Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 45 (28.11.1919)
- Date
- 1919-11-28
- Page
- Seite 635 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Sr. 45 Mautner,. Josef^ Beamter, geb. 24. Juli 1893, .Wien, III., '" BecKardtgässe 6. Xeumann Albert) geb. 15. Juli 1376, Ungarn, IX., Säulen,-, gasse 7. . (. . ,? Pajör, Heb. Herzl Louise, Mb 4. Oktober 1857, Ungarn, ’ iX., ‘‘Älsefsträßb 38. Pajor Oskar, geb. 28, September 1854, Ungarn, IX., Alser-, strake 38. . .. . . Patak Hans', geb. 23. Oktober 1899,. Zrünn, IX,, Frankg. 6, PlÄk Erna, geb. 17. September 1902, Wien, IX., Albersträße 56. ' Polläk Gertrud©, 14. 'März 1897, Wien, IX., Prainörg; 17: Salzer Budolf, geb. 19. Juni 1887, Wien, IX,, Säuljejof- . ■crflflflfl ^Q. SÄWf Eäufor. Handelsagent, geb. 3. Februar 1871, Bielitz, ■" XIXc, BVdiHMeiy5, i Schnabl J&esi, geb. 6. Juli 1890, Bistritz, XVIH., Micha- ...elerptraße. 32. ' Schönfeld Julius, geb. 12. Oktober 1885, Neutra, IX., Vereinsstiege 4. Stern, geb. Taflet Kornila, geb. 27.; Juli 1878, Budapest,* IX,,, pörjgasse 14. Weiner ÄMe/ geb. 18. März 1901, Vbbs, Herrengasse 43. Prag. (Jubiläum.) Herr .Oberlehrer Siegmund Springer feiert am 2. Dezember 1. J. bei voller geistiger und körperlicher Frische seinen siebzigsten Geburtstag. Der Genannte ist Vofständsmifglibd vieler Israel. HuiÜähltLIsvereine, um 'deren Hebung und Ausgestaltung er keine geringen Verdienste hat. Durch mehrere Dezennien bekleidet eiche SteUe des rObmaiines des Israel. Landöslehrerverehies; ihm ist die Konsolidierung dieser Genossenschaft, sowie die i Hebung des Pensionsfonds für Israel. Lehrer und deren Angehörige zu. verdanken. In neuester Zeit bemüht sich der Jubilar, eine ,Organisation zu schaffen^ die sämtliche Kultusbeamte der tschtecho-slowakischen Republik umfassen soll. Wir können Dchön heute verraten, daß seine diesbezügf ' liehen Pläne, die Sorgen, Arbeit und Mühe kosteten, der Verwirklichung entgegengehen; auch die Redaktion, des Fachblattes „Mitte-üuhgen“, sowie 'die Administration desselben'ruht in den Händen des rastlos tätigen, äußerst verdföhsiyoiien Jubilars. Mögen Mn noch viele Jahre ungestörter Arbeit und (weiteren Familienglückes beschieden sein! Fii Israel-.*) Von R u d o 1 f ,P r e s b e v. Der Land rat; Herr Kommissär, ich habe Sie bitteil' lasMh, Sie Muhml Mb! hier in dfen Verhältnisten üusOrcs Lähdchens am besten äüs, da Sie scifön Vi’e^zig' Jahre iih1 «Dienst sind. Es wird Ihnen nicht ehigäiigen seih, daß — hm, in letzter Zeit der :*) Alis’Späne! Vöh Rudblf Pre'sber. Preis geh. 2 LI., Mb. 3 M: ÖMcübliä, DSutscHe VerlMsanÄält, Bbilih W. 30. Das „Berliner . Tagblatt“ erhielt folgende Zuschrift: „Die Deütöchnationälen rücken ihre scharf antisemitische Tenifönz Miner mehr in den Vordergrund; (zahlreiche VereinSveMünmluhgeh verlangen das Verbot der Aufnahme von Jüdin üM Judenstämmlingen in die deütschhatiönale Partei, beziehMgsvfeise den Ausschluß der ihr schon' beigetretenen. Diesen deüfechnätionälen Antisemiten dürfte wohl kaum: bökäüht sein, däß schön int. Jahre 1014 im ähfise-. mitischen Kyffhäuserverlag' ein Buch erschienen ist, das im! antisemitischen Interesse das j. ü dis che B lut im Adel kennzeichnen will. Mit seltener Zielsicherheit trifft diese' Veröffentlichung — natürlich unabsichtlich — d Ile' ei gern Ah k o n s e r vat iyd e u ts c infartTi o n a‘l e n Fuhfer, deren eafee VerWähMMhft und Vöfsipptiüg iüit Juden, heziehu^sweilh