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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-06-13 · 23 (13.6.1919) · p. Seite 352

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
23 (13.6.1919)
Date
1919-06-13
Page
Seite 352 (sequence 12)
Language
German
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^ite 368 „Dr. Bkolh^s Wochenschrift" Nr. 23 persönlich verantwortlich, nimmer aber — wie es im Reiche der Reaktion, des Rückschrittes und der Gewalt^ Herrschaft ist' haben ' diese Verantwortung auch alle anderen zu tragen, die zufällig in derselben Religion oder in derselben Nation geboren wurden, wie das betreffende Individuum. Diese Auffassung über den Geist wahrer Demokratie, hat im' Judentum stets geherrschte Es hat stets die'Freiheit der Gesinnung hochgeschätzt und daher anderseits Such niemals dis ^Bürgschaft für die Gesinnung des einzeln^i zu übernehmen sich berechtigt oder verpflichtet Zehalten. Ebenso wie die Lehre des Judentumes es als ein verhängnisvolles Aebel anfieht, wenn ein Jude sich um die religiösen Einrichtungen der Andersgläubigen, in 'welchem Sinne und in welcher Form immer, kümmert. Freilich hat diese hohe Auffassung des Judentumes von der Freiheit des Religionsbekenntnisses, von der gegenseitigen Achtung der verschiedenen Religionen, es nicht zu ^verhindern vermocht, daß gewissenlose christliche Parteiführer und ähre Preßorgane die geringste und.- die größte Tat eines Juden, wenn sie nur irgendwie Anlaß zum Tadel bietet, dem Gesamtiudentum auszuhalsen und es für die Handlung des einzelnen in seiner Gesamtheit verantwortlich zu machen, um so den Vorwand zu finden, das christliche Volk gegen dir Juden auszureyen. Nach wie vor ist es die „Reichspost", die selbst jetzt in dieser angeblich demokratischen Zeit ihre gefährliche Judenhetze nach ihren alten Methoden betreibt. . Nach wie vor ist es die „Neichspost", die wohl in ihren Leitartikeln von Demokratismus trieft, im Innern des Mal-. tes aber mit den alten reaktionärsten Mitteln das christliche Volk zu Judenpogromen aufreizt und dabei gleichfalls nach alter Methode für diese PpgxoMe das Ju?.^ dentum veranLwortlich zu machen sucht. s Wenn icMefällene Juden fleflen Religion, die jüdische ^urch>K;e' HrWiche, .RÄtznihWen, wiD das gesamte, muh das rechtgläubische Judentum von der Hetzpresse auf die AMagdbänk g^errt. Pas geschah Mnr Beispiel gelegentlich einer Rede, die der sozialpolitische PMizift Rudolf Goldscheid im Mittleren Konzerthaussaal hielt, in welcher der Genannte^ nach einem Berichte des Blattes, dis Forderung aufstellte, daß mit den „Thronen auch dis Altäre fallen inüffen". Rudolf G o l d f ch e i d ist Jude. Wohl hat ihn seine Weltanschauung von denk jüdischen Leben von dem Leben des Judentumes soweit entfernt, daß er dem Judentum innerlich ebenso fremd gegenübersteht, wie wahrscheinlich jedem anderen Glauben. Denn wenn Goldfcheid aüsruft, daß nunmehr auch die Altäre fallen müssen, so schwebten ihm dabei bei seiner ganzen Gerdankenrichtung nicht nur die christlichen Altäre, sondern auch die der jüdischen Religion wie jeder Religion überhaupt vor Mugen. Mit dieser Anschauung fühlen sich die Juden, in ihrer Gesamtheit mit G old scheid gewiß n i ch-t solidarisch, sie halten diese Auffassung für ebenso gefährlich, wie der Gläubige jeder anderen Religion. Sie lehnen deshalb seine Forderung ebenso ab, wie jeder Gläubige einer anderen Religion. Sie lehnen daher auch jede Solidarität mit. ihm in dieser Frage genau so ab, wie sie'jede Einmischung eines Juden in die inneren religiösen Angelegenheiten einer anderen Religion aufs schärfste verurteilen. All di«. — sowohl die individuelle Weltanschauung Rudolf Go ld scheid s, wie auch der Standpunkt der Iudenschäft in dieser Frage — ist der ,-Reichspost" genau so bekannt wie uns und wird in ihrem' am 15. d. M, veröffentlichten Artikel: „Christen- Achtung! Juden drohen Euren Mären! " zum Teile