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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-08-22 · 33 (22.8.1919) · p. Seite 434

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
33 (22.8.1919)
Date
1919-08-22
Page
Seite 434 (sequence 14)
Language
German
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Seite 63Ö Dr. BLOGE'S .-WOCHENSCHRIFT, Nr. 33;: die Herren Jakob Sc&eüer,,,Leo? Weiß und Samuel SVulkan au Beiräten; Herr Leo /Weiß außerdem zum lÄxpiejirat; Herr S. In 1 k a n zum ': Schriftführer; Herr Samuel Erber Äim BeHgionsünterriehtinsp.ektor; zum Tem» pebjorsteher der neugewählte Kultusvorsteher Herr Hermann Erber. •". GSLnserndorf. Bei der am 3. August 1. J. stattgefundenen konstituierenden Ausischüßsitzung - wurde das schon durch längere Zeit rührig tätige. Kultusausschüßmitglied Herr Bernhara yieiecher einstimmig zum Kultusvorsteher, Herr Gabriel Pcß 1«r zu' dessen^tellvertreter, Herr Isidor S teiner zum Tempelvorsteher gewählt. Das 'verdienst-, .yolle -Mitglied, Herr Max Zwicker, wurde inder angeschlossenen Generalversammlung der ^Chewra-Kadischa" einstaminig zum Präses ernannt. EibensdhjLtiz^ Der $0. Geburtstag des ßabbiuers Herrn Dr. Hermann HB* ä;^ "der seit vielen Jahnen auch Ehrenbürger der hiesigen israelitischen Gemeinde ist, gestaltete sich für die ganze Gemeinde zu einer Kundgebung herzlich1-, ster Anteilnahme. Am 9. d. M. fand ein Pestgottesdienst statt, bei welchem der Jubilar von der blumengeschmückten Kanzel in tiefer Ergriffenheit eine Ansprache an die Geh meinde hielt. Nach dem Gottesdienste geleitete eine Deb ' putation Se. Ehrwürden in das Gemeindehaus, wo nach einer Begrüßung durch Herrn Kultusvorsteher Stern Herr Kultusrat Jellinek in tiefempfundenen "Worten dem Danke der Gemeinde für das Verdienstvolle Wirken ihres Seelsorgers in .Tempel und Schule und ihren innigen "Wünschen für "sein'. Wohlergehen warmen Ausdruck verlieh. Nach üeberreichuhg einer Ehrengab'a teilte der Kultusrat Jellinek mit, daß die''• Gemeinde"*, die'.'""""rrichtang';einer igjyhV Hfermatin H^andl-JStiftung" beschlossen habe. Auch sonst . bekundeten zahlreiche 'Beweise von Nah und Fern die Beliebtheit, deren sich' der Jubilaür in allen Kreisen erfreut. ' " V ._.. .. Eibensenitz. Anläßlich der Gemeindewahlen, die am 31. August in Eibenschitz stattfinden,- berief der EibenV. schitzer jüdische. Volksrat für Donnerstag, den 14. Au,-, gust eine WäMerversammluhg ein. Nach Begrüßung; der «aMrejßh' eraeWenenen Wähler/ durch den Obmann des jüdischen - Volksrates Herrn David Sinaiberger, ergriff Herr Dr. Gustav Koh'n, Sekretär des jüdischen LandesVolksrates in Brünn, das1 Wort. In einer längeren durch.^ nltnutenlangen Beifall unterbrochenen Bede, erläuterte er die Wichtigkeit der Stellungnahme der Juden zu■'* den Gemeindewahlen, betonte die unbedingte Notwendigkeit einer ireih jüdischen Vertretung in der Gemeindestube und forderte schließlieh* alle jüdischen Wähler auf; geschlossen-für diel jüdische Liste -zu stimmen. Nach Verlesung der Kandidaten» liste, die wie folgt aufgestellt wurde, schloß der Obmann > des Volksrates nach! stürmischen Ovationen für Dr. Gustav - Kojbin - die Veraammlung. Die Kandidatenliste:* 1. Herr Moritz Goldmann; % Herr Gustav Neübauer-Samek; 3 Herr David Sinaiberger; l. Herr Maximilian Schillinger; 5. Frau Ida Pretzner; 6. Herr Eduard Vleek; 7. Erl. Grete Sinaäbergerj^ 8. Herr Isidor Gelbbrt; 9. Herr Jakob Hansl; 10, Herr -Max Neubauer, Budapest.. Aus Budapest wird uns geschrieben:' Eine unserer hochängesehensten Familien wurde von einem, herben Verluste betroffen. Frau Katti Raab starb am 10. August nach längerem Leiden im Alter Von. 8i Jähren und kam am' 11". zu Grabe. Trotz der schweren .trostlosen Zeit der politischen Wirren, die die ganze Bevölkerung nicht zur-Ruhe kommen ließ!, Mtte sich