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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-11-21 · 44 (21.11.1919) · p. Seite 620

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
44 (21.11.1919)
Date
1919-11-21
Page
Seite 620 (sequence 16)
Language
German
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Siat« Vis di, titocfl-s WociffiJiStifltttKt M-Lch Pap'st sagend er wolle nur den Führer allein empfangen- Hob Simon wurde nun vorgelassen und kniete -vor dem Papste nieder/ den er nicht erkannte^ Der Sohn aber erkannte ihn; befahl ihm, aufzustehen und sich zu setzen, ließ sich aber in der Schachpartie, -nie er mit einem! Kardinal spielte, nicht stören. " Als das Spiel beendet war, fragte er den Simon nach ' seinem Begehren, und nachdem dieser sein Anliegen vorgetragen hatte, antwortete er ihm: „Es sind hei mir sehr viele Klagen gegen die Mainzer Juden eingelaufen, weshalb ich den Befehl erlassen habe." Dann ließ er sich mit ihm' in eine mehrstündige 'religiöses Disputation ein, die'.dem Simon Gelegenheitgab, den-Scharfsinn des Papstes und seine genaue Kenntnis des Judentums zu bewundern. Endlich versprach er ihm günstige Erledigung seiner Liken und lud ihn zu einer Partie Schach' ein. R-eb Simon war ein Meister des Schachspiels, aber gegen den Panst verlor er. Nach Beendigung der Partie befahl dieser den Anwesenden, mit Ausnahme Simons, sich zu entfernen. Mit diesem allein gelassen, hei er ihm um den Hals; gab sich zu erkennen, erklärte die List, die er angewendet, um ihn nach Rom zn bringen, und daß er entschlossen sek zum Judentum zurückzukehren. Seine Bedenken, ob er auch von Gott Verzeihung erlangen werde, Weil er, von dem Angenehmen und Ehrenhaften seiner hohen Stellung gelockt, solange im Christentum verblieben sei, zer- - streute der Vater (mit dem/Hinweis auf die große Barmherzigkeit Gottes gegen Bereuende. Dann keh.te Reb -Simon-mit einem den früheren aufhebenden Befehl des Papstes an den Erzbischof nach Mainz zurück, wo darüber große Freude .unter den Juden herrschte. „ScMemiel“, 5. Es ist die Versicherung beizufügen, daß die . gesandte Arbeit bisher noch nicht gedruckt wurde. 6. Wir behalten uns . vor, auch nicht preisgekrönte Ar-, beiten zur Veröffentlichung zu bringen. Diese werden dann nach unseren gewöhnlichen Sätzen honoriert. „H. M.“ Der Sitz des zionistischen Wahlbure aus befindet sich in Wien, II., Zirkusgasse 33. — „K. F.“ Das können Sie politischen Analphabeten Vorreden. Hier gibt, es ledig ich. ein „Entweder-Oder *. „01 e ichberech tigung“ und „Minoritätsschütz“ heißt Republik, mit dem Großherzog an der Spitze. Jedem, der nicht parteimäßig orientiert ist ,sagt es die einfache Vernunft: Angehörige einer Minoritätsnation können selbstverständlich nicht glei:he politische Hechte wie die anderen Staatsbürger in Anspruch nehmen. Wer pich unter '„Minoritätsschutz1* begibt, mußauf Bekleidung -der wichtigsten ^taatsämter verzichten, die nur den Angehörigen der Majoritätsnation anvertraut werden. Das hat nicht bloß Mr. Morgenthau gesagt, das finden Sie auch in den Schriften ernster denkender zionistischer Führer. Wer sich zum Beispiel zur tschechischen Nation bekennt, wird in Oesterreich nicht nur kein Direktor einer Universitätsbibliothek, sondern nicht