Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 43 (14.11.1919)
- Date
- 1919-11-14
- Page
- Seite 604 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sek« 700 %,_Bkö^;Nr., 43 teelir verödiieäeaer Angriffe, sbwie von seinen ~sbnsKigen Leistungen^ imd wunderbaren Errettungen der Prager Judepheit aus vielfachen Nöten und Gefahren, liehen sie infolge von Anschuldigungen von Zeit sni Zeit ausgesetzt war und die für das! ganze jüdische VQlk verhängnisvolle Folgen hätten zeitigen können. Letzteres war auch1 der Zweck der Grolemf ejps^ffung steitens' Rabjbi Löwis, im Gegensatze zu ,^^ >cfagstiid^a' Meistern (Lei mittelalterlichen Mystik, die siclh ihrer Zauhergesehöpfe, der von ihhen künstli'da erzeugten Scheinwesjen, nur zu selbstslüchtigen Zwecken, zur Erlangung und Erreichung persönlicher .Vorteile zu jbedjenen J^e^chten. finine^ Jn allen' Sagen, jrard Iiier der Golenii zum' Schütz verfolgter Juden benutzt, in solchten Fjäjlen, da rein menschliche Kraft;ujid Weisheit nichts mehr 'auszuffchjten vermag. Die Ercählungen und Legenden des Bloohschen Buches sind schon an sich von großem Interesse. Es nerrscht in diesen Schöpfungen ein so eigenei, lieblicher Reiz, eine so kindlich-naive und doch so ^nächtig anziehende Gläubigkeit, daß sie, so verwerflich sie auch der Vernunft in logischer und reli- giöser Rücksicht erscheinen^ dennoch wegen -ihres ethischen und ästhetischen Wertes1 das ..Vergnügen der Gebildeten aller folgenden Geschlechter bleiben werden. Aber sie werden auch den Fachgelehrten eine gewichtige Quelle für ihre kulturhistorischen und religionsgescnichtlichen Forschungen bilden und die Literatur zur iLösung {des1 Golemsproblems; ^wird durch' sie leine wesentliche und unschätzbare Bereicherung gewonnen haben. Als: wertvolle Ergänzung zu seinem' Buche gibt uns Bloch in einem wissenschaftlichen ■Vor- und Nachwort einen Ueberblick über die Golemiegende in all ihren alten und neuen, manchmal sich ';^^^rJ?^#r^re^ende^i' Fassungen bis auf, Gusjay 'f^bpmk-'wa&seinen letzten Roman „Der Golem", Bieter freilich den; Ursprung dieser Sage und ihre tiefere Bedeutung selber nicht anzugeben weiß. Zu den Nachbemerkungen, dem zweiten Teile des Buches*, wäre wohl einiges zu bemerken. In dem Verzeichpisise der verschiedenen Golemsthöpfungen in alter und! jneuer Zeit (Seite 124) vermissen wir die Anführung diesjer Sage bei R.. Eüa Wilna |dem\ Wnnaer Gaon, starb 1797), die sich1 bei den meisten seiner Biographen findet (sj. Alioth Eliahu von Josua Heschel Lewin, ÄVilna 1856, und Jewish Encyelopediä VI, S... 37)/ wenngleich diesje auch nur eine durch die Nanien^leichhejLt mit EHa von Chelrri (um 1600j entstandene Abart von der Sage dieses1 letzteren zu sein schieint (vgl. meinen Aufsatz über diesen in der „Freien jüdischen l^hrerstimmie", Nr. 7—8, S. 85). — In dem herrlichen Sägenkranz, den der Verfasser umi die Gestalt des5 Rabbi Low winjde^t, ^ehlt die Sage, die an siein-Wirken in Posen sich1 thüpft und die uns von seinem1 Kampfe mit dem; Todesengel in der dortigen Synagoge erzählt, dessen Hjäjnden er die Liste der von ihkn zu Tode, geweihten Vöiaehtaien und angesehener pMzinner der Posener Gemeinde, darunter er selber sich befand, zu entwinden sich' bemühte,. Es gelang ihm dies jedochj nur zum' Teil* Denn (ein Rest des' Verzeichnisses war in der Hand des1 Tödesengels zurückgeblieben, auf dem sich offenbar noch ein Name befunden; hatte,. Es* {war der Name Rabbi Löws. »Während er so viele, IJatnien den Bünden des1 Todesepgels1 entrissen hatte, müßte er seinen eigenen Namen zurücklassen und war außerstande, sein eigenes Leben zu retten. Rabbi Löw erkrankte gleich' darauf und starb in wenigen Tiegen (sV Ph. Bloch, Die Sagen des1. Bosener Ghetto. im Zeitschrift der historischen Gesellschaft für die Provinz. Eos>]i VI^. S..:462f);. Diese Sage ist Siphon!d|äialö * l^n^rlensyer^,"' weil jäiese deja Rabbi Lö^; j^lSdfäe. 