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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-09-12 · 36 (12.9.1919) · p. Seite 476

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
36 (12.9.1919)
Date
1919-09-12
Page
Seite 476 (sequence 8)
Language
German
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Seite h!2 0r, .ECOGfflS iWOGHENSOHRIFT Nr. 36 austauseh! mit der Jugend ganz in der sefardischen Aussprache ausgeschlossen sind! Das sind Momente, die gewiß nicht zu ignorieren sind* Denn wir müssen Ja nicht immer mit unnützen Revolutionen kommen, ob' wir sie brauchen oder nicht. Allein, ich würde mich nicht so auflehnen gegen diese Neuerungsber strebungen, hatten sie wenigstens die Wissenschaft-" lichkeit für sich1. Auch dies trifft leider nicht zu. Kein Geringerer als S. D. Luzatto hat sich in seinen bekannten Briefen „Igrot Sched-al" (Ausgabe Graber Jaroslau), mit diesem Dialektproblem befaßt, und glücklicherweise ist er zu einem anderen Resultat gekommen als die Neuerer, die die jüdische Geschichte immer von gestern -be-; ginnen möchten. Luzatto weist nach, daß* auch der heilig gesprochene sefardische Dialekt auf groben Unkorrektheiten beruh.! So zum' Beispiel macht er darauf aufmerksam daß: die Art und Weise, wie. die Anhänger dieses* Idioms das Kamez aussprechen, dem Lautwort dieses Zeichens nicht entspricht, weil „Kamez" nichts anderes bedeutet als zusammenschnüren, zu-K ^ammeinzieh'en der Lippen, also genau iso wie wie wir „AschkasimT es! eben tun, indem wi£ es wie „o" oder „u" lesen. Allein, welche Be;- grühdung für das „a" der Seafardifti? Ferner das „schiruk", das als' Zisch- oder Pfeif laut gelesen werden soll, entsprechend seiner etymologischen Bedeutung. Wieso aber die Version der Sefardim „u". Ferner die nicht genügende Differenzierung, in* folge Identifizierung des „Tes"'-. Zeichens mit dem „sow"; schließlich' dieUnkorrektheit des „Zeirei", das tatsächlich' eine Art G r i 11 e n 1 a u ta ungefähr wie. wir es aussprechen, sein «oll, also auch nicht das „e" der Modernen. Kurz, alle diese a^efühtfcen Beweise (und ich will mich hier jnicht .auf eine eingehendere Ge leh rtenabhandlung einlassen, fiür welche mir jetzt Raum und Mußje fehlen), alle diese Beweise vermögen genügend darzutun, daßi wir nicht aus^ schheßlich im Sefardischen die allein s'eligmaChende Kirche zu sehen haben. Wir sind ja keine Modedamen, uns kohunt es nicht immer bloß! auf den Effekt an. Noch andere Momente, haben bei solch' eminenten Fragen mitzuentsch'eiden. Und geschieht dies, so kann man sich nicht so leicht darüberMnwegsetszen, wie 19 und mehr Millionen Juden sprechen, wenn einige hundert Jünlinge und eine kleine Schar von Mädchen diesem neuen „Sefardimgötzen" huldigen ... Hier entscheidet die ^Mehrheit, das Gros1, der mit Hebräisch verwachsenen intelligenten, wissensreicherenJuden. Undheißit es1auch„losjhhje a c h r e rabim lerao s", so kann das' hier nicht gut angewendet werden^ weil es sich nicht um einen Nachteil für Volk und Spradhje handelt, sondern ganz um das Gegenteil Es wäre angebracht, daßi diese Frage in einem so aktuelle Mbtnent, wie der. j e t z i g% wieder z u r Sprache gebracht und entsprechend gellüftet wird. Die J u ng e n ha he n ihr Wort