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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-09-19 · 37 (19.9.1919) · p. Seite 502

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
37 (19.9.1919)
Date
1919-09-19
Page
Seite 502 (sequence 18)
Language
German
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Seite 598 Dr. BLOCHS WOCHENSCHRIFT. Nr.. 37 Briefkasten. J. B., Lemberg. Der 19. März 1907 fiel auf Dienstag«, den 4. Nissan- 5667. läa alter Kremser Kultusvorstand. Wir nehmen gerne zur Kenntnis, daß vor 25 Jahren der israelitische Tempel zu Krems eingeweiht worden 'ist. " Dr. Kor. Benjamin Wechsler in Frankfurt a. M. ist MjTBtiker. Sein Buch>-das er unter dem Titel „Mein Weißbuch über den Weltkrieg", mit dem Untertitel „Messianiseher Zionismus" im Kommissionsverlag der Frankfurter Buchhandlung von Franz Benjamin Auffahrt (Preis Mk. 5) hat erscheinen lassen, enthält Briefe an gekrönte und ungekrönte Häupter in allen Erdteilen, Briefe, in denen er manches vorausgeahnt hat, was jetzt eingetroffen ist. Nachdem Wechsler" seinerzeit unter der Kanzlerschaft Bfilows polizeilich auf seine geistige Verfassung unter-, sucht worden war, schrieb er am 6. April 1910 an den Kaiser: „weil ich! schon in Jerusalem die Traum-Off enbärung hatte, daß im kommenden „deutsch-englischen Kriege Deutschland unterliegen wird." Am 14. August 1913 schreibt er an Bethmann-Hollweg: „Ich kann nicht anders. Zufolge eines Traumes1 in verflossener Nacht nehme ich Anschluß lan mein Ergebenes vom . . . und befürchte .sehr Schlimmes für S. M. und Deutschland." Betreffs des Greyschen Vorschlages seinerzeit vor dem Kriegsbeitritt Amerikas schreibt er am .4. Jänner 1917 an Bethmann-Hollweg wiederum: „Wenn Eure Exzellenz jetzt noch nicht einzusehen geruhen, daß mein Bat vom 26. Oktober 1916, das Angebot Greys anzunehmen und über die Ursache des Krieges vor ein neutrales Tribunal zu gehen, auch wirklich der eines „Gesandten Gottes" genannt werden durfte, dann muß es noch zehnmal schlimmer für Deutschland kommen, nie wieder so gut wie damals!" f E. M. Für diese Nummer zu spät. .Kap. Ä. Auch! das ist nur. Verleumdung. Es ist leicht, eine Verleumdung auszusprechen und ebenso leichtt eine solche zu widerlegen. Die Behauptung, sowie die Verleugnung derselben sind aber ohne Belege wertlos'. Die hauptuhg, daß die russische Judenheit je Dynamit-Ver-, schwörer waren, ist ' eine arge Lüge. . Nachstehendes ist die vollständige Liste der Personen, nebst der Bezeichnung, ihrer Konfession, welche schuldig befunden wurden, an dem Attentate gegen Kaiser Alexander n. teilgenommen zu haben: v I. Jelialoff, Student der Universität, Haupt der Nihilisten, griechisch-katholisch; * 2. Kibaltisch, Sohn eines Beamten, Verfertiger der Bomben, welche -den Kaiser töteten, griechisch-katholisch; 3. Byssakoff, Student, warf die erste Bombe, welche den Wagen. des Kaisers beschädigte, griechisch-katholisch; 4. Grinewitzky, Student, warf die zweite Bombe, welche den Kaiser tötete und ihn selbst tötlich' verwundete, römischkatholisch; 5. Sophie Serowska, Enkelin eines früheren : General- Gouverneurs von Sibirien, griechisch-katholisch; . 6. Sabline, bei dem Bomben aufgefunden, erschoß sich; als er verhaftet wurde, griechisch-katholisch; . f7. Michaeloff, überführt, an der Fabrikation der Bomben mitgewirkt zu haben, griechisch-katholisch; 8. Helfmann, Geliebte des Sabline, starb im Gefängnis, war eine Jüdin; 9. Sonkhtaoff, Offizier, überführt, an der Verschwörung teilgenommen zu haben, zu Kronstadt erschossen, griechischkatholisch'; 10. Bogdanowitch!, Inhaber des Ladens, der mit der Mine unter der-Marla-Sadowa-Straße in Verbindung stand, griechisch-katholisch; II. Figner, geschiedene Frau eines Beamten/ ebenfalls überführt, .an der Verschwörung teilgenommen zu haben, griechSscK-katholisch; 12. Issaleff, in dessen Haus die Bomben fabriziert} wurden, griechisch-katholisch. t . Von diesen 12 Verschwörern, welche den Tod des Kaisers Alexander DT. herbeiführten, war nicht einer ein Jude. Es gab aüerdings darunter eine Jüdin, die indessen nur ein Werkzeug in den Händen ibires Liebhabers, eines1 orthbdoxen Katholiken, gewesen zu sein scheint. .Um aber weiter die Unwahrheit dieser Verleumdung zu beweisen, geben wir auch die Liste der anderen Attentäter mit ihrem . religiösen Bekenntnisse. Während der 26 Jahre der Begierung Alexanders n. kamen sechs Attentate Vor: ' 1. 