Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 29 (25.7.1919)
- Date
- 1919-07-25
- Page
- Seite 368 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 464 Dr. BLÖCH'S WOCHENSCHRIFT Nr. 29 Vermischtes. Ein®, Anregung. Da» unter dem Titel „Fahnenflucht" publizierte „Zwiegespräch" des' Herrn Rabbiner Dr. Max Gwald verdient es, in den-weitesten Kreisen gelesen und gewürdigt ,?u werden. Dieser geistvoll geleitete Dialog ist als1 Wirksames Serum gegen den Taufbazillus1 zu bewerten, der pest: artig um sieb.1 greift und eine wahrhaftige' „magefa" hervorruft. — Goldene Worte sind dort zu finden, z. B. „Wie soll Krethi und Plethi Opfermut und Gesiinnungstreue aufbringen, wenn Intelligenzen, wie Sie sich zum Listenträger des Abfalls erniedrigen?" fragt Dr. Grunwald den^,Kpnstier". „Nicht bloßi Reichtum) auch geistiger Besitz verpflichtet." ( Ich lege esi den. kompetenten Faktoren ans Herz, speziell den Herren von der Kultus^emeinde, die finanziellen Opfer nicht zu scheuen, im Interesse der guten Sache daf&r Sorge zu tragen, daß diese ausgezeichnete Schrift in recht großer Anzahl in Broschürenform verbreitet werde. Esther. „Hilfskommission 1915" und „Jüdisches Waisenhelm" („Oesterreichisches Landeskomitee") für Palästina. Wien, 4. Bezirk, Fränkenberggasse 14. Geschäftsstelle: Wien,. II., Kleine Sclriffgasse 3/6. Telephdh 44871. Synagogen verein »Beth Israel« Wien II. K 546.36; von K. Schülerinnensammlung der städt. Mädchenvolksschule, II., Kleine Pfarrgasse 33 K 70.—; J. und A. Brandstätter K 50.—; Nagel &. Wortmann K 30.—; Prof. Dr. Albert Bing, Ing. Siegfried Fuchs, Katharine Dohan, Franz Teltsch, anläßlich' der Hochzeit Dr. Kolb- Granwald, sämtliche 4n Wien, je K -6.—; Samuel Frost in Wien K 4J.—; Moritz Epstein, Gottfried Eisler, beide in Wien, M. Bachner, Mähr.-Ostrau, je K 2.—. . Aus der Tschecho-Slowakei sind eingegangen: :* Israelitische Kultusgemeinde Bostelberg SK 40.—; Berthold Fleisch!, Neuern, Bloch & Löbl, Soborten-Teplitz, Heinr. Fleischner, Aussig, Adolf Hahn, Ostroh, Dr. Robert Arnstein, Karolinental, Josef Buchbinder, Olmütz, Ignaz Reich & Sohn, Brünn, je 5K 10; Antonin Giesinger, Daniel Glücklich, beide in Brünn, Fanny Blauova, Vsetin, Felix Bruck, Teplitz, J. Bondy, Moldauthein. je <5K 5.—; Theodor Häutler, Brünn cK 3.—. Aus D e u t s c h La n d sind eingegangen: M. Foerder, Charlottenburg Mk. 5.—•; James Ullmann, Berlin Mk. 5.—. Zahlstelle für Deutschösterreich: Bankhaus S. M. von Rothjf schild, Wien, I., Renngasse 3; „Neue Freie Presse", Wien, 1. Bez. Fichtegasse 11; für die tschechoslowakische Republik: Böhmische Unionbank, Prag; für Ungarn : Magyar-Altalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin; für Polen : Commerzbank W. Landau, Warschau und Lodz; für Galizien: Wiedenski Bank iombardowy i eskontowy, Krakau, Rynek g 12 mit dem Vermerk für >Hüfskommission 1915 für Palästina«. Der Wiederaufbau des Leopoldstädter Tempels. Dem Komitee (IL, Tempelgasse 3) sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden von folgenden Herren (sämtliche in Wien) zugekommen: V- ~ 52. Spendenliste. Dr. Theodor Gutmann jr. zur Anschaffung einer Orgel1 K 50.—, Direktor L Rosner K 50.Heinrich Löwy K 20.—, David Dohan K 100.—, Samuel Groß K 100.—, Leon Schächter K 20.—, Isidor Löwy K 20.—, H. Ausländer K 50.—, Siegmund König K 20.—, Julius Silbiger K 20.-^ Ignatz Reiner K 50.— Dr. Elias Münz K 20. , Heinrich Knöpfelmacher K 20.—, Feibusch Katz,K40.—, Jakob Witt K 20.—, Markus Fickholz K 20-, Dr. Arnold Knedel K 200.—, Theodor Klein K 50.—, Direktor M. Beer K 10.—, Moriz Mendl K 20.—, Mandl Rottmann K 10.—, Siegfried Diamant K 50.