g e r e de t, allein „bischlisclb'im chachnüa .j. Auch die Mehr^issenden und Einsichtsvollen sollten in dieser Beziehung gehört wierden. ~ \ Abraham Kohahe, derzeit Prag. An die Eltern volksschulpflichtiger Kinder! Eine kurze Spanne Zeit nur^ trennt uns von dem Beginne des neuen Schuljahres und intelligente Eltern, denen die Zukunft ihrer Kinder nicht gleichgültig ist, werden mit sich zu Rate gehen, welcher Anstalt sie ihr Teuerstes, ihr Kind, anvertrauen sollen. Um in dieser nochwichtigen Angelegenheit den richtigen Entschluß fassen zu können, müssen sich1 Vater und Mutter darüber im klaren sein/ welche Forderungen an die-Schule zu stellen sind, damit durch dieselbe die Jugend mit den geistigen Mitteln, welches ihr künftiges Wirken heischt und die Grund- Jag« ruir ihr Gljück bildenv aU^ißtotet werde. Der Schule obliegt, die Kinder mit den zur weiteren Ausbildung für das Leben erforderlichen Kenntnissen und Fertigkeiten auszustatten. Lau al hälechem lewadau jichje ho - odom ki; al mauzo fi adaunoj jichje ho-odom'. Aber Kenntnisse und Fertigkeiten allein begründen nicht das Heil des Menschen; es muß noch' ein weiteres hinzukommen: die religiöse Erziehung. Die - Schule hat. daher auch daf ür Sorge zu tragen, daß vom jüdischen Kinde alles ferngehalten werde, was den jungen Menschen in seinen religiösen Anschauungen wankend machen könnte; dagegen muß) alles herangezogen werden, was zur Stärkung, des religiösen Sinnes beiträgt. Ein wichtiges Mittel bei der Erziehung der Jugend im! jüdischen Geiste ist der Sabbat. Ueber denselben spricht sich S. R. H i r s c h folgenuermaßjen aus: * „Unter allen heiligen Gütern, mit welchen das Judentum seine Bekenner beglückt, ist keines1 so heilig, keines' so reich an Segen und Beseligung, als das Gut der ältesten Institution der Erde, als das Gut des Sabbats, des1 jüdischen Sabbats1.. Nehmet dem Juden seinen Sahbat -und iir?Mt - ihii der reichsten, unschätzbaren Perle beraubt; und was Ihr auch sonst dafür, ihm' {bietet, nieüts gibt ihm Ersatz." Und Rabbiner Dr. Arnold Klein aus Nürnberg führte in einem Vortrage, gehalten am 23. Oktober 1912 im Vereine der Säbbatfreunde in Wien, aus: „Am -Sabbat %-ängt die Znkunft des Judentums. Soll das Judentum erhalten bleiben, dann hiuß der Sabbat erhalten 'bleiben}." Der religiösen Bildung unserer Jugend wurde in den letzten Jahrzehnten, leider, nicht die hotwendige Pflege zuteil und die-jetzt grassierende Flucht aus dem Judentum ist die Folge. Wollen wir retten, was 'noch zu, retten ist, dann 'müssen wir dem jür dischen Kinde wieder geben, fwas vdes jüdischen Kindes ist:' Erziehung im jüdischen Geiste in Schule und Haus.. . Adolf F ri e d. Gratulation anläßlich desrwn tt>*n - Feste« zugunsten der Cfoewra - Kadiseba. Einem seit Jährten Mnge^bl^ gend, laden wir unsere P. T. Leser ein, Neujahtsgratulaüonen, durch' eine Anzeige' in der ,, Wochenschrift" an Stelle der direkten Gratulationen per Post erstatten zu wjollen. Auf diese Weise verbindet der Gratulant mit der Erfüllung einer Formalität gleichzeitig die Förderung unserer Che - twira-Kadis ch'a. Die Einschaltung solcher Anzeigen'erfolgt in der dein Roschhäistohanah'-Feiste vorangehenden Nummer

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