Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 42 (7.11.1919)
- Date
- 1919-11-07
- Page
- Seite 584 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3022353-3022390--28063-3053515- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 680 Eri BEOCH'S (WOCHENSCHRIFT Nr. 42 aaadh.l)arteii Ortsgruppen Hnsicnfäidi der Delegierten- Wahlen verständigen. Die ostjüdis'che Konferenz muß, u!m' ihren Aufgaben gerecht zu werden, die autoritative Vertretung der gesamten Ostjudenheit in Deutschland bilden. Die Wahrnehmung und Verteidigung der ostjüdischen Interessen erfordert die einheitliche Zu- sammenfasfeung aller unserer Kräfte. Wir bitten,, uns von dem Gang der Arbeiten für die Konferenz fortlaufend zu berichten, die auf der Konferenz zu behandelnden Fragen in den Vereinen und Ortsgruppen eingehend zu diskutieren und uns eventuell Anträge und Vorschläge baldigst bekanntzugeben. Der Verband der Ostjuden in Deutschland, Berlin, G-ormannstraßie 29. Dr. Adolf Kurrein, RabfoSner in Teplitz-Schönau. Einer der ausgezeichnetsten Kanzelredner und jüdischen Schriftsteller im Judentume ist uns durch den Heimgang des Eabbiners Dr. Adolf Kurrein in Teplitz-Schönau durch den unerbittlichen Tod entrissen worden. Dr. Adolf Kür rein war ein wahrer Stolz der jüdischen Seelsorge und des Eabbiner tums. Von sehr armen Eltern in der mährischen Gemeinde Trebitsch; dem Sitz des bedeutenden Gelehrten^ Rabbiner Joachim Pollak, genannt Eabbi Chajim Trebitsch, geboren, wurde Kürrein ein Schüler in der Talmudschule daselbst. Schon in den ersten Jugendjahren lag in diesem fleißigen Schüler kaum eine andere Berufswahl näher, als sich für die Eabbinerlaufbahn zu entschließen.; In dem Verklärten offenbarte sich' schon im zartesten Alter die außergewöhnliche Begabung, einst ein vorzüglicher Kanzelredner zu werden. Kurr«in wurde ein Liebling des verewigten großen Kanzelredners Dr. Adolf Jeliinek, welcher ihn anregte, sieh um eine Eabbinerstelle in "Wien zu bewerben. Nachdem jedoch zu jener Zeit keine Eabbinerstelle in Wien frei war, wurde , derselbe von der Gemeinde St. Pölten gewählt und nach sehr kurzer Zeit wurde Dr. K u r r e i n von der' Kultusgemeinde Linz zum Rabbiner und Kanzelredner akzeptiert, v Mit Vorliebe haben sich öfters intelligente Bürger der Stadt und Manner der "Wissenschaft im Gotteshause zu Linz eingefunden, die meisterhaften Vorträge des Dr. Kurrein zu boren. Kurze Zeit nacfr dem Antritte des Eabbiners Dr. Kur- 'rein heiratete derselbe die Tochter des Dr. Löwe, Sekretärs des Sir Moses Montefiore zu Ramsgate (England). Einer Berufung der Israelitischen Kultusgemeinde Bielitz zufolge war Dr. Kurrein einige Jahre in Bielitz, bis dann die große Irsaelitengemeinde Teplitz-Schönau ihn zum Kanzelredner, Rabbiner und Professor erwählte. Die Lebens- und Denkweise dieses Seelsorgers müssen aus seinen "Werken und Schriften erkannt werden, denn unausgesetzt war derselbe . literarisch tätig, wie es seine vielen Werke beweisen. Einem großen Teil der Besten seiner Zeit tat Rabbiner Dr. Kur rein genug, er war vollkommen Meister der Sprache, eignete sich mit Leichtigkeit und Gewandtheit in seinen Kanzelreden. Sein jnützliches, der "Wissenschaft und dem' ernsten, wahren Judentume geweihtes Leben vollendete Dr. Kur rein umgeben von einer edlen, guten Gattin und höchst ehrenwerten Kindern, geliebt und geachtet von seiner großen Gemeinde, im ,74 Lebensjahre. Dr. Adolf Kur rein hinterläßt den Nachruhm eines rechtschaffenen, humanen Charakters und eines mustergül», tigen, tätigen Lebens, er weihte freudig sein Leben dem heiligen tBerufe, für jden sein Herz begeistert schlug. Albert L Ö w. Vermischtes. Chewra-Kadischa Wien. Am 30» Oktober L J. fand