Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 41 (31.10.1919)
- Date
- 1919-10-31
- Page
- Seite 571 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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& & I)r. BLÖCä% WÖCHfeNSCSRJ*^ fltttödel Bernhard, Induatrielier, geb..4. März 1863 in Friedberg. 1. Bezirk, Hotel Bristol. Singer Ella, geb. 17. Juni 1894 in Wien, 3. Bez., Paffrathgaase 3. Hslleday Artar, Kaufmann, geb. 6. Mai 1882 in Budapest, 1. Bezirk, Karntnering 7. Halleday Biaua, geb. 19. November 1S91 in Budapest, 1. Bezirk, Kftrntuering 7. J&6tiz Flora, geb. 16. Juni 1894 in Ungarn, 2. Bezirk, Rofcsnsterngasse 33. Kardos Phil pp, geb. 11. Juli 1881 in Trenczin, 2. Bezirk, Fugbacbgasse 21. loarad Theodor, geb. 20. August 1888 in Wien, 2. Bezirk. Freilagergasse 5. Langrod Dr. Adolf, Staatsbeamter, geb. 15. Jänner 1878 in Krakau, 4. Bezirk, Rainergasse 29. LlebmaDn Paul, geb. 3. Mai 1&95 in Wien, 2. Bez., Pratersir. 41. Süller Friedrich, Direktor, geb. 30. Mai 1864 in Bonybad. Ungarn, 1. Bezirk,* RÄrritnering, Hotel Bristol. Stiller Paul, Student, geb. 15. August 1905 in Wien, 1. Bezirk, Hotel Bristol. Siöß-cr Jos<>flnf, geb. 9. Oktober 1893in Wien. 2. Bez., Praterctr 15. "Weidmann Gustav, geb. 28. November 1847 in Györ, 2. Bezirk, Praterstraße 16. Weidmann geb. Kohn Giwln, geb. 5. Dezember 1886 in Györ, 2. Bezirk, Praterstraße 15. Weidmann Marjraretr, geb. 13. Oktober 1890 in Wien. 9. Bezirk, Pratergtraße 15. Zimmer geb. K« nfeld Wilhelmlne^ Arztesgattin, geb. 15. November 1893 in Wien, 1. Bezirk, Rathausstraäe 17. Bod&nbadr, Dr. Oskar K a r p el i s (nicht Karpeies) ist als Rabhiner nach iBodenbach a. E. berufen werden. Feuilleton. Der Triumphzug zu Eom. In den Tageszeitungen war zu lesen: „Bei den ' Siegesfeierlichkeiteja in Italien werden die Land- und Seetruppen den Titus bogen mit der Triumphpforte passieren, <üher das Forum auf das Kapitel ziehen und heim Siegesdenkmal die Auszeichnungen aus den Händen des Königs empfangen." Bekanntlich wurde des Titüshogen zum Andenken an den durch Titus über Judaea erlangten Sieg errichtet. Er zeigt heute noch im Relief Szenen aus dem Triumphzuge des Vespasian und Titus5, und zwar auf der einen Seite gefangene Juden, deren Physiognomien nicht mehr erkennbar sind, auf der anderen Seite die von römischen Legionären getragenen Geräte des* Tempels zu Jerusalem, vornehmlich den £is*ch, auf welchem die Schaubrote ausgestellt waren und den siebenarmigen Leuchter. In Joseph us Fla vi us, Bellum jud. Lib. VIL, Kap. 5; 4 und f, heißt es über den Triumphzug dss Kaisers Vespasian und deslsen Sohn, des Feldherrn Titus und Bezwingers Judaeas: „Noch herrschte nächtliches Dunket, als1 zuerst das' ganze Militär, nach Manipeln und Kohorten geordneL und geführt von seinen Anführern, aus den Quartieren rückte und vor der Wohnung der Imperatoren Aufstellung nahm. Als die Morgenröte aufging, erschienen bereits V e s p a s! i a n und Titus', einen Lorbeerkranz um das! Haupt gewunden, sonst aber noch mit den gewöhnlichen Purpurgewändern bekleidet, und begaben sich nach der Galerie der Oktavia, wo der Senat, die Spitzen der Behörden und die römischen Ritter auf ihren Empfang warteten. Vor der Halle war eine Bühne aufgeschlagen, auf welcher ein Thron aus Elfenbein mit zwei Sitzen stand. Die Triumphatoren traten auf ihn zu und setzten sich' nieder. In diesem! Augenblick brachen die Soldaten in brausenden Jubel aus und alles überbau» B#*j . häufte die Feldherren mit Anerkennung für deren Tapferkeit. . . . Nachdem Vespasian rjür die Kundgebungen gedankt, gab (er {das Zeichen zum Schweigen, erhob sich unter lautloser Stille vom Thron, schlu| die Toge fest über das1 ganze Haupt und 'begann die altherkömmlichen Dankg^1'- bete, die auch Titus1 verrichtete.