zugegeben, und dennoch begeht sie die Gewissenlosigkeit) aus diesem Anlasse -die christliche Bevölkerung zum Kampfe gegen die Juden aufzurufen, in einer Zeit, wo der in der Luft angehäufte Zündstoff nur des kleinsten Funkens bedarf, um iM Innern dieses kaum geborenen Staates Verheerungen anzurichten, die nicht minder schrecklich wären, als sie der schreckliche Krieg bereits angerichtet hat. Mögen die Männer und die Hintermänner, die sich mit der Neuordnung der Dinge, noch immer nicht abzufinden vermögen, es vor ihrem Gewesen und vor dem Richterstuhle der Geschichte verantworten, daß sie in verbrecherischer Weise den ruhigen, friedlichen Ausbäu des unter so schweren Noten, aufwartsstrebenden Deutschösterreich dadurch zu stören bemüht sind, daß sie auf dem Rücken des Judentums die Reaktion, unter der allein sie gedeihen können, wieder aufzurichten versuchen. Das Judentum ist in Leid und Not durch Jahrtausende gegangen, es wird im Bewußtsein seines Rechtes, seiner Friedensliebe und seines stets geführten Kampfes für die.Gleichheit aller auch diesem neuen Kampfruf der „Reichspost" in diesen schwersten aller Zeiten standhalLen. Vernttscbles. Krimzablösmrgsspeudeu zugnnsten dev Chewra-Aadffcha in Äken r., Setteustetteugaffe 4 - für arme kranke Glanbensgensffe». i Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Glaser: Osias Knoll 5; Jakob Eroßmann 10; Josef Knisbuler 10; Rudolf. Glaser 10; Rudolf. Lömy 20; zusammen 55 S\. f ' Anläßlich des Ablebens des sel. Siegmund Werk: Siegfried Diamant 10; Jenny Eisler 30; Alfred Eisler >30; zusammen 70 Ä. Anläßlich des Ablebens der sei. Grete Veä: Emma rmd Alexander Hofbäuer 20; Elsa und Josef Winterstein 50;. Familie Stampfer, Prag, 50; Direktor E. Berger 50; Lilly Lehnert. 20; Walter Müller 20;-zusammen 210 ^Ka - a- . . . ' . ' : Anläßlich des Ablebens des fei.- HeirmchKlapphotz: .Franz Friedländer 40; Josef Zinger und Famiiie Roth 50/ zusammen 90 K.! Anläßlich des Ablebens der sel. Berta Fischer: Armin Bermann, Graz, .20 R. Anläßlich des Ablebens der fel. Chsj« Myrl Geller: Israel M. Jägerndorf 30; Samuel Kohn 10; Jda 'Weidenfeld 10; Leiser Romler 5; Natalie Jägerndorf' 5; zusammen 160K- - Anläßlich des Ablebens des sel. Salomvn Brod: .Adolf Tritsch 20; Hugo Berger 20; D. Brod -20; , N. N. 20; Dr. Berthold Lehnert 20; Felix Lederer 20; -Gustav Lederer 20; Heinrich Lederer 20; Staatsbahnrat Ing. Ernst Brod 100; Aug. Karl Brod 100; Richard Schwarz 100; Familie Richard Friedmann 20; Josef Nossig 20; I. Gärtner >20; Adolf Pasch 20; Philipp Süß 20; Siegmund Meisel 10; Jgngz Eeiringer 20; Josef Mauthner 50; Ad. Blcier 20; -Benno Kahane 20; Robert Kern 50; Moritz Wertheimer .50; Fritz «und Otto Karpeles 20; Familie Franz Franke 20; Hermann Denes 20; Siegfried Binder 10; Karl Lenhart 20; Dr. Leopold Meifel und Frau 20; zusammen 890 K. ■ Anläßlich des Ablebens des sel. Simon Grünwaid: Ladislaus Kornis 40 K. . Anläßlich des Ablebens der sel. Jda Popp: Artur Popp 40 K. ‘ Anläßlich des Ablebens des sel.- Moritz Fenschel: Siegnmnd Fenschel 10 K. > > Anläßlich des Ablebens. .des fel. Hermann Bröder: Siegfried Beretzer 20 K.- ' >. l Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Neuwelt: Doktor Markus Kostna 10 K/: l Anläßlich des Ablebens des fel. Jakob Vodel: l Julius Kern, 10; Felix Maier 10; Th. Hascha 10;?Josef Rosenzweig 10; Karl Bod'ek 10; zusammen 50 K.-! / Anläßlich des Ablebens der sel.- Chaje Keile Hänfling: Sine Hänfling 10; Saul Hänfling 10; Isidor Hänfling!10; Leo Elster 10; zusammen 40 K, i Anläßlich des Ablebens der sei Lotte Polaseck : Mar Schmalz b ach 6 K. -- Anläßlich des Ablebens.des sel. Wilhelm Galantei: Adolf und Amalie Schwarz 20 K. - Anläßlich des Ablebens des sel.- August König: Gustav Weiß 10;- Fritz Lederer 20; Moritz Hernfeld 120; zusammen 50 K>. Anläßlich des Ablebens des sei Adolf Schwatz: Leopold Schwatz 10 K< k

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