im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine Versammlung der Delegierten des Vorstandes der Chewra-Kadischa statt. Nachdem der Vorsitzende Präsident Dr. Markus Spitzer die Herren begrüßt und den im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vorstandsmitgliedern Moritz Eißler und Karl Lemberger warme Worte des Gedenkens gewidmet hatte, entspann sich über die Aufgaben der Delegierten eine lebhafte Debatte, an welcher sich die Herren I. Beer, ' S. Ungar, A. Schmiedl,' Ad. Ungar, I. Trebitsch, \. Eosner, Ad. Gruber, Josef Brody, Ignaz Brody, D. Tänzer, I. H. Waltuch, Is. Frommer, Alex. Stengl beteiligten. In dieser Debatte wurden von seiten der Delegierten wertvolle Anregungen für die Ausgestaltung dieser Institution gegeben, die vom Vorstande der Chewra-Kadischa zur eingehenden Erwägung empfohlen wurde. , Chewra-Kadischa Wien. Der Vorstand der Chewra-Kadischa hat sich in der Sitzung vom 30. Oktober 1. J. neu konstituiert: Gewählt wurden: Dr. Markus Spitzer zum Präsidenten, Salomon Simon zum Vizepräsidenten, Jakob Karpeles zum Schriftführer, Adolf Stern zum Kassaführer. Trauungen alier Kläsfeen können in der Rablbänat&- kanzlei, IL, Ferdinandsstraßle 23, angemeldet und entweder in einem der Zeremöniens'äle, IL, Tempelgas'se 3, und L, Seitenstettengas&e 4, oder imf Tempel der Seitoinstettengasse vollzogen werden. Telephon 42377 und . 44520. Wien. (Barmizwalh'f ei er.) Samstag, den 15. November 1. J{.,( 9 Ubir vormittags, findet im1 türkischen Tempel, H., Zirkusgasse 22, die Barmizwabfeier des Moritz Morgenstern, Sohn des Herrn Oberkantors1 Josef Morgenstern, statt. „Allgemeine Hilfskommission für Palästina." Wien, 4. Bezirk, Frankenberggasse 14. Geschäftsstelle: Wien, IL, Kleine Schiffgasse 8/6. Telephon 44.871 Eabbiner Dr. Bach!, Wien, 111; Eduard Deutsch, "Wien, 10; Phötograph Julius Löwinger, Wilhelmsburg, 7; Ab. M. Opper, "Wien, 2; zusammen 130 Kronen. „Für Spitalshilfe für Palästina." Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, 11. Ob. Donaustr. 109. Geschäftsstelle: Wien, IL, K «nne Schiff lasse H/6 Telephon 44871. Verein Thbra Ez Chaim, Wien, 1000; Jakob Pollak, "Wien, 200; Jose, Goldsehmidt, Wien, 175; Bethausv'erein „Machsike Thora", Geza Schönberg, beide; in Wien, je 100; Eabbiner Jakob Twersky, Wien, 25; Dr. Ludwig Hieß, Wien, 20; Hermann Eauricki, Geschwister Werner im Sinne ihres verstorbenen Großvaters A. Low, Gallia Erieda Ascher, Malvine Gelb, sämtlich in Wien, je 10; Band, Heinrich Brand, Alexander Karman, Samuel Georg Silbiger, . Max Pappenheim, sämtlich in Wien, je 5; . Heinrich Peczenik und Hedwig Weiner, Wien, je 4; Gäcilie Drach, Flora Schräge, Wien, je 3;. S. Mieses und Alfred Braun, Wien," je 2; Ignaz Heller und Juda Eromm, Wien, je 1. Aus der tschecho-slowakischen Bepublik sind eingegangen: . >. Eabbiner Dr. L. Goldschmidt, Proßnitz, öK 140; Israelitische Kultusgemeinde Znaim 125; Israelitische Kultüsgemeinde Leva, Zidovskfa obec nabozenskä, Pferov, je 30; Israelitischer Humanitäts verein „Moravia", Brünn, IsraeHr tische Kultusgemeinde Deutseh.-Brod, Eabbiner .Dr. Wohl, Spenden der Herren Salo Pollak & Osias Dresdner, Tachau, je 20. Aus Polen sind eingegangen: J. B., Dukla, 152; Israelitische Kultusgemeinde Lern* berg, Berisch! Zimmels, Zabno, je 50; zusammen 252 Kronen. Zahlstelle für Deutschösterreich: Bankhaus S.. M. von Eotlrechild, Wien, I., Eenngasse 3; „Neue Ereie Presse", Wien, I., Eichtegasse 11;, für die t sehecho-slowakische Eepublik: Böhmische Unionbank, Prag; für Ungarn: Magyar-Altalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin; für Polen: Commerzbank W. Landau, Warschau und Lodz; für Galizien: Wiedenski Bank Lombardowyi i eskontowy w Kraköwie, mit dem Vermer'k „Hilfskommission i915 für Palästina"«