Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 33 (22.8.1919)
- Date
- 1919-08-22
- Page
- Seite 436 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 582 Dr, BLOCH'S WOCHENSCHRIFT Nr. 33 -.- Literatur. 9uA Süierer, Das Feuerwerk. Eine , Rahmenerzählung. S.-Fischer Verlag. Berlin 1919. Wenn uns Zifferer infolge der Kriegszeiten die versprochene Fortsetzung seiner mährisch-jüdischen Buddenbrooks, des Romane* »Die fremde Frau<, noch schuldig geblieben ist, so erfreut er. dafür seine zahlreiche Gemeinde mit einem vornehm ausgestatteten Novellenhand. Aus dem , albanischen Schützengraben, in dem sie sich zusammengefunden haben; flüchten sich sieben österreichische Reserveoffiziere der Intelligenz iin Geiste weit "weg, und wir mit ihnen, indem sie sich abwechselnd Geschichten und Liebesabenteuer aus fernen Zeiten erzählen. Störea in ßoeaccios Deccamerone, dem Urbild jeder Rahmenerzählung, oft Nachrichten von neuerlichen Pesttodesfällen in Florenz den Erzählerkreis, so platzen hier Bomben und Granaten in. den. trefflich geschilderten Schützengraben. War - doch Zifferer Kriegsberichterstatter im ersten Balkankrieg. Die Erzähler führen uns in den Hain der Vestalinnen zur Zeit der Republik Rom, auf 'die Piratenschiffe des Mittelalters, in das Prag des dreißigjährigen Krieges, zu einer Wachtpsrade Friedrichs * des Großen, in das tplle London der JElestauration des zweiten Karl, in das Paris des sechzehnten Ludwig.; schließlich zu einem Haremsabenteuer aus dem ersten Balkankrieg. Vollendung der Sprache, Technik der Darstellung, Führung der Handlung und Charaktere stehen auf gleicher Höhe. Das Buch ist der Gattin des Dichters gewidmet und alle Novellen der zum Junggesellenleben des Schützengrahens Verdammten durchzieht das Leitmotiv: Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan, mag das Ewig-Weibliche in der gefallenen, aber heroischen Vestalin, mag es in der Londoner Schankdirne, die allen Lockungen zum Trotz treu zum wüsten Geliebten steht, im Wandel der Jahrhunderte auch ganz verschiedsn Tsrk&pert sein. . Soeben eichten: Chajini Bloche„Der Prager Golem". Von seiner ,.Ge-. *■ burt" bis zu seinem „Tod". Mit einer Einleitung von Bans Ludwig Held. Preis broschiert K. 13.50 (porto-, freie Zusendung). . . Bestellungen nimmt aus Gefälligkeit die Redaktion f>Dr. Blochs Wochjensehrift" entgegen. i Die unendlich! reizvolle Legende vom Golem, dem r^Äselhaften Scheinmenschen, die schon, so viele Dichter L. B. Wie die jüdischen Zeitungen melden, wurden von der Sowjetregierung durch!, ein besonderes Gesetz alle jüdischen Kültusgemeinden „für dauernd und immer" aufgehoben. Das;ganze Eigentum dieser' Gemeinden,, alle-Fonds und S\ift.ung*rlv- sowie das ganze Lote und lebende Inventar unterstehen dem Sequester des bolschewistischen Kommis-.- sariats' für jüdische Angelegenheiten. Eine Nachprüfung; dieser alarmierenden Nachricht5ist. gegenwärtig nichtmöglich. Gh. H. Die Sitte eutspricht^den Vorschriften, des Talmuds, was Sie ja selber.-angegeben haben. Brauttänze.finden sich unter den Hochzeitsbräuchen aller Völker. Adäi» H^rzfeld-sÄ Ausstattun|«^tiftung für im Brautstände befindliche Verwandte. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von 230 Kr. Bewerbungsbereohtigt sind: Mit dem Stifter verwandte, arme, sittsame Mädchen, welche sich im Brautstande befinden. . ■' . Gesuebsheilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis,, Sitten» zeügnis, Brautstandszeugnis' und Nachweis der Verwandt^ schaft. . Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. August 1919. Einreichistelle: I., Seitenstettengasse 4, U. Stock (Ein- 'reickningsprotokoll). '. Bewerberinnen, welche sich' vor der Verleihung 'der Stiftung Verehelichen, werden des Anspruches ah dieselbe rverlustig. \ Ignaz Th'eumaiui -Heiratsausstattung^Stiftung. Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von je E. 2000. Bewertungsberechtigt sind: Mit dem Stifter Herrn Ignaz Tih'e u m a n n s. A. verwandte arme israelitische Mädchen. f Gesuchsbeilagen i Geburtsschein, Armutszeugnis, Verlobungsnachweis, Sitfcehzeugnis, Verwandtsbh'aftsnachweis. " Letzter Tag der Einreichungsfrist: <31. August 1919. Einreichstelle:. I., Seitenstettengasse 4, Tl. Stock (Einreichungsprotbkoll). Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung dieser Stiftung--verehelichen/ werden jeden Anspruches an dieselbe verlustig.,.; ... , . .; ■" / " * ' r ■ Der Vorstand" -~ % •'• der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Zur Bewerbung sind G e s u-c-Ms b ö geh zu'verwenden, zur, Gestaltung lockte, hat einen Erneuerer gefunden. . - -. . Das Buch! enthalt 27 Geschienten aus dem-Leben des % welche in der Emreichs teile (I., Seitenstettengasse häbien Rabbi Low und des von ihm geschaffenen Golems. §. 4, H., Stock) unentgeltlich" zu haben sind; diese Formulare Einen. Teil dieser Gesvhichten liefi der Autor, als er beimJß enthalten auch' nähere für die Einschreiter wichtige Be¬ Militär war, in der ,,Woch.enschi'ift'4 abdrücken — und es ||; Stimmungen. spiegelt sich! in rhnem das ganze jüdische Alt-Präg, In einem i^----;--—~~ wissenschaftliehen Vbrr und Nachwort gibt uns1 Bloch einen Ueberblick über diese Legende in all ihren alten — wird sie doch! schon im Talmud und Midräsch erwähnt — und aeuen Fassungen bis auf Meyxink. Der bekannte Münchener Religionsforscher Dr. H. L. Held schrieb zu diesem Buche eine ' Einleitung. Das Büch, welches in unserem Blatte noch! ausfütelich; besprochen werden wird, kann jedem, der sich1 für jene seltsame, tiefsinnige Sage sowie für. Mystik und Kabbala überhaupt interessiert, wärmstens empfohlen werden. _ ' - Eduard Strauß. „Judentum und Zionismus." J« Kauffmann, Verlag, Frankfurt a. M. 1919. Briefkasten. S. F. Der neue Eegierungsprasident von Düsseldorf, Justizrat Lande, ein Glaubensgenosse* zeichnete sich Inder Kommunalpolitik durch! großös Wissen .und reiche Er-. fahSrujigen aus. Besonders: in Steuerfragen spielte -er in der Elberfelder Stadtverordnetenversammlung eine führende Bolle. . . . B. 3L Die deutschen Antisemiten haben folgendes Preisausschreiben erlassen: .„Preisausschreiben. Für die Abfassung, eines zur Verwendung geeigneten 'Plugblattes, das' iii allgemteyi verständlicher .Weise den unheilvollen Anteil des Judentums am Zusammenbruche Deutschlands unter besonderer Berüclffiichtigung der Sozialdemokratie beleuchtet, setzen wir drei Preise von '500, 300 und 200 Mark aus und bitten, Entwürfe an Herrn. Stadtverordneten Priedrich Wig^rshlaus, .Elberfeld, "Humbbidstraße 37, richten zu wollen. Liebermann von Sonnenber^-Spende des Gaues Westmark des deutschvölkischen Bundes." „HickSsj Jüdischer VoIkskaJender." Soeben erschienen: Aus dem Inhalte: Preis 6 Kronen.' Beermann, Dr., M.: Pür stille Stunden. — Ein kleines philosophisches' Märchen für große Kinder. Bialik Ch'. N.: Willst du wissen. B lumenth! al Hermann: Unter jüdischen Landstreichern. Pah!n Buben: vAjif fremder Erde. Prisch'mann D.: .'Die kupferne Schlange. Frug' S.: Simches toyre. Gelber, Dr., N. M.: Aus dem"inneren Leben der jüdischen Gemeinden in1 Polen um die Wende des (18. Jahrhunderts. G.ün'zig," Dr., J.: Israel Baal-Schern der Zweite und Dritte. 1; ■' . I Höflich! Eugen: Der jüdische Volkssozialismus der Hai>. poel Hazair. . " - Jehuda Halevi. K a n t e r, Dr., E.: Ein {Rückblick auf das' Jahr- 5679. . ■ * detto. Eine Unterredung, mit Haman: König Ed., Geheimrat: Die Patriarchen und die Vielgötterei. * Kur rein, Dr., A„ Prof.: Ein siebzehnhündertjähriger Gedenktag. Müller, Di*.,- Ernst: Psalmen. Müller E.: Aus jüdischem1 Geiste. Neuburger, Dr., Max., Univ.-Prof.: Medizinisches aus - den Werken des ITlavius Josefusv Reisen A.: In a finsterer Nacht. . Seher lag. Lorenz: Der blühende Baum. Tartakower, Dr., Ch'.: Werden wir Palästina bekorn^ men? ■ Wach; st ein B„ .Dr.: Ein Regensburger Grabstein in- Eferding. fcV{einbaum' D.: Jüdische Landtage. ZJlocisti Theodor: Erwachte Lieder. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck tu*. 1 . Beck & Sohn, Wien, YII.