Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 30 (1.8.1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 382 (sequence 10)
- Language
- German
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:S?ite 478 Dr. BL^CH'B weei^SeHRI^ KvN. .SO . Generalversammlung des deuischösierrei^hlschen Kantorenvereines. .v:>?-/Jm.jto.\&:M./$mä im Sitzungsfsaale der is'rae-. Ii tischten Kultusgememde die Fortsetzung der am 8. d. M. unterbrochenen 37: Generalversammlung des deutsehösterreichischen Kantorenvereines: statt. Anwesend waren ' die Herren: Bassel, Bakan, Eibehsehütz, Falk (Mödling), Fuchs, Feuer, Friedländer, Funke, Groh, Harendorf, Hirsch!, Bmer, Jellinek ^(öberhollabrunn), Kaufmann, Katz, Koserow, Khuner, .Lewin, Löwit, Löwy, MatyaS, Morgenstern, Margiilies, Mayerowitseh, Menkes, Neumann, Regner, Rosenberg,' Rosenfeld, Roth, Schleifer, Schneeweiß, Schön, Stift, Tonkonogi. Infolge Abwesenheit des schriftlich entschuldigten- Ehrenpräsidenten Oberkantor Bauer eröffnet Lö wi t die Generalversammlung und begrüßt die Erschienenen und besonders die Gäste aufs herzlichste. In die Tagesordnung, auf welcher Neuwahl des Vorstandes, Anträge und Interpellationen stehen, eingehend, teilt der Vorsitzende mit, daß auch Kollege Jurberger, der langjährige VereinskaSsier, erklärt habe, eine Wiederwahl nicht mehr anzunehmen. Die Generalversammlung nimmt diesen Entschluß; Jur- 3>ergers' mit Bedauern zur Kenntnis und beschließt elnstimniig Herrn Jurberger für sein langjiihriges ersprießliches Wirken als Kassier des Kantoren Vereines den unauslöschlichen Dank protokollarisch zu votieren. Hierauf wird zur Wahl geschritten, die folgendes Resultat ergab: Präsident Don Fuchs, I. Vizepräsident Isidor .Löwit, IL. Vizepräsident Josef Schlesinger, Kassier Josef Morgenstern, Schriftführer Hermann Mayerowitsch; Ausschußmitglieder: Josef Gihlichmann, Josef Grob, M. B. Kaufmann, Mf Matyas, Ed. Regner, Jakob1 Schleifer, Armia Stift, Simon Weiß; Kontrollore: Moritz Harendorf und Heinrich Khuner. Nachdem die Gewählten erklärt haben, die 'Wahl anzunehmen, übernimmt Präsident Fuchs den Vorsitz, dankt mit wenigen Worten für das ihm geschenkte Vertrauen und bittet die Kollegen, ihn in seinen -Bestrebungen, das Ansehen des Kantorenveremes und niit ihm des Kantorenstandes zu heben, zu unterstützen. Sodann wird ein Antrag Löwit, mittels Zirkulare von allen Kantoren und Gemeinden Deutsch - Österreichs die Anerkennung 'des Kantorenvereines als* die 'berufenste Instanz lni -Standesangelegenheitei] zu fordern, zur Durchführung gebracht, womit die Generalversammlung ihren Abschluß; fand. Zuschriften Jflir den Deutschösterreichischen Kantorenverein sind an "den Präsidenten, Oberkantor Don Fuchs, Wien, 1. Bezirk, Postgasse 16, zu'richten. Zentral hl Ifs verein ^der Hocfehüler Wiens Haup&anzlei: Wien, IX., Währingerstraße 19. An alle! Ein Weg zur 'Ermöglichung des Hochschulstudiums der Berufensten aus Mitteln des Staates' und der einzelnen. Die durch' den Ausgang des Krieges geschaffene traurige wirtschaftliche Lage lastet am allersehwersfen auf der Wiener Studentenschaft. Da nun die bestehenden Hilfsvereine trotz ihres besten Willens Wegen allzu großer Zersplitterung ihrer Bestrebungen die maßlosen Entbehrungen der gesamten Studentenschaft nur zum Teile lindem konnten, wurde in dem Momente/wo nach dem Friedensschlüsse neues Leben für unser Staatswesen erblühen Söll, der Zentralliilfsverein der Hochschüler Wiens ins Leben gerufen-* Dieser wird alle ihm