einmal Gymnasialprofessor werden,, kein höheres Staatsamt. (auch nicht bei der Nationalbank) bekleiden können. Die Juden würden noch1 ungleich mehr als gegenwärtig auf das Händlertum und die ,,Luft“-Berufe angewiesen. Gering- .schätzig die verfassungsmäßig verankerte „Gleichberechtip gung“ verschleudern, läßt don tiefen Sinn / des Talmudspruches ahnen: pirnftr rtb -iSKßrr wk:;' kr sner Jude in Mainz.. In Rom aber wußte kein, Mensch, - was aus dem Papst geworden sei. Das Mitnehmen des Geldes ist nicht bloß ein häßlicher Zug, sondern macht eigentlich die ganze Erzählung überflüssig, denn wenn der Papst spurlos aus Rom -verschwinden könnte, so war ja das ganze Manöver, um seinen Vater nach Rom kommen zu lassen, überflüssig. Wir wollen aber den unbekannten jüdischen mittelalterlichen Novellisten nicht kritisieren, obwohl es auch sonst an Veranlassung dazu nicht fehlt, dagegen nur noch erwähnen, daß , nach -einer, anderen Version der Vater den Sohn an einem besonders geschickten Schach'zug erkannte, den er ihn einst gelehrt hatte. Zum Schluß möchte ich' noch bemerken, daß der Name Simon, die Judenverfolgung und manche Nebenumstände in diesen Papstsagen mich auf die Vermutung bringen, daß beide eigentlich1 (nur eine sind. Literatur. Preisausschreiben. Der Verlag des „Schlemiel“, jüdische Blätter für Humor und Kunst, Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 35, stiftete je einen Preis von 150.— Mark und. *100.— Marl? für die beiden besten Skizzen oder kleinen Erzählungen,-die zur . Veröffentlichung im „Schle^Liel“ geeignet sind. - Der Inhalt - kann auchheiterer oder auch - ernster Art sein. - — Bedingungen/ 1. Umfang nicht mehr als drei Druckseiten des „Sehlemiel“-Format8. 2. Einsendung des Manuskripts bis 30. November d. J. Der Umschlag-muß mit der Aufschrift „Wettbewerb“ .versehen sein! 3. Das Manuskript enthält ein Kennwort. In einem beigefügten Briefumschlag befinden sich Kennwort und Name des Autors.. 4._ Die .preisgekrönten. Arbeiten werden Eigentum, des de* Vereines zur Wahrung der luteresfeu de* orthodoxen Judeumms. Terciss-Lehal, Wien, IIM'Gi» OJ@e Schlflgassc 16. Geöffnet au Wochentagen von 5 bis 8 Uhr .abends, Samstag und Sonntag ab 9 Uhr vormittags. Reichhaltig* Bibliothek zur freien Benutzung der Mitglieder. für die Woche vom 29. Marcheschwan bis 5. Kislew (22. biis 37. November 1919). Samstag y2ll Uhr Sidroh mit Kommentar Sr. Ehrw. Herr Rabbiner 8. Neuwuth , Yj>4 Uhr Vortrag Sonntag V40Uhr Gemoroh (Gitin) Herr Salomon Schreiber V47 Uhr Thillim Sr. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch . Montag V*öLbrGemproh (Gitin) Herr Salom'on Schreiber ‘V47 Uhr -Miscbieh Herr Albert Breuer Dienstag Y46 UhrGemorohGit n) Herr Salomon Schreiber 1/47UhrMi8chnöh (Bezoh Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß Mittwoch */46.Uh> Gernproh(Gitin) Herr. Salomon, Sch-eiber V47« briViischnoh(Bezoh Sr. Ehrw. H Rabb. A. Weiß Donnerstag 1/4‘>LlhrGpnioroh(Gitin < Herr. Salomon Schreiber V47 Ubr IJaHaur* h Sr. Ehrw. H. Rabb.M.Fiesch Mllteiltxsiff: Mincha-Gebet t? glich um */42 Uhr nachmittags im Veremslokal. fieiaiiggeber; Br, Jt&tf 8. Bloch, — Verantwortlicher Redakteur: E»x Schwager.■— Druck vou 1. Beck & Sohn, Wien, TQ,

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