einegroßfe Zahl von Freunden und Bekannten des' renommierten Hauses Raab' am' Friedhöfe eingefunden, um der allgemein verehrten Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Der illustre Redner, Herr Rabbiner Dr. Adler, wie auehl der bekannte Rabbiner Csech1, hielten der Verstorbenen würdige Nachrufe. Was1 jedoch von allen schmerzlich empfunden wurde; war der traurige Umstand, daß die beiden Söhne dieser verehrungswürdigen Frau, die Herren: Adolf R a a b, Bankier/ Präses der Chewra- Kadiseha und Präsidialmitglied der Kultusgemeinde B a den; der gleichzeitig auch- Präses der „Adaßi- Je sch>u,rim." im IX., Bezirke - Wiens ist, ebenso auch sein jüngerer Bruder Moritz, Großindustrieller; aus» Budapest, der infolge, des' revolutionären Aufbruches nach' Pozsan geflüchtet war, bei der Lawaje ihrer so innigstgeliebten Mutter nicht anwesend sein konnten. Kurze Zeit vorher hattensie noch das Glück, nach einer mit Lebensgefahr verbundenen Reise, ihre Mutter auf dem Krankenlager aufsuchen zu können, bei welcher Gelegenheit sie ihrem Sohne Adolf die Bestimmungen einprägte, die sie für ihren Todesfall .getroffen hatte. Ihr tiefreligiöses Gemüt ließ sie vertrauensvoll, wie es in der .heiligen Schrift vonder Es'cheßi - chail heißt, der Todesstunde entgegensehen und ein besonderer Trost war ihr der. Gedanke,- daßi sie an der Seite ihres' vor 15 Jahren in Budapest verstorbenen Mannes', Josef Raab> ä. .A., mit dem sie durch- 40 Jahre eine solch glückliche Ehe führte, jhre letzte Ruhesitätte finden werde. Die Verewigte wär in. Nagy- M e - gy e r, als Tochter des1 berühmten Sopher R. Jeehie] Ha koheii, geboren, wo sie ihre durch Frömmigkeit und besondere Wohltätigkeit ausgezeichneten Lebenslage verlebte/^igensch^Lften, die ä in solch eminenter Weise auf ihre in weiten jüdischen Kreisen hiefür bekannten " Söhne. jübertragen hat. Sie war der so selten gewordene Urtypus einer „Zedekeß" im .wahren Sinne des Wortes. Ihr Andenken ist geseggnet! Feuilleton. Esterka. Unfern der uralten Krönungsstadt Krakau an der Weichsel hegen die Titomer des Schlosses Lobzow. Epheü "und Immergrün umranken die gebrochenen Mauern, die eingestürzten Säulen des einst so prächtigen Palastes, Himbeerbüsche wachsen auf dem Gerolle und erfüllen im Sommer die Luft mit dem süßen schweren Duft ihrer Früchte. Unweit rieselt:' eine Quelle. Und aus' der Ferne tönt das schwermütige; Lied eines Hirten herüber, der seine S chafe auf der grünen, endlosen Weide grasen läßt. Das' abergläubische Volk erzählt, daß hier bei Tage giftige Schlangen; und nachts1 böse. Geister ihr Unwesen treiben. Sobald die Sonne untergegangen ist, geht niemand gern an den einsamen, traurigen Ort vorüber, und muß; ja einmal ein Bauer mit seinem Pflug oder seinem Vieh vorbei, so versäumt er es1 gewiß nicht, sich' zu bekreuzen. Keiner würde e'sl jedoch wägen, zur Geisterstunde der unheimlichen Stätte zu nähen, denn um; Mitternacht wird der Bann, der .über diesen von der Zeit geschwärzten Tömmern ruht, gehoben, und durch Zaubermacht erstehen .dann die Mauern ,ctes Palastes von neuem. Wachen stehen auf dem Wall mit blinkenden Krunrmsläbeln,die Zugbrücke ist, aufgezogen, die Fenster des Schlosses glänzen" imvollen Kerzen-. schein und aus dem Garten tönt wundersames Lautenspiel und melodischer Gesang herauf: Im goldstrotzenden Prächtgewand ruht auf wei chen, seidenen Kissen eines* orientalischen Diwans ein schönes Weib, die schwarzen Haare mit Perlen ■durchflochten, den üppigen Leib in schwellendes Pelzwerk geschmiegt und auf .dem" Bärenfell zu ihrenv Füßen ein hoher, vornehmer Mann mit stolzem Adlerauge. Es -ist Kasimir der Große, der König Polens', und das schöne Weibv das ihn gefangen, hält* mit un* zerreißbareri Bänden, ist Esterka, die, Jüdin von: Opoczno.

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