—, Josef Antscherl K 10.—, Wilhelm . Wollner" K 20.—, Leopold Dicker K 20.—, Salomon Davidmann JK 18.—, Rudolf Frankl K 20.—, Heinrich . Glaser 50.—, Julius Frankl K 20.—, A. Duschak, von den Schülern der IT. Bürgerschule, IL, Weintraubengasse 13 K 30.—, Jakob Blumengarten K 100; zusammen K 1248.—; bereits ausgewiesen K 1,005.862-80; Gesamtsumme K 1,007.100-80. - Wien. Herr Dr. D. S. Margules hatte am 11. d. M.! ab. der hiesigen Universität seine Promotion, gefeiert, nachdem er die Rigorosen aus , Philosophie, Geschichte und klassischer Philologie, jedes' mit Aus-. Zeichnung, ab'gelegt. Wien.- (Verlegung.) Der bekannte hebräische Dichter Markus1 Gottfried hat sich mit FräCilein Paula Res1 mann verlobt. ~ ■ Lesch^h'begängnisi Tempelinsipektor Ignaz Haftn; Nach "kurzem Krankenlager starb' hier der in den weitesten Kreisen unserer 'Gemeinde bekannte Tempelinspektor am Leopoldstädter Gemeindetehiepl Herr Ignaz Hahn im 77. Lebensjahr. Nahezu vier 'Jahrzehnte stand er, bis zuletzt das' Muster eines pünktlichen und gewissenhaften Beamten, auf seinen Po: steh. Sein reiches1 Wissen und sein taktvolles .Auftreten sicherten ihm1 die allgemeine Achtung.'An seiner Bahre trauerten außer der Witwe, vier Söhnen und einer Tochter eine Schar von Freunden, in deren Namen Herr Rabbiner Dr. Grunwiald von dem Verstorbenen Abschied nahm. Vom1 Beth!ausvorstande~ waren die Herren Lande sschülrat Dr. Markus Spitzer und "Rechtsanwalt Dr. Elias' Münz erschienen. Ehre steinelm' Andenken! Der Lebenslauf eirUeis! ukrainischfen Ministers'. In Wien weilt zurzeit — iauft dem Wege nach . Paris "begriffen — Herr Völodymyr Teninyzkyj, der in verhältnismäßfig' jungen Jahren eine hervorragende Stellung innerhalb! der ukrainischen Republik erlangt hat: er ist Minister des Aeußern. Diesen Posten verdankt er sejner vielseitigen Begabung und Tüchtigkeit, wie nicht minder" dem Um- ""standle, daß er bereits, seit Jahren regen Anteil an der ukrainischen Bewegung nimmt und während der Krieg's'zeit ganz, besonders für die Befreiung der Ukraine tätig war. Temhyzkyj ist ostgalizischer Ukrainer, welche bekanntlich1 intensiv an dem' Befreiungswterk ihrer Bruder in: Hußland gearbeitet und es erfolgreich gefördert haben." In ihm vereinigen sich alle Voraussetzungen, die zur Schaffung eines einheitlichen ukrainischen Staatswesens notwendig erscheinen, und da er auch diplomatische Routine und Fähigkeiten besitzt, steht es außer Zweifel, daß die ukrainische auswärtige Politik in seinen Händen gut aufgehoben ist. Der Lebenslauf Temnyzkyjs1 bietet mannigfache interessante Einzelheiten und ist aktuell genug, um geschildert zu werden,: Geboren 1880 in Ostgalizien, absolvierte er das Staatsgymnasiüm in ZolocziW, studierte dann an der technischen Hochschule in Lembergy und ließ sich auch" an der philosophischen Fakultät inskribieren, Wurde jedoch von 'der Lemberger Universität wegen der Teilnahme an der Demonstration für die Errichtung einer ukrainischen Hochschule für immer relegiert. Er setzte steine Studien deshalb in . Wien fort und hat an der hiesigen Universität die juridische;Fakultät ab'solyiert.; Schon als Student betätigte er sich" publizistisch in ukrainischen Zeitungen und steine Artikel und Aufsätze gaben von Steiner begeisterten Liebe zum ukrai-' nischten Volkstum beredtes Zeugnis. Für seine agitatorische Tätigkeit (zugunsten der Wahlreform - im Jahre 1906 von den polnischen. Behörden verfolgt und verhaftet, verbrachte er acht Wochen im' Untersuchungsgefängnis' in Tarhopol und wurde hierauf vom GesChw'orTenengtericht mangels eines jeden strafbaren Tatbestandes freigesprochen.