zur Verfugung gestellten -wirtschaftlichen Hilfsquellen den Hötfern und Hörerinnen s&ntlicher Hochschulen, Wiens ohne jedweden Unterschied zur Eindämmung ihrer jetzt . bestehenden schreienden Not zuwenden. . . Wien, das bishun. nebstseiner 'hohen wissenschaftlichen Bedeutung auch deshalb! einen .Weltruf besaß, weil Vertreter sämtlicher Kulturvölker in den Reihen seiner Studentenschaft zu sehen waren, soll ,auf der eingeschlagenen Bahn, auch weiterhin fortschreiten. * Dieses Ideal fernerhin hochzuhalten, ist das Hauptziel des; Vereines, in der Voraussicht, daß dies zur 'Gesundung unseres TYirtschaftslebens mit beitragen wird. Die Amerikaner und Schweizer haben uns1 gezeigt, wieviel Not sich durch Großzügigkeit und zielbewußtes Handeln lindern läßt. Der ZentralhilfSverein, der nebst Gewährung langfristiger „unverzinslicher Darlehen an die Petenten alle anderen wirtschaftlichen Probleme für die gesamte Studentenschaft lösen will, bietet durch ,seine Organisation, die jede politische Tendenz ausschließt, die Gewähi-, daß sich' auch andere Staaten seinen gerechten Wünschen nicht verschließen werden, chi er auf Tein wirtschaftlicher Basis aufgebaut ist. Unser. Zentralhilfsverein will nun aus eigener Kraft " der. Studentenschaft Hilfsmittel zur Verfugung stellen, um 'So jedem Tüchtigen den Weg zu seinen* Ziele zu ermöglichein," und hofft dabei, daß der Staat auch diesem Teile seiner "Gesellschaft seine. soziale Fürsorge nicht versagen wird. Um dieser Aufgabe vollauf gerecht werden zu können, wendet sich der Zentralhilfsverein der Hoch- Schüler Wiens' an die . gesamte 'Oeffentlichkeit,: di-- das größte Interesse an einem gesunden geistigen Nachwüchse haben muß> mit der Bitte, Seine humanen Bestrebungen in jeglicher. Hinsicht zu fördern. : , Für den Zentralrat:.-Div Fraivkf.urter. •Au S zu'g a ü s d e n S t a t u t e h. " G r ü n d e r sind diejenigen, die dem Vereine; eine einmalige Zuwendung .von jK. 10.000.—, Stifter, die eins Zuwendung von K. 5.00Q,—, Förderer, die einen, namhaften Betrag dem Vereine leisten. Berjö'Wt Claude Montefiores. London. In einer Sitzung der „Änglo Jewis|i Association" erstattete Claude Montefiore einen Bericht über die jüdische Aktion 'auf der FriedenS- . konferenz. Er gab1 seiner Befriedigung über das Erreichte Ausdruck. ES wäre viel Arbeit in Paris geileistet worden, hauptsächlich dank den Bemühungen Luden Wolf f S und Louis Mars'liaIis. In den Vertrag mit Polen seien ausführliche und umfassende Garantien aufgenommen worden. Sie mögen vielleicht die Wünsche der äußersten Nationalisten nicht vollauf befriedigen,, indessen ist den Juden die Kontrolle über ihr Erziehungs- und Unterrichtswes'en mit Jiddisch als Haüptsprache in die Hand gegeben. Eine besondere jüdische Kurie durchzusetzen, war nicht ^möglich, -weil die Friedenskohferenz* von der Berechtigung dieser Forderung nicht ganzüberzeugt, war. Die Konferenz erachtete es1 nichtfür nötig, die Sonderung : der jüdischen Abgeordneten ini polnischen Landtag in eine eigene Gruppe durchzusetzen. Die englischen Juden, meinte Montefiore, wäjren überdies5 gegen eine besondere jüdische Kurie. WaS die tatsächliche Sicherheit dieser Garantien anlangt, ^erklärte Montefiore: v Bricht Polen den Vertrag, dann werden die Juden dazu angehalten, zuerst an die polnische Regierung zu appellieren- Erst wenn die Entscheidung der polnischen Regierung für sie unbefriedigend ausfällt, 'stehe ihnen: das Recht zu, bei der-Liga der-Nationeäi Beschwerde zu führen.