1866 in St. Petersburg durch! Karawsoff, griechisch- Itatholisch; 2. 1867 in Paris durch! Beresowsky, igriechisch-katholisch; ■ . 3. 1879 in St. Petersburg durch Solovieff, griechischkatholisch';' - 4. 1879 in Alexandrowsk durch fünf Verschwörer, Frolenko, Kolodkhevitch; Merkuloff, Kibaltich und Figner. Alle fünf griechisch-katholisch; . - 5. 1979 bei Moskau, wo auf der Eisenbahn eine Mine explodierte, an einer Stelle, die der Kaiser passieren sollte. Attentäter Hartmann, griechisch-katholisch;, 6. 1880 in St. Petersburg, im Winter-Palastdurch drei Verschwörer, Kalthonrine, Presniakoff und Jeliaboff. Alle griechisch-katholisch. Das Leben Alexanders DU. war ebenfalls ^zweimal bedroht, zuerst bei Borki, und dann in St. Petersburg am 13. März 188|7. Die zwei Lokomotivführer, welche nach dem ersten Attentat verschwanden, und die zwei in das zweite verwickelten Personen, waren alle griechisch-katholisch. Erst der „Staatskunst" Plewehs gelang es, auch jüdische Anarchisten zu züchten; x a. Druckf ehler berichtigung! In dem Artikel „Anthropomophismus in der Bibel" bitten wir nachstehende sinnstörende Druckfehler zu berichtigen: Auf Seite 568, 1. Spalte,, Zeile 32, muß es heißen statt ,;Werk": „Wort" („Da weisen wir auf den Dekalog hin, der im 2. Wort**: usw!.); Seite 668, 2. Spalte, Zeile 3,; Jer. XLVm, 36; Zeile 10: „spannt er nicht den Himmel wie ein Zelttüch", nicht „Zuchthaus" (!!) aus; Seite 569, 1. Spalte,' Zeile 22: ,;wir habend, nicht „halten" i Zeile 46; „nicht" statt „nichts". Vonstand des isr. Tempclvereines für die beiden Geroiin<?ebezirke MARFAHILF und NEUBAU. Am 22. Oktober d. J. gelangen die Zinsen der Armin und Anna Bondi'schJenHeiratsausstattu ngsh - Stiftung '..' - ~ ■ . zur Verteilung. Bezugsberechtigt sind in erster Linie im Brautstand befindliche Angehörige der Stifter Armin Bondi aus Neusatz und Anna Bondi, geb. Hirsch',; aus Prerau, in zweiter Linie im Brautstand befindliche Angehörige von Angestellten des Tempelvereines für Mariahilf und Neubau und in Ermanglung solcher, bedürftige, in den Bezirken Mariahilf oder Neubau wohnhafte Brautleute. •Gesuche sind an die Kanzlei des ..Vereines, Wien, VI., Schmalzhöfgasse 3, bis" längstens 10. Oktober d. J. einzusenden. Rabbiner Dr. Moses Rosienmann und Babette Rosentnlann, igebl Sznapik -Widmung zur Erinnerung an Ihren an den Foligen eines in Ausübung des; freiwilligen Lafoedienstes erlittenen Unfalles verstorbenen * Sohn - Artur Rosenmann. Anfcah'1 der Plätze: Einer im Betrage von K. 80. Bewerbungsberechtigt sind: Mittellose israelitische Schüler des Staatsrealgymnasiums im XXI. Bezirke, wilche »inen guten Studienfortschritt auszuweisen vermögen. Bevorzugt sind: in erster Beihe: Verwandte deS "Widmungsträgers, Arthur Bosenmann, bis einschließlich aum fünften Grade der Seitenlinie; in zweiter Beihe: Söhne von Rabbinern und israelitischen Beligion8lehrern; in dritter Beihe: Söhne von Angestelltem der israelitischen Kultusgemeinde Wien. - Verleihiiu^ifestag: 11. Jänner 1920 (20. Thebet, als Sterbegedächtnistag des fWidmungsnamenstr&gers Arthur Bosenmann.- Gesuchs bei lagern: Geburtsschein, Armutszeugnis, letztes Schulzeugnis, gegebenenfalls' die auf die oben angeführten . Vorzugsberechtigungen bezughabenden Nachweise. Letzter Tag der Einreichungsfrist: (16. Oktober 1919. . E i n r e i c h s t e 11 e: I., Seitenstettengasse 4, n. Stock (Einreichungsprotokoll). " , '

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