot\ und Schofaroth' für das Morgengebet dieses Tages, gedichtet auf den Text: „Elchanän b’ni jipol chewle le chaje olam“. Es ist diese schöne Dichtung dem Andenken seines wohl früh .dahingegangenen Sohnes geweiht. Dies würde er wohl nicht getan haben, wenn „Elohanaa“ Papst geworden wäre.“ Hochachtungsvoll : Br. M. Grünte Id. Briefkasten. Ai. R. Dr. Max Levidn ist der Sohn eines ehemaligen deutschen Generalkonsuls in Moskau und der grichisch-katholischen Russin Katharina, geb. Kontratuwna — also kein Jude und rein arischer Abstammung. K. F. Der Jude Ball in hat den deutschen Kaiser fußfällig gebeten, den U-Bootkrieg nicht an beginnen. Er wurde nicht gehört. H ei r at s a nt rag.J Für 26 Jahre alten, intelligenten Kaufmann, Ungar,, an- J* genehmes Äußere, vornehme orthodox-jüdische Familie, besitzt selbst erworbene Yiertelmillion Kronen nebst lukrativem Geschäft, bedeutend« talmudische Kenntnisse und V1 bJ profane Bildung, wirdjaagss, häuslich erzogenes, wirklich 5 schönes, fesches Mädchen, nur aus angesehenem, streng jjj jj* orthodoxen Hause gesucht. — Erschöpfende Anträge unter ~Vj »Passender Schiduchc an die Annoncen-Expedition in % 5> Budapest, GyJri-Nagy, Kertöaz-utca 16. — Diskretion jC oo-oe-00-00-00 00-00 Ehrensache. 00-00-00-00-00-00-00 ■" .Israelltisehe Enltnsgemeinde Sitak. KONKURS. Bei der Kultusgemeinde in Sisak (Kroatien, Jngöslavien) gelangt die Stelle eines 8 C MÄHE Sr der zugleich Schochet-Ubodek, Korek nd Liberer ist, zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalfc von K 3.960.— nebst den üblichen Emolumenten verbunden. Bewerber, nicht über 30 Jahre alt, wollen ihre mit den bezüglichen Nachweisen belegten, eigenhändig geschriebenen Gesuche bis längstens 1. Dezember 1919 an die obige Kultusgemeinde einsenden. Dem Gesuch ist unbedingt eine Photographie beizulegej. Reflektanten ledigen Standes, die irgend ein Handwerk austiben und eine slawische Sprache beherrschen, werden bevorzugt. Nur den zur persönlichen Vorstellung Eingeladenen werden die Reisespesen vergütet. Der Kultusvorstand. Tüchtige Erzieherin findet gutes Haus, wenn im vollsten. Sinne des Wortes wirkliche.. Fähigkeiten . vorhanden . sind. Klavier nnd Französisch erwünscht. Gefällige Zuschriften an die Expedition dieses Blattes unter Chiffre: »Familienanschluß“ erbeten. ättKoffpi«; Dr. jesof & Stoch. -— VersatworiÜcb.ßr Redakteur: Sä&X Schwager»— Druck sw I. Beck & Sohn, Wien, VII,

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