1597 in ' Posen sterben läßt, wiahrend er 'Uöseres Wissens1 in Posen (nur kurze Zeit gewirkt hat und tal^chhch :erst viele Jahre später, im Jahre 16Ö9\(am! 18. Elul), und zwar in Prag, ausj dem Leben gesÄeden ist. Sei.ne Frau. Perl ist einige9 Monate mä'ch ihm! (nicht vor Än^ wie Bloch anführt), am1 12, Ijar 1610, . gestornen. « Hagaren, Bd. 2, Sft 101, ünd Eisenstadt, ^aath'- Kedauschim 77)., Außer . unserem Rabbi Low gab es noch einen hohen Rabbi Low, von dem der Verfasser, wie es scheint, überhaupt keine Kenntnis hatte. Dieser war der .Landesrahbiner von Krakau, R. ' Arje Loeb, o^r^^^er, des unter dem' Namen Secharja der Prophet.bekannten Gelehrten R. Secharja Klausner, der wegen seines htohen . Wucnstes' aligemiein; der , hohe, Rabbi Löh genannt wurde (s1. Waiden, . Schern ha-Gedaulim I und Büber, Ansehe Schern', S. 192). Dieser ist auch sehr oft mit unserem Liwä b.. Bezalel verwechselt worden. — Ferner w,ä*re zu bemerken, daßi der von Bloch (S. 131) zitierte Posier Rabbiner R. Naftali Koben, ein Enkel des RablDji Low, nicht inn Jahre, 1718, wie er angibt, sondern; 1719 gestorben ist, und zwar am' 24. Kis'lew (15. Jänner), an demselben Tage, an welchem' einmal die. unglückselige feuersbrunst in Frankfurt sein Lebehsglück zertrümmert hatte (vgl. seine Grabinschrift im1. „Hagpren",. Bd; 1,. S. lOl, iujnd. Braun in Graetz Jubelschrift, S., 233);. Alan muß sagen, , daß der Verfasser trotz der , erwähnten geringfügigen Mängel seine Aufgabe, die. er sich' ijn der vorliegenden Arbeit, gesteilt, vortrefflich' .gelöst hat. Er hat das1 ganze vorhandene Material zusammengestellt, das kaum' noch eine nennenswerte Vermehrung zuzulassen scheint. Die populäre Anlage d$s. Buches1, seine zweckentsprechende Anordnung; und seine. hübs'che Ausstattung erhöhen desIsen Wert und lassen es als eine .höchst willkommene Gabe erscheinen, die jedem; jüdischen Leser dringend empfohlen werden kann. Wir wünschen dem1 Buche die weiteste Verbreitung. Briefkasten. Alb. M. "Wir müssen;den -Abdruek ablehnen? Ihre ^Anregung wird auch!, niemand, billigen, denn dasist nicht die Aufgabe "Wiener Eabbinen, sondern: des Kuratoriums, welk chem einzig und allein die- Obsorge -für die materielle Bi^ hältung des Lehrinstitutes und seiner Professoren oblieg.0. Friedrich und Rosa Malerische goldene Moctazeitstiftung. Vom gefertigten Vereinsvorstande wird hiemit bekanntgegeben, daß die Zinsen aus obiger Stiftung im Beträge von 100 Kronen am ersten Chanukätage (17. Dezember 1919) ah ein armes, braves und anständiges israelitisches Mädchen, welches das 23. Lebensjahr überschritUn und in.dem laufenden Jahre einen Juden geheiratet hat, zu verleihen sind. * Gesuche mit dem Nachweise der Sittlichkeit, der Heimalszuständigkelt, der Armut, des Alters und der vollzogenen Trauung sind bis 1. Dezember 1919 an die Yereinskanzlei des Bethausvereines »Aeschel Awrohom< in Wien, II. Bezirk, Pazmanitengasse ^r. 6,. einzubringen. , Wien, am .16. Cheschwan 5680 (9; November 1919).- LUDWIG HmSCHFELD ADOLF WENGER l . Schriftführer. Obmann., £«iaMB£eber umd verantv»rlliclier Bedakteur: Dr. Josef E. Bloch. - Druck .,. 1 . Beck & Sohn, Wien, VIJ. WH