*) , ., . Nun gingen sie nach dem Tore, das* von den Triumphaügen den Namen Triumphpforte erhalten hat . . . Nachdem^ sie dort den Göttern Opfer dargebracht hatten, eröffneten sie ihren Triumphzug' . . * „ . . . p . So bewegte sich der Festzug seinem Ziele, dem Tempel des Kapitolinischen Jupiters entgegen. Dort angekommen, blieb er stehen. Es" war nämlich eine alte, von den Vätern überlieferte Sitte, daselbst so lange zu warten, bis! der Tod des feindlichen Feldherrn gemeldet wurd e. Dieser war jfoi unserem Falle SimonbarGiöra, welcher soeben im Triumphzuge als Gefangener durch Rom geführt worden war: jetzt "ward er mit einem Strick umldCn Hals unterden Streichen seiner Schergen auf die oberhalb des Forums gelegene Stätte geschleift, wo nach römischer Sitte die zum Tode verurteilten Uebeltäter hingerichtet wurden. Die Nachricht von seinem Tode wurde .jubilierend zur Kenntnis genommen, worauf die Triumphatoren zur Darbringung der Opfer schritten. . . „ Feierte doch an diesem Tage Rom nicht nu r die Siegesfeier übe,r den glücklieh beendeten Krieg, sondern auch das Ende seiner inneren Wirren und den Anfang einer glücklichen Zukunft" Endet nur in Rom der Triumphzug beim Kapitol? Fordern nicht die Gefühlealier jetzt siegreichen Völker heute wie zur antiken Zeit das; Opfer des tarpejischen Felsens und glauben, ohne diese* den Sieg nicht als vollendet ansehen zu dürfen? Zwei Jahrtausende sind dahingestrieben, aber die Entwicklung des Menschentums ist sitidgestanden, nur daß Simlon bar Giore heute Wilhelm Ii. heißt. J- K. Literatur. Prof. Dr. Wolfgaag Mittermaier: Der Ehebruch. A. & accus & E. Webers Verlag, Bonn. Dr. jur. Hans Schaeickert» Das Weib als Erpresserin und Anstifterin. Kriminalpsychologi3che Studie. A. Marcus & E. Webers Verlag, Bonn. Mitteilningea des Verbandes dor jüdischen, Jugendvereino Deutschlands. Jahrgang- 10, Heft 3/5. Redaktion und Geschäftsstelle Berlin C, Burgstraße 26. Nene» jüdische Motnatsheftc. Verlag Berlin-München. Ol. Jahrgang. Heft 23/24. 10.—25. September 1919. Inhalt: Dr. Max Kollens eher: Die Verfassung der „Jüdi* sehen Beligionsgesellschaft" in Polen und das Recht der Minderheiten. — Heinrich Margulies: Jüdische und europäische Politik. — Prof. Dr. Zwiedineck von Südenhor&t: Die politische Entwicklung im polnischen Judentum während der Zeit der deutschen Okkupation. — Geh.-Rat Dr. Eugen Fuchs: Ein Nachwort, — Dr. H. Kadisch: Der neue Balkan. — Gerschon *) Aus diesem Berichte ist ersichtlich, daß das Einhüllen in die Toge bei andächtigem Beten ein allgemein antiquer Braut h war, weichen bis heute die orthodoxen Juden bewahren, wenn sie bei. Beginn der Andacht ihr Haupt in den Gebetmantel hüllen. (Vergl. auch die herkömmliche Verhüllung des Antüixes mit der Toge, wenn Julia» Caesar auf der Bühne stirbt).