Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 31 (8.8.1919)
- Date
- 1919-08-08
- Page
- Seite 399 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Dr. BLOjgH'S WQGHENS6HRIFT Seite 495 nicht in dor Tatsache zu suchen ist, daß einige Volksfcoininissäxe Juden, sind —- denn in einem Bolchen Falle müßte der Antisemitisnius1 in Großrußland viel stärker sein—, [sondern in der böswilligen Propoganda der Reaktion, Welche antijiidische Gefühle zu erwecken sucht in Gegenden, wo die Gewalt völlig in, den Händen der Christen ist und die Juden nicht einmal einfache Soldaten. sein können. Nicht einmal die Kommunisten nehmen besondere Rücksicht auf die antibolschewikischen Juden — sie erschießen sie und setzen sie gefangen, ebenso wie sie es mit den 'Christen machen — aber sie verfolgen sie als . poütis'cne Gegner und., nicht als Juden. Außerdem muß, bemerkt werden, daß die russischen 'Arbeitermassen in den Uebergangsperioden bewaffnete Abteilungen gebildet haben, welche zusammen mit den jüdischen Abteilungen die jüdische Bevölkerung verteidigten. . 1 Um . sich vor dem Bolschewismus1 und vor den ^reaktionären Greueln zu schützen, gibt es* für die Juden keinen anderen Weg als! die Fortsetzung der Politik'vom März-1917: Gemeinsam mit allen demokratischen Tussis-chen Kräften, gegen die äußerste Rechte und "die äußerste Linke anzukämpfen, gegen die Gewalt Lenins1 und die Koltschaks' und für das demokratische Regime, .welches ihnen Sicherheit und Freiheit verbürgt. ' JüidiaiciWe Kinderfreunde, Wien, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 91. Die traurige Notlage jüdis'cher Kinder erfüllt unser Herz mit Mitleid. Dringendste Hilfe ist erforderlich. Wohl ist Anerkennenswertes' im Dienste der jüdischen Kinderfürsorge geleistet worden, angesichts des Elends muß.: sich jedoch1 die hisherige Hilfstätigkeit aJsf'lunzulängHch erweisen. ■"'l; "' Wir ■ wollen den ärmsten jüdischen Kindern helfen, ihnen menschenwürdige Unterkunft und Pflege bieten und sie in jüdischem Geiste erziehen. Wir'wollen nicht'dulden, daß, wie es! in Heimen vorgekommen ist, 10 Kinder in "vier Betten liegen müßten,. daß sie verstreut in Elendswohnungen bei unzuverlässigen Pflegern, an Krätze, Rachitis1, Mund- ' faule leidend, jüdische Erziehung entbehrend, an Körper und Seele zugrunde gehen. Wir Wollen ihT freudloses Kinderleben mit Glück erfüllen. „Unserem Kinde Erziehung und Pflege ' , \ im jüdischen Heim." Die Errichtung , von entsprechenden Heimen, Spielplätzen und Ferienkolonien, von Tagesheimstätten, mit Verpflegungvon 'Kinderbibliotheken und Lesezimmienn, die Herausgabe und Verbreitung jüdischer Kinderüteratui'j die würdige Teier der jüdischen. Feste sind unsere Ziele. Der Verein „Jüdische Kinderfreunde" hat es sich zur Aufgabe gestellt, diese Ziele zu verwirklichen. Unser Werk erfordert die Hilfe aller. Nicht müder Reiche, ein jeder hat die Pflicht, zu helfen. Als allgemeines soziales^ Hilfsmittel haben wir eine. IünderwoHfähttSsteuer ins Leben gerufen. Es ergeht an alle Juden, die. dringende Bitte und. Aufforderung, für; dast jüdische Kind die K i n de r - K r o n e zu spenden. Wir nehmen diese freiwillige soziale Steuer von mindestens einer Krone monatlich (monatliche Kinderkrone) bis1 zu mehr- und ^vielfachen Bei- 1 trägen (wöchentliche Kinderkrone) entgegen. Wer, Herz und Sinn für, die Not jüdischer Kinder hat; mußdazu, beitragen, ihrer unglückliche. Lage in hygienischer und ethischer Beziehung, zu verbessern und sie dem Juden tarne zu erhalten. Verein. „Jüdische Kinderfreunde". Das Kuratorium: Dr. H. P. Chajes, Oberrabbiner von Wien, Prof. Dr. S. Ehrmann, Prof. Dr. WiM Jerusalem, Fabrikant Johl. Kremenetzky, Dr. Mayer, Frau Erna Patak, Abgeordneter Robert Stricker, Herr und Frau .Dozent Dr. S. Kronfeld, Hofrat Dr. S* Frankfurter, Frau Dr. S. Kahn, -Fabrikant F. Lederer, Frau Anitta Müller, Frau Leonore Smolenski, Frau Fanny Weiß; Vorstand, und Helferschaft: Reich'sratsrevisor Rudolf TauSsig, Arthur Kampf, Matth1. Weidenfeld. Auszug aus den Statuten: Ordentliches! (helfendes) Mitglied kann jeder Jude und jede Jüdin über 18 Jahre Werden, die dauernd Soziale Fürsorge für das jüdische Kind leisten und von der Helferschaftsleitung aufgenommen werden, unterstützendes Mitglied (bei monatlicher Mmdestentriehtimg von K. 1.—. - . Stifter: Durch den einmaligen Beitrag von, Kronen 2000.— unter bestimmter Widmung. Gründer: Durch den einmaligen Beitrag von Kronen 1000.— (HeimStättenbaustein). Förderer: Die durch einmaligen Beitrag vom Kronen 500.— immerwährende Mitgliedschaft erwerben. __ t . Auflösung der jüdischen Kuftusgemeinden In Rußlands Wiö „Hajait" meldet, wurden mittels Dekrets der Sowjetregierung Sämtliche jüdischfen Kultusgemeinderl in Rußland für immler aufgehoben. Sämtliche Fonds und Stiftungen, die das) Eigentum dieser Gemeinden bilden, sowie ihr ganzes .totes! und lebendes! Inventar geht in den Besitz des bolschewiMschen-. Kommissariats für jüdische Angelegenheiten: über. Die jüdisühs Not in OstgaÜzien. Von den 17.000 jüdischen Familien in Lemberg sind 12.000 auf die "Unterstützung des jüdische» RettumgSkomitees angewiesen. In der Provinz herrschen furchtbare Hungerepidemien, besonders in Sta? nislau. Rasche Hilfe ist dringend nötig. Vermischtes. Telegramm aus Jerusalem an die „Hilfskommission1915 fürPalästina". Ans Kopenhagen kam nachstehende» Telegramm: Rabbiner Dr. Max Grnnwald, Wien. David Jellin aus Jerusalem telegraphiert für Sie folgendes: Da Sie Kliniken und Kranken in Jerusalem Hilf e zu leisten unternehmen, so erbitten wir sofortige «.«»reichende Hille für die einzige, jüdische Augenklinik in Jerusalem» die am 1. August aus Mangel an Geld geschlossen wird« Brief folgt. - Zionistenbureau. Kranzablössongspenden zngunsten der Ctovra-Kadiacha. Wien, 1., Seltenststtengasse- 4 für arme, kranke Glaubensgenosse». Anläßlich des Ablebens des sei. Perl Braatmana: Osias Feil 5, Bernhard Turnhaiti 5, Oskar Schifter 5, Mayer Bötmann 5j Samuel Krämer 5; zusammen 25 K.