jüdischer - AbsMmhuhg in vielbh Fällen dort bewiesen wird. Die Grafen W&Wär'p; LMbürg- Styium,) Fosadowskv, Schwerin, Dohna., Wavteusleben, ferner Seite 781. Einfluß unsererjüdischea Mitbürger etwas sehr überhand genommen Kat. J^, was ich sagen -sollte — ich lasse den Leuten alle Gerechtigkeit widerfahren; .sie sind, fleißig und temperamentvoll, aber, hm, ja — schließlich sind sie doch sozusagen Eindringlinge — Seine Durchlaucht empfindet das wenigstens so. Und ich fühle mich hierin — wie in allem — mit Seiher Durchlaucht eines SihneSr Vor allem aber müssen Wir cfön Gegenkandidaten der Freisinnigen, den konservativen Rittergutsbesitzer von Buchshöm, im Kreisblatt kräftig unterstützen- Der Mahn ist von treuer Gesinnung, ist durchaus arisch und doch kein Judenfeind,.;: * Der Kommissar: Düs liegt in der Familie. Der Land rat: Was heißt das? das liegt in der Familie? . Der Kommissär; Vor dreißig Jahren, Wie die große Judenverfolgung war, kam hier ein Jude von Kischinew durch. Auf dem Gute des Vaters ~ oder besser: der Mutter des Herrn von Buchshöm wurde der Mann sehr freundlich angenommen, Es war ein schöner Mann, dunkelhaarig und von derselben Statur wie der jetzige Herr von Buchshörn, der drei viertel Jahre später zur Welt kam. Der Lan,drat; Sie wollen doch damit nicht sagen Der Kommissär: Der Herr Landrat haben ja selbst gesagt: die Leute sind fleißig und temperamentvoll. Und man hat’s gerade bei adligen Damen auf dem Lande oft, daß sie .... Der L and rat: Schweigen Sie! Hm, Mas ich sagen wollte — das ist lyrangenehm-. Sie las&en also natürlich diesen fatalen Herrn Buchshöih fallen. Natürlich. Ich darf auch nicht vergessen, ihn von der Ordensliste nza streichen. Naja, was ich sagen Rollte — wir werden dann doch wohl den Doktor Mützetmann aufstellen müssen- Er ist zwar etwas extrem in seiner Judenfeindschaft. Der Kommissär: Ja, Herr LkmEat, das kommt vom alten Jüstizrat Müfeehnahn- D e r Land rät: Mein lieber Kommissär; das ist doch — das ist doch nicht merkwürdig, daß die jungen Leute von den alten Der Kommissär: .Wie man’s nimmt, Herr Landrat. Die selige Frau Justizrät häft’s nie zugegeben- Sie hatte — Sie war ... Der Land rat: .Was denn schon? — Was denn? Der Kommissär: Es war da nämlich vor fünfunddreißig Jahren die große Judenverfolgung in der Bukowina. Damals kamein Hausierer —- ich Aeiß noch, er hieß Veilchenblüth, er sah aber nicht so von Maltzahh,Normann, Hammerstein u. a. erscheinen in diesem Buch als mit Juden nahe verwandt oder selbst jüdischen Blutes. Und wieviel namhafte Konservative und Deütschhatiönale adliger Herkunft (die sogar in der Fraktion der Nationalversammlung sitzen) sind hierbei noch dem scharfen Blick des antisemitischen Anatomen entgangen! — Muß die antisemitischen. Parteigänger nicht ein Grauen packen, wenn sie ihre eigenen Führer so schwer köxnf( promittiert sehen?. Das genannte antisemitische Buch trägt, an der Spitze den bekannten Goetheschen Vers: „Es ist .ein jeglicher in deinem glanze n Land auf ein und andre Art mit Israel verwandt.“ Es wäre interessant, zu erfahren, wie die Herren Antisemiten bei diesem erfreulichen Grad der Selbsterkenntnis und Selbsteinschätzung. den Kampf noch. weiterzuführen gedenken 1“ . .; . Wenn also .die Deutschna^ionälen nun wirklich" die Bluts«, probe vornehmen wollen, werden sie gerade unter ihre» Führern fürchterlich» Must«f-ung’' jtaltea müssen. aTS BLOCH’S WAKlHJENSQHKIFß